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15.4.2016

Editorial

Unternehmertum ist überall. Denn sind nicht Aberhunderte von Dingen, die uns täglich umgeben, die Produkte des Erfindungsgeistes, der Kunstfertigkeit und der Geschäftstüchtigkeit von Menschen, die kreativ und risikobereit etwas "unternommen" und zur Marktreife gebracht haben? Im Falle der bügelfreien Oberhemden etwa wurde etwas Vorhandenes optimiert, mit etwas gänzlich Neuem wie dem Kurznachrichtendienst Whatsapp ein Nischenmarkt aufgetan. Start-ups heißen die jungen Firmen mit hohem Innovationsgrad und Wachstumspotenzial, die neuen Geschäftsmodellen zum Durchbruch verhelfen wollen.

Die deutsche Unternehmenslandschaft ist von beeindruckender Vielfalt, noch immer geprägt von kleinen und großen Familienunternehmen. Und sie ist dynamisch: Unternehmerisches Handeln von immer mehr Soloselbstständigen beispielsweise führt zur Auflösung des tradierten Begriffs vom Unternehmer, jenseits der Klischees von Dönerbude und Gemüseladen haben sich erfolgreiche Unternehmen von Migranten etabliert. Und doch zeichnet sich ab, gerade im internationalen Vergleich, dass – so etwa das Bundeswirtschaftsministerium – mehr Aufbruchsstimmung herrschen, gar eine "Neue Gründerzeit" anbrechen müsse.

Hierüber sind sich die Forschung, die Interessenvertretungen von Unternehmen, die Investoren und die Politik tendenziell erstaunlich einig. Und relativ unstrittig ist auch, dass vor allem ein Mentalitätswandel eingeleitet werden müsse, also mehr gesellschaftliche Anerkennung, Förderung und Vermittlung der mit unternehmerischem Denken und Handeln verbundenen Schlüsselkompetenzen erforderlich ist. Gefragt sind weiterhin aufeinander abgestimmte Maßnahmen von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft, wie sie derzeit beispielsweise in Berlin erprobt werden.
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Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht. Autor/-in: Barbara Kamutzki für Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.de

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Barbara Kamutzki

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