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18.5.2005

Wiederaufbaupläne der Städte

Zwischen Funktionalismus und politischer Inszenierung

Wieso sehen unsere Städte eigentlich so aus, wie sie heute aussehen? Antworten geben die Live-Mitschnitte der bpb-Veranstaltung "60 Jahre Kriegsende – Wiederaufbaupläne der Städte". Hier diskutierten Architekten, Historiker und Soziologen über den Städtebau in BRD und DDR nach 1945.

Wieso sehen unsere Städte eigentlich so aus, wie sie heute aussehen? Noch mitten im Zweiten Weltkrieg, unmittelbar nach den Flächenbombardierungen deutscher Großstädte, enstanden erste Konzepte für den Wiederaufbau. Bis 1958 bestimmten diese die tatsächlichen Planungen in der Bundesrepublik. Doch mit der Gründung zweier deutscher Staaten 1949 kam es auch zur Spaltung der Leitbilder für den Städtebau entlang der deutsch-deutschen Grenze.

Im April 2005 lud die bpb zur Podiumsdiskussion "60 Jahre Kriegsende – Wiederaufbaupläne der Städte" an die Humboldt Universität zu Berlin. Architekten, Architekturhistoriker und Architerktursoziologen debattierten über die verschiedenen Weltanschauungen und Theorien, die den Städtebau in BRD und DDR bestimmten, gingen der Kritik an ihnen nach und zeigten Ansätze der Weiterentwicklung bis heute nach. Hier finden Sie Auszüge der der Diskussion als MP3-Mitschnitt.

Die Audiodateien lassen sich mit der mit jedem Betriebssystem gelieferten Standardsoftware wiedergeben.

Wiederaufbaupläne im Nachkriegsdeutschland

Prof. Dr. Werner Durth



Unter Stadtplanern und Architekten gab es einen breiten Konsens, die Zerstörung als Chance zur Umsetzung längst überfälliger Reformen im Städtebau zu nutzen, meint Werner Durth. In diesem Teil seines Einführungvortrags zeichnet er die Leitlinien des Städtebaus bis in die 50er Jahren nach.

Gleiche Ideen

Prof. Dr. Hartmut Häußermann



In der Anfangszeit waren die Grundideen in Ost und West durchaus gleich, erklärt Hartmut Häußermann: Weg mit dem Chaos, weg mit der Unübersichtlichkeit, radikale Neuordnung der Stadt. Der Funktionalismus galt hüben und drüben als Grundidee der modernen Stadt.

Architektur ist Politik

Prof. Dr. Thomas Topfstedt



Nach 1950 gab es in der DDR ein politisches und ästhetisches Leitbild, dass stark in den Städtebau wirkte: Die Stadt war Kulisse der politischen Selbstdarstellung, Ausdruck der neuen Arbeiter- und Bauernmacht, sagt Thomas Topfstedt.

Die Suche nach einem DDR-Baustil

Dr. Bruno Flierl



Die Stadtplaner und Architekten in der DDR suchten vor allem nach einem adäquaten Ausdrucksmittel für die andere Gesellschaftsform in Deutschland, Dr. Bruno Flierl. Der Sozialismus sollte mittels des Städtebaus inszeniert werden.

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