Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 1-3/2019)

Ruhrgebiet



Der lange Abschied von der Steinkohle in Deutschland, der bereits mit der Kohlenkrise in den späten 1950er Jahren begonnen hatte, ist vollzogen, die letzte Zeche geschlossen. Kohle und Stahl haben die Region, die erst unter "Rheinisch-Westfälischer Kohlenbezirk", später als "Ruhrgebiet" bekannt wurde, tief greifend geprägt.

Für Regionalstrategien, Wirtschaftsförderung und Lokalpolitik nimmt sich die Verbindung von oft folklorisierter Vergangenheit und viel beschworener Zukunft mitunter zwiespältig aus. Stolz auf die bergmännische Kultur, das Arbeitsethos und den Zusammenhalt unter wie über Tage mischt sich mit Sorge, das Etikett "Kohlenpott" und die fortdauernde Assoziation der Region mit Arbeitslosigkeit, Verschuldung und sozialer Segregation könnte dem durchaus erfolgreichen Aufbruch zu einem Standort für innovative Produkte und Dienstleistungen schaden.

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