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18.5.2006

Glossar

Hier finden Sie das Glossar zum Dossier "Kontraste - Auf den Spuren einer Diktatur".

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Sozialdemokratische Partei (DDR) (SDP)

Sozialdemokratische Partei in der DDR. Nach der Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED im April 1946 war die SPD in der DDR verboten, lediglich in Ost-Berlin bestand die SPD formell aufgrund des besonderen Status von Berlin bis zum Mauerbau 1961 fort. Anfang 1989 begannen die beiden Pfarrer Markus Meckel und Martin Gutzeit mit Vorbereitungen, eine neue Sozialdemokratische Partei in der DDR zu gründen, womit sie - zumindest symbolisch - der SED ihren Herrschaftsanspruch streitig machen wollten. Im Juli 1989 schrieben sie einen Gründungsaufruf, Ende August trat die Initiativgruppe zur SDP-Gründung an die Öffentlichkeit, am 7. Oktober 1989 kam es bei Berlin zur Gründung der Partei, die sich bewusst SDP nannte, um sich von der SPD abzugrenzen.

Zu den Gründungsmitgliedern gehörten Angelika Barbe, Martin Gutzeit, Markus Meckel, Stephan Hilsberg und Ibrahim Böhme, der zum Geschäftsführer bestellt und später zum Vorsitzenden gewählt wurde. Im März 1990 wurde er als IM des MfS enttarnt und musste zurücktreten. Ende November 1989 hatte die SDP etwa 10.000 Mitglieder, im Februar 1990 etwa 100.000. Am 13. Januar 1990 nannte sich die SDP in SPD um. Bei den Wahlen am 18. März 1990 erhielt sie 21,76 Prozent der Stimmen und trat mit sieben Ministern in die Koalitionsregierung ein. Auf dem Vereinigungsparteitag am 26./27. September 1990 vereinigte sich die SPD-Ost mit der SPD-West.



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