Dossier

Kulturelle Bildung



Fachtagung "Was ist Identität?“

(© Ast/Juergens)

Am 4. Juni 2018 jährte sich zum dritten Mal die – von der Bundeszentrale für politische Bildung, bpb und dem phil e.V. - Verein zur Förderung von Philosophie ausgerichtete – Fachtagung der phil.cologne, dem internationalen Kölner Festival für Philosophie. In diesem Jahr stand die Frage "Was ist Identität?“ im Mittelpunkt dieses "Arbeitszusammenhangs“, wie es der Moderator der Veranstaltung Jürgen Wiebicke in seiner Begrüßung ausdrückte. Die Tagung richtete sich vor allem an Fachwissenschaftler/innen, Multiplikator/innen der politischen Bildung sowie an Lehrkräfte, die der Thematik fachlich verbunden sind. Sie sollte die individuellen Dimensionen der Identitätsthematik reflektieren, Anknüpfungspunkte in der Bildungsarbeit aufzeigen sowie auch die großen politischen, kulturellen und identitätsbestimmten Konflikte in den Blick nehmen. Offenkundig ist die öffentliche Debatte immer stärker von Identitätsfragen beeinflusst.

Vor diesem Hintergrund stellte Wiebicke zu Beginn hervor, dass er Bedarf für ein systematisches Nachdenken sehe. Die phil.cologne lege Wert darauf, mit ihrem Angebot auch Jugendliche und Kinder zu adressieren. Erst im Kontakt mit jungen Menschen zeige sich der hohe Stellenwert, den Identitätsfragen für sie einnehmen.

In seiner Begrüßung hob Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale, hervor, dass die Frage nach der Identität immer dann wichtiger werde, wenn sich die verschiedenen Interessen konfligierend zuspitzten: Diverse Identitätspolitiken stünden sich verstärkt feindlich gegenüber. Die Philosophie könne dabei helfen, den Blick auf gemeinsame, grundsätzliche Fragen zu richten und sei somit eine gute Investition in die politische Urteilskraft – sie könne helfen sich selbst in der Gesellschaft zu verorten. Dass das Kinder- und Jugendprogramm der phil.cologne KLASSE DENKEN nun bereits zum fünften Mal stattfand, illustriere, dass hinsichtlich des "Standorts Philosophie“ eine nachhaltige Strategie verfolgt werde. Die diversen Hintergrund- und Schulmaterialien aus dem Online Dossier ‚Kulturelle Bildung‘ der Bundeszentrale seien da nur einer von vielen Beiträgen. Konkret müsse der Schulalltag als Ernstfall wahrgenommen werden, führte Krüger weiter aus – es gelte die Fachtagung "als Denkraum auszugestalten.“ Ergänzend fügte Wiebicke an, dass die Auffassung voran gebracht werden müsse, dass Philosophieren zum Handwerkszeug der Demokratie gehöre.

von Simon Clemens

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