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18.5.2006

Glossar

Hier finden Sie das Glossar zum Dossier "Kontraste - Auf den Spuren einer Diktatur".

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Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS)

Die PDS ist offiziell und rechtlich die Nachfolgepartei der SED. Programmatisch tritt sie für einen Sozialismus ein, der die demokratischen Grundregeln respektiert; darüber hinaus nimmt sie speziell die Interessen der Bevölkerung der neuen Bundesländer auf. Auf dem außerordentlichen Parteitag der SED im Dezember 1989 benannte sich die Partei in SED/PDS um. Der neue Name sollte einen Erneuerungs- und Reformprozess dokumentieren. Beim nächsten Parteitag im Februar 1990 wurde die Partei erneut in PDS umbenannt, ohne konsequent mit der Vorgängerpartei zu brechen. Zum Vorsitzenden wurde der Berliner Rechtsanwalt Gregor Gysi gewählt.

Bei den Volkskammerwahlen im März 1990 erhielt die PDS mit ihrem Spitzenkandidaten Hans Modrow 16,3 Prozent der Stimmen. Bei den ersten gesamtdeutschen Wahlen erzielte die PDS 2,4 Prozent der Stimmen (11 Prozent im Osten). Aufgrund einer Ost-West-Sonderregelung zog die PDS mit 17 Abgeordneten ins Parlament ein, obgleich sie die 5-Prozent-Hürde verfehlte. Bei den Bundestagswahlen 1994 erzielte die Partei 4,4 Prozent der Stimmen und erhielt aufgrund von 4 Direktmandaten 30 Abgeordnetensitze im Bundestag.

1998 erhielt die Partei 5,1 Prozent der Stimmen und erhielt 37 Bundestagsmandate. In den Jahren 1998/99 konnte die Partei bei den Landtagswahlen in den Neuen Ländern beträchtlich zulegen und erzielte häufig bessere Ergebnisse als CDU oder SPD. Dies führte dazu, dass sie derzeit (Mai 2006) in Mecklenburg-Vorpommern in der Regierungskoalition mit der SPD regiert. Seit dem 17. Juli 2005 trägt die PDS den Parteinamen "Die Linkspartei" und als Zusatz "PDS". Im Vorfeld der vorgezogenen Bundestagswahlen 2005 hatten sich die PDS und die WASG (Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit) darauf verständigt, langfristig eine bundesweite linke Partei zu bilden. Im 16. Bundestag ist die Fraktion "DIE LINKE" mit derzeit 54 Abgeordneten vertreten.



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