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Deutsch-deutscher Literaturaustausch

1986 erklärte der russische Schriftsteller Andrej Wosnessenski, "die Schriftsteller seien das Gewissen der Nation". Unabhängig davon, ob deutsche Schriftsteller in Ost und West diesem Anspruch tatsächlich Genüge taten (oder ihn überhaupt an sich stellten), ist nicht zu übersehen, dass der Austausch zwischen Schriftstellern aus der Bundesrepublik und aus der DDR aufmerksam in Ost und West verfolgt wurde, dass der Austausch von Literatur über die innerdeutsche Grenze hinweg – so beschränkt er stattfinden konnte – tatsächlich dazu beizutragen vermochte, das "Bewusstsein für die Einheit der Nation" (Helmut Kohl) wachzuhalten. Insofern schuf der Literaturbetrieb hie und da durchaus ein "Loch in der Mauer".
Unter diesem Titel hat im vergangenen Jahr, anlässlich des 50. Jahrestages des Mauerbaus, eine Tagung in Leipzig stattgefunden, die anhand des Literaturaustausches zwischen den beiden deutschen Staaten zeigen konnte, "dass es mehr 'Löcher in der Mauer' gab, als angenommen" – so Michael Westdickenberg in seinem Konferenzbericht. Beiträge der Leipziger Tagung bilden den Schwerpunkt dieser Ausgabe.

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