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18.5.2006

Glossar

Hier finden Sie das Glossar zum Dossier "Kontraste - Auf den Spuren einer Diktatur".

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Republikflucht

Während der Existenz der DDR verließen weit über drei Millionen Bürgerinnen und Bürger den SED-Staat, davon 2,7 Millionen bis zum Bau der Mauer 1961. Danach flüchteten bis September 1989 knapp 95.000 Menschen, die meisten von ihnen noch im Herbst und Winter 1961. Ab 1986 nutzten viele sogenannte "Verbleiber" Westreisen zur Flucht. Nur wenigen gelang die Flucht über die Mauer. Etwa tausend Flüchtlinge fanden beim Fluchtversuch den Tod, viele wurden verletzt oder wurden gefasst und kamen ins Gefängnis.

In den 28 Jahren der Mauer saß etwa jeder zweite politische Häftling in der DDR wegen versuchter Republikflucht im Gefängnis. Mit den Botschaftsbesetzungen des Herbstes 1989 und der Öffnung der ungarisch-österreichischen Grenze hob eine Flüchtlingswelle von monatlich an die 25.000 Bürgerinnen und Bürgern der DDR an. Diese "Abstimmung mit den Füßen" trug stark zum politischen Druck auf die SED-Führung bei. Als nach der unfreiwilligen Maueröffnung allein im November 130.000 Menschen die DDR verließen und die Demonstrationen im Lande immer massiver wurden, konnte sich die SED-Führung nicht mehr lange halten.



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