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18.5.2006

Glossar

Hier finden Sie das Glossar zum Dossier "Kontraste - Auf den Spuren einer Diktatur".

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Ministerium für Staatssicherheit (MfS), Amt für Nationale Sicherheit (AfNS)

Das MfS, auch "Schild und Schwert der Partei" genannt, wurde im November 1950 gegründet, 1989 in AfNS umbenannt und 1990 aufgelöst. An der Spitze stand seit 1957 Erich Mielke als Minister. Die Zentrale des MfS war in 20 Hauptabteilungen und die Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) aufgegliedert. Die Bezirksverwaltungen (BVfS) waren analog strukturiert. Ihnen waren Objektdienststellen in Stadt- und Landkreisen, Betrieben und Behörden unterstellt.

Das flächendeckende Überwachungsnetz des MfS bediente sich der Spitzeldienste von Inoffiziellen Mitarbeitern (IM) und nahm mit großem Aufwand Postkontrollen und Telefonüberwachungen vor. Das MfS verfügte über eigene Untersuchungsgefängnisse und agierte faktisch unkontrolliert in einem rechtsfreien Raum. Neben der Auslandsaufklärung richteten sich die Aktivitäten der Abwehr hauptsächlich gegen Andersdenkende im eigenen Land, gegen so genannte "feindlich-negative" Kräfte. Diese Aufgabenstellung rückte vor allem Bürgerrechtler, kirchliche und Umweltschutz-Gruppen, kritische Künstler, aber auch Ausreisewillige ins Zentrum der Bespitzelung des MfS. Die Aktivitäten des MfS nahmen mit der Zeit immer monströsere Ausmaße an. 1989 arbeiteten für das MfS etwa 85.500 hauptamtliche und 174.200 Inoffizielle Mitarbeiter.



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