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18.5.2006

Glossar

Hier finden Sie das Glossar zum Dossier "Kontraste - Auf den Spuren einer Diktatur".

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Runder Tisch

Runde Tische entstanden als neue informelle Gremien in der Umbruchszeit der DDR 1989/90 zur Überwindung eines gesellschaftlichen Notstandes. Sie nahmen legislative und exekutive Aufgaben wahr, obgleich sie kein durch demokratische Wahlen legitimiertes Mandat besaßen. An den Runden Tischen saßen gleichberechtigt Teilnehmer aller oppositionellen Kräfte den Vertretern der alten Macht gegenüber.

Am 7. Dezember 1989 wurde der "Zentrale Runde Tisch" etabliert, der bis zum 12. März 1990 die Arbeit der Übergangsregierung unter Modrow stark beeinflusste. Der Zentrale Runde Tisch hatte neben Sitzen der Vertreter der Kirchen und der Regierung 39 Sitze für Vertreter von Parteien und Organisationen. Daneben gab es zahlreiche andere Runde Tische, auf den regionalen Ebenen der Bezirke, Kreise, Städte, aber auch Tische mit Spezialthemen wie Frauen, Medien oder Sport. Die Runden Tische waren damit eine friedliche Selbstorganisation, die einerseits Anarchie und Gewalt verhinderte, andererseits die Grundlage für eine freiheitlich-demokratische Entwicklung schaffen konnte. Vorbild waren die Runden Tische aus Polen.



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