Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 49/2006)

China



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    China war bis ins 16. Jahrhundert hinein die fortschrittlichste Zivilisation der Welt, ein Land, das über die Meere herrschte und weltweiten Handel trieb. An diese Zeit scheint die Volksrepublik China anknüpfen zu wollen. Die Großmacht ist auf dem Weg zur Supermacht: wirtschaftlich, politisch und militärisch.

    Die von Deng Xiaoping eingeleitete und in den Folgejahren konsequent fortgeführte Reform- und Öffnungspolitik hat zu einem geradezu explodierenden Wirtschaftswachstum geführt. Doch der rasante Aufstieg hat eine Kehrseite. So sind neben enormen Fortschritten schwerwiegende Konsequenzen für die Sozialstruktur des Landes und seine Umwelt nicht zu übersehen. Die Widersprüche sind groß, und sie betreffen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen: freiheitliche Entwicklungen und Ansätze einer Zivilgesellschaft neben dem Beharrungsvermögen der Diktatur, makroökonomische Stabilität neben sozialem Chaos, irrwitziger Reichtum neben bitterster Armut, Entwicklung neben gravierender Umweltverschmutzung und -zerstörung.

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