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8.5.2013

"Meine Trauer werde ich niemals vergessen"

Notizen aus dem Warschauer Ghetto: In den Kriegsjahren 1941 und 1942 schreiben unter anderem die Kinder Beniek Frylingsztajn, Minia Madra und Zanwel Krigman ihre Erlebnisse, Sorgen und Hoffnungen auf. Ihre Aussagen werden als Dokumente des Ringelblum-Archivs in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg gerettet.

Jüdische Waisenhäuser wie auch Suppenküchen versuchten hungernden Kindern im Warschauer Ghetto zu helfen, doch die Hilfe reichte nicht. Das Bild zeigt auch soziale Gegensätze im Ghetto. Diese wollte der Fotograf Ludwig Knobloch, Mitglied der Propagandakompanie, vermutlich festhalten. Im Ghetto gab es eine kleine Oberschicht. Doch die Mehrheit der Bevölkerung hungerte – infolge der Ghettoisierung. (© Bundesarchiv, Bild 101I-134-0782-13, Foto: Knobloch, Ludwig / vermutlich Mai 1941)

Die folgenden drei Aufsätze sind dem Buch "Die zweite Etappe ist der Tod. NS-Ausrottungspolitik gegen die polnischen Juden, gesehen mit den Augen der Opfer" aus dem Jahr 1993 entnommen. Verfasst von der polnischen Historikerin Ruta Sakowska. Publikation der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz.

"Was hat sich bei uns in den Kriegsjahren verändert?", so lautete der Titel einer Umfrage, die das Ringelblum-Archiv (weitere Informationen bietet der Hintergrund "Das Ringelblum-Archiv" im September 1941 unter Schulkindern durchführte. Um vergleichbare Aussagen dokumentieren zu können, wurde den Kindern eine Reihe von gleichlautenden Fragen gestellt. Als Beispiele finden Sie die Aufsätze von Beniek Frylingsztajn und Minia Madra, Schülern einer Lerngruppe im Tagesinternat in der Nowolipki-Straße 25. Diese Klasse gehörte zum geheimen Unterrichtswesen im Warschauer Ghetto.[1]

Aufsatz des Schülers Beniek Frylingsztajn

Vor zwei Jahren, schon bevor der Krieg ausbrach, wohnte ich mit meinen Eltern und Geschwistern in Warschau. Mein Vater klebte Tüten, und er verdiente zwar nicht viel, aber Hunger kannten wir nicht, und es ging uns sehr gut. Als ich größer war, gaben mich die Eitern zur Schule, wo ich sehr gut lernte und gute Noten erhielt.

Kurz vor Kriegsausbruch, im August, fuhr ich nach Jarosław in die Sommerkolonie, wo ich bis zum 18. September blieb. Als ich aus der Kolonie zurückkam, war schon Krieg. Die Kampfhandlungen endeten mit der Belagerung Warschaus und dem Einrücken der deutschen Truppen in die Hauptstadt. Warschau hat aus diesem Grund sehr gelitten, weil sehr viele Menschen getötet wurden, es gab viele Verwundete, und sehr viele Leute hatten kein Dach über dem Kopf mehr. In unser Haus fiel eine Bombe und zerstörte die ganze Wohnung. Meine Mutter und meine kleine Schwester entgingen wie durch ein Wunder dem Tod, weil mein Vater und mein Bruder eine Stunde vorher in die Wohnung gingen, um sie zu wecken und nach unten zu bringen, denn die Geschosse fielen ohne Pause, und es war Nacht.

Nach der Besetzung Warschaus durch die Deutschen fing mein Vater an, mit Süßigkeiten zu handeln, er klebte Tüten, und meine Brüder, der eine ist 18, und der andere 21 Jahre alt, gingen auf die [deutschen] "Dienststellen" arbeiten und es ging uns leidlich. Aber als der jüdische Wohnbezirk gebildet wurde[2] (weitere Informationen bietet der Hintergrundtext zum Warschauer Ghetto), hörten meine Brüder auf zu arbeiten. Mein Vater verlor seine Kräfte und konnte nicht mehr arbeiten. Im Winter, als dann der Frost allmählich stärker wurde, konnte er noch mit letzten Kräften arbeiten, aber der Hunger tat das Seine, der Vater war aufgedunsen und lag im Bett, und er konnte nicht mehr aufstehen. Mein Bruder konnte nichts verdienen, er meldete sich für ein Lager und fuhr weg, und heute ist er in der Provinz. Einige Wochen nachdem mein Bruder weggefahren war, starb Mutter, die kränklich und vom Hunger entkräftet war, und ließ in unseren Herzen Kummer und Trauer zurück. Wir hatten uns von dem Schmerz noch nicht erholt, als sechs Tage danach, am Samstag früh, mein Vater das Bewußtsein verlor und einige Stunden später sein Leben beendete. So trafen uns zwei Schläge in einer Woche. Schläge, wie sie keinen Menschen auf der Welt schwerer treffen können, und die Trauer und der Schmerz um meine Eltern steckt bis heute in meinem Herz. Ich glaube, daß ich mich nicht so schnell von diesem Kummer erhole und daß ich ganz sicher keinen größeren Kummer im Leben haben werde.

Einige Wochen nach dem Tod der Eltern unternahm das Hauskomitee Bemühungen, uns, das heißt mich und meine Schwester, in einem Heim unterzubringen, und zwar mit gutem Erfolg, denn einige Tage später wurden wir in dem Tagesinternat untergebracht, in das meine Schwester und ich bis jetzt gehen, und ich bin deswegen sehr zufrieden, denn es gibt hier mehrmals am Tag etwas zu essen. Hier sind auch Erzieherinnen, die für uns Unterricht halten, und die Frau Leiterin ist auch Erzieherin der Gruppe, in der ich bin und alle älteren Kinder. Aber ich glaube, wenn auf der Welt Ruhe und Frieden herrschen, und wenn jeder von uns zu seinen normalen Beschäftigungen wie vor dem Krieg zurückkehrt, jeder zu seinem Ziel, das er sich ausgesucht hat, dann werden wir den Erzieherinnen, und besonders der Frau Leiterin, für ihre Mühe und Sorge danken können, daß wir diese böse Zeit überstanden haben.

AŹIH: Ring I, Nr. 39. Handschriftliche Abschrift im Archiv des Ghettos.

aus: Ruta Sakowska, "Die zweite Etappe ist der Tod. NS-Ausrottungspolitik gegen die polnischen Juden, gesehen mit den Augen der Opfer", Publikation der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz, 1993, Seite 138-139.

Aufsatz der Schülerin Minia Mądra

Vor dem Krieg wohnten wir in Lipno[3] in der ulica Gdańska 16. Es ging uns sehr gut. Ich ging in die Grundschule.

Am 1. September 1939 brach der Krieg aus. Bis zum 23. September wohnten wir noch in unserer Wohnung; am 23. September wurden wir aus unserer Wohnung gejagt und auf den Platz getrieben. Der Landrat des Kreises Lipno rief alle Männer auf den Platz und führte eine Durchsuchung durch. Denen, die Geld bei sich hatten, wurde es weggenommen. Es wurde der Befehl gegeben, daß alle Juden die Stadt verlassen müssen. Viele Menschen fuhren nach Plonsk, aber die Mehrzahl fuhr nach Warschau, darunter auch wir.

Die Einwohner von Warschau nahmen uns schlecht auf. Drei Nächte irrten wir durch die Straßen, bis man uns sagte, wir sollten zur Dzielna-Straße gehen, wo ein "Punkt"[4] für Flüchtlinge war. Weil Vater und Mutter arbeiteten, war es noch nicht so schlecht. Der Bruder schickte uns aus Rußland Pakete. Vater bekam wieder Arbeit und verdiente beim Scheibeneinsetzen. Mama ging saubermachen und waschen. Vater hatte bald keine Kraft mehr und konnte nicht mehr arbeiten, also haben wir sehr viele Sachen verkauft. Mama hat sich überarbeitet und wurde krank, und niemand von uns hat mehr verdient. Wir wollten unsere geliebte Mutter retten. Wir verkauften unsere letzten Sachen und blieben ohne Kleidung und ohne Schuhe. Eines Tages ging meine ältere Schwester ans Bett und wollte Mama etwas zu essen geben, aber Mutter konnte nicht einmal mehr etwas herunterschlucken. Als wir Kinder das sahen, fingen wir an zu schreien und zu weinen. Aber das half nicht mehr. So wurden meine Schwester und ich Waisen.

In der Nowolipki-Straße 76 saßen wir vier Wochen lang in Trauer. Nichts wollten wir mehr machen, und wir fingen an, alles zu vernachlässigen. Als das meine Tanten sahen, bemühten sie sich, daß wir zu ihnen in die Elektoralna-Straße 5 ziehen konnten. Nach dem Umzug von der Nowolipki-Straße in die Elektoralna-Straße ging es uns nicht schlecht, denn wir bekamen kostenfreie Mittagessen und jede ein Stück Brot. Nach diesem Unglück gelang es ihnen, mich in dem Tagesinternat unterzubringen, wo ich viermal am Tag Mahlzeiten bekomme. Aber meine Trauer werde ich niemals im Leben vergessen.

AŹIH: Ring I, Nr. 39. Handschriftliche Abschrift im Archiv des Ghettos.

aus: Ruta Sakowska, "Die zweite Etappe ist der Tod. NS-Ausrottungspolitik gegen die polnischen Juden, gesehen mit den Augen der Opfer", Publikation der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz, 1993, Seite 139-140.

"Wie es unserer Familie erging" umfasst zwei Berichte von Waisenkindern aus dem Heim in der Śliska-Straße 12, Sie finden hier den Bericht von Zanwel Krigman. Aufgezeichnet während einer Befragung unter Kindern über das Schicksal jüdischer Familien in den Jahren von Krieg und Okkupation, durchgeführt von Mitgliedern des Untergrundarchivs im Warschauer Ghetto, zwischen April und Juli 1942.

Bericht von Zanwel Krigman

Zanwel Krigman, geboren 30. Juni 1929 in Piaseczno, Sohn von Szlojme und Hudesa, geborene Fagol. Vater: Friseur (eigener Betrieb). Wohnten in einem Zimmer. Geschwister: zwei Brüder und eine Schwester. Der Vater starb im September 1939 an Tuberkulose.

Aus Piaseczno wurden wir im Februar 1941 vertrieben.[5] Am Dienstag abend kamen die Polizisten ins Haus, sie gaben uns Karten und befahlen uns, am anderen Tag um acht Uhr früh mit dem Gepäck vor den Magistrat zu kommen.

Am anderen Tag um acht Uhr packten sie uns in Autobusse und brachten uns nach Warschau, in den "Punkt" Bagno-Straße 1. Mutter wußte sich nicht zu helfen, sie starb im März 1942 vor Hunger, der kleine Bruder starb schon im April 1941, die Schwester im Februar 1942, der andere Bruder im März 1942. Jetzt habe ich niemanden mehr, alle sind verhungert.

Bis Mitte 1941 war es noch einigermaßen erträglich, ich fuhr mit der Bahn nach Piaseczno und schmuggelte von dort Kartoffeln, rote Rüben und Geld, alle "Gojim"[6] dort kannten mich und gaben mir etwas. Alle behandelten mich dort gut, sogar die Polizisten. Als sie anfingen zu schießen und als die Todesstrafe drohte[7], fuhr ich nicht mehr dorthin. Aber schließlich hatte ich im Winter nichts mehr zum Anziehen.

Traurige Erlebnisse. Einmal schnappte mich ein Gendarm oder ein Junak[8], sie schickten mich zur Straße des 6. August[9] und von da aus in das Ghetto. Einmal wollte mir ein Gendarm den Proviant wegnehmen und fragte mich, was ich vorziehe: 30 Schläge oder das Geschmuggelte hergeben. Ich antwortete, die 30 Schläge – er ließ mich frei.

Ich kümmerte mich um meine Mutter. Wenn ich nicht gewesen wäre, dann wäre sie noch früher gestorben. Zu Beginn des Krieges flohen wir mit Papa in Richtung Lublin. Die Deutschen schnappten uns und setzten uns gefangen, drei Tage lang hungerten wir, dann ließen sie uns los.

Und dieser Hunger in Warschau, und der Übergang auf die "andere Seite", immer diese Schüsse, die Junaken, die Deutschen, Angst gab es genug. Einmal schnappten mich polnische Polizisten, sie nahmen mich in eine Schenke mit und machten mich betrunken. Die ganze Nacht durch schlief ich.

Die angenehmsten Erlebnisse. Als ich "nicht verbrannte" Ware von der anderen Seite brachte. Vor dem Krieg war es angenehm, mit unserem Wirt in den Wald zu fahren. Die Fahrten mit Papa nach Warschau waren auch sehr schön.

Was ist Krieg? Das Schlimmste, dann kommt das ganze Volk ins Elend. Die einen haben Nutzen vom Krieg, und die anderen sterben. Wenn der Alte noch lebte, dann gäbe es keinen Krieg. Er hätte dem Deutschen gegeben, was er haben wollte, und es nicht zum Krieg kommen lassen.

Welche Pläne? Welche Pläne kann man jetzt haben? Die Zeit wird schließlich zeigen, was ich machen kann.

AŻIH: Ring I, Nr. 44. Handschriftliche Abschrift im Archiv des Ghettos.

aus: Ruta Sakowska, "Die zweite Etappe ist der Tod. NS-Ausrottungspolitik gegen die polnischen Juden, gesehen mit den Augen der Opfer", Publikation der Gedenkstätte Haus der Wannsee-Konferenz, 1993, Seite 197-198.

Fußnoten

1.
Die jüdischen Grundschulen in Warschau wurden von den Besatzungsbehörden im Dezember 1939 geschlossen. Erst im Oktober 1941 erteilten diese nach einer zweijährigen Unterbrechung die Genehmigung, im Warschauer Ghetto Schulen zu eröffnen. Zum Abschluß des Schuljahres 1941/42, des ersten und einzigen Schuljahres im Warschauer Ghetto, bestanden dort 19 Schulen. Nur 6.700 Kinder, also etwa 13 Prozent aller Kinder im schulpflichtigen Alter, nahmen am Schulunterricht teil. Ende 1940 wurden im Ghetto geheime Lerngruppen auf Grundschulniveau organisiert. Der Koordinierungsrat der in der Vorkriegszeit bestehenden Schulorganisationen der unterschiedlichen politischen Richtungen, die im Ghetto unter dem Dach der Schulpatronate tätig waren, begann, in den Kinderbetreuungseinrichtungen Geheimunterricht zu organisieren. Es gab folgende Schulorganisationen: Die Zentrale Jüdische Schulorganisation CISzO, die vom Bund und der linken Poale Zion dominiert war, unterhielt weltliche Schulen mit jiddischer Unterrichtssprache in einem sozialistischen Geist; der Tarbut, der der Partei der Allgemeinen Zionisten nahestand, betrieb weltliche Schulen mit hebräischer Unterrichtssprache; der Organisation Jawne, die der Partei der religiösen Zionisten Misrachi nahestand, unterstanden religiöse Schulen mit hebräischer Unterrichtssprache; der Szulkult, angelehnt an die Rechte Poale Zion, förderte weltliche zweisprachig hebräisch-jiddische Schulen; die Schulorganisation der orthodoxen Partei Agudas Jisroel unterhielt religiöse Schulen mit jiddischer Unterrichtssprache, Chorew für Jungen und Bet Jakow für Mädchen. An dem Geheimunterricht beteiligte sich auch das Patronat der Lehrer der früheren öffentlichen Schulen, also der Allgemeinen Schulen für Kinder mosaischen Bekenntnisses. Die Aktion wurde von der Koordinierungsgruppe der Führer der politischen Parteien im Ghetto geleitet. Die geheimen Lerngruppen bestanden auch nach der Eröffnung der zugelassenen Schulen weiter. (Vgl. im einzelnen: Ruta Sakowska, 0 szkolnictwie i tajnym nauczaniu w getcie warszawskim [Das Schulwesen und der Geheimunterricht im Warschauer Ghetto], in: Biuletyn ŻIH, 1965, Nr. 55, S. 57-84.)
2.
Das Ghetto in Warschau wurde am 16. November 1940 von der übrigen Stadt abgeriegelt.
3.
Die Kreisstadt Lipno gehörte nach der Verwaltungsgliederung der Besatzungszeit zum Gau Danzig-Westpreußen, Regierungsbezirk Marienwerder (Kwidzyń) (vgl. Czesław Łuczak, Polityka ludnościowa i ekonomiczna hitlerowskich Niemiec w okupowanym Polsce [Die Bevölkerungs- und Wirtschaftspolitik Hitlerdeutschlands im besetzten Polen], Poznań 1979, S. 12 f.). Die Juden mußten Lipno bis zum 21. November 1939 verlassen.
4.
"Punkt": Massenunterkunft für Umsiedler.
5.
Die Juden aus dem Westteil des Distrikts Warschau, darunter auch die Juden aus Piaseczno, wurden zwischen Januar und April 1941 in das Warschauer Ghetto deportiert (Tatiana Brustin-Berenstein, Deportacje i zagłada skupisk żydowskich w dystrykcie warszawskim [Deportation und Vernichtung der jüdischen Gemeinden im Distrikt Warschau], in: Biuletyn ŻIH, 1952, S. 106 f., Tabelle IIa).
6.
Gojim: Nichtjuden.
7.
Im Zusammenhang mit der großen Zahl von Juden, die aus dem Warschauer Ghetto flohen, verstärkt ab April 1941, gab der Gouverneur des Distrikts Warschau, Ludwig Fischer, am 17.VI.1941 die Anordnung "Über die Beschränkung des Aufenthaltsorts von Juden" heraus, mit der Juden verboten wurde, sich im Westteil des Distrikts aufzuhalten und den zugewiesenen Wohnbezirk zu verlassen. Polen wurden für Hilfeleistung für wandernde Juden strenge Strafen angedroht. Es wurde angeordnet, Juden an die Polizei zu übergeben (Tatiana Berenstein, Żydzi warszawscy w hitlerowskich obozach pracy przymusowej [Die Warschauer Juden in den deutschen Zwangsarbeitslagern], in: Biuletyn ŻIH, 1968, S. 62).
8.
Junak, Junacy: gebräuchliche Bezeichnung für die Arbeiter, die von der Besatzungsmacht zum Baudienst im Generalgouvernement eingezogen wurden. (Cz. Łuczak, Polityka ludnościowa i ekonomiczna hitlerowskich Niemiec w okupowanym Polsce [Die Bevölkerungs- und Wirtschaftspolitik Hitlerdeutschlands im besetzten Polen], Poznań 1979, S. 491). Die Besatzungsmacht setzte den Baudienst auch als Hilfspolizei ein (vgl. Tagebuch von L. Carnobroda, in: Archiwum Ringelbluma. Getto warszawskie, lipiec 1942 – styczeń 1943 [Das Ringelblum-Archiv. Warschauer Ghetto Juli 1942 - Januar 1943], bearbeitet von Ruta Sakowska, Warschau 1980, Dokument 55, S. 119; Janusz Korczak, Pisma wybrane [Ausgewählte Schriften], ausgewählt und eingeleitet von A. Lewin, bearbeitet unter der Leitung von A. Lewin von I. Olecka, M. Fałkowska, M. Kopczyńska, Bd. IV, Warschau 1979, Bd. IV, Tagebuch, Eintrag vom 1. VIII. 1942).
9.
In der ulica 6. Sierpnia (Straße des 6. August) befand sich während der Okkupation das Kommando der "blauen" Polizei für den Kreis Warschau (M. Getter, Policja granatowa w Warszawie 1939-1944 [Die Blaue Polizei in Warschau 1939-1944], in: Warszawa lat wojny i okupacji 1939-1944 [Warschau in den Jahren des Krieges und der Besatzung 1939-1944], Heft 2, Warschau 1972, S. 214 (=Studia Warszawskie Instytutu Historii PAN, Bd. X). Zur "blauen" Polizei vgl. Adam Hempel, Pogrobowcy klęski. Rzecz o policji "granatowej" w Generalnym Gubernatorstwie 1939-1945 [Die Nachzügler der Niederlage. Die "blaue" Polizei im Generalgouvernement 1939-1945], Warschau 1990.

Zeitzeugen – Dokumente aus dem Ringelblum-Archiv

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