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18.5.2006

Glossar

Hier finden Sie das Glossar zum Dossier "Kontraste - Auf den Spuren einer Diktatur".

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Neues Forum

Das Oppositionsbündnis Neues Forum gründete sich im September 1989 in der ehemaligen DDR und wirkte wesentlich am politischen Umbruch mit. Das Neue Forum verstand sich als politische Vereinigung, "die es Menschen aus allen Berufen, Lebenskreisen, Parteien und Gruppen möglich macht, sich an der Diskussion und Bearbeitung lebenswichtiger Gesellschaftsprobleme in diesem Land zu beteiligen" (Gründungsdokument "Demokratischer Aufbruch 89"). Seine Zulassung als politische Gruppierung am 8. November 1989 durch die SED-Führung wurde zum Präzedenzfall.

Die exponierten Gründungsmitglieder des Neuen Forums wurden von der Staatssicherheit massiv überwacht und drangsaliert. Zu den Erstunterzeichnern gehörten unter anderen Bärbel Bohley, Rolf Henrich, Ingrid Köppe, Sebastian Pflugbeil, Jens Reich, Reinhard Schult, Ina Seidel. Das Neue Forum arbeitete basisdemokratisch und bewusst nicht als Partei. Bis Ende 1989 unterzeichneten etwa 200.000 Menschen den Gründungsaufruf des Neuen Forums, feste Mitglieder zählte es ca. 10.000.

Im Vorfeld der Volkskammerwahlen vom 18. März 1990 schloss sich das Neue Forum im Februar 1990 mit den Oppositionsbewegungen "Demokratie Jetzt" (DJ) und "Initiative Frieden und Menschenrechte" (IFM) zum "Bündnis 90" zusammen, das 2,9 Prozent der Stimmen erhielt. Vor der Bundestagswahl im Dezember 1990 ging das Bündnis 90 mit den Grünen (Ost) eine Listenverbindung ein. 1993 vereinigte sich dieses Bündnis mit den Grünen (West) zur Partei Bündnis 90/Die Grünen.



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