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30.1.2014

Gewinner in der Kategorie Hörfunk

Volle Busse. Volle Bahnen. Volle Stadien. Aber volle Wahllokale ...? – Die Bundeszentrale für politische Bildung hat einige von den Journalistinnen und Journalisten, die die Werbetrommel für die letzte Bundestagswahl besonders kräftig und originell gerührt haben, mit einer eigenen Auszeichung gewürdigt: Dem W(ahl)-Award | 2013. Der W(ahl)-Award | 2013 hat hohe Maßstäbe an journalistische Qualität gesetzt. Mit dem Journalisten-Preis zur Bundestagswahl möchte die Bundeszentrale für politische Bildung/bpb einen Impuls zum Nachahmen geben.

Die Gewinner des W(ahl)-Awards 2013 in den Kategorien Hörfunk und Print. (bpb) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/


1. Preis für das Radio Fritz vom Rundfunk Berlin-Brandenburg | rbb



Jule Käppel und Maximilian Ulrich von Radio Fritz nehmen den 1. Preis in der Kategorie Hörfunk entgegen, mit Laudator Thorsten Schilling (links). (© bpb)

Wahlwissen kreativ auf den Punkt gebracht: "Überhangmandat", "Koalition", "Nichtwähler", "Zweitstimme" ... – Ja, es geht! Man kann die "Standard-08/15-Begriffswelt" rund um die Bundestagswahl frech, unterhaltsam, kompakt und informativ ins Leben der Menschen transportieren. Sogar in das der Jüngeren. Diesen Beweis hat die junge Welle des rbb geliefert – mit ihrem "Wahlwörter-Wiki". Es ist eine "journalistische Neuschöpfung für die Radiowelle". Sie präsentiert fantasievolle Sprachbilder und überraschende Zugänge, mit denen junge Menschen auch bei Polit-Termini genau hinhören. So wird das "Überhangmandat" mit dem Schwierigkeitsgrad der Abseitsregel beim Fußball verglichen und mit dem "Reise-nach-Jerusalem-Spiel" einer Gruppe von Longboard-Fahrern anschaulich erklärt.

Die Jury meint: "Radio Fritz ist es mit seinem frechen, frischen Wiki gelungen, die Wahl sexy zu erklären – und schafft damit massiv Wissen und Motivation. Die Redaktion hat Zusammenhänge rund um die Bundestagswahl genauso originell wie verständlich beleuchtet. Das ist handwerklich und inhaltlich Journalismus auf höchstem Niveau. Radio Fritz hat seine Hörerinnen und Hörer nicht nur dort abgeholt, wo sie stehen, sondern ist direkt auf sie zugegangen, um herauszufinden, wo Bedarf besteht. Es hat mit Wiedererkennungswert eigene Themen gesetzt und Politik auf höchster Ebene für seine Hörerinnen und Hörer übersetzt. Kreative Erklärstücke und politische Bildung der anderen Art – nicht nur für die junge Zielgruppe. So trägt Journalismus maßgeblich zum Gelingen unserer Demokratie bei. Vorbildlich!“

2. Preis für das INFOradio vom Rundfunk Berlin-Brandenburg | rbb



1.000 Bierdeckel statt einem: Warum passt die Steuererklärung immer noch nicht auf einen Bierdeckel? – Das INFOradio greift Fragen auf, die den Menschen unter den Nägeln brennen. Lebensnah – direkt bei den Hörerinnen und Hörern. Wahlreporter sammeln die heißen politischen Eisen im Sendegebiet. Dann werden diese den Politikerinnen und Politikern quasi in die Hand gedrückt – on air: Bürger-Problem trifft auf Politik. Ein Streitgespräch beginnt. Die zweiwöchige Programm-Aktion vom Nachrichtenradio des rbb hält, was sie verspricht: "Ihr Wahlkampf, bitte!"

Die Jury meint: "Näher dran geht nicht mehr. Das INFOradio hat gezeigt, wo die Bundespolitik im Alltag zählt, und es hat dabei Politik und Gesellschaft über echte Fragen aus dem Leben der Hörerinnen und Hörer zusammengebracht. So intensiv und so informativ kann das Radio als "politischer Anwalt“ seiner Hörerinnen und Hörer, Wählerinnen und Wähler sein und senden. Mit einem echten Mehrwert für alle Beteiligten – als Vermittler von bestem Stoff für die eigene Meinungsbildung und Feedback aus der Wählerschaft, journalistisch erstklassig aufbereitet. INFOradio überzeugt als Scharnier zwischen Politik und Gesellschaft – und setzt dabei journalistische Qualitäts-Standards!“

3. Preis für den Norddeutschen Rundfunk | NDR1 Niedersachsen



Beim Wahl-Countdown schlagen die Niedersachsen jeden Tag eine neue Seite im "Wahlwörterbuch" auf. Und sie erwischen beispielsweise den "Virus der Wahlmüdigkeit". Ein Gähnen geht über den Äther. Kurz kommt der wahlmüde Sprössling einer komplett vom Virus befallenen Familie zu Wort. Dann dreht NDR1 Niedersachsen mit einem tiefen Griff ins Tonarchiv die Wahluhr zurück – um 60 Jahre. Ein Reporter meldet sich aus der guten alten Wahlzeit – vom Wahlsonntag 1953. Er steht in einer Kneipe, dem Wahllokal von damals. Die Schlange ist lang. Und das schon kurz nach der Öffnung. Alle wollen wählen. Plötzlich erfährt Niedersachsen, dass es auch einmal komplett "virenfrei und wahlwach" war. Und eine Hannoveranerin aus dem Iran appelliert, die Stimme nicht zu verschenken. Sie weiß, was Wählen wert ist. Wissenswertes, Praktisches, Historisches – NDR1 Niedersachsen vermittelt viel rund um die Bundestagswahl. Und auch Spannendes und Unterhaltsames. Etwa das, worauf Politiker beim Fotoshooting fürs Wahlplakat Wert legen.

Die Jury meint: "Wort für Wort wahlmotivierend. Launige Beiträge, informativ und interessant. Und das mit schönen ‚alten Tönen’ legendärer Polit-Promis. Die Redaktion ist weit über Standard-Formate hinausgegangen, hat eine erstaunliche Vielseitigkeit bewiesen und den Griff ins Archiv gewagt – mit Erfolg. NDR1 Niedersachsen hat Brücken geschlagen – zwischen damals und heute, Wahlkämpfenden und ihrem Publikum, Deutschland und der Welt, und hat dabei glaubhaft, kreativ und durch und durch professionell vermittelt, warum politische Teilhabe wichtig ist. Nachahmenswert!“

4. Preis für den Bayerischen Rundfunk| BR



Sieben mal jung: Sieben Erstwähler aus sieben bayerischen Regierungsbezirken in fünf Interviewrunden mit 31 Fragen – das macht 214 Antworten. Sehr intensiv und total crossmedial hat der Bayerische Rundfunk das Wahlgeschehen durch die "Jugendbrille" beobachtet. Wochenlang standen die Jugendlichen im BR-Fokus. Per Radio, Fernsehen und Internet: Die Bayern waren immer brandaktuell über das informiert, was "ihre Jugend" politisch interessierte. Sie haben sieben Erstwähler aus sieben bayerischen Regierungsbezirken begleitet. Sie wussten, was den "Sieben Jungen" passte und was nicht. Es gab Radio- und Fernsehsendungen, Talk per Livestream, Twitter,.. Das wählende Bayern klebte an den Fersen seiner Erstwähler.

Die Jury meint: "Crossmedial, animierend, interaktiv, nah am Menschen. Hier zeigt der BR junge Gesichter der Wahl aus der Region mit hoher Kontinuität über alle Medienkanäle hinweg. Der lokale Bezug ist vorbildlich, alle Regierungsbezirke sind abgedeckt. Die Statements und Fragen der sieben Erstwähler wurden ansprechend und inhaltlich qualitätvoll präsentiert. Vor allem jedoch hatte die Vor-Wahlberichterstattung einen festen Platz im Programm des BR und überzeugte durch seine Glaubwürdigkeit und treffende, unterhaltsame, journalistisch höchst professionelle Umsetzung. So gut kann Vor-Wahlberichterstattung sein!“
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