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13.9.2019

Geschichte und Geschichtsbilder Venezuelas: eine Skizze

Venezuela hat im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern in den vergangenen Jahrzehnten überdurchschnittlich viel Aufmerksamkeit in den europäischen Medien erfahren. Mit dem Amtsantritt des ehemaligen Putschisten Hugo Chávez und der Einführung einer neuen Verfassung 1999 wurde die Bolivarische Republik für manche zur Projektionsfläche von Utopien für einen Sozialismus des 21. Jahrhunderts und für andere zum Rückfall in überwunden geglaubte realsozialistische Zeiten. Will man die neuesten Entwicklungen verstehen, dann muss man sich die Geschichte des Landes vergegenwärtigen, denn die koloniale Vergangenheit und die Unabhängigkeitsrevolution des frühen 19. Jahrhunderts sind Elemente, auf die sich Chávez und sein Nachfolger Nicolás Maduro immer wieder berufen haben, wenn es darum ging, die eigene Herrschaft zu legitimieren und die heterogene Bevölkerung zum Zusammenhalt aufzufordern. Venezuela teilt viele historische Erfahrungen mit den anderen Staaten des Subkontinents, jedoch ergaben sich über die Jahrhunderte hinweg auch Eigenentwicklungen, die die Grundlage für die heutige Situation des Landes bilden.

Autochthone Kulturen und Kolonialzeit



In dem Gebiet des heutigen Venezuela lebten seit Jahrtausenden unterschiedliche Gruppen von Menschen, bevor die Europäer 1498 erstmals die Küste des Landes erreichten. Wildbeuter und Sammlerkulturen spezialisierten sich mit der Zeit. Es entwickelten sich die unterschiedlichen Sprachgruppen der Arawak, der jüngeren Kariben, der Chibcha im Westen und der Tupí-Guaraní im Süden. In den küstennahen Gebieten blieben Fischereikulturen teils mit Pfahlbauten wichtig, die mit ihren Kanus das karibische Meer befuhren und die Inseln besiedelten. Andere Gruppen gingen zum Pflanzenbau über und siedelten sich vor allem in den zentralen Zonen des Landes an. Bis ins 16. Jahrhundert perfektionierten sie den Garten- und Ackerbau mit den auch andernorts in Lateinamerika bekannten Anbauprodukten wie Mais, Bohnen, Kartoffeln und Maniok. Wieder andere passten ihre Lebensweise an die Gebirgs- oder Waldregionen an. Nomadische und sesshafte Kulturen lebten in dem Gebiet Seite an Seite, überlagerten oder verdrängten sich. In der Spätphase hatten sich mit den Kariben und den schon länger in der Region lebenden Arawakgruppen zwei dominante Kulturen herausgeschält. Dabei handelte es sich nicht um einheitliche Gebilde, sondern vielmehr um miteinander rivalisierende und sich bekriegende Clans, wobei auch der rituelle Verzehr von Menschenfleisch eine Rolle spielte. Die Einflüsse der vielfältigen autochthonen Kulturen sollten über die Kolonialzeit hinweg bis in die Gegenwart hinein im täglichen Leben der Venezolaner, ihren Festen, Liedern und Glaubensvorstellungen eine wichtige Rolle spielen.[1]

Als Christoph Kolumbus auf seiner dritten Reise 1498 die Küste des heutigen Venezuela entdeckte, glaubte er dem Garten Eden nahe zu sein, da er den Orinoco für einen der paradiesischen Ströme hielt. Wenig später folgte Alonso de Ojeda seinen Spuren und benannte die Region Venezuela, Klein-Venedig, da ihn die Pfahlbauten an die italienische Stadt erinnerten. 1501 erhielt er den Titel eines Gouverneurs und kehrte zurück, um Menschen zu versklaven und Perlen zu fischen. Allerdings trafen die Spanier auf heftigen Widerstand, weshalb die Eroberung nur schleppend voranging. Die Versklavung und die Massaker rechtfertigten die Europäer mit dem bereits von Kolumbus in Umlauf gebrachten Mythos der menschenfressenden Kariben. Zur Legitimation sollte auch die Mission durch den Dominikanerorden dienen, doch sie scheiterte angesichts der andauernden Sklavenjagden. Kriege und von den Europäern eingeschleppte Krankheiten führten zu einer Entvölkerung der einst dicht besiedelten Länder. Viele indigene Gruppen zogen sich in das von den Spaniern kaum kontrollierte Hinterland zurück. Die Perlenvorkommen waren bald erschöpft. Trotz der Mythen vom El Dorado und anderen sagenhaften Reichtümern sank Venezuela zu einer Peripherie innerhalb der spanischen Kolonialbesitzungen ab. Daran änderte auch das erfolglose Unternehmen der Augsburger Welser, die auch mit Sklaven Handel trieben, von 1528 bis 1556 nichts.[2]

Venezuela blieb noch lange peripher. Die europäische Kolonisierung des Landes erfolgte von den Küstenstädten her und zog sich über mehrere Jahrhunderte hin, denn die weiten Savannen, die Llanos, im Süden und das Hinterland des Orinoco im Osten wurden nur punktuell besiedelt. Von den Anden über die Küstenregion bis hin zum riesigen Hinterland bildeten sich unterschiedliche Identitäten, die auch auf ethnischen Unterschieden basierten. Kriegerische Auseinandersetzungen mit indigenen Gruppen und europäischen Rivalen, die an der kaum gesicherten Küste und über den Orinoco Schmuggel oder Piraterie betrieben, blieben prägend. Die aus Afrika verschleppten Menschen stellten ein wachsendes Bevölkerungselement. Sie mussten auf Kakaoplantagen arbeiten, die neben dem Tabakanbau die Grundlage für eine erste wirtschaftliche Blüte des Landes waren und deren Besitzer, in der Regel Nachfahren spanischer Einwanderer, die städtischen Oberschichten dominierten. Die 1567 gegründete Stadt Caracas stieg im 17. und 18. Jahrhundert zur Hauptstadt des Landes auf. Hier konzentrierte sich die politische und wirtschaftliche Macht, von hier aus entstanden Handelsverbindungen zu den anderen Küstenstädten, zu den Provinzen im Hinterland sowie nach Mexiko, wohin der Kakao exportiert wurde.[3]


Wege zur Unabhängigkeit



Das 18. Jahrhundert brachte eine Vielzahl von Herausforderungen für das spanische Kolonialreich in Amerika. Die zahlreichen Kriege zeigten die Schwächen der Krone, die nach dem Ende der Habsburger Dynastie und dem Wechsel zu den Bourbonen Reformen in Gang setzte. Sie waren dazu gedacht, die Kolonien stärker auf die Interessen Spaniens hin auszurichten. In Venezuela führten die Reformen zu einer stärkeren Zentralisierung und Integration von Handel, Rechtsprechung und Regierung. Caracas wurde zum Sitz eines Generalkapitäns, eines Erzbischofs und eines Appellationsgerichts. Jedoch gingen die Reformen auch mit einer stärkeren Ausbeutung einher, was den Widerstand der Bevölkerung provozierte. Als Spanien gegen Ende des Jahrhunderts durch die Auswirkungen der Französischen Revolution immer tiefer in die Krise geriet, kam es zu ersten Rebellionen, die 1806 in dem gescheiterten Invasionsversuch des ehemals spanischen Offiziers Francisco de Miranda gipfelten. Die erfolgreiche Sklavenrevolution auf Haiti – quasi in der Nachbarschaft – offenbarte ein aus Elitensicht gefährliches Protestpotenzial in einer Gesellschaft, in der die Hautfarbe den Status bestimmte und die "weißen" Europäer und ihre Nachfahren, die Kreolen, die Spitzenpositionen einnahmen, die Schwarzen und Indigenen aber am unteren Ende standen, auch wenn in der Realität die große Bevölkerungsmehrheit der "Mischformen" – die sogenannten Pardos – die rigide Einteilung ad absurdum führten.[4]

Nach der Eroberung der iberischen Halbinsel durch Napoleon wurden in Caracas Stimmen laut, die die Übernahme der Regierungsgewalt anstrebten. Die Hauptstadtelite wollte einerseits Freihandel und andererseits ihren Herrschaftsanspruch im Innern durchsetzen, nicht zuletzt, weil sie soziale Unruhen unter den afroamerikanischen Bevölkerungsteilen fürchtete. Bei der Gründung der Regierungsjunta 1810 bekannten die Beteiligten zunächst noch ihre Treue zu Spanien. Danach setzten sich jedoch radikale Stimmen unter Führung Mirandas durch, die eine Trennung vom Mutterland befürworteten. Am 5. Juli 1811 gründete man die Republik der Vereinigten Provinzen von Venezuela. Viele Regionen und Städte waren jedoch keineswegs bereit, den Vorgaben aus Caracas zu folgen. Stattdessen kam es zum Bürgerkrieg, der ein Jahr später mit der Niederlage der Republikaner endete.

In der Folgezeit stieg mit Simón Bolívar ein junger Kreole zum Anführer der Unabhängigkeitsbewegung auf. Ihm gelang es, durch eine Radikalisierung der Kriegführung 1813 Caracas zurückzuerobern und eine zweite Republik auszurufen, die schnell zu einer Militärdiktatur mutierte. Dies war Ausdruck der Probleme, auf die die Republik stieß und die sich kaum von denen der Vorläuferin unterschieden, denn erneut misslang der Versuch, Venezuela flächendeckend zu erobern. Außerdem nahmen die ethnisch aufgeladenen Bürgerkriege neue Dimensionen an. Schon bald sah sich Bolívar mit José Tomás Boves einem mächtigen Gegner gegenüber. Boves, ein Viehhändler aus den Llanos, hatte 1811 zunächst auf Seiten der Republikaner an den Unabhängigkeitskämpfen teilgenommen, war nach internen Streitigkeiten aber auf die Seite der Royalisten gewechselt. Nach Bolívars Sieg 1813 war er in die Llanos zurückgekehrt, wo er eine schlagkräftige Reitertruppe zusammenstellte. Den Zweifrontenkrieg gegen Boves und die regulären spanischen Truppen konnte Bolívar nicht gewinnen. Ende 1814 war auch die zweite Republik gescheitert, Bolívar musste über das benachbarte Neu-Granada in die Karibik fliehen.

Allerdings war die Unabhängigkeitsbewegung damit nicht beendet, denn Ende 1816 kehrte der libertador ("Befreier") zurück, nachdem ein erster Versuch wenige Monate zuvor gescheitert war und zur Spaltung der antiroyalistischen Kräfte geführt hatte. Die Rückkehr war unter den zahlreichen Caudillos keineswegs unumstritten. Bolívar entschied sich, eine Basis im viehreichen Hinterland zu errichten und zumindest einige Warlords auf seine Seite zu ziehen. Im Juli 1817 gelang ihm die Eroberung der Stadt Angostura am Orinoco, die vorübergehend zur Hauptstadt der dritten Republik wurde. Danach ging Bolívar daran, seine Autorität gegenüber den Caudillos zu stärken. Zugleich war er bemüht, das soziale Fundament der Unabhängigkeitsbewegung zu erweitern, allerdings unter kreolischer Kontrolle und Führung. Seine Verlautbarungen zur Sklavenbefreiung von 1816 zielten in diese Richtung, blieben jedoch zunächst wenig erfolgreich, weil die kreolischen Sklavenhalter wenig Bereitschaft zeigten, dem patriotischen Aufruf Folge zu leisten. Bolívar gelang es, die Llaneros unter ihrem neuen Anführer José Antonio Páez – Boves war im Dezember 1814 bei einer Schlacht gestorben – auf seine Seite zu ziehen. Dennoch blieben die dicht besiedelten und reichen Provinzen im Zentrum und im Westen fest in der Hand der Royalisten.

Als Bolívar 1819 den verfassungsgebenden Kongress von Angostura zusammenrief, auf dem er seine berühmte Rede zur Zukunft des Landes hielt und zum Präsidenten gewählt wurde, kontrollierten seine Truppen nur das Hinterland. Erst über einen verlustreichen Feldzug im Nachbarland Neu-Granada, der durch die später mythisierte Andenüberquerung möglich wurde, konnten auch die venezolanische Küstenregion und Caracas erobert werden. Im Dezember schuf man den Staat Kolumbien. Es war ein Großkolumbien, das als Föderation aus den drei Provinzen Venezuela, Cundinamarca – wie Neu-Granada nun genannt werden sollte – und Quito bestand beziehungsweise bestehen sollte, denn noch längst nicht alle Regionen waren befreit. Hauptstadt wurde Bogotá.[5]

Seit 1821 bemühte Bolívar sich mit seinen kolumbianischen Truppen um die Vernichtung der spanischen Hochburgen in Quito, Peru und Hoch-Peru, bis 1823 gelang den Unabhängigkeitskämpfern die endgültige Vertreibung der Spanier. Damit war Großkolumbien befreit, doch geeint war es keineswegs. Der fehlende Zusammenhalt hatte strukturelle Gründe. Die geografische Gliederung des Landes mit dem andinen Hochgebirge war einer engen Verflechtung abträglich. Kommunikationsverbindungen zwischen den ehemaligen Teilstaaten waren kaum vorhanden. Entsprechend unterschiedlich gestalteten sich auch die Wirtschaftsstrukturen. Die daraus resultierenden divergierenden Interessen konnten durch politische Maßnahmen nicht ausgeglichen werden. Ähnliches galt für die soziale und ethnische Dimension, denn während die zum Staatsziel erklärte Sklavenbefreiung und die – theoretische – Gleichberechtigung der Indigenen in Neu-Granada unproblematisch waren, lösten sie in Venezuela und Quito Widerstände seitens der Oberschichten aus.

Den Venezolanern war die Führungsrolle Bogotás ein Dorn im Auge. Im Mai 1826 riefen die venezolanischen Provinzfürsten in einem putschartigen Akt den Llanero Páez zum politischen Anführer der Region aus. In der Folgezeit spitzte sich der Streit so weit zu, dass Bolívars persönliche Vermittlung notwendig wurde, um die Gefahr eines Bürgerkriegs zu bannen, der durch die Mobilisierung der Unterschichten schnell eine ethnische Dimension annehmen konnte. Die Staatskrise bewegte Bolívar 1828 dazu, diktatorische Vollmachten zu übernehmen. Doch er konnte die zentrifugalen Tendenzen nicht mehr aufhalten. Bereits im November 1829 beschlossen Notabeln unter der Führung von Páez die Loslösung Venezuelas aus dem Staatsverband. Im März 1830 erklärte Bolívar seinen Rücktritt und starb Ende des Jahres frustriert und hoffnungslos. Am 6. Mai 1830 hatte ein verfassungsgebender Kongress Páez zum Präsidenten des unabhängigen Venezuela gewählt. Mit dem Wegfall der spanischen Bedrohung war die Notwendigkeit des Staatenbunds nicht mehr gegeben.[6]


Venezuelas schwierige Staatsbildung



Die Ereignisse der Unabhängigkeitsrevolution wurden von einer ersten Generation von Historikern im Nachhinein zu einem Gründungsmythos verklärt. Demnach hatte sich die bereits seit langem bestehende Nation aus den Ketten der spanischen Stiefmutter befreit, um nun aufzublühen. Damit einher ging eine Heldenverehrung wie etwa für den freigelassenen Sklaven Pedro Camejo, genannt "el negro primero", der den Aufstieg vom Sklaven zum Offizier geschafft hatte und dann den "Heldentod" starb. Er wurde in Volksliedern und auf Hausaltären für die schwarze Bevölkerung geradezu zu einem Volksheiligen stilisiert. Wichtiger noch war aber der Kult für den schon zu Lebzeiten höchst populären Bolívar, den "Befreier". Dass ein Venezolaner in weiten Teilen Südamerikas die Unabhängigkeit erkämpft hatte, erfüllte eine Bevölkerung mit Stolz, die jedoch noch lange nicht vollständig in den neuen Staat integriert war.

El Panteón de los Héroes. Ölgemälde von Arturo Michelena, 1898. Abgebildet ist unter anderem Simón Bolívar (sitzend). (© The Picture Art Collection/Alamy Stock Foto)


Zwar schafften die neuen Machthaber den Sklavenhandel – die Sklaverei selbst blieb zunächst noch bestehen – und den Indigenentribut ab, doch wurden die Latifundien nicht angetastet, denn die meisten Anführer der Patrioten waren selbst Großgrundbesitzer. Durch die Abschaffung des indigenen Gemeinschaftsbesitzes konnten sie ihre Ländereien weiter vergrößern. Viele freigelassene Sklaven und Hilfsarbeiter lebten in Schuldknechtschaft. Auch die wirtschaftliche Ausrichtung Venezuelas auf den Export blieb erhalten und wurde durch den neuen Freihandel vertieft. Zum klassischen Exportgut Kakao waren bereits in der Kolonialzeit Kaffee und Rinderhäute hinzugekommen. Die Nachfrage in Europa stieg beständig, und ausländische Händler machten gute Geschäfte in Venezuela. Sie übernahmen darüber hinaus wichtige Funktionen im Bank- und Transportwesen. Der weitaus größte Teil der Bevölkerung profitierte jedoch nicht davon, sondern lebte weiterhin von der Selbstversorgung. Selbst ein überregionaler Binnenhandel spielte in den ersten Jahrzehnten der Unabhängigkeit noch kaum eine Rolle. Industrien konnten sich vor diesem Hintergrund nicht entwickeln, doch hielten sich Manufakturen und Handwerksbetriebe für den lokalen Bedarf, die unter der Konkurrenz billiger Massenware aus Europa litten.

In politischer Hinsicht stand Venezuela wie viele der jungen lateinamerikanischen Staaten im Bann des Caudillismus: Es erfolgte eine Ruralisierung (Verländlichung) der Macht und eine Militarisierung der politischen Auseinandersetzung. Mit Páez hatten die Eliten, unter denen neben den Militärs weiterhin die alten, Land und Sklaven besitzenden Oberschichten von Caracas den Ton angaben, einen Mann gewählt, der die Sprache des ethnisch gemischten Volks sprach und der es verstand, sich persönliche Gefolgschaft nicht zuletzt unter den Llaneros und Pardos zu sichern. Páez, der selbst aus den Llanos stammte, hatte sich während des Kriegs große Ländereien mit Sklaven und abhängigen Bauern angeeignet. Damit verfügte er nicht nur über das notwendige Ansehen bei den kreolischen Oberschichten, sondern auch über eine Privatarmee, die er im Streitfall gegen konkurrierende Caudillos einsetzen konnte. Dies gab ihm auch die Macht, eine antiklerikale Politik durchzusetzen, um die Macht der Kirche einzuschränken. So erklärte die Regierung die Religionsfreiheit, beanspruchte die Hoheit über das Bildungswesen und wollte sich Teile kirchlichen Besitzes einverleiben. In geschichtspolitischer Hinsicht setzte Páez ebenfalls Maßstäbe, als er 1842 die Überreste Bolívars unter großem Pomp in Caracas beisetzen und 1846 die Stadt Angostura in Ciudad Bolívar umbenennen ließ.[7]

In den Provinzen gab es Widerstand gegen Páez, denn dort war man nicht bereit, die Vorherrschaft von Caracas anzuerkennen. Die separatistischen Aufstände gingen nicht zuletzt von konkurrierenden Hafenstädten wie Maracaibo aus, doch konnten sie niedergeschlagen werden. Bis 1848 sollte Páez der starke Mann im Land bleiben, wenngleich er das Präsidentenamt in dieser Zeit nicht dauerhaft innehatte. Seine Unterstützer organisierten sich zunehmend in parteiähnlichen Strukturen und bildeten die Grundlage der Konservativen Partei. Ihre Widersacher waren die Liberalen. In ihren sozialpolitischen Zielen unterschieden sich die beiden Lager kaum. So unterstützten sie beispielsweise gemeinsam die Verzögerung des Endes der Sklaverei.[8]

Durch eine Verschlechterung der Wirtschaftslage erodierte die Machtbasis von Páez, und es kam zu Aufständen der Unterschichten, worauf das Regime mit der Verfolgung der Liberalen antwortete. Daraufhin kam mit José Tadeo Monagas ein Mann ins Präsidentenamt, der als Marionette des Caudillo galt. Er sollte das Amt im folgenden Jahrzehnt abwechselnd mit seinem Bruder José Gregorio innehaben. Die Brüder emanzipierten sich von Páez, der nach einer militärischen Niederlage ins Exil ging, und näherten sich den Liberalen an. Nach der Niederschlagung von Aufständen föderalistischer Kräfte in den Provinzen Mitte der 1850er Jahre regierten die Monagas das Land wie ihren Privatbesitz und plünderten die Staatskasse zugunsten ihrer Familie und Günstlinge. Die Auslandsverschuldung erhöhte sich und es kam zu Spannungen mit europäischen Mächten, vor allem mit Großbritannien. Immerhin setzte die Regierung mit der endgültigen Aufhebung der Sklaverei 1854 ein wichtiges Signal. Als sich Ende des Jahrzehnts erneut eine Wirtschaftskrise bemerkbar machte, brachten Aufstände, die in den Llanos ihren Ausgang nahmen, das Ende des Regimes. Der darauffolgende Bürgerkrieg, in dem föderale Caudillos aus den Provinzen gegen die Oberschichten der Küstenstädte kämpften und Páez nochmals an die Macht strebte, sollte vier Jahre dauern und das Land an den Rand des Ruins bringen. Mit Ezequiel Zamora, der ein Heer aus "Farbigen" anführte, kamen dabei auch sozialrevolutionäre Elemente zum Tragen.[9]

Letztere konnten sich nicht durchsetzen. Dem Bürgerkrieg folgte eine Ära der Liberalen unter Antonio Guzmán Blanco, der zwischen 1870 und 1888 fast ununterbrochen das Präsidentenamt bekleidete. In der neuen Verfassung von 1864 schrieb man das föderale Prinzip fest und benannte das Land in Vereinigte Staaten von Venezuela um. Ein wirtschaftlicher Aufschwung ergab sich durch die steigende Nachfrage nach Kaffee, Kakao und Rinderhäuten aus Venezuela. Deutsche Händler taten sich dabei besonders hervor. Die Modernisierung des Landes kam in diesen Jahren durch den Ausbau des Straßen-, Eisenbahn- und Telegrafennetzes sowie des Bildungswesens und der Verwaltung voran. Guzmán Blanco, der sich als "aufgeklärter Autokrat"[10] gerierte, gelang es, einen Ausgleich zwischen den föderalistischen Caudillos, als deren Vertreter er an die Macht gelangt war, und dem zentralistischen Anspruch der Hauptstadt, die am meisten von den Modernisierungsprojekten profitierte, herzustellen. Auch den Bolívar-Kult betrieb der Präsident zielstrebig, indem er das Pantheon der Nationalhelden errichten ließ. Die Erfolge von Guzmán Blanco strahlten auch dank der günstigen globalen Konjunktur noch in das Folgejahrzehnt hinein.[11]

Um die Jahrhundertwende taten sich jedoch erneut Probleme auf. Venezuela schlitterte in eine Schuldenkrise, die eng mit dem Verfall der Kaffeepreise zusammenhing und sich auch auf das politische System auswirkte. Das Regime von José Cipriano Castro (1899–1908) war überschattet von Spannungen mit ausländischen Mächten. Diese führten 1902/03 zur sogenannten Venezuelakrise mit weltpolitischen Auswirkungen, da die kurzzeitig auch militärisch geführte Auseinandersetzung zwischen Venezuela und dem Deutschen Reich, Großbritannien und Italien dem auf der "Monroe-Doktrin" basierenden Prinzip US-amerikanischer Außenpolitik, keine europäischen Hegemonieansprüche auf dem amerikanischen Doppelkontinent zu tolerieren, entgegenstand.[12] Auch im Innern gab es Widerstand gegen Castro und heftige Bürgerkriege tobten bis 1903. Erneut stand das Land am Rande des Zerfalls. Dass die Aufstände niedergeschlagen wurden, hatte der Präsident seinem Gefolgsmann und Militärchef Juan Vicente Gómez zu verdanken, der wie Castro aus der andinen Region stammte. 1908 putschte sich Gómez an die Macht.[13]


Transformation durch Erdöl



Der neue Caudillo Venezuelas genoss aufgrund seiner militärischen Erfolge hohes Ansehen und hatte es während des Castro-Regimes zu Reichtum in der Rinderzucht gebracht. Unter Gómez, der bis 1935 herrschen sollte, wurde die Modernisierung des Landes vorangetrieben. Gleichzeitig baute er seine autoritäre Herrschaft aus, ließ Oppositionelle verfolgen und besetzte die wichtigsten Posten mit seinen Anhängern und Verwandten. Wiederholt kam es zu Putschversuchen gegen Gómez, doch konnten diese nicht zuletzt aufgrund der verbesserten Kommunikationswege niedergeschlagen werden. Nach dem Ersten Weltkrieg entstand in den rasch wachsenden Städten eine linke Opposition, die sich auf die Arbeiterschaft stützte. Die entscheidende Transformation erlebte Venezuela aber durch den Export von Erdöl, der in diesem Zeitraum einsetzte. Ausländische Firmen wie Shell und Standard Oil erhielten großzügige Konzessionen und errichteten ihre Enklaven in den Förderregionen oft auf Kosten der Landwirtschaft. Zunehmend verdrängten US-amerikanische Investoren die Briten. Damit einher gingen der Umstieg auf Automobile und der Ausbau des Straßennetzes.[14]

Nach Gómez’ Tod öffnete sich das Herrschaftssystem langsam, und viele der exilierten Oppositionellen konnten wieder ins Land zurückkehrten. Der Ausbau des Gesundheitswesens sowie erste Agrarreformpläne wiesen in die Richtung eines Sozialstaats. Mit der Acción Democrática (AD) unter Rómulo Betancourt und den Kommunisten etablierten sich Oppositionsparteien sowie ein Gewerkschaftsbund. 1945 putschten unzufriedene jüngere Offiziere, und die Anführer der AD bildeten eine Regierungsjunta unter dem Präsidenten Betancourt. Die neue Regierung bemühte sich um die Modernisierung des Landes mit starker antiimperialistischer Rhetorik und unter nationalistischen Vorzeichen, was sich in einer deutlichen Erhöhung der Besteuerung der Erdölunternehmen niederschlug. Außerdem ließ sie Wahlen abhalten, aus denen im Dezember 1947 mit dem AD-Kandidaten Rómulo Gallegos einer der wichtigsten venezolanischen Intellektuellen als Sieger hervorging.[15]

Bereits ein Jahr später verlor Gallegos sein Amt durch einen Putsch von konservativen Militärs, denen der vorsichtige Reformkurs der AD zu weit gegangen war. Als starker Mann kristallisierte sich ab 1950 der junge Oberstleutnant Marcos Pérez Jiménez heraus. Sein Regime profitierte von steigenden Erdölpreisen und trieb den Ausbau der Infrastruktur energisch voran. Prestigeträchtige Großprojekte wie das Wasserkraftwerk Gurí sollten die Erfolge der Regierung unter Beweis stellen. Auch die Agrarwirtschaft im Hinterland wurde nun systematisch gefördert, wovon allerdings in erster Linie die Großbetriebe profitierten. Durch den stramm antikommunistischen Kurs erhielt man sich das Wohlwollen der USA. Die AD-Anhänger ließ Pérez Jiménez verfolgen. Als er seine Amtszeit durch gefälschte Wahlen verlängern wollte, wurde er im Januar 1958 selbst Opfer eines Putsches.[16]

Aus den Fehlern von 1948 lernend, schloss die sozialdemokratische AD, die der radikalen Rhetorik abgeschworen hatte, nun ein Bündnis mit der bereits 1946 entstandenen christdemokratischen COPEI (Comité de Organización Política Electoral Independiente) unter Rafael Caldera sowie der kleineren Unión Republicana Democrática. Dieses Bündnis wurde als Pakt von Punto Fijo bekannt. Darin einigten sich die Beteiligten auf eine Koalitionsregierung. Die demokratischen Massenparteien teilten die Macht, um die "Konsolidierung der demokratischen Prinzipien" zu sichern.[17] Die Kirche, führende Militärs, die Wirtschaftseliten und auch die Arbeiter wurden in das neue System der Parteienherrschaft eingebunden, bei dem erstmals Zivilisten am Ruder saßen. Der Staat übernahm die Aufgabe, die Gewinne aus dem Erdölsektor zu verteilen. Das Militär, das die Politik des Landes so lange bestimmt hatte, zog sich in die Kasernen zurück. Personalistische Elemente blieben als Erbschaft des Caudillismus jedoch erhalten. Mit Betancourt trat der charismatische Parteichef der AD 1958 erneut die Präsidentschaft an. Venezuela avancierte dank der Erdöleinnahmen, die seit Gründung der Organisation Erdöl exportierender Länder 1960 besonders reich sprudelten, zum "Wirtschaftswunderland" Lateinamerikas.[18]

Der puntofijismo funktionierte unter Ausschluss der Linken. Die Kommunisten durften aus Rücksichtnahme auf die USA nicht teilhaben, und es kam zu Protesten, nicht zuletzt seitens der Studenten der Universidad Central de Venezuela, die schon seit den 1920er Jahren politisch aktiv waren. Angesichts der Kubanischen Revolution stieg die Bereitschaft zum Widerstand, und auch innerhalb der AD gab es Kräfte, die sich von Betancourt abwandten und eigene Splitterparteien gründeten. Der Präsident ließ in den Folgejahren Streiks und Proteste von seinem Innenminister Carlos Andrés Pérez brutal niederschlagen. Derweil gründete sich eine Guerilla nach kubanischem Vorbild und lieferte sich blutige Kämpfe mit dem regulären Militär. Die Regierung reagierte mit Agrarreformen und Subventionen für Staatsangestellte und städtische Arbeiter, um den Forderungen der radikalen Linken die Spitze zu nehmen. Als der christdemokratische Caldera 1968 die Präsidentschaftswahl gewann und Betancourts Nachfolger Rafael Leoni ablöste, kam erstmals auf friedlichem Weg die Opposition an die Macht. In den 1970er Jahren gelang es den COPEI-Regierungen, selbst die radikale Linke zumindest teilweise zu integrieren, indem die Kommunistische Partei zugelassen und die Repressionen beendet wurden. Gleichzeitig stiegen die Sozialausgaben, ohne dass damit die Probleme etwa der Armenviertel in den Städten behoben worden wären. Venezuela wurde in dieser Dekade zum Ziel vieler Flüchtlinge, vor allem aus Kolumbien. Nachdem mit Carlos Andrés Pérez 1974 die AD wieder an die Macht gekommen war, wurde das Erdöl nationalisiert, ohne dass es zu Einbrüchen der Staatseinnahmen kam. Venezuela galt in diesem Zeitraum als sprichwörtlich reich, doch ein Großteil der Bevölkerung lebte noch immer in Armut. Das Wachstum des öffentlichen Sektors wurde durch eine stetig zunehmende Auslandsverschuldung erkauft und die Korruption erreichte ungeahnte Ausmaße.[19]

Als ab Mitte der 1980er Jahre die Erdölpreise sanken, spitzte sich die Krise zu, und das Land versank 1989 in der Rezession. Das Austeritätsprogramm, das Carlos Andrés Pérez zu Beginn seiner zweiten Präsidentschaft angesichts des Drucks des Internationalen Währungsfonds verkündete, schürte die sozialen Spannungen, denn die Folgen trafen vor allem die Unterschichten hart. Es kam zu Massenunruhen, Geschäfte wurden geplündert. Die Regierung Pérez ließ den "Caracazo" blutig niederschlagen, wobei zahlreiche Menschen, besonders in den Armenvierteln, zu Tode kamen. Die Ereignisse hatten schwerwiegende Folgen, denn unter jüngeren Offizieren fand eine Politisierung statt, die im Februar 1992 zu einem weiteren Putschversuch führte, der jedoch scheiterte. Dabei kristallisierte sich mit Hugo Chávez Frías ein medienaffiner Anführer heraus, der den aussichtlosen Putsch rechtzeitig wieder abbrach.[20]

Hugo Chávez übernimmt



Doch der bereits 1994 begnadigte Chávez sollte wiederkommen. Nachdem die Konsolidierung des puntofijismo unter Rafael Caldera, der seiner COPEI den Rücken gekehrt hatte und als Unabhängiger auftrat, zwischen 1993 und 1998 gescheitert war, gewann der Oberst die Wahl. Angesichts der kritischen sozialen Lage und der Unfähigkeit der Eliten, einen Ausweg aufzuzeigen, war der Wahlerfolg des linksnationalistischen Außenseiters aus den Llanos mit seiner Bewegung der Fünften Republik (Movimiento Quinta República) nur folgerichtig. Chávez stand auch aufgrund seiner ethnischen Herkunft für die Unterschichten und stilisierte sich als populistischer Antipolitiker, der das korrupte System und seine Eliten zu bekämpfen versprach. Durch sein Medientalent gelang es ihm, eine emotionale Beziehung zum Wahlvolk aufzubauen, als dessen wahrer Vertreter er sich verstand.

Es ist hier nicht der Ort, um tiefer auf die 20-jährige Geschichte des Chavismus beziehungsweise des Post-Chavismus einzugehen. Betont werden muss in diesem Zusammenhang jedoch die Rolle der Geschichtsbilder, die ein wichtiges Element des Erfolgsgeheimnisses darstellen. Zentral war und ist dabei der Bezug auf Bolívar, den "Befreier", dessen Kult in Venezuela tief verankert und selbst in den Armenvierteln weit verbreitet ist. Hinzu kamen weitere Helden, wie der zum ersten Antiimperialisten stilisierte Miranda, der "negro primero", Pedro Camejo, der seit 2015 auf Geldscheinen zu sehen ist und dessen Gebeine ins nationale Pantheon überführt wurden, sowie der "Sozialrevolutionär" Ezequiel Zamora. Über den offiziellen Kult hinaus, der schon vor 1999 von den Regierenden gepflegt wurde, integrierte der Chavismus auch die volksreligiösen Elemente, um die arme Bevölkerungsmehrheit für sich einzunehmen. Die Umbenennung der Institutionen bis hin zur Änderung des Landesnamens in "Bolivarische Republik" zeigte, dass Chávez den Mythos für sich ebenso beanspruchte wie das Land als solches.[21]

Wahlpropaganda in Caracas 2015. Das Graffiti zeigt Hugo Chávez, Simón Bolívar und Nicolás Maduro. (© Federico Parra/AFP/Getty Images)


Dass die Geschichtspolitik nicht ausreicht, das Land zu einen, dass die chavistische Rhetorik und Politik vielmehr dazu geführt haben, das Land stärker zu spalten denn je, ist in den vergangenen Jahren sehr deutlich geworden. Chávez war ein Produkt der venezolanischen Geschichte mit all ihren Widersprüchen zwischen Stadt und Hinterland, Eliten und Unterschichten und dem, was man in Lateinamerika landläufig als Gegensatz von Barbarei und Zivilisation bezeichnet. Sein Projekt war die postmoderne Version des Caudillismus des 19. Jahrhunderts mit den linkspopulistischen Ingredienzen des 20. und den medialen Vermarktungsmechanismen des 21. Jahrhunderts. Dieses Projekt ist, ob man es will oder nicht, noch längst nicht Geschichte.
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Autor: Stefan Rinke für Aus Politik und Zeitgeschichte/bpb.de
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Fußnoten

1.
Vgl. Michael Zeuske, Von Bolívar zu Chávez. Die Geschichte Venezuelas, Zürich 2008, S. 38.
2.
Vgl. Stefan Rinke, Kolumbus und der Tag von Guanahani 1492, Stuttgart 2013, S. 119. Vgl. zur Handelsgesellschaft der Welser Jörg Denzer, Die Konquista der Augsburger Welser-Gesellschaft in Südamerika (1528–1556), München 2005.
3.
Vgl. Antonio Arellano Moreno, Orígenes de la economía venezolana, Caracas 1973, S. 9–28.
4.
Vgl. dazu und im Folgenden Stefan Rinke, Revolutionen in Lateinamerika. Wege in die Unabhängigkeit 1760–1830, München 2010, S. 153–161.
5.
Vgl. dazu und im Folgenden ebd., S. 209–215.
6.
Vgl. dazu und im Folgenden ebd., S. 222ff., S. 243ff.
7.
Vgl. Zeuske (Anm. 1), S. 176.
8.
Vgl. Robert L. Gilmore, Caudillism and Militarism in Venezuela, Athens 1964, S. 121–137.
9.
Vgl. Jacinto Pérez Arcay, La guerra federal, Caracas 1997, S. 105–155.
10.
Zeuske (Anm. 1), S. 282.
11.
Vgl. Elide J. Rivas, Antonio Guzmán Blanco y la realización constitucional de su régimen 1870–1877, Caracas 2010.
12.
Vgl. Stefan Rinke, Zwischen Weltpolitik und Monroe-Doktrin. Botschafter Speck von Sternburg und die deutsch-amerikanischen Beziehungen, 1898–1908, Stuttgart 1992, S. 65–108.
13.
Vgl. Serapio Eduardo Romero Mendoza, General Cipriano Castro (1858–1924), Caracas 2011, S. 55–106.
14.
Vgl. Brian S. McBeth, Juan Vicente Gomez and the Oil Companies in Venezuela, 1908–1935, Cambridge 1983, S. 109–132; Steve Ellner, The Venezuelan Left in the Era of the Popular Front, 1936–1945, in: Journal of Latin American Studies 1/1979, S. 169–184, hier S. 170–175.
15.
Vgl. Steven Schwartzberg, Rómulo Betancourt. From a Communist Anti-Imperialist to a Social Democrat with US Support, in: Journal of Latin American Studies 3/1997, S. 613–665; John D. Martz, Acción Democrática. Evolution of a Modern Political Party in Venezuela, Princeton 1966, S. 49–82; Manuel Caballero, Las crisis de la Venezuela contemporánea (1903–1992), Caracas 1999, S. 77–100.
16.
Vgl. Manuel Caballero, Historia de los venezolanos en el siglo XX, Caracas 2010, S. 173–197.
17.
Pacto de Punto Fijo (Caracas, 31.10.1958), in: Napoleón Franceschi González/Freddy Domínguez (Hrsg.), Antología documental. Fuentes para el estudio de la historia de Venezuela, 1776–2000, Caracas 2012, S. 424 (Übersetzung d. Autors).
18.
Inés Quintero Montiel, El siglo XX. Conquista, construcción y defensa de la democracia, in: Elías Pino Iturrieta (Hrsg.), Historia mínima de Venezuela, Mexiko 2018, S. 172–187.
19.
Vgl. Caballero (Anm. 16), S. 303–309.
20.
Vgl. Quintero (Anm. 18), S. 203–232; Caballero (Anm. 16), S. 141–162.
21.
Vgl. Andreas Boeckh/Patricia Graf, El comandante en su laberinto. El ideario bolivariano de Hugo Chávez, in: Günther Maihold (Hrsg.), Venezuela en retrospectiva. Los pasos hacia el régimen chavista, Frankfurt/M.–Madrid 2007, S. 151–178, http://publications.iai.spk-berlin.de/servlets/MCRFileNodeServlet/Document_derivate_00000103/BIA%20118%20Venezuela%20en%20retrospectiva.pdf;jsessionid=424F5FEB05389A20E9C7C4A104F2D2EC«.

Stefan Rinke

Zur Person

Stefan Rinke

ist Professor für Geschichte am Lateinamerika-Institut und Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin. Er forscht und publiziert unter anderem zur Kolonialgeschichte und Unabhängigkeit Lateinamerikas sowie insbesondere zur historischen Entwicklung der Region aus globalgeschichtlicher Perspektive. rinke@zedat.fu-berlin.de


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