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18.5.2006

Glossar

Hier finden Sie das Glossar zum Dossier "Kontraste - Auf den Spuren einer Diktatur".

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Währungsunion

Nach dem Fall der Mauer im November 1989 verließen jede Woche etwa 15.000 Menschen die DDR. Vor diesem Hintergrund entschloss sich die Regierung der Bundesrepublik zu einer gezielten Beschleunigung des Staatsvertrages. Dieser enthielt neben der Währungs- auch die Wirtschafts- und Sozialunion. Am 18. Mai 1990 wurde der Staatsvertrag unterzeichnet und am 21. Juni 1990 mit großer Mehrheit von Bundestag und Volkskammer bestätigt.

Mit dem Inkrafttreten der Währungsunion wurde die DDR-Mark von der D-Mark als offizielles Zahlungsmittel abgelöst. Bundesrepublik und DDR bildeten fortan ein einheitliches Währungsgebiet. Für alle laufenden Zahlungen (Gehälter, Mieten, Renten) galt das Verhältnis 1:1. Bargeld und Bankguthaben konnten in Abhängigkeit vom Alter der Tauschenden bis zu einer Höhe von 6.000 DDR-Mark im Verhältnis 1:1, darüber hinaus im Verhältnis 2:1 getauscht werden. Alle Schulden – auch die von Betrieben und Gemeinden – wurden 2:1 umgestellt.

Über 180 Milliarden D-Mark wurden den Bürgerinnen und Bürgern sowie der öffentlichen Verwaltung und Unternehmen der DDR am 1. Juli 1990 zur Verfügung gestellt, 3,4 Milliarden D-Mark wurden noch am gleichen Tag bei den Bankfilialen in der DDR abgehoben. Viele Verbraucher kauften zunächst Westprodukte. Dies führte u.a. dazu, dass der Inlandabsatz ostdeutscher Firmen sehr stark zurückging und westdeutsche Firmen zunehmend einheimische Betriebe verdrängten. Mit dem Zerfall der UdSSR brach zudem der Export nach Osten ein. Die bis dato größtenteils staatlich subventionierten volkseigenen Betriebe wurden schlagartig der Konkurrenz des Weltmarktes ausgesetzt.



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