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28.8.2007

Transkript: Sind Computerspiele anders?

Am 29. August diskutierten die Medien-Experten Matthias Kleimann und Mathias Mertens darüber, ob Gewaltdarstellung in Computerspielen anders zu bewerten sei als etwa Gewaltszenen in Film und Fernsehen.

Chat Matthias Kleimann & Mathias Mertens



Moderator: Herzlich willkommen zum ersten Chat der Online-Debatte "Verbotene Spiele" der Bundeszentrale für politische Bildung. Heute diskutieren die Experten Mathias Mertens von der Uni Hildesheim und Matthias Kleimann vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen an dieser Stelle live über die Frage "Sind Computerspiele anders?"

Matthias Kleimann: Hallo in die Runde. Ich bin schon da!

Mathias Mertens: Hallo, ich bin jetzt auch da

Moderator: Dann würde ich beide Diskussionsteilnehmer um ein kurzes Statement bitten: Wie ist Ihre Position zum derzeit diskutierten Verbot von so genannten "Killerspielen"?

Matthias Kleimann: Erstens: Der Begriff Killerspiel ist - emotional aufgeladen wie er inzwischen ist - kein besonders guter Begriff. Dass gewaltbeherrschte Computerspiele manchmal verboten werden müssen, ist selbstverständlich. Allerdings ist das bereits jetzt nach dem geltenden Paragraphen 131 des StGB (Strafgesetzbuch, Anm. der Redaktion) möglich. Meiner Meinung nach reicht dieser Paragraph vollkommen aus. Das Problem ist, dass er bisher von Staatsanwaltschaften und Gerichten nicht angewandt wird. Wir haben also kein Rechtssetzungsproblem, sondern ein Umsetzungsproblem auf Seiten der Institutionen.

Mathias Mertens: Verbote, das zeigt sich seit Jahrhunderten, bringen gar nichts, gehen am Problem vorbei, weil sie sich nicht damit auseinander setzen, schaffen Anreize, sich überhaupt mit dem Verbotenen zu beschäftigen und erzeugen Parallelgemeinschaften.


Moderator: Vor dem Chat konnten die User bereits Fragen einschicken und bewerten, hier die Fragen mit den meisten Stimmen:

Fingerflipp: Wenn Kinder "Doom" spielen, machen doch die Eltern was falsch und nicht das Spiel?

Matthias Kleimann: Die Eltern machen etwas falsch, klar. Aber trotzdem gibt es einige Spiele, die derart gewaltbeherrscht sind, Gewalt als Selbstzweck zelebrieren, dass sie nach 131 StGB verboten sind.

Mathias Mertens: Die Eltern machen was falsch: Sie spielen "Doom" nicht selbst - wäre nämlich eine interessante Erfahrung. Aber die Frage will doch eigentlich darauf hinweisen, dass Eltern für die Erziehung ihrer Kinder verantwortlich sind und nicht der Staat.

Jutsch80: Deutschland hat jetzt schon die strengsten Jugendschutzbestimmungen weltweit. Wieso wird immer nur über eine Verschärfung des Jugendmedienschutzes diskutiert und nicht darüber, ob das jetzige System nicht schon viel zu weit geht (staatliche Zensur ist in Deutschland eigentlich illegal und trotzdem wird sie stark betrieben). In Österreich gibt es so etwas im Bezug auf Spiele nicht einmal ansatzweise und trotzdem gibt es hier nicht mehr Jugendkriminalität als in Deutschland. Wie erklären sie sich das?

Mathias Mertens: Ich bin kein Politologe, Soziologe oder Psychologe, aber meine Erfahrung sagt mir, dass wir tatsächlich gerne Verantwortung "nach oben" delegieren und dazu gehört der Ruf nach immer neuen Regelungen, Gesetzen und Verboten. Nach Mügeln haben Politiker jetzt mal Zivilcourage gefordert. Das finde ich einen guten Ansatz. Sich mal mit sich selbst auseinandersetzen, mit den eigenen Maßstäben und Handlungen.

Matthias Kleimann: Deutschland hat ein sehr weitgehendes Jugendschutzgesetz. Aber dennoch ist es verbesserungswürdig. Dabei geht es weniger um eine Verschärfung, sondern darum, dass die Institutionen, die bereits jetzt existieren, also beispielsweise Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPJM) und Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) vernünftig arbeiten und auch Staatsanwaltschaften und Gerichte dann aktiv werden, wenn das Strafgesetzbuch gebrochen wird. Ein Spiel wie "Manhunt" zum Beispiel ist nicht nur ein klarer Indizierungskandidat, sondern muss staatsanwaltschaftlich beschlagnahmt werden. Das ist in diesem Einzelfall sogar passiert und ist gut so. Bei anderen Spielen ist das nicht passiert.

teefax: Warum, ist es verwerflicher in "Doom" ein virtuelles Alien zu erschießen, als sich in der TV-Serie "Charmed" anzusehen, wie sich echte Schauspieler gegenseitig erschießen beziehungsweise sogar verbrennen?

Mathias Mertens: Weil man bei dem einen - der Fernsehsendung - jahrzehntelange Erfahrung mit solchen Darstellungen hat und sie in einen Gesamtkontext einordnen kann. Vor allem in den eigenen, denn man hat als Politiker, Wissenschaftler oder Journalist selbst damit zu tun gehabt, ist damit aufgewachsen und kann die Effekte am eigenen Leib beobachten und begutachten. Das ist bei Computerspielen nicht unbedingt so. Und da muss man sich in die Gehirne von kleinen, unmündigen, weil noch nicht an gesellschaftlichen Entscheidungspositionen befindlichen Menschen hineindenken und dort das Schlimmste vermuten. Denn man weiß es nicht.

Matthias Kleimann: Mit Fernsehgewalt existiert inzwischen eine breite Erfahrung in der Elterngeneration, mit Computerspielgewalt nicht. Wenn die Elterngeneration hier kompetenter ist, kann es sein, dass der offizielle Jugendschutz hier nicht mehr so stark aktiv werden muss, wie er jetzt sein sollte.

Moderator: Sie sagen beide, wenn ich mein Kind "Doom" spielen sehe, hab ich gar nicht Angst vor den blutigen Bildern, sondern davor, dass ich diese Kiste und ihre Steuerung nicht verstehe, wenn ich Sie richtig verstehe. Haben Eltern nicht vielleicht Angst, dass ihre Kinder von diesen Bildern total fasziniert sind, aber die Bilder nicht verarbeiten können?

Mathias Mertens: Diese Angst ist berechtigt. Deshalb sollten Sie sich mit ihren Kindern und ihren Ängsten und Bedürfnissen auseinander setzen - noch stärker mit ihren Bedürfnissen. Denn wenn man weiß, ob das "Doom"-Spielen aus ästhetischer Faszination oder als Kompensation für soziale Probleme geschieht, kann man dazu auch eine Haltung entwickeln. Man sollte aber auch hier nicht die Verantwortung von sich wegschieben und auf die Bilder übertragen, die mit quasi magischen Fähigkeiten ausgestattet sind, gegen die man nichts machen kann.

Moderator: Herr Kleimann, wirken die Bilder aus "Doom" oder ähnlichen Spielen anders?

Matthias Kleimann: Also, wenn wir beim Beispiel "Doom" sind: Das hat in Kinderhänden nichts zu suchen. Wie Bilder auf einen einzelnen Rezipienten wirken, kommt ganz auf den Rezipienten an und hier ist es tatsächlich an den Eltern, sich mit den Bedürfnissen und Ängsten ihrer Kinder auseinander zu setzen und ihre Mediennutzung auch kritisch zu hinterfragen. Das geht aber nur, wenn auch die Eltern wissen, worüber gesprochen wird. Das heißt: Eltern müssen wissen, was "Doom" ist, müssen an den Computer und sich mit den Spielen auseinander setzen.

Mathias Mertens: Das wissen sie inzwischen schon. Wir sind ja auch schon Eltern.

Matthias Kleimann: Stimmt. Aber es gibt eine Menge Eltern, die das nicht wissen.

Moderator: Frage zunächst an Herrn Mertens: Wirken "Killerspiele" anders als Filme?

Mathias Mertens: Was ist mit "Wirken" gemeint?

Moderator: Lösen Computerspiele mehr Aggression aus als beispielsweise andere Medien?

Mathias Mertens: Das weiß ich nicht. Ich kann es mir nicht vorstellen. Aber genauso können andere sich nicht vorstellen, dass sie das nicht tun. Und damit sind wir bei einem Hauptproblem: Da wir es mit einer ideologischen Debatte zu tun haben, beziehungsweise einer Glaubensfrage, ist es beinahe wichtiger, sich die Interessen der beiden Parteien anzusehen, die sich zur einen oder zur anderen Seite bekennen.

Matthias Kleimann: Es kommt nicht darauf an, was "mehr Aggressionen auslöst". In der Forschung ist inzwischen relativ unumstritten, dass die Hauptwirkungen interaktiver Mediengewalt in den Bereichen der Desensibilisierung gegenüber realer Gewalt und der Übernahme gewalttätiger Rollenbilder zu sehen ist. Dabei gilt: Auch interaktive Mediengewalt ist in erster Linie als Verstärkungsfaktor anderer ungünstiger Rahmenbedingungen wirksam.

Mathias Mertens: Man kann immer sehr wohlfeil darauf verweisen, dass es "in der Forschung" inzwischen unumstritten ist. Das können wir jetzt alle nicht nachvollziehen, deshalb müssen wir es schlucken. Ich sage jetzt mal, dass es "in der Forschung" inzwischen unumstritten ist, dass es für alles Beweise und Gegenbeweise gibt.

Matthias Kleimann: Wenn Mediengewalt auf einen fruchtbaren Boden beim Rezipienten trifft, ist sie unter Umständen ein großes Problem.

Moderator: Nachfrage an Herrn Kleimann: Ist es wirklich eine Glaubensfrage, wie Herr Mertens sagt?

Matthias Kleimann: Theoretisch nicht, praktisch ja. In einer perfekten Welt gäbe es perfekte Forschungsmethoden mit perfekten Forschungsbedingungen. Da es beides in unserer Welt nicht gibt, ist jede Forschung zu dieser Frage kritisierbar und somit bleibt es in gewisser Hinsicht eine Glaubensfrage.

Mathias Mertens: Vor allem gäbe es in dieser perfekten Forschung Menschen, die keine Menschen mehr wären.

Matthias Kleimann: Eben.

Moderator: Aber dann ist ja jede Forschung eine Glaubensfrage?

Matthias Kleimann: Naja...

Mathias Mertens: Ja.

Matthias Kleimann: Wenn es keine Gewissheiten gibt, muss man sich mit Behelfslösungen zufrieden geben, zum Beispiel mit der wissenschaftlichen Mehrheitsmeinung. Und die war es, auf die ich eben verwies.

Moderator: Wie hart sind denn dann die Forschungen des Kriminologischen Institus Niedersachsen? Die sind ja häufig Grundlage für eine Verbotsdebatte in der Politik.

Matthias Kleimann: Wir bemühen uns um gute Forschung, aber auch unsere Studien sind methodologisch kritikwürdig. Ich selbst könnte eine Reihe von Kritikpunkten nennen, bin aber dennoch davon überzeugt, dass unsere Schlussfolgerungen mit den empirischen Daten so gut übereinstimmen, dass sie der Wahrheit doch sehr nahe kommen.

Mathias Mertens: Erst einmal: Tatsächlich geht es in diesem Streit wohl um die wissenschaftliche Mehrheitsmeinung - denn die ist noch sehr flexibel. Und je nachdem, wie stark man sich am Anfang bei der Durchsetzung dieser Mehrheitsmeinung engagiert, profitiert man danach von den Strukturen, die man mit geschaffen hat. Und dass Schlussfolgerungen, die man aus empirischen Daten gezogen und unter bestimmten Vorgaben gesammelt hat, mit diesen Daten übereinstimmen, überrascht mich nicht. Das hat noch bei jeder empirischen Studie geklappt. Auch hier möchte man die Verantwortung auf die Wahrheit schieben, die mit Naturwissenschaft gleichgesetzt wird, obwohl diese Wahrheit der Naturwissenschaft seit Anfang des 20. Jahrhunderts durch Naturwissenschaftler selbst sehr in Frage gestellt worden ist.

Niko: Ist es wahr, dass es keinen erwiesenen Zusammenhang zwischen Computerspielen - insbesondere Killerspielen - und Gewaltverbrechen gibt?

Matthias Kleimann: Nein.

Moderator: Das heißt, es gibt einen Zusammenhang?

Matthias Kleimann: Ja. Die Frage ist: Wie groß ist er und bei wie vielen Gewaltverbrechen tritt er auf.

Mathias Mertens: Und was ist mit den anderen Studien, die das Gegenteil mit denselben Verfahren erwiesen haben?

Matthias Kleimann: Wird kaum welche geben. Ein Zusammenhang existiert ohne Frage. Die Kernfrage ist: Ist dieser Zusammenhang kausal.

Mathias Mertens: Oder liegt es vielleicht daran, dass man, wenn man nur diese Elemente zusammentut, natürlich auch irgendwelche Zusammenhänge feststellen wird, vor allem den, in den sie mit der Untersuchung gestellt worden sind.

Matthias Kleimann: Klar gibt es diese Kritik. In unseren Studien bemühen wir uns, ein möglichst umfassenden Bild vom Leben der Befragten zu bekommen. Aber natürlich mag es Dinge geben, die man in einem dreißigseitigen Fragebogen nicht erfassen kann.

Knuut: Gibt es eine Korrelation zwischen Armut, schlechter Bildung und Gewaltverbrechen bei Jugendlichen?

Mathias Mertens: Ich bin kein Sozialwissenschaftler.

Matthias Kleimann: Ja. Klar. Beides sind übrigens Faktoren, die wir als kriminologisches Forschungsinstitut immer erfassen. Auch wenn wir über Mediengewalt forschen.

xy01: Könnte man mit der entsprechenden Fragestellung nicht fast jeden Aspekt des täglichen Lebens mit Gewaltverbrechen in Verbindung bringen?

Matthias Kleimann: Nein, nicht jeden. Aber viele. Wenn Sie sich die verschiedenen Faktoren anschauen, die zu Gewaltverbrechen führen, gibt es da ein ganzes Bündel von Einflussgrößen. Mediengewalt ist eine davon und natürlich bei weitem nicht die Größte.

Mathias Mertens: Warum sind die Statements, die ich aus dem Forschungsinstitut höre, dann immer so eindeutig?

Matthias Kleimann: Kurze Antwort auf Herrn Mertens: Niemand aus unserem Institut redet der Monokausalität der Medien das Wort. Wäre auch Blödsinn, schließlich ist es unsere Wissenschaft, die ganze Bandbreite der Faktoren, die zu Gewalt führen, zu erfassen.

Mathias Mertens: Aber das ZDF schneidet das immer so zusammen. Dann müsste Herr Pfeiffer (Direktor des Kriminologischen Forschungsinstitutes Niedersachsen, Anm. der Redaktion) doch aufhören, sich jeden zweiten Tag bei denen zu äußern, wenn das so verstümmelt wird.

Matthias Kleimann: Okay, auch hierzu ganz kurz: Wenn Sie über Herrn Pfeiffer reden möchten, müssen Sie das mit ihm tun. Aber ich kann versuchen, das ein wenig aufzulösen. Wenn Herr Pfeiffer oder auch ich zu Mediengewalt gefragt werden, antworten wir über die Wirkungen der Mediengewalt. Dass es neben Mediengewalt eine ganze Reihe anderer Faktoren gibt, ist klar und sollte auch jedem klar sein. Wir wollen aber auch sehr klar machen, dass auch Mediengewalt nicht wirkungslos ist, wie es häufig dargestellt wird.

Moderator: Führt die Interaktivität der Spiele nicht dazu, dass ich ganz "weg" bin, dass ich mich mit der Gewalt in den Spielen nicht mehr kritisch auseinander setzen, nicht mehr sofort Abstand nehmen kann wie bei einem Buch oder Film?

Mathias Mertens: So wie in dieser Frage Interaktivität verwendet wird, sind auch Bücher und Filme interaktiv, nämlich Medien, denen ich meine Aufmerksamkeit widmen muss, um ihre Inhalte rezipieren zu können. Das Phänomen der Versunkenheit habe ich bei ganz vielen medialen Situationen. Es ist auch absolut notwendig, denn sonst würde ich nicht daran teilnehmen. Wahrscheinlich steckt hinter dieser Interaktivität aber auch noch die Vorstellung, dass ich auf die Inhalte einwirke und sie verändere. Und das ist ein großer Mythos, der auf beiden Seiten - bei den Spielkritikern wie den -befürworten - zu Missverständnissen führt. Niemand hat jemals beim bloßen Spielen das Programm eines Spiels und damit den Ablauf der Geschehnisse verändert. Alle haben nur in mehr oder weniger gekonnter Weise diese Programme zum Ablauf gebracht. Und dabei haben sie immer und immer wieder Distanz aufgebaut, um ihre Strategien zu bewerten und zu verändern.

Matthias Kleimann: Sicher ist eine distanzierte Betrachtung von Gewalt im Computerspiel sehr schwer. Aber auch ein gut gemachter Film schafft es, sich mit einem Filmakteur, der gewalttätig agiert, zu identifizieren. Der Unterschied ist: Ein Film, zum Beispiel ein guter Antikriegsfilm, kann eine Distanz zur Gewalt und ihren Akteuren schaffen, das geht im Computerspiel nicht oder nur sehr, sehr schwer. Zweitens fand ich den Beitrag von Herrn Mertens auf bpb.de sehr gut: Auch Spiele simulieren nur Interaktivität, aber ich kann mich eben nicht frei entscheiden, wie ich handle, sondern kann nur zwischen vorgegebenen Handlungsoptionen wählen.

Moderator: Ein Einwurf: Sie schreiben in ihrem Diskussionsbeitrag zur Debatte auf bpb.de, Computerspiele seien konfigurativ, nicht interaktiv. Wir passen uns in ein vorgegebenes Set an Elementen ein. Was ist mit emergentem Gameplay? Wenn das System, die Spielalgorithmen so frei werden, dass die Programmierer sie selbst nicht mehr vorhersagen können?

Mathias Mertens: Das wäre ein großartiges Spiel. Leider habe ich selbst diese Moment nur selten erlebt. Das Problem - oder das Gute - wäre aber, dass sich solche freien Algorithmen kaum in unsere Vorstellungen von linearen, anthropomorphen Erzählungen einpassen ließen. Es wären Spielmomente, die eine hohe Kompetenz in strukturellem und algorithmischen Denken erfordern. Viele Spieler hätten das wohl inzwischen. Aber solche Spiele ließen sich "draußen" nicht vermitteln, das heißt die anderen Medien würden sie nicht behandeln, weil die nur mit Sex and Crime etwas anfangen können.

Matthias Kleimann: Fakt ist, dass es sehr viel einfacher ist, gewalttätige Handlungsmuster im Spiel zu simulieren, als echte Interaktionen zwischen Personen. Darum sind die Egoshooter inzwischen ja auch so gut und beim Adventure sind wir immer noch beim Point-and-Klick.

Mathias Mertens: Das stimmt haargenau. Allerdings halte ich Point-and-Klick-Adventures für großartige Gebilde.

Matthias Kleimann: Keine Frage.

Mathias Mertens: Die sind viel besser als die 3D-Action-Adventures mit-Rollenspielanteilen, die mit einer bombastischen Oberfläche verbergen wollen, dass sich darunter auch ein Point-and-Klick-Adventure verbirgt - meistens ein sehr simples.

pko3: Falsch. Interaktion kommt nun in die Spiele, weil die Technik weit genug ist.

Mathias Mertens: Nein. Interaktion hat man mit Menschen. Bei Spielen setze ich mich aber nicht mit Menschen auseinander, sondern mit dem Computer und seinen Programmlogiken, deren Variablen vielleicht von anderen Menschen verändert werden beim Online-Spiel, aber die immer noch in den selben Routinen prozessiert werden.

Moderator: Kommen wir einmal zum Generationenkonflikt, der in der Debatte um ein Verbot von "Killerspielen" oft durchschimmert: Wenn es stimmt, dass "wir Alten" eigentlich keine Angst vor einer neuen Form der Gewaltdarstellung haben, sondern Angst vorm Medienwandel, den wir nicht mehr beherrschen, warum beschweren sich so wenige Eltern beziehungsweise Ältere über "Ponyhof", "Tetris", die "Wii", "Sim City"?

Matthias Kleimann: Weil es coole Spiele sind, denke ich. Es geht natürlich auch immer um die Inhalte der Spiele.

Moderator: Nachfrage: Ist die Debatte um ein Verbot auch ein Generationenkonflikt?

Matthias Kleimann: Ja. Aber es ist auch ein Konflikt zwischen erwachsenen Menschen, die selbst Kinder haben und zwischen Jugendlichen, die sich und ihr Hobby diskreditiert sehen.

Mathias Mertens: Es beschwert sich niemand über "Tetris", weil niemandem etwas zu fallenden Klötzchen einfallen will. Aus Mangel an Kreativität. Spiele mit gewaltdarstellender Oberfläche werden von den Beschwerdeführern verstanden, deshalb können sie dazu auch einen Text abrufen. Ich plädiere ja dafür, sich wirklich intensiv um ästhetische Kategorien zu bemühen mit denen man Spielen begegnen kann. Wahrscheinlich gehe ich nur deshalb so vehement gegen die Wirkungsdebatte vor, weil sie verhindert, dass solche kulturelle Meinungsbildung vonstatten geht.

Matthias Kleimann: Ich gebe Herrn Mertens Recht, was die fehlende ästhetische Kompetenz auf Seiten der Nutzer, besonders der Eltern angeht, aber da wird es leider noch eine ganze Zeit dauern, bis die Gesellschaft auf dem Level angekommen ist, auf dem heute über Filme diskutiert werden kann.

Mathias Mertens: Wir könnten es aber jetzt schon tun. Lassen Sie uns über Spiele reden und warum "Tetris" besser ist als "World of Warcraft". Oder warum wir seit 25 Jahren "Pac-Man" spielen.

Matthias Kleimann: Okay. Obwohl ich da auch nur kompetenter Laie bin.

Mathias Mertens: Das heißt jetzt zwar "Doom3", aber immer noch renne ich durch ein Labyrinth werde von Untoten gejagt und sammle Sachen vom Boden auf.

Matthias Kleimann: Mag ja stimmen, trotzdem ist mir das eine zu relativistische Sicht auf "Doom".

Mathias Mertens: Dann frage ich, ob das "Star-Wars-Monopoly" oder das "Hildesheim-Monopoly" ein anderes Spiel darstellt als das klassische Monopoly? Nein, aber es bietet andere Oberflächen an, die für bestimmte Gruppen ein bestimmtes Distinktionsmerkmal sind, mit dem sie sich sichtbar von anderen abgrenzen können, nur um dann genau das-selbe wie die zu machen.

Matthias Kleimann: Tut mir leid, ich sehe die Analogie zu "Pac-Man" und "Doom" nicht so. Auf einer sehr abstrakten Ebene sind die Spiele sehr ähnlich oder gleich und auf einer sehr abstrakten Ebene ist "Mario" ein so genanntes Killerspiel. Aber es kommt auf die konkreten Inhalte, die konkrete Darstellungsweise an.

Mathias Mertens: Es kommt eben nicht nur darauf an. Die Oberfläche – das, was Sie mit konkreten Inhalten und konkreten Darstellungsweisen bezeichnen - dient vor allem dazu, sich mit einer bestimmten kulturellen Gruppe zu identifizieren. Und die Verdammung der anderen Oberflächen dient dazu, die eigene Gruppe zu integrieren und stärker zu machen. Ganz konkret: Wenn ich Studien zur Gefährlichkeit von Killerspielen anfertige, positioniere ich mich damit innerhalb einer gesellschaftlichen Gruppe, die vielleicht mit Geld und Infrastruktur ausgestattet ist, an der ich teilhaben will. Sollte ein Punkt sein.

Matthias Kleimann: Das Problem ist: Wenn jede Spielerin und jeder Spieler ein Spiel analytisch so zerpflücken könnte wie Herr Mertens und es mit diesem Hintergrund auch spielen würde, müssten wir hier heute nicht diskutieren. Leider ist das aber nicht die Realität. Und zu unseren Studien, denn darum geht es ja wohl: Mir sind das Geld und die Infrastruktur irgendwelcher gesellschaftlichen Gruppen schnurzegal. Meine Frau ist Beamtin auf Lebenszeit, ich bin bis auf Weiteres versorgt, vielen Dank.

Mathias Mertens: :-)

Matthias Kleimann: :)

Moderator: So, wir sind kurz vor Schluss: Zeit für ein Schlusswort unserer Gäste. Herr Mertens wollen sie den Anfang machen?

Mathias Mertens: Spielen Sie. Spielen Sie viel. Kriegen Sie raus, was gut ist. Spielen Sie dann das, was gut ist.

Matthias Kleimann: Ehrlich gesagt, habe ich neben mir ein kleines Schnuller-Problem ;) Also nur ganz kurz: Vergesst den Begriff "Killerspiele". Aber: Macht nicht einfach den Job der PR-Leute von "Rockstar-Games" und "EA". Seid kritisch, fordert bessere Spiele. Und lasst Eure Kinder nicht an jeden Scheiß heran.

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Transkript der Userkommentare



besorgter Bürger: Der Anteil gewalttätiger Fußballfans liegt deutlich höher als der Anteil gewalttätiger Computerspieler. Da also die Gewaltbereitschaft offensichtlich durch Fußball gefördert wird - ist dann demnächst vielleicht auch mit einem Verbot der Bundesliga zu rechnen? Dann bitte auch gleich noch Alkohol verbieten!

mourice_78: Hi.

BiTu84: Guten Tag

markus: Moin.

sam: @Bürger: Das lass mal nicht die Fußballfans hören

ttwhy: Trotzdem ist es richtig. ;) Computerspieler sind eher "introvertiert" als extrovertiert. Und logischerweise werden diese Leute IMMER mehr Potenzial haben zu "explodieren"

Serval: @ ttwhy: Kann ich so nicht bestätigen - Ich kenne genug extrovertierte Zocker.

Mike65: Schade dass der "normale" Bürger der nur durch Beiträge aus Sendungen wie "Panorama" oder Artikeln in der "Bild" dieses Thema meint zu kennen, von solchen Diskussionen nichts mitbekommt und nur kennt, was die "quotengerechte Krawallberichterstattung" so von sich gibt.

dings: @ ttwhy: Das ist 'ne wichtige Frage: Wer spielt eigentlich, statt sich draußen auf der Straße zu prügeln? Mein Eindruck ist auch, dass Spieler eher introvertiert sind, aber vielleicht ist das nur mein Freundeskreis:). Gibts da irgendwelche demographischen Daten zu Persönlichkeitsmerkmalen von Spielern?

Cyberflips: Um nicht out zu sein, trotzdem, ich hätte nichts dagegen, wenn es drastischere Maßnahmen gegen die Bundesliga geben würde, um endlich der sinnlosen Gewalt in Bezug auf ein Sportspiel entgegen zu wirken

Nihilist: Warum wird bei dieser Diskussion ständig ignoriert, dass es sich bei diesen Produkten um reine Erwachsenenunterhaltung handelt? Natürlich gehören sie nicht in die Hände von Kindern, aber als Erwachsener Mensch sollte man doch analog zu Alkohol, Pornografie usw. den Konsum zugestehen. Warum fühlen sich eigentlich auch überwiegend die älteren Semester berufen, über eine Form von Unterhaltung zu urteilen, welche sie mangels Wissen bereits als Wurzel allen Übels definiert haben?

Janka: Wieso reden Politiker lautstark über simulierte Gewalt in Computerspielen, während die alltägliche reale Gewalt unter Jugendlichen ( "Mobbing ", rohes Prügeln) keine Beachtung findet? Diejenigen, die am Computer mit befreiender Zufriedenheit simulierte Gegner umbringen, sind allenfalls die, die in der Realität Opfer von realer Gewalt sind, und ihre Aggressionen nicht gegen wirkliche Menschen richten können oder wollen.

ttwhy: Richtig. Eine solche Diskussion im Internet trifft leider die bereits gebildete Zielgruppe. Der "Pöbel", der die Bild-Meinung direkt annimmt, wird davon leider nie was mitbekommen.

Grolinson: @ttwhy: Eine ziemlich überzogene Verallgemeinerung, findest du nicht?

marfoe: Ich denke, dass auf dem Gebiet eigentlich gezielt so wenig Öffentlichkeitsarbeit betrieben wird.

besorgter Bürger: @ Mike65: Ich hab das Gefühl, das trifft auch oft auf so genannte Experten zu - nur vorgekaute Meinungen!

Matjes: Seit wann sind Computerspieler introvertiert? Ich habe mich zu meiner Jugendzeit häufig mit vielen Freunden getroffen und dann auch Computerspiele gezockt.

Mike65: Wenn ich nur wüsste, was "Panorama" mir so erzählt, hätte ich ein ganz klares Bild von den "Persönlichkeitsmerkmalen" der Spieler.

killerspieler: Warum wird nicht mal auf Filme wie "Hostel" oder "Saw" eingegangen? Diese Filme bestehen nämlich nicht aus Pixeln!

Andrejos: Darf ich fragen, ob es überhaupt ein Spiel gibt, in dem Gewalt gezielt verherrlicht wird?

Benedikt: Nein, ich finde das nicht selbstverständlich, wie Herr Kleimann meint. Mit welchem Recht sollen andere bestimmen, was ich SPIELEN darf und was nicht?!?

Trashball: Stimmt auch wieder, Benedikt

Matt: Früher waren es die Comics, Kino, Rock n Roll, heute sind´s eben die "Killerspiele", so nach dem Motto, "Huch etwas neues ....HILFE".

Stefan Pradel: @Anrejos: Das ist, denke ich, Auslegungssache.

besorgter Bürger: @ Benedikt: Genau DAS ist nämlich Zensur!

albe: @ killerspieler: Das Problem ist, dass Filme als Kunst und kulturell wertvolles Gut angesehen werden, Computerspiele aber nicht.

Ph3n1X: Finde ich doch, dass es selbstverständlich sein kann! Aber diese Grenzen sind eher rein ethischer Natur!

Cyberflips: @ Benedikt: Weil in erster Linie der Jugendschutz das Thema ist und wir "Erwachsene" hier eine Verantwortung haben.

Gsicht: Vor allem: Selbst wenn es Verbote geben sollte, dann steigert das doch das illegale Downloaden aus dem Internet!

Andrejos: Eben. Killerspiele sind der Funke in einem Pulverfass - nicht das Pulver selbst.

Benedikt: @ besorgter Bürger: Richtig. Und ich möchte mich, wenn es um das Thema Spiele geht, nicht zensieren lassen. Denn ich denke, ich bin alt genug um selbst zu entscheiden, was gut für mich ist und was nicht.

frog: Killer und Computerspiele sollten viel mehr in Schulen thematisiert werden. Nur so kann man ein kritisches Bewusstsein bei den Kids schaffen.

besorgter Bürger: @ Cyberflips: Aber die Spiele sind doch fast ausschließlich erst ab 18: Wieso dann über den Jugendschutz diskutieren?

sam: Schafft erst mal ein kritisches Bewusstsein bei den Eltern - da geht´s doch los.

area50: Und gerade dieses Verbot reizt die Jugendlichen, es trotzdem zu spielen.

EinSchweizer: Ich bin 33 Jahre, bin mit Shootern aufgewachsen, bin wegen dem nicht zum Amokläufer geworden. Hier in der Schweiz gibt es solche Gesetze wie bei euch nicht, deswegen ist die Kriminalität aber auch nicht höher als in Deutschland.

Robert: Hmm, es würde mich mal interessieren, welche Spiele denn nun so gewaltbeherrscht sind, dass sie verboten werden müssen (bin da nicht auf dem Laufenden). Nur solche Formulierungen riechen nach "gibt es bestimmt, aber ich habe sie noch nie live gesehen".

Mike65: Eltern haben nun mal nicht eine 100%-ige Kontrolle über ihre Kinder (Das soll es nicht entschuldigen oder gut heißen. Ist aber so). Man sollte es als Elternteil aber nicht noch unterstützen, indem man seine eigenen Games den Kindern zugänglich macht. Zudem ist die grundsätzliche Vermittlung von Werten etc. etwas was die Eltern sehr wohl können und müssen.

Cyberflips: Problem ist nicht, dass nur Eltern etwas falsch machen, sondern dass Sendungen wie "Panorama" (Beispiel) aber auch andere Medien Eltern durch ihren vermeintlich "seriösen" Bonus die Sache jedoch nicht ernst nehmen und mit gezielten Falschinfos die Eltern verunsichern.

Andrejos: Bei uns in Österreich haben die Jungs keine Probleme wie in Deutschland.

Dadie: Na ja, "Postal 1" ist sehr gewaltbeherrscht...

NormanB: Stimmt, wäre nicht schlecht, wenn Herr Kleimann die Spiele beim Namen nennen würde, die verboten gehören oder sind.

Stefan Pradel: @ Robert: Je nachdem, wen du fragst, sind das sämtliche Spiele, in denen Spielziel ist, Menschen zu töten.

ehernich: Man muss nunmal hinnehmen, dass der Staat sich vorbehält, bestimmte Dinge aus dem öffentlichen Leben zu entfernen. Drogen, Waffen und bestimmte Inhalte gehören dazu. Das hat nichts mit Zensur zu tun ...

Manuel1987: Sollte man nicht zwischen Realität und virtuellen Situationen unterscheiden? Die täglichen Nachrichten aus Afghanistan und dem Irak sind auch oft sehr gewalttätig und im Gegensatz zu "Killerspielen" sind sie real.

Slup: Bin selbst 23 Jahre alt, ebenfalls mit Shootern aufgewachsen. Heute selbstständig und habe vier Mitarbeiter. Zu schade, dass ich nicht ins typisch deutsche Bild des Killerspiel-Spielers passe. Ich persönlich kenne niemanden, der davon gewalttätig oder gewaltbereiter wurde.

Tobias Henze: Ist es nicht vielleicht eine Frage der Erfahrung der Politiker mit den PC-Spielen? Ich bezweifle, dass sich einer der Politiker mal an ein PC-Spiel gesetzt hat. Es muss ja nicht gleich "Doom" sein, allerdings auch nicht "Freecell"!

Manjack: Ich bin 20 Jahre und spiele in meiner Freizeit ebenfalls "Killerspiele", laufe weder Amok, habe ein "normales" real life und halte mich auch nicht für introvertiert. Meiner Meinung nach haben die Spiele einen geringen bis gar keinen Langzeiteinfluss auf die Spieler.

ttwhy: Rufen tut niemand bis auf die Medien und der falsch informierte Bürger!

DrunkenMonkey: Meiner Meinung nach sind Killerspiele wie eine Therapie, weil man da gut Frust abbauen kann, oder was sollte man am besten mit seinem Frust machen?

EinSchweizer: Dazu find ich persönlich die Schützenvereine viel gefährlicher. Dort lernt man aktiv, wie man mit einer Waffe umgeht und auf Menschen (in Form von einer Zielscheibe) schießt. Niemand kann in einem Computerspiel realistisch den Umgang mit der Waffe üben.

Robert: "Postal" kenne ich in der Tat nicht. Habe nur gestern den Film in der sneak preview gesehen. Wenn ich recht informiert bin (wikipedia) ist der ab 16. War aber schon sehr gewalttätig und niveaulos. Kann ihn nicht empfehlen, die Zeit kann man besser verbringen.

DrFrag: Ich bin Österreicher und muss mir die Gesetze von Deutschland gefallen lassen, da der deutsche Markt natürlich die Publisher mehr interessiert. Wir kriegen dann den Rest ab. Nur warum?

marfoe: Ich denke, dass nach den Ereignissen von Erfurt mehr von Politikern versprochen wurde, als gehalten wurde, aber das ist ja in der Politik inzwischen normal

TheGreatBeste: Ist diese Debatte nicht eher ein Strohmann, um einen Sündenbock für alles Schlechte auf dieser Welt zu finden? Obwohl die wirklichen Ursachen für Gewalt ganz andere Ursachen haben?

Stefan Pradel: @Mertens: Zivilcourage kann aber in dem Zusammenhang auch nach hinten losgehen. Etwa, wenn besorgte Verwandte sich an die Polizei wenden, weil ein Enkel "böse Killerspiele" spielt.

Tigaente: Und warum ist das gut so? Warum darf ich mir als Erwachsener selbst kein Bild von dem machen, was da verboten wurde?

MathiasO: Also ich spiele Computerspiele wie DOOM rein aus Freude am Nervenkitzel, weil ich vergleichbare FILME einfach meist anspruchslos, langweilig und voraussehbar finde. Dies macht sie eventuell auch so populär.

sam: stimmt @schweizer: Aber die Schützenvereine haben eben Tradition.

Matt: Sozialer Darwinismus an deutschen Schulen, am Arbeitsplatz, Menschen ziehen sich zurück und feuern ihre ganze Wut in diese Spiele, die Quintessenz daher: Es ist ein gesellschaftliches Problem, Killerspiele können das Fass zum Überlaufen bringen, sind aber niemals das Problem an sich.

Blaufusstoelpel: Kann mich den Aussagen von Manjack und Slup anschließen: Bin 27 Jahre alt, spiele diese Art von Spielen (also Ego-Shooter) immer noch gerne. Und definitiv ein Anhänger des Katharsis-Effekts (Frustabbau) von Spielen.

Clumsie: auf dem C64 gab es ein Spiel, da war es Ziel Omas, Katzen und so zu überfahren. Damals hat kein Hahn gekräht. Heute jedoch wollen Politiker Punkte machen und hetzen die Bevölkerung auf die Computerspieler!

savon: Ist diese ganze Verbotsdiskussion nicht ein tiefer Schnitt ins eigene Wirtschaftsfleisch? Jeder, der ein Original will, bekommt es beim Nachbarn. Ein enormer Steuerverlust für Deutschland. Es ist lächerlich einen 35- jährigen Menschen bei der Wahl seiner Filme oder Spiele bevormunden zu wollen. Kann das wirklich Sinn machen und wie lange dauert es noch, bis selbst auf Besitz solcher Medien Geld- und/oder Freiheitsstrafe steht?

Objektivstattpopulistisch: @Mertens: Wenn man Spiele verbietet, wird man sie nicht einordnen können.

Humaer: Die Grafik ist mittlerweile auch besser, als auf einem C64

Keoma: Spielt bei all der, ich nenne es mal Hysterie, nicht auch zu großen Teilen die Unerfahrenheit eine große Rolle, die bei Personen der 'älteren' Generation einfach vorherrscht. Diese haben in vielen Fällen nie irgendein Spiel gespielt und die Angst vor dem "Neuen" lässt sie ziemlich schnell nach Verboten schreien.

canon: In Counterstrike geht es nicht mehr um Geiseln retten, es ist viel mehr ein Spaß-Spiel, nicht wegen dem Töten, sondern weil es Fröhlichkeit erregt, nicht wegen Töten, sondern weil´s so schnell ist, also ne Abwechslung.

Tigaente: Dann müssen Politiker halt mehr spielen und Spiele kennen lernen. Aber am besten unvoreingenommen ran gehen.

sam: @Herr Mertens: Das mit der jahrzehntelangen Erfahrung erklären sie bitte einem Neunjährigen mal.

nAndU: Waffen, Macht, Drogen, Gewaltfilme/Gewaltspiele. Sie gehören einfach nicht in die Hände von "labilen" Personen. Aber deswegen gleich ein Verbot auszusprechen halte ich einfach für übertrieben. Das Gesetz sieht es vor, dass Spiele auch erst ab 18 freigegeben sind. Vielleicht sollte man über ein "Killerspieleschein" (analog zum Waffenschein) nachdenken. Zumindest wäre dies eine typisch deutsche Eigenschaft... ;-)

Gsicht: Was ist nun schlimm, wenn z.B. ein 14-Jähriger Doom spielt?

Cyberflips: Oh, das ist aber nun keine wirklich befriedigende Antwort von Herr Mertens. Jahrzehntelange Erfahrung mit dem Medium Fernsehen als Wertungsunterschied anzuführen, ist schwach

Robert: Auch mit Egoshootern haben viele schon jahrelange Erfahrung. Nur weil manche "Experten" bisher noch kein einziges live gesehen haben, heißt das gar nichts ;-) Was man nicht kennt, sollte man nicht einfach verbieten.

tehcrs: Ein fünfjähriges Kind hat also zu wissen, wo es "Charmed " (ca. 16 Uhr, soweit ich weiß), einzuordnen hat...interessant.

Gsicht: Warum gibt es keine Ab-14-Einstufung bei der USK? Zwischen 12 und 16 macht man viel durch, da ändert man sich am meisten.

Tobias Henze: @ canon: Aber versuch das mal einem klar zu machen, der nicht selbst spielt, sondern nur sieht, dass Leute virtuell getötet werden, den Unterschied klar zu machen, ist schwierig.

mazze: @ nAndU: Wie willst du bitte bei mm zum Beispiel eruieren, ob der, welcher z.B. Doom kauft, labil ist oder nicht?!

Basshinzu: Killerspielschein XD, genial! Also ich würde das sofort unterstützen

EinSchweizer: Es ist auch eine Tradition, dass jeder Schweizer Militärpflichtige seine Dienstwaffe zuhause im Schrank hat. Nur weil es eine Tradition ist, muss es nicht heißen das es deswegen besser ist. Wenn man Menschenleben retten könnte, indem man die Tradition bricht, dann sollte man dies tun.

Pulse: Es gehört noch viel mehr nicht in die Hände labiler Menschen.

nAndU: Wenn Herr Mertens meint, dass man "jahrzehntelange" Erfahrung mit TV-Gewalt hat, so müsste man den Killerspielen ebenso lange Zeit lassen, sich zu entwickeln...

Grolinson: Und weil wir noch keine 30-jährige Erfahrung mit Computerspielen haben, müssen wir sie jetzt erst einmal ne Runde verbieten, reglementieren u.ä.? Oder ist es eher der Abstumpfungsfaktor? Oder die Tatsache, dass Fernsehen eine passive Tätigkeit ist und spielen eher aktiv?

canon: Genau, Waffengesetze stark verschärfen, Waffenläden kontrollieren, ich kann jetzt, bin 18, ohne Waffenschein, in einen Laden, Waffe besorgen etc.

Tigaente: Wer sind eigentlich die Leute, die entscheiden, das ein Spiel verboten gehört? Woher haben denn die die dafür notwendige Medienkompetenz?

Andrejos: Also um ehrlich zu sein, ist die gesamte Debatte nutzlos: Fast alle Amokläufer haben die Spiele gespielt, aber alle hatten soziale Probleme! Es ist leichter, Killerspiele zu verbieten, als soziale Probleme aus der Welt zu schaffen. Wenn die Spiele abgeschafft werden, dann wird sich an der Lage von denen, die keine Freunde, keine Familie, keine Zukunft haben, nichts verändern und es wird weiterhin Amokläufe geben. Nicht unbedingt mit Waffen aber mit Messern etc. WARUM KAPIEREN DIE DEUTSCHEN POLITIKER UND MEDIEN DAS NICHT?

Cyberflips: @Bürger: Weil es eben unabhängig von der Alterseinstufung Inhalte gibt, die einen besonderen Zugangsschutz verlangen. Das hat der Gesetzgeber lange erkannt und die Indizierung als Instrument dafür geschaffen. Beispiel: Pornographie.

Clumsie: Anstatt die Spiele zu verbieten, sollte man vielleicht mal überlegen, dass man diese Spiele nur in Läden für Erwachsene zu verkaufen, ähnlich wie bei Pornos!

OneZock: Was ist, wenn beide Elternteile arbeiten? Müssten diese dann nicht den Fernseher wegsperren, um ihre Kinder vor den typischen Sendungen zu bewahren?

SubwayTS: Diese Frage ist unberechtigt, da Doom FSK 18 ist. Also sollte die Frage eher sein: Wie kommt ein Kind an ein Spiel wie Doom?

canon: @ Tobias Henze: Vor laufender Kamera sterben Menschen, und Counterstrike 1.6, nicht Source, ist so unreal!

Pulse: Weil es einfacher ist, alles auf die "Killerspiele" zu schieben, übrigens ein schändliches Wort!

masterofdesaster: Meiner Meinung nach bedürfte es einer solchen Feststellung, ob eine Person dem jeweiligen Spiel gewachsen ist, einem ausführlichen Test.

NormanB: Sie kapieren es, nur präsentiert man mit dieser Erkenntnis keine Ergebnisse. Als Politiker muss man handeln, wenn man Erfolg haben möchte, man denkt als Politiker populistisch und kurzfristig.

seb0p: @Clumsie: Das sehe ich genauso. Warum werden die Erwachsenen immer bevormundet und können nicht alleine entscheiden?

Pandur: @Clumsie: Genauso ist es mit indizierten Spielen.

toastbrot: @Clumsie: Solange man die Spiele aber trotzdem noch an jeder Ecke im www bekommt, ist das nutzlos.

Humaer: Bisher wurde immer vom Schlimmsten ausgegangen, sobald ein neues Medium eingeführt wurde. Das war beim Buch so, beim Kino, TV und jetzt eben Computerspiele.

nAndU: @Clumsie: Kann ich nur beipflichten!!! Eine gute Idee!

ApuCalypso: Das ist doch eigentlich bei dem Ganzen das Hauptproblem: Die gesetzliche Grundlage, die Alterseinstufungen von der USK z.B., sind ausreichend. Bringt nur leider wenig, wenn man als Kind in einen Laden spazieren kann und da trotzdem fast alles kriegt

sam: @Clumsie: Oder die Verkäufer drauf dressieren, nicht nur aufs Geld zu schielen

Pulse: Selbst diese Reglung wäre lächerlich.

savon: Könnte man jetzt endlich von Doom absehen und sich Spielen widmen, die aktuell sind und auch wirklich, wie irrsinnig diese auch sein mag, eine Verbotsberechtigung haben könnte! Beispiele hierfür: Soldier of Fortune.

RR: Kinder dürfen nicht "Doom" spielen. Wenn sie es trotzdem tun, ist das das Versagen ihrer Eltern. Sie können Hersteller von Küchenmesser auch nicht für dafür verantwortlich machen, wenn damit Personenschaden angerichtet wird.

Robert: @Andrejos: Schon wahr, spiele verbieten ist billig und einfach (keine Lobby). Schulpsychologen einzustellen, um Problemfälle zu entdecken und ihnen zu helfen, ist teuer! Klar hilft ein Verbot nicht, aber das merkt der Bürger erst in der nächsten Legislaturperiode.

dr_nobe: @Andrejos: Na klar haben fast alle Amokläufer Killerspiele gespielt. Weil so viele Jugendliche und junge Erwachsene solche Spiele spielen. Deswegen ist es gar keine Kunst, so etwas beim Täter zu finden. Man findet es aber auch bei Millionen von Nicht-Tätern.

Lorgan: Ich frage mich wie viele Kinder überhaupt an Doom 3 rankommen. Klar ist es schlecht, wenn kleine Kinder Doom 3 spielen - aber das gleiche könnte man dann zu bestimmten Sendungen sagen, die tagsüber laufen.

Doc Mison: Die ganze Debatte zu den Killerspielen erinnert mich an die Rock n Roll-Debatte. Teufelsmusik, und die Debatte über Gewaltfilme, die zu Gewalttätigkeit führen soll.

Tobias Henze: @canon: Da gebe ich dir vollkommen recht, aber wir haben die Erfahrung selbst gemacht, viele andere bekommen nur die Bilder aus den Medien.

Kaos: Ästhetische Faszination und soziale Probleme sollten bei Spielen nie im Vordergrund stehen. Bei wem so etwas anliegt, der sollte keine Spiele spielen. Spiele sollten immer als das angesehen werden, was sie sind: Eine Art neumodischer Zeitvertreib.

lala: Vielleicht sollten Sie nicht bei Spielen wie DOOM ansetzen, die berechtigterweise auf dem Index stehen.

Dr.Bens: Logisch, deswegen auch die Alterbeschränkung.

Dante: Ich bin dafür, dass die Gesetze verschärft werden, aber keine Verbote ausgesprochen werden sollen. Bin 24, laut Gesetz volljährig und möchte diesen Zugang zu solchen Spielen haben. Aber sogar unter 18-Jährige kommen an diese Spiele "legal" ran, indem sie sich die Spiele kaufen. Zu oft wird nicht kontrolliert, wie alt sie sind. Und wenn doch, gibt´s das Internet, was aber wieder mal eine andere Sache ist. Ein Verbot ist in meinen Augen ungerecht, da könnte man Alkohol auch verbieten. Außerdem, es ist ja kein Problem, für 14-Jährige an Alkohol zu kommen. Da sollte das Gesetz mal härter durchgreifen! Aber man sucht einen Sündenbock für alle, die Amokläufe und "Killerspiele" sind doch sooo leicht zu erklären!

iZebreaker: Ach ja, das Thema Verantwortung! Ist es nicht eigentlich schlimm, dass die Medien staatlich geprüft werden müssen? Sollte so was nicht auch die Aufgabe der Erziehenden Personen sein?

Technikfreak: Nachrichten mit Massakern oder Blutenden laufen auch auf Privatsendern tagsüber, dann müsste man das auch schützen.

CroNeo: Diese Diskussion ist doch total daneben, da in diesem Fall das Spiel "Doom" indiziert ist und somit gar nicht erst in die Hände von Kindern oder Jugendlichen gelangen darf.

simplyme76: In Hamburg wurde jetzt letztes Wochenende ein junge KO geschlagen, der danach zusammenbrach und starb. Sollte man jetzt alles Prügelspiele und Co. dafür verantwortlich machen? Ich denke nicht!!

Humaer: Doom ist ja auch nur ein Beispiel.

MWD: @Clumsie: Die Notwendigkeit (sie gesondert zu vertreiben) entsteht bei Pornos wohl weniger aus dem Inhalt, sondern vielmehr aus dem Verpackungsdesign (das an sich nicht jugendfrei ist) heraus. Ansonsten sollte/müsste man ein solches Vorgehen auf alle ab 18-Artikel ausdehnen, oder eben die Verpackungen jugendfrei gestalten.

Trashball: Die deutsche Version von Doom3 ist nicht indiziert.

buzzemann: Wenn schon dauernd über Doom diskutiert wird: Doom war "die Urmutter" (naja, eigentlich Wolf) der Killerspiele. Als "Gründer eines durchaus erfolgreichen Genres" sollte man Doom doch mehr als Kultspiel als als Killerspiel sehen... und abgesehen davon: Da es Doom schon so lange gibt, sollte man doch hier auch schon gewisse "Langzeiterfahrungen" haben, die beweisen, dass es gar nicht SOOO schlimm ist.

Objektivstattpopulistisch: Im TV laufen im Nachmittagsprogramm und Abends zur besten Sendezeit teilweise ziemlich brutale Filme, aber da schert sich niemand um den Jugendschutz. Auch nicht wenn es um die nackten Brüste auf der ersten Seite der Bildzeitung geht oder Pornohefte, die im Zeitschriftenhandel meistens frei ausliegen. Auch das unsere Kinder teilweise mit 13 selber schon Kinder bekommen, kümmert kaum jemanden. Mit den so genannten "Killerspielen" hat man doch bloß einen neuen Sündenbock gefunden, wo keine große Lobby dahinter steht

Sebastian C.: Herr Kleimann hat es erfasst. Doom ist nicht für Kinder geeignet. Alkohol und Auto fahren auch nicht. Zigaretten ebenso.

pnume: Doom hat also in Kinderhänden nichts zu suche. Aha. Aber Nachrichten mit Bombenopfern, Kriegsberichterstattung... sind für jeden frei..

iZebreaker: Wieso wird DOOM immer als Paradebeispiel genommen? Wenn ich mir Beiträge - z.B. Frontal 21 oder sonstiges - anschaue, wird immer von GTA und DOOM gesprochen. Ich finde es mangelhaft, sich solche Musterbeispiele zu wählen!!!

nAndU: Eltern sollten sich ohnehin mit dem auseinandersetzen, was ihre Kinder tun!

Rey Alp: Warum wird hier, wenn es um ein Verbot von Spiele für Erwachsene geht, von Herrn Kleimann angebracht, dass diese nicht in Kinderhände gehören? Das wissen alle Computerspieler, nur bei den Eltern ist es noch nicht angekommen.

ApuCalypso: Ist beim Thema des Rezipienten nicht auch ein großes Problem, dass das Spiel vom Spieler anders wahrgenommen wird, als von einem bloßen Zuschauer?

Tigaente: Meine Eltern wissen auch wie Doom aussieht und was man da macht. Mein Papa spielt sogar selbst :)

savon: Doom ist auch nur ein Beispiel aus den Kinderzeiten der Szene! Das ist als wenn ich über Mr. Bean rede, aber Charlie Chaplin zeige!

Cyberflips: @ehernich: Sehr gut, ich würde sogar noch weiter gehen. Ich erwarte das sogar von einem Staat, der einen so hohen Zivilisationsstand hat.

canon: Doom 1 ist extrem unrealistisch, spielte mal Freedoom, die Navigation ist wohl ein Witz, alles 2D, nicht 3D, was wollen alle von Doom? Doom 3 (oder Duke ab 2) ist realistischer, aber diese Waffen und Feinde gibt es nicht hier. Das Problem liegt an Counterstrike 1.6. Ich mein es ist zu unrealitisch, deshalb macht es Spaß, für andere zu realistisch.

Serval: Beim jüngsten Amoklauf an einer US-Uni hat die Polizei auf dem PC des Amokläufers keine Spiele gefunden. Nur Rockmusik, die natürlich vollkommen harmlos und nicht teuflisch ist.. :P

Sebastian C.: Und wenn das passiert, dann wird kein Kind dieser Welt besagte Killerspiele spielen, weil vernünftige Eltern verhindern, dass ihren Kindern solche Spiele in die Hände gelangen. Deshalb brauchen wir für solche Fälle auch kein Gesetz 131 StGB.

Phil: Es reichen schon Kampagnen in denen die Eltern darauf hingewiesen werden, grundsätzlich auf die USK-Label zu achten. Die "Kopierschutzlalla" der GVU singen die Mütter ja hoch und runter...

sam: Wenn einige Eltern sich für ihre Kinder und das, was sie tun, interessieren würden, gäbe es den ganzen Aufstand gar nicht.

itachi: Ich finde diese ganze Diskussion lustig. Wenn man so populistische Medien nach Spielen wie .. hmm Silent Hill fragt, wissen sie schon nicht mehr, was sie sagen sollen, weil die das Spiel mit Sicherheit nicht kennen. Wenn man bedenkt, dass SH auch recht brutal ist.

Tobias Henze: @CroNeo: Das oft über indizierte Spiele gesprochen wird, ist ein weiteres Problem. Außerdem ist die große Masse der PC-Spiele keine Ego-Shooter, sondern hier in Deutschland eher Strategie (glaube ich jedenfalls).

nAndU: Die Frage könnte auch lauten : Baut man mit Computerspielen Aggressionen ab?

Humaer: Gute Frage, Herr Mertens.

Objektivstattpopulistisch: Apropos Frontal21 und Co: Warum werden dort immer nur die UNZENSIERTEN Fassungen gezeigt und nicht die EXTRA für den deutschen Markt geänderten Fassungen?

LilOxes: Ich denke, dass man ja wohl Realität von unreal unterscheiden sollte. DOOM ist also ein unnötiges Beispiel.

Mike65: Diese Diskussion dreht sich wie immer bei diesem Thema ständig im Kreis. Jedem ist klar, dass solche Spiele nicht für Kinder gemacht oder geeignet ist.

lala: Bei Spielen können die Kinder interaktiv eingreifen, was bei Filmen nicht möglich ist. Für Kinder ist es doch wichtig, selber entscheiden zu können, wie weit sie gehen.

CrytekSeb: Endlich mal jemand der zugibt, etwas nicht zu wissen, anstatt mit Halbwahrheiten drumherum zu reden. Respekt meinerseits.

Max: Ist es nicht sinnlos, immer wieder die gleichen Fragen zu stellen, die gleichen Antworten zu bekommen und immer wieder die von vorne anfangen zu müssen? Die ganzen Diskussionen um gewalthaltige Computerspiele laufen auf keine Antwort aus. Warum tut sich Deutschland mit diesen Computerspielen so schwer? In anderen Ländern funktioniert es doch auch. Außerdem wird immer wieder vermischt, dass es um Spiele für Volljährige geht, aber es gesagt wird, dass diese Spiele für nicht Volljährige schädlich sind. Das mag zwar sein, aber sollte man doch eher bedacht darauf sein, dass Jugendliche oder gar Kinder diese Spiele nicht zu Gesicht bekommen, anstatt ein generelles Verbot auszusprechen, welches auch die Erwachsenen betrifft. Ach ja, und zu Herr Mertens: Schön, dass Sie wissen, was Doom ist. Aber meine Eltern wissen es nicht und kennen auch nicht jedes Computerspiel und ich denke das es der Großteil der Eltern auch nicht weiß.

Brainstorm68: Denke ich nicht, denn das ist immer nur der Moment.

sam: @mike: Stimmt, eigentlich ist alles klar - aber das Thema ist grad so hübsch reißerisch.

canon: Itachi hat recht, Silent Hill, Resident Evil, was weiß ich, sind sehr realistisch.

Danie C: Also ich für meinen Teil nutze Computerspiele u.a. zum Aggressionsabbau.

Stefan Pradel: Ich würde eher sagen, Computerspiele KÖNNEN Aggressionen abbauen und KÖNNEN Aggressionen aufbauen.

pr0g4mer: Warum werden bei Sportspielen Leute teilweise aggressiver, als Spieler, die Shooter spielen? Haben sie hierfür eine Erklärung?

Cyberflips: @Clumsie: Das hat alleine mit der Präsenz und der Verbreitung zu tun. Damals war das kein Thema, weil die Frequentierung in der Öffentlichkeit einfach nicht beachtungswürdig war. Zu dem kommt das sich mit der Zeit auch die Bewertung und Gewichtung geändert hat.

[anonymisiert]: Sie lösen eher weniger Aggressionen aus, da man aktiv am Geschehen teilnimmt. Anstatt Abläufe schlichtweg zu konsumieren.

Ixam: Bei Computerspielen ist es halt so, dass der Gamer "selbst" Hand anlegt um die Gegner auszumerzen et cetera. Bei Filmen tun dies immer noch "die Anderen", vielleicht resultiert daraus der Glauben, dass Filme anders wirken als Spiele.

killer-spiele.info: @Stefan Pradel: Da gebe ich ihnen recht.

sam: @danie: Japp, das ist es für uns auch ... und wenn wir Kinder auf unserem Server erwischen, wird der Account gebannt - soviel zum Einsatz Erwachsener.

Nihilist: Aha, eine Glaubensfrage also. Warum werden dann 99 Prozent der Berichte so abgefasst, dass schon einmaliger Kontakt zum Medium einen latenten Killer schafft?

Harry555: Viele Filme protzen mit Gore-Effekten, Schießereien und genaue Darstellungen von Waffen. Warum redet da niemand drüber?

Dante: @pr0g4mer: Ich warte darauf, das Need for Speed verboten wird. Animiert zum schnellen Fahren etc. Und Pacman animiert zum Pillen futtern, im Glaube daran, seine Gegner danach auffressen zu können.

Normaler Mensch: Ich seh es schon kommen... ein Frontal 21 Bericht über BioShock... Im Spiel geht es darum kleine Mädchen und deren Väter sinnlos zu töten, um an eine besondere Substanz zu kommen, mit der das Spiel einfacher zu schaffen ist. Genauso wird es kommen....

Rey Alp: Wenn Herr Kleimann meint, dass es nicht auf "mehr Agressionen" ankommt, warum wird dann TV nicht verboten?

Kaos: Die Frage der Beeinflussung lässt sich leicht lösen: Wir haben 80 Millionen Einwohner. Gehen wir davon aus, dass etwa ein Drittel solche Spiele spielt, ist die Anzahl derer, die sich davon beeinflussen lassen, nicht messbar. Das Problem ist, dass die, die sich beeinflussen lassen, einfach mehr Aufsehen erregen - wie im Beispiel Robert S.

Andrejos: @Harry555: Weil Filme selbstverständlich für unsere Kultur sind, Computerspiele aber nicht.

killer-spiele.info: @Herr Kleimann: Sind Desensibilisierung und aktive Handlung im realen Leben nicht doch noch zwei sehr weit entfernte Dinge? Wenn ich im Fernsehen eine Leiche sehe und das durch Spiele besser ertragen kann, dann werde ich trotzdem nicht in der Lage sein, jemanden deshalb zu töten

xy01: Ist es nicht utopisch, von einer gewaltfreien Welt zu reden bzw. diese Illusion bei Computerspielen wahr werden lassen zu wollen? Ist es nicht besser das natürliche Gewaltpotential, das in jedem Menschen steckt, in virtueller Gewalt zu entladen als in realer?

cg-fx: Meiner Meinung nach müsste als nächstes noch ein Herstellungsverbot für Wasserpistolen und Schachspiele her, da man da ja auch den aktiven Part übernimmt. Das ist doch das Argument, oder? ;) - Mal im Ernst, das macht doch keinen Sinn. 1. sind Filme in der Wirkung gleichzusetzen, was sogar mit einer Studie belegt wurde. 2. wird man in Deutschland ständig bevormundet. Sind wir alle nicht ganz klar, oder was soll das? Wählen können wir doch auch, dafür sind wir gut genug ja? 3. schon seit Jahren spricht man in Deutschland von dauerhafter Wirtschaftsdepression, werden Stellen gestrichen, lauter "Reformen" durchgeführt - alles, weil es Deutschland wirtschaftlich schlechter geht. Meinen sie nicht vielleicht auch, dass es vor diesem Hintergrund etwas kontraproduktiv sein könnte, über ein Herstellungsverbot zu diskutieren???

Souly: Also ich persönlich habe nie erlebt, dass ein Film Aggressionen auslöst. Filme fesseln eher emotional durch z.B. dramatische Handlungen und rufen dabei Emotionen wie Mitgefühl, Spannung oder auch bei Horrorfilmen Ekel oder Angst aus. Bei Spielen tauchen aus meiner Erfahrung Aggressionen nur durch Frust auf, welcher beim Verlieren auftritt. Dadurch, dass man sein Schicksal in Spielen selbst in die Hand nimmt, können Spiele gar nicht die emotionale Bandbreite von Filmen bieten, es beschränkt sich bei Spielen oft auf primitive Instinkte und Emotionen wie Konzentration, Spannung und wie schon gesagt Frust.

itachi: Weil grade "Killerspiele" in sind. Vorher war es Marilyn Manson, der böse Black Metal oder auch der böse Death Metal :-)

dr_nobe: @Dante: Von einer Diskussion über ein Verbot von Raserspielen hab ich tatsächlich mal gehört. Obwohl dies ja nun mehr als lächerlich ist...

Drake: @Harry: Weil man Spielen eine höhere Identifikation mit dem Inhalt nachsagt, vor allem wegen der Egoperspektive... Wer's glaubt...

juergen37: Klar... Wer Computerspiele gerne spielt oder gar Videogames, wird schnell zum Amokläufer deklariert.

Jtb: Warum verlaufen LAN-Partys so friedlich, wenn die Spiele doch so gewalttätig machen sollen? ;)

Once: Zum Punkt Aggression und Computerspiele: Hier muss man den gesamten Kontext betrachten. Ich sehe es Erfindung der Medien und (bestimmten) Politikern, dass Computerspiele Gewalt unter Menschen auslösen. Nach Gewalttaten (wie Emsdettem) wurde die Schuld gleich auf die Computerspiele geschoben. Ohne die wahren Hintergründe zu erkunden. Wie stehen sie dazu?

CoreGamer: Also ich war früher süchtig und bin in meinem Leben total abgesunken und habe ein Klasse wiederholt. Jetzt spiele ich wieder seit geraumer Zeit und kann feststellen, dass ich zu meiner früheren Zeit viel aggressiver war als heute. Darum würde ich sagen, dass man Spiele mit Gewalt-Inhalt an Kinder bis 16 Jahre nicht verkaufen sollte

Phil: Ich bin mir ziemlich sicher, dass Computerspiele wesentlich mehr Aggression auslösen können (und oft auch tun) als Filme, da man hier aktiv daran teilnimmt, nicht passiv wie bei einem Film. Aber ich denke, dass hat nichts mit "Killerspielen" zu tun. Ein jeder konnte sicherlich schon Aggression in sich hochkommen sehen, mir geht es bei Gran Turismo, einem völlig harmlosen Rennspiel, so. Das liegt aber eher daran, dass man in dem Moment Hass auf das Spiel selber bekommt, weil der Frustfaktor aufgrund des Schwierigkeitsgrades zu hoch liegt. Man stellt das Ding aus und lässt das Spiel frustriert eine längere Zeit liegen. Ich konnte nie feststellen das "Killerspiele" aggressiver machen als andere Spiele. Es schockiert mich aber heute wie gestern, wenn ich Leichen, Krieg, Mord und Totschlag in den Abendnachrichten oder verrohende Jugend auf unseren Straßen erlebe. Eine Desensibilisierung gegenüber realer Gewalt habe ich noch nicht erlebt. Gibt es wirklich Menschen, die nicht zwischen realer und fiktiver Gewalt unterscheiden können? Ich glaube, für die meisten gesunden Menschen ist das nicht mal eine Diskussion wert.

nAndU: Fakt ist doch, dass eine Menge von Faktoren in Betracht zu ziehen sind, was einen Amoklauf auslösen kann. Spiele allein können dies nicht!

killer-spiele.info: @jfb: Weil LAN-Parties von offenen Menschen besucht werden, die auch gerne andere treffen. Die Ausgestoßenen gehen nicht auf LAN-Parties.

Dirk76: Warum sollten die Eltern Doom nicht kennen? Ego-Shooter wie Doom gibt es schon seit 15 Jahren und warum wird jetzt erst darüber diskutiert?

Sebastian C.: Es kommt wohl auf die Beweise an, auf die Glaubwürdigkeit der Ergebnisse einer Forschung.

Dante: @Nihilist: Ganz einfach. Weil, falls eine Person Amok läuft, ist es ganz einfach, den Täter zu finden. Killerspiele waren es schuld. Das soziale Umfeld et cetera wird außer Acht gelassen, kostet zu viele Ressourcen. Einfach mal Counterstrike herhalten und fertig. Wobei, das Statement, mit CS kann man Waffen zusammenbauen, ist cool. In World of Warcraft bin ich Alchemist, kann ich mir Zaubertränke mittels Kräuterlein herstellen? *an Asterix denk*

canon: Die Medien haben auch Schuld, nicht wegen den Spielen, sondern wegen den Inhalten ansich. Die Medien sind unsere einzige Info-Quelle, was in der Bild steht, omg.

Mariel: Wenn laut Herrn Kleimann diese Mediengewalt auf einen fruchtbaren Boden treffen muss, wäre es dann nicht sinnvoller, die Ursache zu eliminieren denn Symptome zu kaschieren?

Souly: Nein. Strukturwissenschaften sind gute Beispiel für Forschungszweige welche keine "Glaubensfragen" sind.

Sain: Eine Frage an Herr Kleinmann und Herr Mertens: Haben Sie sich schon einmal intensiv (sprich so, wie es ein Jugendlicher tun würde) mit so einem "Killerspiel" beschäftigt? Ich meine damit, selbst gespielt und nicht nur beobachtet?

lala: So sieht es aus, es ist doch mehr als einfach alles auf die PC-Spiele zu schieben... und die Politiker mögen es halt "einfach"...

Dante: @canon: Ach, das ist doch einfach. Solange man "selber" nichts dazu tut, ist alles ok. Zuschauen ist nicht soo schlimm wie "selber" tun, sprich, die Maus in die Hand und zocken ist schlimmer!

LowKi: Wie viele dieser wissenschaftlichen Mehrheit spielt Computerspiele, insbesondere gewalttätige Computerspiele?

Lorgan: Sehe ich auch so wie die Moderation.

Robert: @Andrejos: Momentan sind sie noch nicht selbstverständlich. Wenn wir mal die Eltern sind (ich bin 26), dann sieht das anders aus. Dann sind Shooter ok (wir kennen sie, uns hat es nicht geschadet), aber irgendein neues Medium wird dann "böse" sein. Also erinnern wir uns in ein paar Jahren bitte an diese Diskussion, damit der Teufelskreis irgendwann mal ein Ende hat.

Sebastian C.: Ich habe viele Meinungen im Internet über dieses Thema gelesen und das Ergebnis meiner Nachforschungen ist, dass PC-Gaming von Gewaltspielen nicht die Gewaltbereitschaft fördert. Wie sie schon sagten, spielt das soziale Umfeld eine wesentliche Rolle.

NormanB: @Kleimann: Forschung ist in diesem Fall keine Glaubensfrage sondern ein Kampf zwischen politisch/populistischen Interessen und wirtschaftlichen Interessen. Beide Seiten haben ihre Anhänger.

Nihilist: Selbst wenn wir annehmen, dass so eine starke Medienwirkung auf Jugendliche besteht, ist das doch kein Grund, ein Medium, das ausschließlich für Erwachsene gedacht ist, für genau diese unzugänglich zu machen. In meiner mehrjährigen Zeit als Soldat habe ich unumstritten schrecklichere Dinge gesehen und zumindest die Grundausbildung zum realen Töten in bestimmen Situationen ist doch immer noch verpflichtend für unsere jungen Erwachsenen.

simplyme76: Computerspiele sind nur Pixel und elektronische Impulse. Mit der Zeit (ich spiele schon, seit ich acht bin) ist die Technik ausgereifter und realer geworden. Nur kann man auch ein Buch lesen, was einen auch in der Phantasie anregen könnte, gewalttätig zu werden. Wo ist da der Sinn??

Grolinson: Nochmals eine kleine Anmerkung: Die Nutzerkommentare behandeln das Thema direkter und eindringlicher als die beiden Herrschaften hier. Die ganze Diskussion rührt eigentlich nur aus den populistischen Aussagen einiger Politiker her, die anstatt sich mit Ursache zu befassen, lieber Symptome bekämpfen.

mark05: Warum mischt sich eigentlich der Staat in Angelegenheiten der Eltern ein, Jugendschutz, im speziellen hier bei Spielen, ist Angelegenheit der Eltern.

itachi: Nur die Gewalt muss man auch im Kontext dazu betrachten. Z.B.: ich muss höchsten zwölf gewesen sein, als mir Duke Nukem 3d in die Hände viel (und das Spiel ist doch ziemlich böse^^). Ich hab das Spiel schon damals genossen, weil es einfach so verdammt lustig war und ich würde es heute aus dem selben Grund spielen. Das zeigt wiederum.. auch 12/14jährige könnten Duke 3d zocken.

RedZaC: Meiner Meinung nach hat es wenig mit dem Glauben zu tun, sondern viel mehr mit der persönlichen Auslegung!

Dirk Laurenz: Das Verbot sollte zum Ziel haben, Minderjährige zu schützen, aber nicht Erwachsene zu zensieren.

Dante: @Once: Genau! Hintergründe stören keine Sau! Schnell den Täter finden, das ist wichtig.

canon: @Dante: Du hast mich nicht verstanden. Wenn im Fernsehen gesagt wird, Irak sei böse, werden alle rassistisch gegenüber dem kleinen Volk, obwohl nur einer böse war.

sam: @Grolinson: Richtig. Man redet wie so oft - und hier anschaulich dargestellt - aneinander vorbei.

LowKi: Aber ist es nicht das Umfeld, was Leute gewalttätig werden lässt?

Serval: @Dirk: Wir HABEN schon einen guten Jugendschutz in Deutschland - die Läden müssten nur mal richtig mitmachen.

Doc Mison: @Normaler Mensch: Das wär der Hammer. Aber Panodrama hat sich auch nicht entschuldigt bzw. richtiggestellt, was bei GTA abgeht. Na ja, das Problem ist wohl, dass die älteren Semester/Politiker Computerspiele nur vom Hörensagen kennen. Genauso wie das Internet. Es ist ihnen von Grund auf suspekt und das ist die Gefahr.

Lord_Jens: Der Umstand, dass die Elterngeneration keine Ahnung von Computerspielen hat, lässt sich nur durch Berichterstattungen über Spiele bereinigen. Warum laufen auf den Öffentlich-Rechtlichen keine informativen Sendungen zu Computerspielen? Dann könnten sich auch Menschen, die mit dem Medium Computerspiele keine Erfahrungen haben, selbst ein Bild machen. Oder warum werden keine Informationshefte mit umfassenden Bewertungen zu Spielen beigepackt? So könnten die Eltern besser einschätzen, ob ein Spiel für die Kinder geeignet ist oder nicht. Mit Aufklärung erreicht man mehr als mit einem Verbot.

Trashball: Die meisten Strategiespiele sind ab zwölf, obwohl da viel mehr Leute abnippeln als in einem gesamten Shooter. Warum?

Dante: @mark05: Na ja, so stimmt das nicht. Der Staat sollte sich schon einmischen. Härtere Gesetze erstellen für Händler, die diese Spiele an Minderjährige verkaufen. Das ist ok. Aber komplett Verbote auszusprechen... wenn das passiert, verlange ich, dass Alkohol auch weg kommt!

Cyberflips: Jetzt streiten die beiden, genau wie es momentan überall praktiziert, wird über das "wissenschaftlich erwiesene Schadenpotenzial". Dabei gibt es doch vor allem auch einen ethischen Aspekt. Genau so könnte man dann auch Pornos analysieren. Macht man aber nicht, hier ist allen klar, wieso eine übermäßige Hardcoredarstellung Veröffentlichungsschutz rechtfertigt ;o)

Max: Warum wird hier so viel um den heißen Brei geredet? Es gab bisher kaum klare Antworten. Klar, sind diese schwer zu finden (wenn überhaupt). Aber letztendlich wird man nicht schlauer als man es schon vorher war.

Xwitz: Schön, dass sich hier alle so einig sind. Wieso wird dies Diskussion hier überhaupt geführt? Wo ist die Gegenpartei? Zum Beispiel Dr. Pfeiffer. Meiner Meinung nach macht es keinen Sinn, die Diskussion hier in der Art weiterzuführen, da eh alle einer Meinung sind und das produktive Ergebnis nur darin besteht, ein bis zwei Sätze als Schlagzeile zu benutzen.

kikerikiii: Ich kann nachvollziehen, dass gewisse Games nicht an Minderjährige verkauft werden. Aber die Zensur geht meiner Meinung nach ein wenig zu weit. Selbst Spiele, die in Deutschland erst ab 18 verkauft werden, sind teils stark zensiert. Ich bin 24 Jahre und denke, dass ich sehr wohl zwischen Spiel und Realität unterscheiden kann. Daher kann ich es nicht verstehen, wenn man als erwachsener Mensch bevormundet und einem vorgeschrieben wird, wie viel Gewalt man ertragen kann.

t.striecker: Ich glaube eher, dass ist eine Frage der Kontrolle durch die Eltern und die Erziehung. Wie schon vorweg mehrfach gesagt wurde, sind soziale Umfelde das entscheidende und nicht das Spiel selbst.

OneZock: Und diese Wahrheit verleitet Dr. Pfeiffer dann also dazu, die USK abzuschaffen und deren Fördergelder für sich einzuheimsen?

Test: Wenn Spiele verboten werden, werden sie von vielen einfach runtergeladen werden. Jetzt gibt es schließlich auch brutale oder pornographische/sodomistische Videos auf Handys, die auf dem Schulhof verbreitet werden. Aufklärung und Diskussion über solche Medien wären deutlich besser als Verbote und Weggucken.

cerberus: @Dirk: Das Mittel der Indizierung reicht hierfür bereits aus. Da sind keine Anpassungen notwendig.

EinSchweizer: Ein Computerspielverbot verhindert keine Amokläufe. Vielleicht sollte man sich mehr Gedanken machen, wieso jemand zum Amokläufer wird. Armut, zu wenig soziale Kontakte, familiäre Hintergründe. Die Schuld auf Computerspiele zu schieben, ist doch nur eine Ausrede von Politiker und keine Problemlösung.

Dirk76: @Lord_Jens: Zeig mir ein Elternpaar, dass minderjährige Kinder hat und keine Ahnung von Computerspielen hat???

Dante: @OneZock: Und schon wieder ist es das liebe Geld. Also wenn USK abgeschafft ist, sollte er das Geld nicht bekommen!

NormanB: Ja, eine Regierung, die ihre jungen Männer gesetzlich dazu zwingt, das Töten zu lernen, will ihnen SPIELE verbieten. Ansich zum Totlachen.

sam: Hehe - die Frage von Niko ist klasse - es gibt ja auch keinen Zusammenhang zwischen GTA und Autounfällen.

Souly: Da will ich gerne die Studie zu haben.

Sebastian C.: Der Mann versteht was von dem Handwerk!

dr_nobe: Prohibition funktioniert nicht. Das können wir aus der Geschichte lernen.

CroNeo: Ich frage mich vor allem: Bei welchen Verbrechen tritt es auf?

killer-spiele.info: Bitte nennen sie Studien, Herr Kleimann.

Sebastian C.: Ich glaube, das Wörtchen "erwiesen" hat Herr Kleimann wohl überlesen.

Nihilist: Dieses nein halte ich für eine dreiste lüge. Das ist so wie der Fakt, dass das Huhn zuerst da war und nicht das Ei.

Tobias Henze: @Dante: Die "Problem-Eltern" sind wohl eher diejenigen, die jetzt um die 50 sind und 16 jährige Kinder haben. Jüngere Eltern haben zumindest ein bisschen Ahnung davon.

no-name: Wieso führen wir eigentlich so eine Diskussion? Das Killerspiele-Gerede ist nur gelogen, es gibt keine Zusammenhänge. Das Gerede führt zu nichts.

Emma: Herr Mertens hat Recht! Es gibt genauso viele Studien die das Gegenteil beweisen.

sam: Glaube nie einer Statistik, die du nicht selbst "erstellt" hast.

Playsi: Ich bin der Meinung, dass der Konflikt zwischen den Eltern und Kindern aus einem Generationenkonflikt entsteht. Die Eltern sind halt nicht mit solchen Spielen aufgewachsen und bilden sich deshalb allzu schnell eine falsche Meinung. In 10-20 Jahre, wenn die Spielergeneration selber Kinder hat, sollten solche Probleme nicht mehr auftreten. Da die heutige Generation sehr wohl weiß mit den Medien richtig umzugehen.

Alexander R.: Sind diese Gewaltverbrechen nicht Einzelfälle? Meist ist es doch so das diese Personen sowieso ziemlich labil sind und wenn dann bei so einer Person zu hause auf dem PC gewaltverherrlichende Spiele gefunden werden, sind diese dann gleich mit daran schuld?

Dirk Laurenz: @Serval: Das ist genau der Tenor in den ich will. Heutzutage ist es einfacher ein Kind sich stundenlang mit dem PC beschäftigen zu lassen, als sich als Eltern aktiv darum zu kümmern. Wenn dann noch die falschen Spiele auf den PC kommen, dann ist es vorbei.

Cyberflips: @Dante: Genau da sehe ich auch Handlungsbedarf. Es muss vor allem um die Ausführung der vorhandenen Gesetze und Instrumentarien gesorgt werden. Bevor man neue Verbote diskutiert, muss man erstmal die bestehenden richtig durchsetzen können.

Racer2222: Also heißt das, wenn ich Rennspiele zocke, dass ich dann auch bereit bin im wahren Leben mit dem Auto zu rasen?

lomion: @Dirk76: Da kann ich dir gleich drei zeigen.

Clumsie: LAN-Partys sind ja so gewalttätig!!!! Jedes Fußballspiel erzeugt mehr Aggressivität und Gewalt als diese bösen Spiele.

Dante: @EinSchweizer: Genau!!!. Aber die Ausrede, Killerspiele ist doch so einfach und befriedigt die Allgemeinheit.

Ramsys: Noch zu meinem Einwand. Wie hoch ist das Gewaltpotential bei Konsumenten von Horrorfilmen ? Diese Art der Unterhaltung ist ja schon um einiges länger im Markt und somit ja von Untersuchungen durchleuchtet

pko3: Ich finde die Antwort von Herrn Kleimann sehr fragwürdig. Solche Studien gab es schon früher, allerdings mit einem anderen Faktor. Dort diente die Musik oder der Film. Daher ist es doch eher zweifelhaft, dass ein tatsächlicher Zusammenhang besteht.

Lorgan: Der widerspricht sich ja selbst :). Erst ja, dann nein.

RaiLex: Hallo, dieser Chat ist eigentlich sinnlos. Warum wird nur über PC-Spiele debattiert. Was ist mit Alkohol, Fernsehen, Kino, Zeitschriften, überall ist Gewalt !!!!

Daniel: Es gab doch schon sehr brutale Filme. Was ist jetzt an den PC-Spielen (gehen wir mal von den moderaten aus) so viel schlimmer??

Cyberflips: Ich würde sagen der Zusammenhang zwischen Gewaltspielen und Verbrechen liegt meiner Einschätzung nach in der Katalysatorfunktion. Die kann aber genau so gut in Filmen oder Büchern sein. Es gibt genug Beispiele, wo Verbrechen von Jugendlichen verübt wurden, die später Angaben zufolge nur einen Film nach gespielt zu haben.

Glubschauge: Machen wir uns doch nichts vor. "KIllerspiele", die so gar nicht existieren, wurden von Politikern erfunden, um einen neuen Buhmann für den Bildzeitungsleser, der eh alles glaubt, zu schaffen und dem man dann im Nachhinein mühelos mit Verboten Herr werden kann. So lenkt man dann prima von tatsächlichen Problemen, wie der Arbeitslosigkeit ab, die die Politik scheinbar nicht in den Griff bekommt. Arbeitslosigkeit kann übrigens auch zu Gewalt führen, denn Frust und Langeweile sind zwei böse Faktoren.

cg-fx: Mich macht die Diskussion über ein Herstellungsverbot von Killerspielen wesentlich aggressiver als jedes "Killerspiel", da mich diese "was der Esel nicht kennt - Mentalität" so dermaßen nervt. Ein Grund mehr aus Deutschland auszuwandern. Beruflich und privat überall dasselbe: nur noch Konventionen, aus angst vor der unbekannten Größe. Macht mal, wie ihr denkt, aber pfiffige Leute gehen einfach. Insofern macht ihr Regeln für euch und nicht für uns.

nAndU: Komisch. Damals hat es doch auch keine Amoküberlieferungen aus Rom gegeben, nachdem die Schaulustigen aus dem Circus Maximus kamen. Könnte der Amoklauf eventuell ein Phänomen der Moderne sein ?

Lanny83: Wird es nicht viel interessanter für Menschen, vor allem für Jugendliche, Gewaltspiele zu spielen eben dann wenn sie verboten sind? Eben der Reiz des Verbotenen?

Matjes: Die eigentliche Frage ist doch: sind die Spiele Ursache oder Symptom?

dr_nobe: Von Killerspielen wird keiner ein Gewaltverbrecher. Von "FIFA-Soccer" wird ja auch keiner Fußballprofi.

Sempai02: Ist es nicht so,dass die ganze Diskussion im Prinzip eine sinnlose ist? Früher klagten die Älteren über das "böse" Fernsehen und heute klagen eben jene Fernsehkonsumenten über die Jugend,die PC spielt. Es ist doch wohl davon auszugehen,dass die Diskussion im Sande verläuft und irgendwann die junge Generation von heute über zum Beispiel die schädlichen "Holodecks" des Jahres 2040 klagt.

Betos: Aber diesen Zusammenhang gibt es doch auch bei übermäßigen Alkoholgenuss und Gewalt. Es ist immer eine Frage des Maßes und vor allem, wie ich damit umgehe.

sepone: Ich sehe das wie Dante. Ein erwachsener Mensch sollte selbst entscheiden können, was für ihn gut oder schlecht ist. Ich meine, es ist einfach Schwachsinn, dass weltweit Menschen an diese Spiele ran kommen. Nur in Deutschland wird eine Ausnahme gemacht, ohne Ende geschnitten und verboten. Sind Deutsche im Vergleich zu anderen Landsleuten wirklich so sensibel das sie durch Spiele zu Killern werden? Meiner Meinung nach reicht es aus, dafür zu sorgen, dass solche Spiele nicht in die Händen von Kindern kommen können und die Erwachsenen selbst entscheiden zu lassen.

simplyme76: Kinder sind Arbeit, die einige Eltern nur kümmerlich verrichten oder auf andere übertragen, weil sie entweder arbeiten, sich mehr um ihren Lebenspartner kümmern, eigenen Hobbys oder dem Konsum von verbotenen Stoffen ( "btm" ) oder Alkohol hingeben. Was dann mit der Erziehung passiert?? Ganz einfach, die Kids erziehen sich selbst und nur so mutiert man zu einem Menschen, der die Werte nicht kennt oder respektiert. Diese kleinen Menschen/Kinder werden dann mit der Zeit immer mehr verrohen und sehnen sich nach Anerkennung. die in angeblichen Killerspielen ( ich nehme jetzt mal "Counter Strike" ) das fehlende Selbstbewusstsein suchen. Aber auch in solch einem Spiel gibt es nichts verwerfliches. Es ist ein Teamsport. Aber wer nie wirklich drinnen war in einem Clan, kann auch nicht mitreden oder die Sache verstehen.

RaiLex: Doch darüber redet keiner, Bier ist bei uns unantastbar, die so genannten Alkopops waren gleich an allem schuld, nur ein Beispiel von vielen !!!

nAndU: @no-name : Sehe ich auch so. Die wahren Probleme werden hier doch gar nicht angesprochen... :-(.

Jodel: Wie viele der Amokläufer haben denn vor ihrer Tat Brot gegessen??

Dirk Laurenz: Richtig finde ich, dass Eltern aktiv geschult werden müssen. Ich kenne viele Eltern, die schlichtweg mit Computern überfordert sind. Die können zwar den Fernseher bedienen, aber das war es auch schon. Der Computer ist für diese Eltern schwarze Magie. Wie soll da dann noch aktiv kontrolliert werden?

Sebastian C.: Vielleicht sollte man auch einmal das persönliche Gespräch suchen und nicht immer nur Papier auswerten.

itachi: gilt nicht für alle @Playsi: Kennst du die "Hardcore-Granny". Gibts ein paar witzige Videos, zum Beispiel eine 60 jährige Oma, die ihre Enkelin in "Halo" alle wegzockt.

besorgter Bürger: Also ich bin beim tausendsten Versuch, einen fiesen Level in einem "jump'n run" zu schaffen schon mehrmals seeehr aggressiv geworden. Fazit: "jump'n runs" VERBIETEN!!! ;o)

Jodel: Oder sind wie die beiden in Columbine zum Bowling gegangen...?

Tigaente: Man kann eine ganze Menge Dinge über das "echte" Leben nicht in einem 30-Seitigen Testbogen herausfinden.

Sebastian C.: Das ist Quatsch! Zusammenhänge sind immer kausal.

ATIla: Inwieweit kann man von einem merklichen Zusammenhang reden, wenn man feststellt, dass es weltweit hunderttausende von (professionellen) Computerspielern gibt, welche auch so genannte "Killerspiele" spielen, diese aber bisher sehr friedlich sind? Von gewalttätigen Auseinandersetzungen auf großen LAN-Parties und so weiter, hab ich noch nichts gehört und stellen sicherlich eher die Ausnahme dar.

sam: Was wollt ihr immer mit den 10-20 Jahren, wenn die Spieler selber Kinder haben? Allein 10 Leute in meinem Clan haben schon Kids im spielfähigen Alter und damit wird auch entsprechend umgegangen.

mark05: Was wird eigentlich getan, um die vorhandene Gesetzgebung und die USK wirkungsvoll umzusetzen, so dass nicht der kleine Verkäufer um die ecke das Spiel was USK 18 ist , an jeden 14 jährigen verkauft.

Simon: Zum Thema: Ob ein Zusammenhang zwischen Gewaltverbrechen und Computerspielen besteht: Kriminelle Energie muss vorher schon vorhanden sein. Sie wird nicht durch Computerspiele erzeugt und auch nicht verstärkt. Wenn ich selbst bereit dazu bin, Gewalt als Mittel zu nutzen anderen zu schaden, habe ich dies nicht erst durch Computerspiele entwickelt!

Dante: @Dante: Naja, mit den 50 jährigen hast du vielleicht Recht. Aber vergiss nicht die jüngeren Eltern. Heutzutage hat man keine Zeit mehr für Kinder. Früher war es so:Vater war arbeiten und Mutter kümmerte sich um die Kinder. Natürlich ein harter Job, Pflege für die Wohnung und auf Kinder aufpassen/unterhalten. Heutzutage bleibt so etwas nicht mehr. Beide Elternteile müssen arbeiten gehen, kommt man heim, will man nur Ruhe.

freaker: Ist nicht das Problem soziale Ausgrenzung und der Leistungsdruck ein Grund, warum sich Kinder in die Welt der Computerspiele flüchten? Ist das Spielen von extrem gewalthaltigen Computerspielen also nicht der Grund für reale Gewalt, sondern einfach nur ein Erscheinungsbild des eigentlichen Problems?

nAndU: @dr_nobe: *lol*.

waidschrat: Warum greift man in der Mediengewaltforschung so selten auf experimentelle Designs zurück, um eindeutige Kausalaussagen abzuleiten, sondern begnügt sich mit ex-post-facto-Untersuchungen?

sam: @freaker: Ich denke, Du hast den Daumen in die wunde gelegt.

Farlion: Ich halte den Zusammenhang "Killerspiele"-Amokläufe für konstruiert. Bedenkt man die Menge an Personen, die solche Spiele spielen und die Zahl der Amokläufer, die solche Spiele spielten und stellt die Zahl der aktiven CDU-Politiker dagegen und rechnet mal auf, wie viele davon in diverse kriminelle Affären verwickelt waren, könnte man auch folgern, die CDU-Mitgliedschaft würde kriminell machen. Das Konstrukt wäre das Gleiche, allerdings schnitten die Politiker deutlich schlechter ab.

RedZaC: Wenn wir bei sozialen Aspekten sind: Gibt es einen Unterschied zwischen intelligenten und weniger intelligenten Menschen beziehungsweise der Auswirkung von Computerspielen?

Mariel: Wenn es einen Zusammenhang gibt, zwischen Bildung und Gewaltbereitschaft, wieso sind dann bis heute die Forderungen nach mehr Lehrern, mehr psychologischer Betreuung und so weiter nicht erfüllt worden? Die Problematik auf die Seite der Killerspiele zu verlegen, wirkt eher wie ein Versuch der Politik, sich vor weiteren Ausgaben im Bildungssektor zu drücken.

hornile: Es ist doch immer dieselbe Generationen-Diskussion. Als der Rock'n Roll aufkam, wurde der auch als Teufelszeug abgetan. Die Gewaltfilme aus den 80ern ("Terminator", "Rambo"), wurden genauso verdammt. "Tom und Jerry" war auch immer ganz schlimm. Es mag zwar sicher einen Unterschied geben, ob man etwas aktiv oder passiv konsumiert, aber es hat meiner Meinung keinen so großen Einfluss auf das Verhalten wie die Erziehung und das soziale Umfeld. Es neigen auch gerade diejenigen zu Gewalttaten im Zusammenhang mit Computerspielen, die sonst auch entsprechend gewalttätig geworden wären und zum Beisiel rechtsextremen Gruppen oder Hooligans beigetreten wären.

Tigaente: Wenn das als Grundlage für Verbote genommen wird, dann Gute Nacht!

killer-spiele.info: Sollte man dann nicht erst einmal alle Bemühungen in den größten Faktor investieren bevor man Spiele verbietet.

Dante: @besorgter: Bürger: Ehemaliges "Super Mario Land" für den Gameboy ist indiziert. Tetris für Gameboy ebenfalls.

Gerhard: Man sollte das Wort "Killerspiel" in "Erwachsenen-Unterhaltungsprogramm" umbenennen und dann weiter diskutierten. Es wird zu häufig das Thema verfehlt.

Kaos: Wenn Mediengewalt nicht die größte ist, warum hört man in den Nachrichten und von den Politikern in diesen Zusammenhängen nichts anders als : Killerspiele sind schuld

nAndU: Man sollte eventuell mal die soziale Intelligenz und das Selbstwertgefühl der Betroffenen/Täter checken !

pko3: Allerdings treffen viele Jugendliche auf Gewalt im Leben, bevor sie überhaupt Kontakt mit Spielen haben. Sind die nicht einflussreicher?

RaiLex: Meiner Meinung nach nicht, ich finde ein Film ist viel intensiver !

Dirk Laurenz: These: Die Personen, die Amok gelaufen sind, waren sowieso schon vereinsamt, introvertiert und hatten reduzierte bis fehlende soziale Kontakte. Spiele haben nur noch das Fass zum Überlaufen gebracht. Eine ganze Kette der Gesellschaft hat schon vorher versagt, sollte man nicht lieber da angreifen? Denn auch ohne die Spiele sind diese Menschen nicht besser dran!

Sebastian C.: Rofl.

Olm: Anmerkung für die Kommentare: Das "Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen" ist nicht staatlich, es ist ein eingetragener Verein (e.V.). Kleimann ist Mitarbeiter, Pfeiffer stammt auch von dort

sam: Genau - das Fernsehen ist schuld *g*.

Cyberflips: @normaler Mensch: Ich stimme Dir zu. Leider tragen die Sensationsgier der Medien in ihrer oft sugestiven Berichterstattung zu vielen Missverständnissen bei. Leider unter dem Deckmantel der Pressefreiheit, die letztendlich zum Wettbewerb missbraucht wird. Hier müsste dringend mal mehr Augenmerk, auch vom Gesetzgeber herrschen. Denn offensichtlich tun hier die Kontrollmechanismen nicht ihren Dienst.

dr_nobe: Ja, aber das ist doch so. Eine positive Pauschalisierung scheint niemand vorzunehmen. Keiner lobt zum Beispiel, dass Computerspiele sehr gut strategisches Verständnis schulen. Ich habe zusammen mit Freunden damals nächtelang "Dune2" gespielt, und dabei ohne es zu merken gelernt, wie man sich einen Plan zurecht legt, und ihn dann umsetzt, auch wenn der Plan letztendlich nicht ganz aufgeht.

killer-spiele.info: Vollkommen richtig Herr Mertens, sehr gut :).

Normaler Mensch: Wenn ich in "Doom" einen erschieße und weiter laufe, ist das nicht das gleiche, wie wenn ich "Hostel" anschaue und sehe, wie einer Frau die Augen ausgerissen werden.

Clumsie: Vielleicht sollten die Herren Politiker mal überlegen, dass die Steigerung der Aggressivität und Gewalt damit zusammen hängen könnte, dass in Deutschland seit langen die Armut steigt und es immer asozialer wird hier zu leben.

Tigaente: Also die Sprachebene auf der Herr Kleimann diese Diskussion führt, ist so abgehoben, dass das wohl nicht jeder versteht, der sich mit dem Thema beschäftigen will.

EinSchweizer: Da müssten doch auch Trickfilme zu Gewaltbereitschaft führen. Da werden die Figuren fünfgeteilt, in die Luft gesprengt, zerhackt und so weiter.

simplyme76: Mediengewalt ist ein guter Ansatz. Wie sieht die Lage in Amerika aus? Dort läuft 24 Stunden lang nur Gewalt im Fernsehen. "Bountyhunter-Sendungen" oder Cops im Einsatz. Hinrichtungen sind dort auch kein Thema, genau so wie Waffenbesitz - alles im grünen Bereich. Aber brutalste Spiele sind dort kein Thema. Sobald aber ein blanker Busen oder wie in "GTA" der "Hot Coffee Mod" präsent wird, drehen die gleich durch.

Lorgan: Weiß jemand, was er mit Monokausalität der Medien meint?

Harry555: Ich kenne den Herrn Pfeiffer nur als "dies macht aggressiv, dass macht aggressiv".

Ramsys: Es mag sein, dass es ein eingetragener Verein ist. Trotzdem wird dieser eingetragene Verein von irgendjemand getragen und gefordert. Wenn der Auftraggeber nun Beckstein heißt und in einem Gespräch ein eindeutiger Trend in Richtung Spielverbot geht. Ich lasse den Killer jetzt mal raus - dann ist es stark Personen abhängig wie die Forschungsarbeit ausfällt.

thomas: Wenn Mediengewalt nicht die größte Einflussgröße ist, worunter dann ebenfalls Videospiele fallen, wieso ist eine Debatte in ebendieser Richtung, vor allem im Bezug auf Videospiele, derart intensiv? Gäbe es nicht viele andere Brandherde in der Gesellschaft, denen sich die Politik viel eher und viel kritischer zuwenden sollte?

sam: @Lorgan: Monokausal - eine einzige Wirkung.

Grolinson: @Tigaente: Das ist Absicht. So klingt man schlauer.

pko3: Eventuell sollte man auch mal betonen, dass es noch andere Faktoren gibt.

TheM: Mein Hauptproblem bei diese Diskussion ist seit Jahren, dass sich hier Politiker und so genannte Experten zu Wort melden, die noch nie mit Spielen in direkten Kontakt getreten sind. Ein zweiter sehr negativer Punkt ist meiner Meinung nach die Hexenjagd, welche die Medienlandschaft gegenüber Computerspielen aufzieht. So wurden nach jedem Amoklauf als erstes PC-Spiele als Auslöser genannt, obwohl teilweise kein einziges PC-Spiel bei den Tätern gefunden wurde. Über die Tatsache, dass ich als erwachsener Mensch in Deutschland bevormundet werde, weil manche Spiele hier zensiert und geschnitten werden, will ich mich jetzt mal gar nicht erst auslassen.

syrix: "Killerspiele" sind Unterhaltung, genauso wie Alkohol. Manche haben einfach nur eine Menge Spaß damit, andere müssen es übertreiben und können sich nicht kontrollieren. Es gab sicherlich schon mehr Fälle von Alkoholmissbrauch, als Killerspielmissbrauch. Alkohol wird auch nicht deswegen gleich indiziert und verboten.

killer-spiele.info: Monokausalität meint, dass es nur einen Grund gibt, also beispielsweise die Killerspiele.

MathiasO: Mehr sachliche Aufklärung über das Medium Computer als Freizeitobjekt wäre angebracht.

nAndU: @Moderator: Schöne Frage mit dem "weg" sein...*g.

Aneviel: Interessant, wie man so viel Zeit auf dieses Thema verschwenden kann, wenn Mediengewalt "bei weitem nicht die größte" Einflussgröße ist. Und gewalthaltige Computerspiele, einschließlich der so genannten "Killerspiele", sind davon wieder nur ein Bruchteil. Aber schön, dass eine Maus dank unserer lieben Politiker und Medien zu einem Elefanten aufgeblasen wird und wichtigere Dinge außen vorgelassen werden, da sie anscheinend nicht soviel Medienaufruhr verursachen.

sam: @schweizer: Stimmt, verbietet endlich "Tom und Jerry". Also, wenn ich im TV die Nachrichten sehe, wird mir immer schlecht - passiert mir bei "Dod" nie.

Dante: @Herr Mertens: Ich stimme ihnen da voll zu. Es ist schändlich, dass ein so populärer TV-Sender so etwas nötig hat. Dieser Herr Pfeiffer erinnert mich an diesen U.S.-Anwalt, der doch gegen "GTA San Andreas" vorgegangen ist. Wobei, was mich wundert ist, das das ZDF ungeschoren davon kommt - nehmen die US-Fassung von "GTA San Andreas" und behaupten, es sei die deutsche.

Nihilist: Sollte man bei jeglicher Mediennutzung nicht mehr der Nutzung gewahr sein. Liegt ein erhebliches Problem bei der Person vor, nicht beim Medium?

Playsi: Wieso stuft die USK Filme anscheinenend fast immer richtig und Spiele offenbar so oft falsch ein?

nAndU: @Clumsie : Sag ich doch die ganze Zeit :-(.

stachelzelle: Angesichts der Realität, also Horror/ Splatterfilmen aller übelster Sorte sowie der Tatsache, das unser Leben nun mal nicht gewaltfrei ist, st die Debatte doch Quatsch.

besorgter Bürger: @Grolinson: Stimme ich voll und ganz zu! In den User-Comments zeigt sich auch deutlich mehr Medienkompetenz ;o).

Once: Zum Punkt, ob Computerspiele anders sind als andere Medien, möchte ich mal das Nachmittagsprogramm von RTL2 in den Raum werfen. Um genau zu sein, den "Anime Naruto". Hier wird durch Schnitte/ Edits und Dialogzensuren die Gewalt verharmlost. Menschen können nicht sterben oder schwer verletzt werden, auch wenn sie mit Wurfmessern e cetera. angegriffen werden. Für die Zuständigen ist dies richtiger Jugendschutz, ich sehe dies aber nicht. Denn, wenn einem Kind vermittelt wird, dass man einen Menschen mit Waffen nicht verletzten oder sogar töten kann, ist dies meiner Meinung nach kein Jugendschutz. Dies sehe ich persönlich als gefährlicher an.

Olm: Monokausalität der Medien: "Medien sind als einziger Grund schuld".

Pandur: Klasse Herr Mertens!!

Cyberflips: Dazu polemisch eingeworfen: Herr Pfeiffer macht mir mehr den Eindruck, als wenn ihm völlig egal ist, wie er von den Medien präsentiert wird und seine Aussagen geschnitten werden. Hauptsache, dass sie ihn präsentieren. Der Mann hat für mich so viel "Fachseriosität" wie ein Boulevardblatt :op.

Sebastian C.: Wenn ich mir die Meinungen hier so durchlese, frage ich mich allen Ernstes, wen dieser Herr Kleimann da befragt haben soll. Ich lese hier ausschließlich nur Meinungen darüber, dass der Wirbel, der hier um das Thema Killerspiele gemacht wird, völlig an den Haaren herbeigezogen wird. Ich denke, dass die Politik hier nur wieder eine Nische sucht, um sich auszutoben und wirklich grundlegende und ernsthafte Probleme unangetastet lassen zu können.

RedZaC: Ist nicht vielleicht die Bildung und die Information über Kriege wie zum Beispiel den Irakkrieg wesentlich gewaltabstumpfender als Computerspiele.

Dante: @Clumsie: Mich wundert es, dass niemand die Arbeitslosigkeit anspricht. Würden die Jugendlichen arbeiten können, hätte man weniger Zeit zum zocken. Ist keine Lösung.

Souly: Ich bezweifle, dass man während des Genusses eines Buchs oder Films, sich kritisch mit dem Inhalt auseinander setzen kann.

Olm: Zum Thema: USK stuft falsch ein: Die Untersuchung des "Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen" besagt nur, dass die für Spieleeinstufungen andere Kriterien nehmen würden - nicht dass USK "falsch einstuft".

Serval: Sind hier eigentlich auch Nicht-Zocker?

Knuut: Wieso herrscht denn Jugendgewalt in Ländern wie beispielsweise Palästina oder afrikanischen Ländern, wo es denn eher wenige bis keine "Killerspiele" beziehungsweise Computer gibt?

MathiasO: @RedZaC: Auf jeden Fall, denn ich habe schon lange keinen Nachrichtensprecher gesehen, der wirklich betroffen aussah.

killer-spiele.info: @sebastian: Eine Meinung haben und sich unterbewusst ändern. sind zwei Dinge. Außerdem ging die Studie über 10-12 jährige, die schreiben hier sicher nicht.

Dante: @Once: Endlich mein Themengebiet, Anime! Stimme dir zu, dass da kein Blut spritzt, nach dem Motto der Unbesiegbarkeit. Irgendwann fangen Kinder an, sich zu kloppen und dann haben wir den Salat. Ich finde es sogar Schade, das Szenen, wo Blut vorkommt, aber nicht durch Gewalt, weggeschnibbelt sind ("Sexy no Jutsu" zum Beispiel).

Sebastian C.: @RedZaC: Ich kann es auch nicht mehr hören. Täglich sprengt sich da unten irgendjemand in die Luft. Ich mach mein Radio dann immer aus.

uncutman: Es ist doch echt fragwürdig, Spiele wie Doom oder Counter-Strike in den Mittelpunkt zu schieben und zu behaupten, das würde Menschen dazu animieren, Amok zu laufen, jedoch Filme wie Hostel, die Gewaltszenen durchaus brutaler darstellen, werden nicht beschlagnahmt. Wo ist da der Unterschied vom Killerfilm zum Killerspiel? Also ich finds lächerlich, den Menschen in Deutschland vorzuschreiben, was sie spielen dürfen. Klar sollte bei der Erziehung bei Minderjährigen darauf geachtet werden, aber das ist Aufgabe der Eltern und nicht der Medien.

besorgter Bürger: @Dante: Ist nicht dein Ernst! Manchmal holt mich die schreckliche Realität echt ein und übertrumpft meinen Sarkasmus.

Nihilist: @Serval: Ich spiele sehr wenig bzw. nicht die Spiele, welche als "Killerspiel" (tolles Wort) gebrandmarkt sind. Fühle mich allerdings bevormundet!

www.dittmayer.com/gegenseite: Wenn Computerspiele aggressiver machen sollten, warum wurde die Gruppe der Computerspieler in Studien dann als Gewalt ablehnend bezeichnet. Und nach Studien in den USA haben nur 12 % aller jugendlichen Amokläufer Killerspiele gespielt. Nach Daten des KFN spielen aber bereits mehr als 40 % der 14 Jährigen Killerspiele. Amokläufer spielen also weniger Killerspiele als Altersgenossen.

sam: Eine Anmerkung: Hier wird immer nur von dem einsamen Computerspieler vor seinem PC geredet - gibt es inzwischen auch Untersuchungen über die soziale Wirkfähigkeit von Clans?

Sebastian C.: @Serval: Dass hier in deinen Augen nur "Zocker" sind, liegt vermutlich daran, dass für Nicht-Zocker diese Diskussion völlig irrelevant ist.

Harry555: In einem Film kann sich der Zuschauer auch nicht zwischen mehreren Ende entscheiden. Schwaches Argument.

ApuCalypso: Ist im Falle der interaktiven Spiele diese Interaktivität nicht eher rational als emotional geprägt? Ich suche rational nach einer Lösung der durch die Spielmechanik gestellten Probleme, während eine emotionale Bindung eher in den Hintergrund tritt.

Serval: @Nihilst Gut, dann ist der Chat hier nicht eine vollkommene Monokultur... ;)

Normaler Mensch: Klar! Antikriegsfilm! Wenn ich den Kriegsabschnitt von Flags of our Fathers anschaue, kriege ich so eine Wut auf die beiden Amerikaner, die die 2 gefangenen Japaner erschossen haben! Kann ich in Gta auch, aber das ist nie passiert. Der 2. Weltkrieg hingegen schon!

Cyberflips: @souly - ich habe das schon öfters gesehen. Besonders wenn ich mich an meine Kinderzeit erinnere. Nach einem Film im Kino, in dem viel gekämpft wurde, haben viele Jugendliche und Kinder vor dem Kino versucht, das nachzuspielen und sich in vermeindlicher Martial-Art brüskiert. Man konnte also deutlich erkennen, dass die einen Abstand zum eben Gesehenen hatten, andere Kinder aber nicht.

Alex: Meine Meinung zu "Killerspielen": Ich bin 27 Jahre alt und spiele seitdem ich 14 bin. Ich spiele eigentlich Querbeet alle Genre und habe auch einige Spiele gespielt, die in Deutschland indiziert sind. Zu Spiele machen gewaltätig sage ich nur: Ich habe mich noch nie geschlagen, oder bin anderweitig in meiner Umwelt gewaltbereit oder ähnlich aufgefallen. Ich spiele diese Spiele, weil es mir Spass macht. Wenn ein Spiel richtig brutal ist, macht es mir sogar mehr Spass. Ich tauche in eine fiktive Welt ab. Ich rase auch nicht im Straßenverkehr, obwohl ich ebenfalls viele Rennsimulationen spiele. Es sind einfach zwei verschiedene Paar Schuhe. Kinder sollten gechützt werden vor Gewalt, nicht nur in Spielen, sondern auch in Filmen und Büchern!

Farlion: Und noch eine Information: Von 1998 bis heute gab es in Deutschland insgesamt 13 Amokläufe. In nur zwei Fällen wurden Computer mit "Killerspielen" gefunden. Wie erklärt sich, dass der größte Teil der Amokläufe mit eben diesen Spielen gar nicht in Verbindung zu bringen ist? Stimmt da nicht eher insgesamt etwas nicht mit dem System?

Souly: Dies wäre kein großartiges Spiel, sondern überhaupt kein Spiel. Spiele zeichnen sich nicht durch Freiheiten aus, sondern durch ein festes Regel-Setting mit eingeschränkten Möglichkeiten, so dass der Spieler einen Überblick über die gesamte Spielwelt bekommt und somit auch Kontrolle hat. Dies macht einen großen Teil des Spielspaßes aus.

dr_nobe: @sam: Ob es da Untersuchungen gibt, weiss ich nicht, aber das Suchtpotential von Spielen wie World of Warcraft, die vom Gruppenerlebnis leben, ist doch schon beeindruckend.

Test: Das British Board of Film Classification (BBFC) hat festgestellt: Gewaltdarstellungen in Filmen beeinflussen mehr als in Videospielen.

Stefan Pradel: @Diskussion: Man sollte hier ganz dringend den Aspekt der Zeit betrachten. Während ein Film im Schnitt nach anderthalb Stunden zu Ende ist, kann an einem Computerspiel (theoretisch) beliegig lange weitergespielt werden. Ohne Kontrolle kann somit das Spiel bedeutend länger "wirken". Hier muss (z.B. im Falle von Kindern) durch die Eltern eine Aufsicht erfolgen.

RedZaC: Diese Diskussion ist völlig unnötig, da wir beide Seiten kennen und meistens nur schwammige Ausssagen getroffen werden.... Z.B. berichtet Herr Kleimann davon, dass es andere Aspekte gibt. Welche denn? Wie groß sind diese Anteile? Wie stark gefährdet sind wir durch Computerspiele im Vergleich zu Nachrichten, die tagtäglich über Gewalt berichten?

nAndU: @Farlion : Eben - das System ist hier in Frage zu stellen...

Alphi: Hmm "Forschungsinstitut", "Studie". Irgendwie kommt man sich hier in Deutschland immer mehr wie eine Laborratte vor. Die Institute machen die Studien und Politiker vertrauen blind darauf. Ich wette, die meisten spielen eher mit ihrem Laborkasten, als sich einmal den Spaßfaktor eines guten Spiels anzusehen.

RedZaC: Kleimann lebt noch vor 10 Jahren, Point and Click gibt es nicht mehr wirklich!

Daniel: Aber kann ein so hartes Eingreifen in die Privatsphäre, in dem man diese Spiele verbietet, Gewalt verhindern, oder ist es nicht besser, unsere Gesellschaft zu verändern, so dass Eltern wieder mehr Zeit für ihre Kinder haben, um mit Aufklärung und sozialem Rückhalt für Stabilität zu sorgen?

Whity: Ein solches Spiel, in dem man frei entscheiden kann, was man tut, und es keine vorgegebenen Handlungsoptionen gibt, gibt es bereits; es nennt sich Ultima Online.

Dante: @besorgter Bürger: Doch, ist mein voller Ernst. Da die neue USK-Überprüfung stattgefunden hat, sind die meisten alten Spiele, also technisch gesehen alle GameBoy Spiele, indiziert. NES müsste es ebenfalls sein. SNES... ach, sehr viele alte Spiele sind böse!

Cyberflips: Herr Kleimann übersieht mit seinem Kommentar leider, dass Kinder und Jugendliche eben den "guten Antikriegsfilm" in seiner "tiefen" Botschaft vielleicht nicht verstehen, oder eben anders interpretieren. Eben kindlicher. was auch eigentlich den Kern betrifft: In wie weit sind ''Kinder und Jugendliche'' betroffen?

CroNeo: Herr Kleinmann: Ich kann ganz leicht meinem Nachbarn eins auf die Nase geben. Sehr viel einfacher ist es meiner Auffassung nach gar nicht.

Phil: Ihr artet in Metageschwafel aus. Ein Spiel, das sich selbst so verändert und entwickelt, wäre eine KI. Ich glaube, ihr müsst um nichts diskutieren, was erst in gut einem halben Jahrhundert möglich wird. Bleibt bei der Sache.

www.dittmayer.com/gegenseite: Wenn Computerspiele aggressiver machen würden, warum hat dann die Jugendgewalt seit Aufkommen der ersten Computerspiele kontinuierlich abgenommen?

christian: @RedZaC: Grad aktuell ist ein sehr gutes Point-and-klick-Adventure rausgekommen, Jack Keane. Sehr friedlich und lustig noch dazu. :)

Schlummi: Da gebe ich Herrn Kleimann Recht. Es ist viel schwerer und wird auch von vielen Spielern eher nicht gemocht, wenn es darum geht, penibel kleine Aufgaben in Spielen zu lösen. Ohne schnell erkennbaren Fortschritt wird sowas schnell zu langweilig

thomas: Herr Kleimann, das ist wohl etwas weit hergeholt. Die Zielsetzung der meisten Adventure-Games ist wohl eine völlig andere, als die der meisten Ego-Shooter. Außerdem lassen sich in allen Medien die auf Echtzeitgrafik basieren gewalttätige Inhalte und Handlungsmuster vermitteln. Das mag im Shooter wesentlich einfach und "näher" am Spieler geschehen, aber prinzipiell lässt sich jedes Spiel dazu "missbrauchen".

EinSchweizer: Herr Kleinmann hat wohl noch nie etwas von Action-Adventures gehört. Sie sollten mehr Computerspiele spielen.

Dante: @Daniel: Mir kommt es vor, als hätten sich die Ideale der Gesellschaft verändert. Früher war es die Familie, die wichtig war, heutzutage ist es eben die Wirtschaft, die für die Gesellschaft wichtig ist. Soviel Geld verdienen und noch mehr davon auszugeben. Heutzutage ist alles teurer, beide Elternteile müssen arbeiten, um ihre Kleinen zu beglücken bzw. zu überleben.

Cyberflips: Letztendlich hängt es beim Individium vom Einzelfall ab, ob er mit Gewalt in einem bestimmten Alter umgehen kann und wie er das tut. Natürlich gibt es genug Leute, die eben nicht davon in negativer Weise beeinflußt werden bzw. auf Grund ihrer Persönlichkeit und sozialen Situation evtl. stabiler sind. Um die geht es aber nicht. Geschützt werden sollen eben die noch instabilen jungen Menschen.

Sain: Wieso? Bei MMORPGs werden doch auch nicht alle gewalttätigen Handlungen simuliert?

Andi: Echte Interaktion zwischen Personen hat man im echten Leben. Macht nicht der Reiz des Spielens genau das aus, dass man etwas anderes, vom echten Leben verschiedenes vorfindet, spielt?

el crack0r: Moment, noch nie etwas von World of Warcraft oder EverQuest2 gehört?

Souly: @Kleinmann: Was erwarten Sie denn für eine Entwicklung von Point&Click-Adventures? Ich sehe nicht, wieso es notwendig sein sollte, in der Entwicklung "echte" Interaktionen zwischen Personen zu simulieren. Spiele sind eine eigenständige Kunstform und versuchen auch gar nicht, interaktive Filme zu sein. Sie unterliegen ihren eigenen Regeln.

sebastiandre: Soll das also heißen, dass das Problem der Gewalt in Spielen vom Aufbau der Psyche des Menschen abhängig ist? Dass sich Gewalt besser darstellen lässt, als komplizierte Emotionen?

Test: MMORPG? Second Life?

Souly: Interaktion durch variable Parameter gab es schon von Anfang an in der Geschichte der Programme. Dies hat nichts mit dem Fortschritt der Technik zu tun.

dny: Nachtrag: Nachfrage regelt das Angebot. Wieso ist wohl Ihrer meinung nach die Nachfrage nach solchen Spielen so groß? Liegt es wohl an der Gesellschaft?

Mariel: @Herrn Mertens: Es sei denn sie spielen MMORPG.

Knuut: An die beiden Herren: Würde ein 15-jähriger, der täglich mehrere Stunden "Killerspiele" spielt und von Heute auf Morgen in den Irak geschickt wird, gleich zur Waffe greifen oder sich eher weinend verstecken?

Pandur: Herr Mertens: Gilt das nicht auch für Spiele im Allgemeinen (auch Brettspiele etc.)?

Lorgan: Adventures sind meiner Meinung nach eines der am weit entwickeltsten Genres. Warum machen wohl Indi 4, Monkey Island und wie sie alle heißen selbst heute noch genauso viel Spaß wie früher?

warren: Was ändert sich effektiv nach einem Computerspielverbot? Macht es nicht mehr Sinn, die Energie der "Forscher" in eine Aufklärung der Gesellschaft zu stecken?

EinSchweizer: Sollen wir jetzt in Computerspielen nur noch Blümchen pflücken dürfen und schreibt uns der Staat in Zukunft noch vor, dass ein braver Bürger am Sonntag in die Kirche gehen muss?

sam: @warren - Verbote sind einfacher beschlossen.

www.dittmayer.com/gegenseite: Es gibt keinen Generationenkonflikt! Ich kenne Ego-Shooter spielende Richter, Anwälte etc... Es besteht lediglich ein Bekennerdefizit, weil unkundige Medien die Spieler von Ego-Shootern dämonisieren.

christian: Die Wii - es gibt auch Shooter auf der Wii! ;D

Dia: Das mit der Interaktion ist eine Frage der Definition. Einen Dialog führt man ja auch mit dem PC / dem Programm. Nur sind die Antworten des Programms vorgegeben.

Lt.Cabble: Was ist Ihre Definition von ''coolen'' Spielen?

el crack0r: MMORPGs erfordern Interaktion zwischen wesentlich mehr Menschen, als bei irgendeinem 3D-Shooter überhaupt möglich ist.

Stefan Pradel: @dittmayer: Volle Zustimmung!

sam: @dittmayer – richtig.

cg-fx: Ich bin für ein Verbot von einzelnen Spielen, Filmen etc. - ich meine sogar, das müsste strenger gehandhabt werden, siehe "Hostel". So etwas dürfte hierzulande gar nicht auf den Screen kommen. Das war eine Zumutung! Ein Herstellungsverbot von "Killerspielen" halte ich aber für nicht tragbar: 1. Ist das geschäftsschädigend, aber das sollte in dieser Diskussion ja nicht die Hauptrolle spielen. 2. Macht es die Spiele für Kinder attraktiver. Das Web lässt sich nicht kontrollieren und da bekommt man jedes Spiel, das man will. 3. Redet immer von der Gefahr für Kinder, aber Tasache ist, dass ein Herstellungsverbot auch Erwachsene bevormundet. Ich lasse mir doch mit 27 Jahren nicht vorschreiben, welches Spiel ich zocken darf. Falsche Richtung! 4. Habe ich immer den Eindruck, dass ausgerechnet Leute, die sich gar nicht mit der Materie auskennen, am lautesten schreien. Die sollten sich erstmal selbst hinterfragen und naheliegendere Gründe anvisieren. Ein Herstellungsverbot ist kein Allheilmittel! 5. Kann man anhand eines psychisch-gestörten Einzelfalls für alle Deutschen entscheiden? Das würde ja heißen, wir sind alle potentielle Attentäter?

killer-spiele.info: Natürlich ist er das. Der Vater eines erwachsenen Freundes spielt Half-Life. Schön, wenn man sich auf seine Kinder einlassen kann.

warren: @sam ja, leider! Aber sollten wir nicht schon einen Schritt weiter sein? Sollten wir nicht nach nachhaltigen Lösungen suchen?

steves: Einflussreiche Persönlichkeiten in der Politik vergessen nur alzu oft, dass die Politiker das Sprachrohr des Volkes sind. Ich wette, käme es zu einem Volksentscheid "Verbot von Killerspielen - ja oder nein", würde man sehen, dass das Volk zu der "Problematik" anders steht. Klar ist: Wir müssen unsere Kinder vor solchen Dingen schützen. Aber nicht nur vor gewaltverherrlichenden Spielen, sondern auch Drogen, Alkohol, Zigaretten und brutalen Filmen. Doch die Erwachsenen darf man nicht bevormunden. Wir sollen Steuern zahlen und gelten als mündig, wenn es um Wahlen geht. Auch für Straftaten müssen die Erwachsenen als mündige Bürger Verantwortung übernehmen. Entweder sind wir also mündig oder unmündig. Sind wir mündig,so dürfen wir selbst entscheiden, was wir gucken oder spielen oder konsumieren.

Cyberflips: Mmmh, Interaktion gibt es aber doch auch in Filmen. Jeder vernünftige Filmemacher würde jetzt empört aufspringen; arbeitet er doch ständig mit den verschiedenen Intrumentarien des Films, um den Zuschauer in seiner Gefühlswelt zu manipulieren bzw. zu leiten. Das ist Interaktion.

Souly: Spiele wie Ponyhof, Tetris und Sim City haben nicht das explosive Potenzial für gesellschaftliche Diskussionen, da an ihnen nichts kontrovers ist.

ATIla: Weil diese Spiele(plattformen) in den Medien nicht so hochgepuscht werden. In den Medien ist meist nur von Ego-Shootern die Rede und die "ältere Generation" entnimmt die meisten Informationen aus den Medien, anstatt sich mit dem Thema selber zu beschäftigen.

besorgter Bürger: Aha - Herr Kleimann findet Spiele wie "Ponyhof" also cool! Interessant; das lässt natürlich tief blicken.

sam: @warren: - ich arbeite daran. :-)

Knuut: @Souly: SimCity ist doch ein den Kapitalismus verherrlichendes Spiel. ^^

MathiasO: Man sollte vielmehr jungen Leuten beibringen, wie sie mit den Gewaltinhalten umgehen sollen. Zum Beispiel bei Kriegsspielen verzichte ich des öfteres auf ein Spiel (z.B Call of Duty), weil ich einfach das Gefühl habe, dass ich soetwas nicht spielen möchte. Dies kommt aber sicherlich nicht durch unangebrachte Verbote, sondern wohl eher durch sinnvolle Aufklärung.

besorgter Bürger: Bei mir steigt auf jeden Fall auch echt mehr Hass auf, wenn ich im Film extrem ungerechte Aktionen der Protagonisten beobachten muss, ohne eingreifen zu können - da ist mir ein Shooter lieber: Klares Feindbild und eine vernünftige Waffe. ;o)

killer-spiele.info: Hallo übrigens an den Kollegen Dittmayer! :) Alles klar bei dir ?

Jirko: Generationenkonflikt ist falsch ausgedrückt; es ist der Konflikt zwischen medienerfahrenen und -unerfahrenen Menschen, bei dem beide meinen, alles über den anderen zu wissen.

el crack0r: Es gibt in meinen Augen KEINEN Generationenkonflikt bei Spielen, sondern nur Konflikte im Austausch untereinander, im Verständnis und um Interessen. Ich selbst bin 30, erwarte ein Kind und habe schon meiner jetzt über 50 jahre alten Mutter gezeigt, was ich da mache, wenn ich 3D-Shooter spiele. Wenn man nicht miteinander redet, dann kommt es gezwungenermaßen zu Missverständnissen.

sam: @Kleimann: Einigen gehts um Inhalte - andere finden die Mitspieler viel interessanter.

Max: @Knuut: Wir leben auch in einer kapitalistischen Welt, daher ist es ja auch kein Problem, bzw. wird nicht als solches angesehen.

birne: Ich würde die Debatte nicht unbedingt als Generationenkonflikt sehen, sondern vielmehr als Wertekonflikt, in dem die Lager nicht einfach bei einer Altersgrenze gezogen werden können, nur weil auf der einen Seite mehr Alte als Junge und umgekehrt stehen. Wie Herr Kleinmann schon anmerkte, gibt es auch innerhalb der Altersgruppen Konflikte um dieses Thema. Daher halte ich den Ausdruck "Wertekonflikt" treffender.

OlliK: Zwischenruf: Ich bin erwachsen und fühle mich durch Verbotsforderungen auch diskreditiert. Hintergrund ist doch, dass ältere Menschen meist keine Spieler sind und entsprechend nicht wissen, was beim Spielen wirklich passiert, was den Spieler bewegt und motiviert.

Normaler Mensch: Wollt ihr nicht noch gleich YouTube verbieten? Da gibts auch Pornos, die aber meistens gelöscht werden, oder alle brutalen Szenen von Saw, Hostel und anderen kranken Filmen.

namalsehen: Herr Mertens, Herr Kleimann: Das ist eine Annahme, die es zu beweisen gilt. Spiele können nicht unendlich freiläufig sein. Das ist technisch nicht umsetzbar. Alles wird irgendwo vorgegeben. Das lassen Sie sich dann aber lieber von einem Informatiker erklären. Sie sehen die simplen Spielzüge eines 3D- Actionadventures, aber nicht die eines 3D-Shooters. ;) Das ist sehr verwirrend; sicherlich sind Shooter in ihrer Entwicklung wesentlich weiter, da es 1. die ersten 3D-Spiele waren und 2. mehr Akzeptanz in der Masse finden. Sie mag es einfach und sie will Action. Aber Shooter sind nicht komplex; sie sehen nur besser aus. Das Spiel Indiana Jones 1 hatte da schon mehr Tiefgang. Trotzdem spiele ich heute lieber, wie damals auch Shooter.

Dante: @christian: FarCry, Medal of Honor, Call of Duty... nur mal so. ^^

nAndU: @besorgter Bürger: Tief blicken? Warum? Sind doch coole Spiele. *g

christian: Im Umkehrschluss hieße das ja, dass nach der Meinung von Herrn Kleimann die Spiele, an denen sich die Eltern erzürnen, nicht cool sind...

Dante: Die ganze Killerspiel-Diskussion ging doch mit Amokläufern in die Luft. Vorher gab es kaum ein Wörtchen, Spiele wurden indiziert und alles mögliche, nur die Masse störte sich nicht daran.

Souly: Ich denke, es ist falsch, Spiele in ästhetische Kategorien zu pressen. Es versucht auch niemand, Achterbahnen mit ästhetischen Mitteln zu fassen. Spiele werden durch ihren Spielspaß bewertet.

nAndU: Wertekonflikt....ja, dass gefällt mir. :-) Immerhin gibt es ja auch unter blogspot.oghc.com eine 71 Jahre alte zockende Dame! Und manche Games, die sie spielt, sind alles andere als gewaltfrei!

sam: Genau - fangt doch einfach an. Wir machen es auch. :-)

www.dittmayer.com/gegenseite: @Jirko: Richtig. Die Front läuft zwischen denen, die wissen, worüber sie sprechen und denen, die keine Ahnung davon haben.

Souly: @Knuut: Ja eben, wie gesagt, kein kontroverses Thema. SimCity mag ein den Kapitalismus veherrlichendes Spiel sein. Wir leben in einem kapitalistischen Staat. -> Keine Kontroverse.

Mariel: Frage an Herrn Kleimann: Es ist also ästhetischer, einen blutigen Boxkampf im TV anzusehen, als beispielsweise Counter Strike zu spielen?

cerberus: Herr Mertens: Der Grund dafür ist der gleiche, warum wir uns seit über hundert Jahren die Geschichte "Mann trifft Frau" immer und immer wieder ansehen und das, obwohl das Buch dazu schon seit mehreren hundert Jahren nicht mehr gedruckt wird.

sam: @Mariel: Du hast es erfasst.

Gert Prokop: @Kleinmann: Die Aussage stimmt so nicht, denn es ist ein Konflikt zwischen Tattergreisen & Angsthasen, die alles verbieten wollen und allen anderen Menschen, die sich einfach nicht vorschreiben lassen wollen was sie am Computer tun und lassen dürfen.

Harry555: Von welchem Doom reden Sie, Herr Kleimann? Doom Nr.1 von vor über 15 Jahren?

Lafiel: In Pacman spawnen wir aber nicht dauernd hinter einem Gegner, um einen Shockeffekt zu erzwingen (der nach dem 4. oder 5. Mal einfach nicht mehr gegeben ist).

christian: Ist denn ein Monopoly, wo ich die Regeln frei ändere, es grob aber noch um dasselbe geht, ein Monopoly?

Necredis: Killerspiele sind einfach der Sündenbock der Politik für die Sachen, die sie nicht gebacken bekommen hat. Zum Beispiel das Schulsystem: Eine Aussonderung der Kinder; Gymnasium sind die Guten, Real- und Hauptschüler sehen ohne Ausbildungsplatz meistens keine Zukunft für sich selbst, werden gewalttätig, sind verzweifelt, weil sie ja von Anfang an die Schlechteren sind. Die Politik sollte mehr Gelder ins Schulsystem fliesen lassen, auch dort Umgang mit den ''neuen Medien'' unterrichten. Stattdessen führt man Sachen wie ''Unterrichtsgarantie+'' ein (Hessen), das Unmengen an Geld verschlingt und nichts bringt, während ich in Politik und Wirtschaft mit den Daten und Informationen aus einem 15 Jahre altem Lehrbuch arbeiten muss. Das selbige gilt für die anderen Fächer; es ist alles veraltet. Unser Informatikraum ist eine Ansammlung alter Computer, die nur ab und zu angehn und eine Rechenleistung von 500 Mhz haben, aber statt neue PCs zu kaufen, haben wir stattdessen 15-Zoll Flachbildschirme bekommen, toll. Da liegt nämlich das Problem in der Finanzierung der Bildung und im Schulsystem.

Stefan Pradel: @Mertens: Gut gesagt!

Jirko: Wer definiert, wie man Doom wahrzunehmen hat? Die einen sehen Gewalt, die anderen Pac-Man.

www.dittmayer.com/gegenseite: Das stört mich auch immer. Christian Pfeiffer, Chef von Herrn Kleimann, fordert Ganztagsschulen einzuführen, damit Jugendliche von schädlichen Gewaltvideospielen ferngehalten werden. Stattdessen sollen sie kampfbetonte Sportarten wie Rugby ausüben. Es geht also gar nicht darum, ob man Gewalt aus Spaß ausüben darf, sondern darum, welche Form davon gesellschaftlich akzeptiert wird. Und da ist es eben "besser", wenn man beim Boxen jemanden real schlägt, als sich virtuell mit Freunden zu duellieren.

Acarion: @christian: Ja wieso nicht - solange das Grundprinzip noch erkennbar ist.

cg-fx: Die Interaktivität dieses Chats haut mich zwar nicht gerade vom Hocker, aber dennoch finde ich es echt super, dass dieser Chat überhaupt ins leben gerufen wurde. Ich hoffe nur, dass die Antworten der User auch ausgewertet werden und an der richtigen stelle nochmal zur Sprache kommen, denn um mich mit anderen Usern zu unterhalten, brauche ich diesen Chat nicht - das kann ich auch bei "golem". Wichtig ist, dass unsere Meinungen gehört werden, denn hier wurden einige gute Argumente gebracht.

EinSchweizer: Ich dachte, wir reden von Killerspielen, aber seit 30 Minuten reden wir doch nur noch über Monopoly und Tetris? Herr Kleinmann soll mal sagen, woher er seine Informationen bezieht.

Cyberflips: @besorgter Bürger: Hehe, aber genau in Deiner Reaktion steckt die Antwort. Wie der Einzelne mit Aggression umgeht. Der eine haut in einem cholerischen Anfall auf die Tastatur, ein anderer schnauft durch und geht sich erstmal einen Tee machen. Hängt eben von der Persönlichkeit ab. Bei Kindern und Jugendlichen ist diese aber alles andere "fertig", so dass gerade diese Zielgruppe noch sehr sensibilisiert auf Aggressionsreize reagiert. Den einen ängstigt es vielleicht bis zum Trauma, der andere reagiert mit Gewalt. Letztendlich will der Gesetzgeber hier den in der Entwicklung befindlichen Minderjährigen vor Folgen schützen.

LU: Ich sehe auch keine Analogie zu PacMan und Doom. PacMan war langweilig, wogegen Doom3 eher ein guter interaktiver Grusel-Action-"Film" war.

Stefan Pradel: Ich darf an dieser Stelle daran erinnern, dass bereits in ernsten Diskussionen "Super Mario" als gewalttätig angesehen wurde, da der Klemper Tiere quält, indem er auf ihnen herumhüpft.

sam: @cg-fx: Sann hast du was missverstanden - guck dir mal die beiden Fenster genau an.

CroNeo: Ja, Mario tötet bedrohte Tierarten (Schildkröten) und nimmt dauernd Drogen zu sich (Pilze oder sonstige Pflanzen). ;)

nAndU: @StefanPradel: lol

OneZock: Wenn "Mario" fortan als ein "Killerspiel" betrachtet werden kann, wie sieht es dann mit dem Gesetzesvorschlag der Familienministerin und dem darin geforderten Verbot "gewaltbeherrschter" Spiele aus?

Bernhard: Die Darstellungsweise von Killerspielen ist aber die Realität. Menschen sterben nun mal, wenn sie angeschossen werden und bluten dann auch. Die Realität ist noch viel grausamer, als jedes Spiel derzeit auf dem Markt.

Playsi: Naja, dass Doom nicht gleich Pac-Man ist, muss man ja wohl zugeben. Aber Pac-Man ist ab 0 und Doom ab 18. Dadurch kann der Unterschied schon gerechtfertigt werden.

nAndU: @Bernhard: Ja, aber Spiele werden im Verlauf der Zeit immer realitätsgetreuer werden...zumindest grafisch - und dann geht die Diskussion wieder von vorne los....

sam: Apropos Killerspiele - wieso sind die Siedler noch nicht im Spiel?

killer-spiele.info: Oh jetzt gleiten wir aber extrem ab ins Gruppenverhalten der Soziologie.

Cyberflips: @mark05: Das ist ja das Schwierige. Da wir ein Rechtsstaat (Gott sei Dank) sind, geht das nur über das Prinzip der Anzeige. Das bedeutet, dass wir Bürger in einer Demokratie nicht nur Rechte haben, sondern auch Pflichten. Die bestehen hier darin, einen Verstoß gegen die Indizierung im Sinne der Eigenverantwortung den Behörden zu melden, die dann eine Anzeige vornehmen oder selber zur Polizei gehen und anzeigen.

Dante: @OneZock: Mario ist schon indiziert! Super Mario Land... nur um eines zu nennen. Meine ganze Gameboy Sammlung ist indiziert! Wobei, wenn Mario ein Killerspiel ist, weil man in die Gumbos Menschen rein interpretieren könnte, so gilt dies auch für Tetris.

sepone: "Auf die konkrete Darstellungsweise"? Mich würde mal interessieren ob es für Herrn Kleimann einen Unterschied macht ob nun in Egoshootern oder Strategiespielen auf Menschen, Roboter , Aliens oder sonst was geschossen wird.

Jirko: Inhalte haben sich nicht geändert und die Darstellung soll auch nur Gefühle, Reaktionen und Gedankengänge implizieren. Die Frage ist jetzt, ob die Menschen gefährlicher sind, die Gewaltdarstellungen unkritisch interpretieren oder die, die sich daran aufhängen.

Harry555: Der Vorschlag der Familienministerin ist doch im Prinzip nichts anderes, als das Verbotspapier von Beckstein. Es ist eine Scheinlösung, um diese Debatte ein für alle mal zu beenden, weil ihr das langsam auf den Keks geht. ^^

Stefan Pradel: @Kleimann: Nicht die Spieler müssten die Spiele analytisch zerpflücken, sondern diejenigen, die normalerweise nicht spielen und vor den Gefahren der Computerspiele warnen.

cerberus: Wenn ein Politiker diese Diskussion mitliest und sonst keinen Kontakt zu Computerspielen hatte, wird er am Ende folgende Punkte für sich verbucht haben: 1. Es besteht ein Zusammenhang zwischen Computerspielen und Gewaltbereitschaft, 2. PacMan ist wie Doom. Da muss man sich über entsprechende Gesetzesvorschläge wie zur Zeit beobachtet nicht wundern. ;-)

dny: Dann sollte man sich mal darüber Gedanken machen, warum Jugendliche nicht in der Lage sind, Spiele so analytisch zu zerpflücken. Liegt das vielleicht an der mangelnden Erziehung im Umgang mit Medien in den Schulen?

MathiasO: Ich finde, es wurden nun allgemein so viele Argumente zusammengetragen, es wäre einfach an der Zeit, diese gemeinsam (Befürworter und Gegner) der Öffentlichkeit im großen Ausmaß zu präsentieren. Dies würde den ständigen Informationsstreitigkeiten wenigstens entgegenwirken, denn die derzeitige Verwirrungsstrategie erzielt vielleicht kurzzeitig auf beiden Seiten Erfolge (wie im Wahlkampf), bringt aber keinem etwas.

Lorgan: Mertens for President. :)

cg-fx: Warum diskutiert eigentlich niemand über ein Alkoholverbot? Durch Alkohol gibt es doch nun wirklich mehr Leid, als durch Spiele. Ich dachte immer, das hätte wirtschaftliche Hintergründe, aber dann müsste die Regierung doch auch Interesse haben, Spiele hier zu halten. Erst neulich habe ich bei "golem" gelesen, dass Bayern versucht, attraktiver für Spielehersteller zu werden. Wirtschaftlich garantiert interessant, nur mit einem Killerspielverbot wird Deutschland wohl nicht sonderlich interessant, Herr Beckstein. Das ist alles eine Farce, ein politisches Spiel. Hier wird versucht, durch das Finden eines Sündenbocks für das Schuldrama die Masse zu beruhigen und bei Wahlen zu trumpfen. Diese Diskussion macht solche Wellen, dass sie bestimmt wahlentscheidend werden könnte. Hier geht es doch gar nicht mehr um die ursprüngliche debatte...

Dante: Herr Kleimann, Herr Mertens, ich möchte mich für diese Diskussion bedanken.

nAndU: Ja - genau Herr Mertens. :-)

medienzensur.de: Auf LAN-Parties gibt es keine Schlägereien und keinen Stress, obwohl Tausende von "Killerspielespielern" aufeinandertreffen.

Playsi: Na da werd ich mir doch gleich mal Bioshock vornehmen müssen und viel spielen.

nAndU: Wer soll sonst besser auf seine Kinder aufpassen, als ein erfahrener Gamer? *g

Glubschauge: Vielleicht sollte die Spielergemeinschaft erstmal eine Unterlassungsklage gegen die Politiker anstreben, damit das Wort "Killerspiele" nicht mehr in dem Zusammenhang genannt wird. Wie kann man sich erdreisten, uns Killer zu nennen. Ich spiele die besagten Spiele und habe nie jemanden getötet, also warum Killerspiele?! Finde ich schon beleidigend!

Stefan Pradel: Danke für die schöne Diskussion und auch für zwei sehr gute Schlusswörter.

Lorgan: Also dann mal bye bis zum nächsten Mal - schöne Zeit beim Zocken oder was auch immer - ich packs dann.

nAndU: War irgendwie nicht sehr ergiebig....der Chat...oder?

Shodan: Bei einem solchen Chat werden eben Postionen ausgetauscht. Ich fand es nicht schlecht.

Stefan Pradel: Ich fand die Diskussion auch sehr interessant. Schön, solche Positionen zu hören.

nAndU: Ist aber auch schwer...in so`nem Chat...

Cyberflips: Danke auch an die Moderation. Eineinhalb Stunden Dauerstress gut gemeistert. ;o)

Serval: Ergiebig...naja. Etwas zum Schmunzeln gab's ja...

cerberus: @Shodan: Dann fasse die Positionen doch mal zusammen. Ich fand das nämlich auch etwas dünn.

nAndU: Yo - ich bedanke mich auch bei der Mod und den Teilnehmern....cu @ll!!!

LU: Die Realität ist doch, dass die meisten, vor allem jugendliche Spieler, mit den Inhalten solcher Spiele nicht vernünftig umgehen können. Allerdings wollen erwachsene, mündige Bürger keine zensierten Medien...

christian: Ich mache mir nur Sorgen, irgendwann nicht mehr das spielen zu können, was ich will, da es mir selbst als erwachsener Bürger verboten wird...

CroNeo: Aber müssen Spielerinnen oder Spieler das ganze so analytisch zerpflücken bzw. reicht es nicht aus, wenn diejenigen Spieler/innen zwischen Fiktion und Realität unterscheiden können? Kein Spieler würde sich je durch ein Computer- bzw. Videospiel dazu animiert fühlen, das in der fiktiven Welt erlebte auch in der Realität umzusetzen. Und falls doch, würde ich das Problem an einer GANZ anderen Stelle suchen.

Mathias Mertens und Matthias Kleimann

Bio_Bild_Debatte_Mertens_Kleimann Zu den Personen

Mathias Mertens und Matthias Kleimann

Matthias Kleimann

, geboren 1978, studierte Medienwissenschaften, Angewandte Kommunikationsforschung und Rechtswissen-
schaften. Er ist Mitarbeiter am Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN). Seine Arbeitsschwerpunkte sind die Erforschung elterlichen Medienerziehungsverhaltens sowie die Entwicklung medienpädagogischer Unterrichtsprogramme.

Dr. Mathias Mertens

ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Medien und Theater der Universität Hildesheim. Veröffentlichungen zuletzt: "Wir waren Space Invaders. Geschichten vom Computerspielen" und "Kaffeekochen für Millionen. Die spektakulärsten Ereignisse im World Wide Web."


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