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15.2.2019

Editorial

Dieser Passus stammt aus Louise Ottos wohl bekanntester Schrift, der "Adresse eines Mädchens". Mit dieser meldete sich die "Lerche des Völkerfrühlings" in der Revolution von 1848/49 zu Wort und mahnte die Herren Revolutionäre, bei der "Organisation der Arbeit" die Frauen nicht zu vergessen. Vergeblich: Frauenrechte einzufordern, gar in Paulskirchenverfassung und Reichswahlgesetz zu verankern, blieb ihnen fern. 1865, als sich die Fesseln der Restauration gelockert hatten, wurde Louise Otto-Peters Vorsitzende des von ihr in Leipzig mitbegründeten und für die deutsche Frauenbewegung so wichtigen Allgemeinen Deutschen Frauenvereins.

Als Revolutionärin und Gründungsfigur der bürgerlichen Frauenbewegung in Deutschland hat sie Eingang vor allem in die Stadtgeschichtsschreibung Leipzigs und Meißens und das kollektive Gedächtnis der Frauenbewegung gefunden. In diesem Jahr jährt sich ihr Geburtstag zum 200. Mal. Ihr Differenzfeminismus, der – verkürzt dargestellt – davon ausgeht, dass Mann und Frau vom Wesen her grundverschieden, aber gleichwertig sind, wirkt wie aus der Zeit gefallen. Ihre Überzeugung, dass jeder Mensch das gleiche Recht hat, sich in Freiheit zu entfalten und teilzuhaben am gesellschaftlichen und politischen Leben, ist nach wie vor hochaktuell.
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Autor: Anne Seibring für Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.de
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Anne Seibring

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