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18.5.2006

Glossar

Hier finden Sie das Glossar zum Dossier "Kontraste - Auf den Spuren einer Diktatur".

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Hauptverwaltung Aufklärung (HVA)

Die Hauptverwaltung Aufklärung war der Auslandsnachrichtendienst des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Ihre Hauptaufgabe war es, die Auslandsspionage der DDR zu organisieren. Leiter der HVA war von 1953 bis 1986 Markus Wolf, ab 1986 Werner Großmann. Die HVA zählte im Oktober 1989 ca. 4.000 hauptamtliche Mitarbeiter.

Die Ziele der operativen Arbeit der HVA bestanden vor allem darin, sogenannte feindliche Stützpunkte und Agenturen in der DDR, anderen sozialistischen Ländern und der kommunistischen Weltbewegung aufzudecken und zu zerschlagen. Darüber hinaus kamen all diejenigen Kräfte ins Visier der HVA, die gegen die kommunistischen Staaten agierten. Es sollten möglichst umfassende Kenntnisse über die wichtigsten sogenannten Feindzentren, über das feindliche Potenzial sowie über Widersprüche im Lager des Feindes erlangt werden, um daraus abgeleitet Schläge gegen diese führen zu können. Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der HVA bestand in der Informationsgewinnung über Wirtschaft, Militär und Politik sowie in der Gegenspionage zu ausländischen Geheimdiensten. Territorial konzentrierte sich die HVA in erster Linie auf die Bundesrepublik und Westberlin und darüber hinaus auf die NATO-Staaten.

Die HVA war eingebunden in die Gesamtaufgaben des MfS. So kooperierte sie auch mit den Abteilungen des MfS, die für die Bekämpfung der Opposition zuständig waren. Während des Auflösungsprozesses des MfS 1989 versuchten ehemalige Mitarbeiter der HVA die Mitglieder der Bürgerkomitees und andere an der Auflösung Beteiligte davon zu überzeugen, dass die HVA ein Geheimdienst wie jeder andere auf der Welt gewesen sei. Der Erfolg ihrer Bemühungen war, dass sich die HVA größtenteils selbst auflösen und damit die Spuren ihrer Jahrzehnte langen Tätigkeit weitgehend verwischen konnte. Die meisten Unterlagen wurden vernichtet bzw. sind derzeit unauffindbar.



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