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counter 29.11.2012

Medizinische Hochschulbauten als Prestigeobjekt der SED

Das Klinikum Halle-Kröllwitz

Die DDR brüstete sich häufig mit einem kostenlosen, gut ausgestatten Gesundheitswesen. Trotz großer Investitionen in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen, entstanden bis Mitte der 1960er-Jahre kaum neue medizinische Hochschulbauten. Die "baulich kompakte Lösung", wie sie schließlich beim Universitätsklinikum Halle-Kröllwitz umgesetzt wurde, hatte in der DDR richtungweisenden Modellcharakter.

Über den Stellenwert der Universitätskliniken im deutschen Gesundheitssystem schrieb der ehemalige Leipziger Stadtbaudirektor Hubert Ritter in seinem Standardwerk zum Krankenhausbau Mitte der 1950er-Jahre: "Wenn sie auch hinsichtlich ihrer Bettenzahl dabei keinen ausschlaggebenden Faktor bilden, so stellen sie doch in der Qualität ihrer Ärzte und des Pflegepersonals, im Bau und in der Einrichtung der Anstaltsgebäude meist eine Spitze dar, wie sie bei den anderen Krankenanstalten nicht immer in gleichem Maße erreicht wird. Die Universitätskliniken bilden sozusagen die Bekrönung des auf breiter Basis ruhenden Gebäudes der deutschen Gesundheitspflege. Von hier aus durchdringt die ärztliche Wissenschaft alle Arbeiten am Kranken, von hier aus gehen die jungen Ärzte gerüstet an ihre Aufgaben an der leidenden Menschheit, hier werden die Kenntnisse und Erfahrungen aus den Krankenanstalten ganz Deutschlands und darüber hinaus gesammelt und gesichtet, hierher werden die schwierigsten Krankheitsfälle zur Diagnose und Heilung gebracht."[1]

Ein für die Bürger kostenloses, gut ausgestattetes Gesundheitswesen war ein Pfund, mit dem die DDR im Systemwettstreit mit der Bundesrepublik Deutschland gerne wucherte. Seit der Staatsgründung 1949 investierte die DDR-Regierung große Summen in den Ausbau staatlicher Gesundheits- und Sozialeinrichtungen.[2] Von diesen Investitionen profitierten die Universitätskliniken nur teilweise. Trotz des hohen Zerstörungsgrades im Zweiten Weltkrieg an einigen Standorten, wie den Universitäten Berlin, Jena und Leipzig, waren in den 1950er-Jahren nur vereinzelt hochschulmedizinische Kliniken neu gebaut worden. Den Bau moderner Universitätskliniken in Westdeutschland im Blick setzten sich in der DDR seit Mitte der 1960er-Jahre allerdings Überlegungen durch, den Investitionsstau im Bereich des medizinischen Hochschulbaus aufzulösen. Dazu wurde an der Technischen Universität Dresden das Institut für Hoch- und Fachschulbau mit seinem Arbeitsbereich "Medizinischer Hochschulbau" gegründet, das in den folgenden Jahren die Federführung bei der Projektierung von Hochschuleinrichtungen übernahm.[3]

Aus der Fülle der einzelnen Projekte im medizinischen Hochschulbau sollen in diesem Beitrag die Planungen für das Universitätsklinikum Halle-Kröllwitz näher vorgestellt werden. Dabei handelt es sich um den einzigen ernsthaft unternommenen Versuch, die gesamten theoretischen Institute und Fachkliniken einer medizinischen Fakultät an einen neuen Standort zu verlagern. In einem ersten Teil wird zunächst die Geschichte des Universitätsklinikums Halle dargestellt. Welche Intentionen die SED mit dem Bau eines neuen Universitätsklinikums verfolgte, steht im Mittelpunkt des folgenden Abschnitts. In einem dritten Teil wird nach der Einordnung der Planungen für das Klinikum Halle-Kröllwitz in den Krankenhausbau der DDR gefragt. Abschließend wird resümiert, welche Innovationen vom Klinikum Halle-Kröllwitz für den medizinischen Hochschulbau in der DDR ausgingen.

Zur Geschichte des hallischen Universitätsklinikums



Ein erstes "medizinisch-klinisches Gebäude" erhielt die Medizinische Fakultät der Vereinigten Friedrichs-Universität Halle-Wittenberg[4] mit der Klinik am Domplatz. Diese medizinische Hochschuleinrichtung wurde als ein mehrgeschossiges Korridorgebäude mit Krankenzimmern für zehn bis 14 Patienten von Johann Justus Peter Schulze in den Jahren 1839/40 konzipiert und ausgeführt.[5] Die dynamische Entwicklung der Naturwissenschaften und der Medizin führte im Verlauf des 19. Jahrhunderts zu neuen Erkenntnissen in der Diagnostik, Therapie und Krankenpflege. Damit einher ging auch eine Spezialisierung der Medizin in neue Disziplinen wie etwa die Kinder- oder die Augen- und Ohrenheilkunde, deren Vertreter mit zunehmendem Standesbewusstsein ein eigenes Klinikgebäude für ihr jeweiliges Fach forderten. Seit den 1870er-Jahren bemühte sich die hallische Universität, die Raumnot der theoretischen medizinischen Institute zu lindern und zugleich die gewachsenen Ansprüche der Kliniker zu befriedigen. Mit dem Kauf eines im Osten der Stadt Halle (Saale) gelegenen ca. acht Hektar großen Geländes an der Maillenbreite (heute: Magdeburger Straße) waren die Voraussetzungen für den Bau einer medizinischen Lehranstalt geschaffen, die für die Institute und Kliniken der Medizinischen Fakultät ausreichend Platz bot.[6]

Holzschnitt um 1882 (© Angela Dolgner, Die Bauten der Universität Halle im 19. Jahrhundert, Halle 1996, S. 157)

Innerhalb eines Jahrzehnts, von 1874 bis 1884, entstand unter der Ägide des preußischen Architekten Ludwig von Tiedemann "eine der damals größten und leistungsfähigsten Krankenhausanlagen" im Deutschen Reich.[7] In rascher Folge wurden die Gebäude für die Chirurgische, die Medizinische, die Frauen- und die Augen- und Ohren-Klinik sowie für das Anatomische, Physiologische und Pathologische Institut errichtet. Des Weiteren gehörten eine Kapelle, ein Verwaltungs- und Wirtschaftsgebäude, ein Kesselhaus sowie eine Isolierbaracke zum Gebäudekomplex. Als eine "Gartenstadt" konzipiert, vereinigte Tiedemanns Entwurf bauliche Elemente des für den damaligen Krankenhausbau üblichen Korridorsystems mit dem neu aufkommenden Pavillonstil. So bestand der Baukörper der Chirurgischen Klinik aus einem zweigeschossigen Korridorgebäude mit vier angeschlossenen Pavillons. Die großzügigen Parkanlagen zwischen den Kliniken und Instituten, die teils den französisch-regelmäßigen teils den englisch-landschaftlichen Gartenstil aufnahmen, wurden in den folgenden Jahrzehnten überbaut, so dass bereits 1930 der ursprüngliche Charakter der Anlage weitgehend verloren gegangen war.[8]

In den 1930er-Jahren galt das Gelände des Universitätsklinikums als baulich ausgeschöpft, sodass erste Überlegungen laut wurden, den Standort an der Magdeburger Straße aufzugeben und die gesamte Medizinische Fakultät auf ein der Universität gehörendes Gelände in der Dölauer Heide (Gemarkung Kröllwitz) zu verlagern. Das sogenannte "Heideprojekt" kam aber, bedingt durch die Pläne einer drohenden Schließung der hallischen Universität und den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, nicht über das Stadium erster Vorplanungen hinaus.[9] Im Gegensatz zu vielen anderen Hochschulstandorten blieb die Martin-Luther-Universität Halle von schweren Kriegsschäden weitgehend verschont. Die Klinik- und Institutsgebäude galten zwar als veraltet und sanierungsbedürftig, die bauliche Substanz war jedoch noch soweit intakt, dass die medizinische Versorgung der Bevölkerung in den ersten Nachkriegsjahren gewährleistet werden konnte.

Das Problem des Platzmangels blieb dennoch akut. Unmittelbar nach der Gründung der DDR versuchte die hallische Universität, bei dem zuständigen Staatssekretariat einen Fürsprecher für das "Heideprojekt" zu finden. Tatsächlich stellte das Staatssekretariat für das Hoch- und Fachschulwesen den Bau eines naturwissenschaftlichen Campus in Aussicht, in dessen unmittelbarer Nachbarschaft auch die Einrichtungen der Medizinischen Fakultät angesiedelt werden sollte. Die Klinik- und Institutsdirektoren der Medizin wurden aufgefordert, umfangreiche Raumpläne zu erstellen, auf deren Grundlage ein neues Universitätsklinikum entstehen sollte.[10] Von dem ursprünglich geplanten naturwissenschaftlichen Campus konnte die Universität wegen finanzieller Engpässe allerdings nur das Chemische Institut am Weinbergweg realisieren. Der Bau weiterer naturwissenschaftlicher Institute oder gar eines medizinischen Hochschulkomplexes wurde vom Staatssekretariat auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.[11]

Unter der Federführung des Dekans der Medizinischen Fakultät, des Pathologen Günter Bruns, unternahm die Martin-Luther-Universität zu Beginn der 1960er-Jahre einen erneuten Vorstoß zur Realisierung des "Heideprojektes" beim Staatssekretariat. Bruns selbst benannte den Bau eines neuen Universitätsklinikums als ein wichtiges Anliegen seiner Amtszeit. In enger Kooperation mit der Bauabteilung der Universität und der hallischen Stadtverwaltung erstellte eine Arbeitsgruppe der Medizinischen Fakultät zum Jahreswechsel 1960/61 eine Vorstudie.

Plan der Versorgungsschiene von 1961 (© UAH, Rep. 29, Med. Fakultät, Nr. 297)

Geplant war, für die einzelnen Kliniken jeweils ein Betten- und ein Funktionsgebäude entlang einer "Versorgungsschiene" zu bauen. Am Anfang und am Ende der "Versorgungsschiene" sollten Wirtschafts- und Technikgebäude positioniert werden.[12]

Das Staatssekretariat stand einem Klinikneubau in Halle anfänglich wohlwollend gegenüber und empfahl dem Dekan, in die Konzeption zur Verlagerung der Medizinischen Fakultät auch Vorschläge zur künftigen Nutzung der Gebäude am alten Standort aufzunehmen.[13] Anfang 1961 fiel jedoch im Staatssekretariat die Entscheidung gegen das hallische Bauvorhaben. Wahrscheinlich gaben erneut finanzielle Überlegungen den Ausschlag dafür. Gegenüber der Martin-Luther-Universität begründete das Staatssekretariat seine ablehnende Haltung nicht, sondern teilte lediglich mit, dass die konkrete Umsetzung des Bauvorhabens um mindestens zehn Jahre verschoben werden müsse.[14] Stattdessen nahmen die Pläne eines Klinikneubaus für die Friedrich-Schiller-Universität Jena immer deutlichere Konturen an. Wie in Halle sollte auch in Jena die gesamte Medizinische Fakultät an einen neuen Standort verlagert werden.[15] Somit bestätigten sich die Befürchtungen Bruns', der bereits im Oktober 1960 anlässlich eines Gesprächs mit Vertretern des Staatssekretariats den Eindruck gewonnen hatte, dass die Baupläne der Jenenser Kollegen das hallische "Heideprojekt" gefährdeten.[16]

Die Entscheidung des Staatssekretariats gegen die Verlagerung der Medizinischen Fakultät wurde in Halle mit großer Enttäuschung aufgenommen. Nach dem Bau der Berliner Mauer im August 1961 verschärfte sich das angespannte Verhältnis der Medizinischen Fakultät zum Staatssekretariat. Gegen das sogenannte "Medikamentengesetz" vom Oktober 1961, das die Einfuhr westlicher Arzneien in die DDR verbot und damit die medizinische Betreuung von chronisch Kranken empfindlich einschränkte, protestierte Dekan Bruns im Namen der Fakultät in einem Offenen Brief an die Staatsführung. Dieses unbotmäßige Verhalten der hallischen Mediziner ahndete das Staatssekretariat mit harten Zwangsmaßnahmen gegenüber der Fakultät, in deren Folge Bruns sein Ordinariat aufkündigte und die hallische Universität verließ.[17]

Die Intervention der SED



Die Initiative für den Bau eines neuen Universitätsklinikums ging schließlich weder von der hallischen Universität noch vom Staatssekretariat aus, sondern von der SED-Führung des Bezirkes Halle. Sie steht im Zusammenhang mit dem Bau der sogenannten "sozialistischen Stadt der Chemiearbeiter Halle-West", später als Halle-Neustadt eine eigenständige Kreisstadt, die seit 1964 als eine der größten Planstädte in der DDR gebaut wurde.[18]

Von Seiten der SED und insbesondere der lokalen Funktionäre auf der Bezirksebene herrschte ein großes Interesse an einer gut funktionierenden Infrastruktur der neuen Stadt, die neben zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten sowie Sport- und Erholungsstätten auch ein umfangreiches Kunstprogramm umfasste.[19] Hinsichtlich der gesundheitlichen Einrichtungen sah der Generalbebauungsplan für die einzelnen "Wohnkomplexe" Ambulatorien und im eigentlichen Stadtzentrum eine Poliklinik, die spätere Zentralpoliklinik "Robert Koch", vor.[20] Ein Kinderkrankenhaus im Wohnkomplex I, das ursprünglich als Feierabendheim (Seniorenheim) projektiert worden war, ergänzte diese medizinischen Einrichtungen.[21] Es fehlte aber ein großes Allgemeinkrankenhaus für die stationäre Behandlung der Bewohner von Halle-Neustadt, da die benachbarten Kliniken, wie das Bezirkskrankenhaus Halle-Dölau, die Universitätskliniken oder das sich in kirchlicher Trägerschaft befindliche St. Elisabeth-Krankenhaus, nicht über genügend Personal und Betten verfügten.

Angesichts dieses Mangels hatte sich der 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung Halle, Horst Sindermann, für den Bau eines Krankenhauses für Halle-Neustadt ausgesprochen. Sindermann übte diese Funktion seit 1963 aus, zuvor hatte er die Abteilung Agitation und Propaganda im SED-Zentralkomitee geleitet. Im Anschluss an seine Tätigkeit als Erster Bezirkssekretär stieg er in hohe Staatsämter auf. So übte er den Vorsitz des Ministerrates der DDR aus. Im Januar 1966 regte Sindermann auf einer Sitzung der Bezirksleitung an, dass dieses neue Krankenhaus nicht nur ausschließlich der medizinischen Versorgung von Halle-Neustadt, sondern zugleich der Medizinischen Fakultät als Universitätsklinikum dienen könne. Seinen Vorschlag wiederholte der 1. Sekretär auf einer Parteiversammlung an der hallischen Universität und stellte sogar die finanziellen Mittel für ein solches Bauvorhaben in Aussicht. Diese Äußerungen eines ranghohen SED-Funktionärs genügte dem Rektor der hallischen Universität, Professor Friedrich Wolf, die Medizinische Fakultät umgehend anzuweisen, die Pläne des "Heideprojektes" zu überarbeiten.[22]

Die für den Bau eines kommunalen Krankenhauses bzw. einer medizinischen Hochschuleinrichtung verantwortlichen Stellen, das Ministerium für Gesundheitswesen und das Staatssekretariat, wurden offenbar von dem Vorstoß des hallischen Bezirkssekretärs völlig überrascht. Das Staatssekretariat sah zwar die Notwendigkeit eines neuen Universitätsklinikums für Halle durchaus ein, da es aber wie das Ministerium für Gesundheit nicht über die finanziellen Mittel verfügte, zeigte es sich sehr verwundert darüber, wie Sindermann den Krankenhausneubau finanzieren wolle. In einem Vermerk für den stellvertretenden Staatssekretär Gregor Schirmer machte die Hauptabteilung Medizin deutlich, es müsse ungeachtet der Versicherungen Sindermanns "unbedingt rasch geklärt werden, wie sind die ökonomischen Mittel wirklich?"[23]

Aber nicht nur die Finanzierung bereitete dem Staatssekretariat große Sorgen. Von allen sechs Medizinischen Fakultäten in der DDR betrachtete die Hauptabteilung Medizin die in Halle als "die ideologisch schwierigste".[24] Nun hatten das Auftreten Sindermanns an der hallischen Universität und die Aussicht auf ein modernes Klinikum aber dazu geführt, dass das Ansehen des Bezirkssekretärs und damit der SED auch unter den parteilosen Professoren und Ärzten der Medizinischen Fakultät gestiegen war. So warnte die Hauptabteilung Medizin vor den Folgen, die Sindermanns Vorpreschen nach sich ziehen könnte: "Wie die Dinge jetzt liegen, kann eine unangenehme politische Lage an der Fakultät eintreten, wenn das Projekt nicht realisiert wird, nachdem jetzt praktisch die gesamte Fakultät mobilisiert ist (Vertrauensfrage)."[25]

Die Befindlichkeiten der Betroffenen vor Ort beeinflussten in der Regel kaum die Entscheidungen des Berliner Parteiapparates. So wurden die Pläne für die Verlagerung der Medizinischen Fakultät der Universität Jena, obwohl sie schon weit gediehen waren, plötzlich von der SED gestoppt. Die Friedrich-Schiller-Universität musste nach dem Willen der Parteiführung ein im Rohbau befindliches Hochhaus im Stadtzentrum übernehmen, da das Kombinat Carl Zeiss aufgrund eines geplatzten Großauftrages dieses Gebäude nicht mehr benötigte. Die Planungen für die Medizinische Fakultät wurden als direkte Folge dieser Entscheidung soweit reduziert, dass allein eine neue Klinik für Innere Medizin übrig blieb.[26] Ein modernes Klinikum für die Universität Halle passte dagegen in das Kalkül der regionalen SED-Führung, um die gesundheitliche Betreuung der Bewohner Halle-Neustadts abzusichern. Vermutlich dank seiner guten Kontakte bis in die Spitzen der Parteiführung – Sindermann gehörte einer Gruppe jüngerer SED-Funktionäre um Erich Honecker an, die 1965/1966 gegen Walter Ulbrichts Kurs einer Liberalisierung in der Jugend-, Kultur- und Wirtschaftspolitik opponierten[27] –, gelang es ihm auf informellem Wege, den Wunsch eines regionalen Parteifürsten zum Interesse der Zentralebene zu machen. Der Bau eines allgemeinen Krankenhauses mit einer Kapazität von 660 Betten wurde nach der Intervention Sindermanns in den Generalbebauungsplan für Halle-Neustadt aufgenommen.[28]

Die strittige Frage der Finanzierung des Bauvorhabens fand schließlich ebenfalls eine einvernehmliche Lösung, die den Bedürfnissen und Wünschen aller Beteiligten gerecht wurde. Gemäß einer Vereinbarung zwischen dem stellvertretenden Minister für Gesundheitswesen, Herbert Erler, dem SED-Bezirkssekretär Sindermann sowie den Vertretern des Rates des Bezirkes und der Martin-Luther-Universität vom September 1966 stellte die Universität das Baugelände in Kröllwitz zur Verfügung. Das Krankenhaus dagegen sollte aus Mitteln des Ministeriums für Gesundheitswesen gebaut werden und den Grundstock für das künftige Universitätsklinikum bilden.[29]

Das gesamte Bauvorhaben sollte gemäß der getroffenen Vereinbarung in drei Ausbaustufen realisiert werden: Die erste Ausbaustufe, die in der Verantwortung des Rates des Bezirkes Halle als Träger kommunaler Gesundheitseinrichtungen lag, sah den Bau eines Gebäudekomplexes vor, das den Anforderungen eines Krankenhauses mittlerer Größe genügte. Nach der Fertigstellung dieses "Versorgungskrankenhauses", die für 1977 avisiert war, sollte der Bau in die Rechtsträgerschaft der Universität übergehen und sofort mit der zweiten Ausbaustufe begonnen werden. Diese, finanziert aus dem Etat des Staatssekretariats, umfasste vor allem Bauten für die Lehre und Forschung der klinischen Disziplinen. In einer dritten und letzten Ausbaustufe sollten schließlich die Gebäude für die theoretischen Institute errichtet und damit die Verlagerung der Medizinischen Fakultät aus dem Stadtgebiet Halles abgeschlossen werden.

Der medizinische Hochschulbau in der DDR und das Klinikum Halle-Kröllwitz



Bei den Bauberatungen zwischen dem Rat des Bezirkes Halle und der Universität waren von Beginn an auch Vertreter des 1964 gegründeten Instituts für Technologie der Gesundheitsbauten, das dem Ministerium für Gesundheitswesen unterstand, anwesend.[30] Aus diesem Institut unter der Leitung von Professor Kurt Liebknecht, der erste Präsident der Deutschen Bauakademie und ein Neffe Karl Liebknechts, gingen wesentliche Impulse für den Krankenhausbau in der DDR aus. In einem Beitrag für die Zeitschrift "Deutsche Architektur" von 1963 hatte sich Liebknecht für die

Varianten (Schemata) Allgemeiner Krankenhäuser auf der Grundlage des Baukastensystems (© Deutsche Architektur 12 (1963) 12, S. 722)

industrielle Bauweise für Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesen ausgesprochen; er gab aber gleichzeitig zu bedenken, dass aufgrund der "örtlich sehr differenzierten Anforderungen keine kompletten Krankenhausanlagen typisiert" werden könnten. Vielmehr käme es darauf an, "einzelne Segmente oder Bauteile für die verschiedenen Funktionseinheiten" eines Krankenhauses zu standardisieren. Dies wäre vor allem für den stationären Bereich (Bettenhaus), die diagnostisch-therapeutischen Funktionsbereiche (Komplement) und den ambulanten Bereich (Poliklinik) möglich.[31]

Das "Baukastensystem" oder auch die "baulich kompakte Lösung" bildete die Grundlage für die Projektierung des Versorgungskrankenhauses Halle-Kröllwitz. Die DDR-Architektur griff damit eine Tendenz im internationalen Krankenhausbau auf, die sich seit den späten 1950er-Jahren herausgebildet hatte. In der Zuordnung von medizinischen Funktionsräumen und Pflegebereich wurde nun zwischen Krankenhäusern horizontalen bzw. vertikalen Typs unterschieden. Beim Krankenhaus horizontalen Typs, der meist auf einem T-förmigen Grundriss basiert, liegen diagnostisch-therapeutische Räume und Bettenstation auf einer Ebene. Beim vertikalen Typ dagegen befinden sich alle medizinischen Funktionseinheiten in einem Flachbau, über dem sich ein mehrstöckiges Bettenhaus erhebt. Im deutschsprachigen Sprachraum wird dieser Krankenhaustyp als "Breitfußsystem" bezeichnet.[32]

Modell des Klinikums Halle-Kröllwitz, Anfang der 1970er-Jahre (© Das stationäre und ambulante Gesundheitswesen 30 (1981), S. 98)

In der ersten Ausbaustufe des Klinikums Halle-Kröllwitz entstand "als baulich kompakte Lösung" ein Gebäudekomplex mit einem zehn-geschossigen Bettenhaus, einem vorgelagerten fünf-geschossigen Komplement und einem drei-geschossigen Verbindungsbau. Während Verbindungsbau und Komplement in der Stahlbetonskelettbauweise errichtet wurden, kam beim Bettenhaus erstmalig "eine Großtafelbauweise unter Nutzung von Fertigungsstrecken des Wohnungsbaus" zur Anwendung. Die Bezirkskrankenhäuser in Suhl und in Karl-Marx-Stadt sowie das Kreiskrankenhaus in Nordhausen wurden in den folgenden Jahren ebenfalls nach den Bauplänen für das Klinikum Halle-Kröllwitz gebaut.[33] Als Generalprojektant des Klinikums Halle-Kröllwitz beauftragte der Rat des Bezirkes den VEB Wohnungsbaukombinat Halle. Der leitende Architekt war Horst Letzel, der bereits für die Planung und den Bau der Wohnkomplexzentren I und II von Halle-Neustadt verantwortlich gezeichnet hatte.[34]

Die "baulich kompakte Lösung" bzw. das "Breitfußsystem" bot die Vorteile sowohl der Zentralisierung und Optimierung der Arbeitsprozesse als auch der Einsparung von Investitionen.[35] Die an den Bauberatungen teilnehmenden hallischen Mediziner freundeten sich nur zögerlich mit dem Gedanken eines zentralisierten Baukörpers für ein Krankenhaus an. Vor allem die Klinikdirektoren waren an Einzelkliniken gewöhnt, die über eigene Operations- und Hörsäle sowie Labore verfügten. Ein zentralisierter Baukörper lag aber im Interesse der SED. Im Gegensatz zu den Professoren anderer universitärer Disziplinen konnten die Klinik- und Institutsdirektoren der Medizin auch nach der 3. Hochschulreform 1968/69 ihre relativ eigenständige Stellung behaupten. Der Bau eines neuen Universitätsklinikums bot nun der SED die Gelegenheit, neben den Arbeitsprozessen auch die Leitungsstrukturen in den Einzelkliniken zu zentralisieren und damit die seit der 3. Hochschulreform propagierte "sozialistische Gemeinschaftsarbeit" in der Medizin Wirklichkeit werden zu lassen. Das Klinikum Halle-Kröllwitz sollte somit nicht nur im Sinne baulicher Innovationen im medizinischen Hochschulbau, sondern auch im politisch-ideologischen Sinne einer "medizinischen Hochschuleinrichtung neuen Typs" eine Vorbildfunktion einnehmen.[36]

Die Zusammenarbeit zwischen der Universität Halle und dem Rat des Bezirkes verlief in der ersten Phase des Bauprojektes weitgehend reibungslos. Dies änderte sich grundlegend mit der Neubesetzung der Stelle des Bezirksarztes. Der aus Ost-Berlin kommende Sozialhygieniker Professor Kurt Geiger beharrte auf dem Standpunkt, dass das Klinikum Halle-Kröllwitz in erster Linie ein Versorgungskrankenhaus für Halle-Neustadt sei und deshalb auch die Interessen des Bezirkes Vorrang hätten. Die hallischen Universitätsmediziner wurden zu den Bauberatungen nicht mehr eingeladen und erfuhren erst aus dritter Hand von relevanten Entscheidungen, die die spätere Nutzung des Klinikums Halle-Kröllwitz als medizinische Hochschuleinrichtung betrafen. So wurde zum Beispiel die grundsätzliche Entscheidung über die Funktionszuweisung der einzelnen Stationen im Bettenhaus ohne Konsultation mit der Universität getroffen.[37]

Modell des Klinikums Halle-Kröllwitz, 2. Ausbaustufe (© Pressestelle des Universitätsklinikums Halle)

Empfindlichere Rückschläge musste die Universität außerdem im Verlauf der zweiten Ausbaustufe, die seit 1979 nun in der Verantwortung des Ministeriums für das Hoch- und Fachschulwesen (MHF)[38] lag, hinnehmen. Von den ursprünglich geplanten Bauten für die klinische Forschung und Lehre, die die Erweiterung des Krankenhauses Halle-Kröllwitz zu einer medizinischen Hochschuleinrichtung einleiten sollten, blieben lediglich ein zweites Bettenhaus und ein weiteres Funktionsgebäude übrig.

Und selbst dieser Erweiterungsbau blieb nicht von weiteren Einsparungen verschont: Das zweite Komplement fiel deutlich kleiner aus als das der ersten Ausbaustufe.

Der harte Sparkurs war dem Umstand geschuldet, dass das MHF seit Mitte der 1970er-Jahre in ein weiteres Prestigeobjekt der SED im medizinischen Hochschulbau involviert war. Das Politbüro hatte am 8. Juli 1975 den Ausbau der Berliner Charité zum "führende(n) medizinisch-wissenschaftliche(n) Zentrum der DDR" beschlossen.[39] Angesichts der exponierten Lage der Charité an der Sektorengrenze wurden auch hier eine Zeitlang Überlegungen geführt, den Klinikkomplex an einen anderen Standort zu verlagern. Die SED-Führung zog dafür sogar in Erwägung, ein schwedisches Bauunternehmen, das das Universitätsklinikum in Lund gebaut hatte, das als richtungsweisendes Modell eines zentralisierten Krankenhauses galt,[40] mit der Bauausführung zu beauftragen.[41] Schließlich wurde für den Neubau und die Rekonstruktion der Charité an ihrem alten Standort die "Aufbauleitung Sondervorhaben Berlin" unter Erhardt Gißke ausgewählt, die schon den Bau des Palastes der Republik verantwortet hatte. Für das ehrgeizige Charité-Projekt waren insgesamt 745 Millionen Mark, davon 455 Millionen Bauanteil, veranschlagt.[42] Damit waren ca. 80 Prozent des gesamten Etats des MHF für Investitionen an dieses Bauvorhaben zu Lasten der übrigen Hochschuleinrichtungen der DDR gebunden.[43]

Luftbild des Klinikums Halle-Kröllwitz, 1980er-Jahre (© UAH, Rep. 40 III B 6cf.)

Die SED-Bezirksleitung Halle war nicht in der Lage, den Einsparungen des MHF beim Bau des Klinikums Halle-Kröllwitz gegenzusteuern. Dies lag zum einem an Sindermanns Nachfolger im Amt des SED-Bezirkssekretärs, Werner Felfe, der nicht so gute Kontakte mit der Zentralebene pflegte. Zum anderen waren mit dem Bau eines Versorgungskrankenhauses die primären Interessen der SED-Bezirksleitung befriedigt worden. Der regionalen Parteiführung genügte es, dass mit dem Bau eines zweiten Bettenhauses die angespannte Situation in der stationären Versorgung im Bezirk gemildert wurde.

Resümee



Nach der Übergabe des Klinikums Halle-Kröllwitz an die hallische Universität zeigte sich sehr schnell, das sich die Ausrichtung auf ein reines Versorgungskrankenhaus in der 1. Ausbaustufe als schwere Hypothek für die Hochschulmedizin erweisen sollte. Auch wenn die führenden Experten des medizinischen Hochschulbaus in der DDR am Beispiel des Klinikums Halle-Kröllwitz von einer gelungenen Synthese von allgemeinem Krankenhaus und Universitätsklinikum sprachen, sah die Realität anders aus.[44]

Auf der Tagung "Stand und Entwicklungstendenzen des Medizinischen Hochschulbaus", die 1980 in Dresden stattfand, referierte Professor Waldemar Rumler über die Probleme der Nutzung des Bettenhauses des Klinikums Halle-Kröllwitz für die Belange einer medizinischen Hochschuleinrichtung. Der Direktor der hallischen Universitätskinderklinik gehörte einer Arbeitsgruppe an, die das Baugeschehen in Halle-Kröllwitz seit der Grundsteinlegung im Sommer 1971 begleitet hatte. Rumler kannte also aus erster Hand die Probleme, über die er sprach.

Er monierte insbesondere die Tatsache, dass es auf den Stationen des Bettenhauses nur zwei Zimmergrößen gab, nämlich Vier-Bettzimmer und Ein-Bettzimmer. Allein die zwei Ein-Bettzimmer verfügten über eine besondere medizintechnische Ausstattung, wie etwa Sauerstoffanschlüsse. Sie befanden sich aber direkt neben den Fluchtausgängen in erheblicher Entfernung von den Dienst- und Funktionsräumen der Stationsschwestern. Da in einem Universitätsklinikum besonders viele Patienten mit schweren Krankheitsverläufen behandelt werden, sei dieser Zustand – so Rumler – unhaltbar. Nach der Übernahme durch die Universität mussten deshalb erhebliche Umbauten auf den Stationen erfolgen. So wurden die Zimmer des Stationsarztes und der Schwestern in Krankenzimmer für Patienten mit einem hohem Pflegebedarf umgewandelt. Um den Erfordernissen der klinischen Forschung und Lehre zu genügen, wurden einige der Vier-Bettzimmer zu Arbeitsräumen bzw. fachgebietsbezogenen Untersuchungsräumen ausgebaut. Seine Kritik an den vorgefundenen Verhältnissen milderte Rumler mit dem Zugeständnis ab, dass das Bettenhaus grundsätzlich keine Fehlplanung gewesen sei, es aber wünschenswert gewesen wäre, wenn die Bedürfnisse der Universität von Anfang an mit berücksichtigt worden wären. Er verwies in diesem Zusammenhang auf das Bettenhaus des Universitätsklinikums Leipzig, für das die hallischen Baupläne erneut als Blaupause gedient hatten. Allerdings war den Leipziger Medizinern ein umfangreiches Mitspracherecht bei der Funktionszuweisung und der medizintechnischen Ausstattung der Stationen zugestanden worden.[45]

Seine grundsätzlichen Bedenken hinsichtlich der Bauausführung durch ein Wohnungsbauunternehmen äußerte der leitende Architekt Horst Letzel in einem Aufsatz für die Zeitschrift "Das stationäre und ambulante Gesundheitswesen". Das Wohnungsbaukombinat Halle konnte zwar seine beim Bau der Chemiearbeiterstadt Halle-Neustadt gesammelten Erfahrungen in das Projekt erfolgreich einbringen, weshalb das Bettenhaus vorzeitig übergeben werden konnte; bei der baulichen Ausführung des Komplements zeigten sich jedoch rasch die Grenzen. Selbstkritisch räumte Letzel ein, dass im Krankenhausbau "alle entscheidenden Probleme durch die medizintechnologische Funktion ausgelöst und ausrüstungstechnisch zu lösen sind, der bauausführende Betrieb dagegen nur die räumliche Hülle" bereitstellen kann. Aufgrund des langjährigen Baugeschehens und der ständigen Mittelkürzungen mussten immer wieder neue Interimslösungen gefunden werden, die angesichts der engen Verflechtung der klinischen Disziplinen häufig nicht die besten gewesen seien. Letzel kam deshalb zu dem Schluss, dass der Sanierung und Modernisierung des Altklinikums an der Magdeburger Straße der Vorzug vor der Verlagerung des Universitätsklinikums an einen neuen Standort hätte gegeben werden müssen.[46]

Als ein allgemeines Krankenhaus in kommunaler Trägerschaft war das Klinikum Halle-Kröllwitz für den Krankenhausbau in der DDR durchaus ein richtungweisendes Modell. Dafür spricht die Tatsache, dass auch andere allgemeine Krankenhäuser nach dieser "baulich kompakten Lösung" gebaut wurden. Hinsichtlich der Leitfunktion einer medizinischen Hochschuleinrichtung erfüllte diese Klinik die Erwartungen nicht. Teils aus politischen, teils aus wirtschaftlichen Erwägungen mussten zu viele Abstriche an der ursprünglichen Konzeption gemacht werden, als dass Innovationen für den medizinischen Hochschulbau in der DDR vom Klinikum Halle-Kröllwitz hätten ausgehen können.

(Bei den vorstehenden Ausführungen handelt es sich um erste Teilergebnisse eines von der DFG geförderten Projektes »Die akademische Medizin und ihre Akteure in der DDR 1968 bis 1989. Eine Untersuchung am Beispiel der Universität Halle und der Medizinischen Akademie Magdeburg« am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.)

Fußnoten

1.
Hubert Ritter, Der Krankenhausbau der Gegenwart im In- und Ausland. Wirtschaft, Organisation, Technik, 3. Aufl., Stuttgart 1954, S. 39.
2.
Vgl. Herbert Erler (Hg.), Gesundheits- und Sozialbauten in der DDR, Berlin (O.) 1981.
3.
Vgl. Peter Korneli/Dietrich Gläser, Medizinischer Hochschulbau in der DDR, in: Hochschule Ost 7 (1998) 1, S. 21–30.
4.
Hervorgegangen 1817 aus der Zusammenlegung der wittenbergischen Leucorea (1502) und der hallischen Friedrichs-Universität (1694), 1933 umbenannt in Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg: vgl. Heinz Kathe, Die Vereinigung der Universitäten Halle und Wittenberg 1815–1817, in: Hermann-Josef Rupieper (Hg.), Beiträge zur Geschichte der Martin-Luther-Universität 1502–2002, Halle 2002, S. 46–67.
5.
Vgl. Angela Dolgner, Die Bauten der Universität Halle im 19. Jahrhundert. Ein Beitrag zur deutschen Universitätsbaugeschichte, Halle 1996, S. 143.
6.
Vgl. ebd., S. 149.
7.
Vgl. Axel Hinrich Murken, Vom Armenhospital zum Großklinikum. Geschichte des Krankenhausbaus vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Köln 1988, S. 168.
8.
Vgl. Dolgner (Anm. 5), S. 150–158; Murken (Anm. 7), S. 168–171.
9.
Vgl. Henrik Eberle, Die Martin-Luther-Universität in der Zeit des Nationalsozialismus 1933–1945, Halle 2002, S. 157ff.
10.
Vgl. Universitätsarchiv Halle (UAH), Rep. 29, Nr. 365 Raumprogramm für Neubauten 1952–1954.
11.
Vgl. Anlage 1 zur volkswirtschaftlichen Aufgabenstellung, Halle 18.2.1961, ebd., Nr. 322.
12.
Vgl. Volkswirtschaftliche Aufgabenstellung für die Ausarbeitung einer Vorplanung zur Verlagerung der Medizinischen Fakultät, Halle 18.2.1961, ebd., Nr. 297.
13.
Vgl. Aktenvermerk, Halle 25.10.1960, ebd., Nr. 474.
14.
Vgl. Volkswirtschaftliche Aufgabenstellung (Anm. 12).
15.
Vgl. Alfred Hecht/Kurt Eberlein, Zur Planung einer medizinischen Fakultät, in: Deutsche Architektur 15 (1966) 5, S. 306–308.
16.
Vgl. Aktenvermerk (Anm. 13).
17.
Vgl. Günter Bruns, Politischer Widerstand an den Medizinischen Fakultäten der DDR bis 1961, in: Felix Grigat (Red.), Zeitzeugen berichten. Wie die DDR die Universitäten unterdrückte, Bonn 1999, S. 49–79.
18.
Vgl. Albrecht Wiesener, Als die Zukunft noch nicht vergangen war: Der Aufbau der Chemiearbeiterstadt Halle-Neustadt 1958–1980, in: Werner Freitag (Hg.), Geschichte der Stadt Halle, Bd. 2, Halle (S.) 2006, S. 442–456.
19.
Vgl. zu diesem Themenfeld den Beitrag von Peer Pasternack, Künstlerische Stadtraumaufwertung als pädagogische Politik, http://www.bpb.de/147746.
20.
Vgl. Halle-Neustadt. Plan und Bau der Chemiearbeiterstadt, Hg. Büro für Städtebau und Architektur des Rates des Bezirkes Halle, Berlin (O.) 1972, S. 59, 87–89.
21.
Vgl. Josef Münzberg u.a., Architekturführer DDR. Bezirk Halle, Berlin (O.) 1977, S. 64.
22.
Vgl. Aktenvermerk: Neubau des Klinikums, Halle 24.2.1966, UAH, Rep. 29, 474.
23.
Zur Verlagerung der Medizinischen Fakultät Halle, Berlin 11.6.1966, BArch DR 3, 3389.
24.
Bericht von der Auswertung des Einsatzes der HA Medizin in Halle, Berlin 2.6.1966, ebd.
25.
Zur Verlagerung (Anm. 23).
26.
Vgl. Christian Graudenz, Der Weg zum Klinikum Jena-Lobeda. Vorgeschichte, Planung und Entstehung eines Fachkrankenhauses für Innere Medizin, Diss. Jena 2008, S. 91ff; Gerhard Weber, Wissenschaftspolitische Erwägungen zur baulichen Planung an der Friedrich-Schiller-Universität, in: Alma mater und moderne Gesellschaft. Hochschulpolitische Reformansätze in jüngerer und jüngster Zeit unter besonderer Berücksichtigung von Jenaer Erfahrungen aus den 1950er und 1970er Jahren, Hg. Thüringer Forum für Bildung und Wissenschaft, Jena 2004, S. 117–122.
27.
Vgl. Monika Kaiser, Machtwechsel von Ulbricht zu Honecker. Funktionsmechanismen der SED-Diktatur in Konfliktsituationen 1962 bis 1972, Berlin 1997, S. 133ff.
28.
Vgl. Vorlage über die Änderung des Beschlusses über den Stand […] des Aufbaus der Chemie-Arbeiterstadt Halle West, Berlin 13.7.1966, BArch DC 20-I/4, 1382.
29.
Vgl. 1. Prorektor Abschrift, Halle 23.9.1966, UAH, Rep. 7, 1040.
30.
Vgl. UAH, Rep. 29, 507 Heide-Projekt – Bauvorhaben Krankenhaus Halle-Neustadt. – Das bereits erwähnte Dresdner Institut für Hoch- und Fachschulbau, das dem Ministerium für das Hoch- und Fachschulwesen unterstand, hatte zu diesem Zeitpunkt keinen Einfluss auf die Planungen für das Klinikum Halle-Kröllwitz.
31.
Kurt Liebknecht, Rekonstruktion und Bau Allgemeiner Krankenhäuser auf der Grundlage des Baukastensystems, in: Deutsche Architektur 12 (1963) 12, S. 717–723, hier 723.
32.
Vgl. Murken (Anm. 7), S. 236, 242f.
33.
Erler (Anm. 2), S. 72ff.
34.
Vgl. Münzberg (Anm. 22), S. 62, 66.
35.
Vgl. Kurt Liebknecht/Hellmuth Sachs, Stand und Entwicklung der Krankenhausbauten in der DDR, in: Deutsche Architektur 18 (1969) 11, S. 648–653.
36.
Vorlage für das Sekretariat der SED-Bezirksleitung, Halle 29.6.1977, Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt – Abt. Merseburg (LHASA-MER), M 501, 4. Abl., 7541.
37.
Vgl. Schreiben Rektor Poppes an den Vorsitzenden des RdB, Halle 16.12.1971, UAH, Rep. 7, 1495.
38.
Das Staatssekretariat war 1967 zum Ministerium erhoben worden.
39.
MHF, Information über den Stand der Vorbereitung des Universitätsklinikums Charité, Berlin 12.4.1976, BArch DY 30/8595.
40.
Vgl. Korneli/Gläser (Anm. 3), S. 22.
41.
Vgl. Sektor Naturwissenschaften/Technik, Information über den Stand der Vorbereitung von Neubauten der Charité, Berlin 11.4.1974, BArch DY 30/8595.
42.
Vgl. Schreiben der Staatlichen Plankommission beim Ministerrat an die ZK-Abteilung Wissenschaft, Berlin 26.6.1976, ebd.
43.
Vgl. Rainer Herrn/Laura Hottenrott (Hg.), Die Charité zwischen Ost und West 1945–1992. Zeitzeugen erinnern sich, Berlin 2010, S. 104.
44.
Kurt Liebknecht/Peter Korneli, Medizinische Versorgungseinrichtung – Medizinische Ausbildungseinrichtung (Hochschuleinrichtung). Möglichkeiten der Integration von medizinischer Betreuung, Lehre und Forschung in größeren Allgemeinen Krankenhäusern, in: Das stationäre und ambulante Gesundheitswesen 19 (1973), S. 61–71.
45.
Vgl. Waldemar Rumler, Erfahrungen im Betrieb der Normalbettenstation im Universitätsklinikum Halle-Kröllwitz, in: Stand und Entwicklungstendenzen des Medizinischen Hochschulbaus, Hg. Institut für Hoch- und Fachschulbau,Teil 2, Dresden 1980, S. 71–73.
46.
Vgl. Horst Letzel, Die 1. Ausbaustufe des Universitätsklinikums Halle-Kröllwitz, in: Das stationäre und ambulante Gesundheitswesen 32 (1982), S. 71–77.

Wiebke Janssen

Die Autorin

Wiebke Janssen

Dr., Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.


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