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23.2.2017

Den Durchblick behalten. So lassen sich Fake News enttarnen

Meldungen, Bilder, Videos – Fake News können in unterschiedlichen Formaten auftreten und sind gleichzeitig schwer zu widerlegen. Einige Internetangebote haben sich deshalb der Überprüfung von zweifelhaften Informationen und Medien verschrieben. Eine Auswahl wird hier vorgestellt.

Verschiedene kostenlose Online-Angebote sollen dabei helfen, den Blick für Fake News zu schärfen und falsche Informationen zu entlarven. (© picture-alliance/dpa)


Oft gestaltet sich die Überprüfung der Wahrheit als schwierig. Journalistinnen und Journalisten müssen schnell reagieren, Antworten haben, prüfen, was wahr oder erfunden ist – besonders im Lokalen, wo die Verbreitung vieler Falschmeldungen ihren Ursprung hat.

Dabei leisten Webseiten und Online-Tools, die sich dem Faktencheck verschrieben haben, gute Dienste. Hier werden nachfolgend ausgewählte Hilfsmittel bei der Suche nach Fake News vorgestellt.

Persönliche Checkliste



Das Impressum ansehen Die Inhalte gegenchecken Die URL kontrollieren In sozialen Netzwerken: Den Absender kontrollieren Fotos und Videos überprüfen

Webseiten, die sich ganz dem Fact beziehungsweise Fake Checking verschrieben haben:

Hoaxmap.org



Hintergrund: Diese Seite bildet Gerüchte ab, die in Deutschland in Umlauf waren und als Fake News entlarvt wurden. Meist geht es dabei um geflüchtete Menschen oder Einwanderer.
Nutzwert: Auf einer digitalen Deutschlandkarte lassen sich Falschmeldungen nach Bundesland, Ort oder Schlagworten wie „Diebstahl“ oder „Körperverletzung“ suchen. Der User sieht sofort, aus welchem Jahr das Gerücht stammt. Außerdem gibt es einen Link zu einem Artikel, der das jeweilige Gerücht widerlegt hatte.

http://hoaxmap.org/

Mit Hilfe der Website hoaxmap.org soll man sich in kurzer Zeit einen Überblick über in Deutschland kursierende Fake News verschaffen können.




faktenfinder



Hintergrund: Die ARD Redaktion hat es sich zur Aufgabe gemacht vermeintliche Fakes im Rahmen des „faktenfinder“ zu untersuchen. Die Journalist(inn)en stellen dafür ihre Erkenntnisse zur tatsächlichen Faktenlage dar – wahren aber dennoch Multiperspektivität. Damit soll Menschen eine Plattform zum Nachlesen von verifizierten Fakten geboten werden.
Nutzerwert: Auf tagesschau.de findet man unter faktenfinder sowohl Aktuelles aus dem In- und Ausland, sowie Hintergrundinformationen zur breiten und vertieften Darstellung der jeweilig umstrittenen Thematik. Außerdem stehen den Nutzenden Tutorials zur Verfügung, beispielsweise zum kritischen Umgang mit Statistiken.

http://faktenfinder.tagesschau.de/index.html

Unter dem Angebot faktenfinder teilt die ARD-Redaktion ihre Erkenntnisse und Expertise zum Umgang mit Fake News.




SWR - Fakefinder



Hintergrund: Der "SWR Fakefinder" – nicht zu verwechseln mit dem ARD faktenfinder - ist ein spannendes Browserspiel. Bei diesem Spiel werden Newsfeeds unter die Lupe genommen. Mit jeder beantworteten Frage wächst das eigene Repertoire zu beurteilen: Was ist Wahrheit, woran lässt sich Betrug erkennen?
Nutzerwert: Dieses Tool hilft spielerisch, in Zeiten von Fake-News und Hoaxes den Überblick zu bewahren. Die Spielenden bekommen in einem Nachrichtenfeed insgesamt zehn Meldungen gepostet. Allen gemein ist, dass sie unglaublich klingen. Ein Teil davon sind seriöse Nachrichten, ein Teil ist Satire, ein Teil aber sind dreist gefakte Inhalte. Die Aufgabe ist es, treffsicher zu unterscheiden. Der Clou: Zu jeder Aufgabe gibt es einen Recherche- oder Link-Tipp, Fakes zu entlarven.

https://swrfakefinder.de/

Das Browsertool "Fakefinder" des SWR vermittelt spielerisch, wie man Fake-News von seriösen Nachrichten unterscheiden kann. (© Südwestrundfunk)




First Draft News



Hintergrund: Seit 2015 stellt die gemeinnützige Vereinigung First Draft Leitlinien für den Umgang mit Gerüchten, Bildern und Videos, die sich auf sozialen Netzwerken verbreiten, zusammen. Inzwischen greift sie auf ein internationales Partnernetzwerk aus Redaktionen und Menschenrechtsorganisationen zurück. In Deutschland arbeiten beispielsweise dpa, Zeit, ARD und ZDF mit den Initiatoren der Website zusammen.
Nutzwert: Die Seite erklärt unter anderem Schritt für Schritt, wie man Videos oder Bilder verifiziert, welche Tools sich dafür eignen oder wie Journalisten mit traumatisierenden Bildern umgehen können.

https://de.firstdraftnews.com/

Die Initiatoren von First Draft News haben sich zum Ziel gesetzt, Leitlinien zum Umgang mit Fake News zusammenzustellen.




Mimikama



Hintergrund: Nachrichten, die sich über Twitter, Facebook oder Whatsapp verbreiten, sind oft fragwürdig. User können ebendiese Meldungen zur Überprüfung an die Redaktion von Mimikama schicken. Der österreichische Verein hat es sich seit 2011 zur Aufgabe gemacht, Internetbetrug, -missbrauch und Falschmeldungen aufzudecken.
Nutzwert: Die Macher von Mimikama stellen die Ergebnisse ihrer Recherche und Artikel zum Thema Internetsicherheit online und geben darüber hinaus Tipps zur Erkennung von Fake News. Besonders praktisch: Mit der zugehörigen Suchmaschine Hoaxsearch lassen sich Fakes gezielt nach bestimmten Schlagworten finden.

http://www.mimikama.at/
http://www.hoaxsearch.com/

Die Suchmaschine Hoaxsearch ist eines der Angebote der Internetseite Mimikama.




Neben Webseiten, die sich ganz dem Fact beziehungsweise Fake Checking verschrieben haben, gibt es auch eine Reihe kostenpflichtiger und kostenloser Online-Tools, die bei der Überprüfung von Fotos und Video nützlich sind. Nachfolgend sind besonders anwenderfreundliche Programme aufgelistet, die gratis zur Verfügung stehen.

Google Bildersuche



Hintergrund: Der Klassiker: Google bietet die Möglichkeit, gezielt nach dem Ursprung eines Fotos zu suchen. Dabei wird die Datenbank nach Websites, die das Bild enthalten, und nach ähnlichen oder identischen Fotos durchforstet.
Nutzwert: Mit dem Klick auf das Kamerasymbol startet der Suchdurchlauf, sobald die URL oder das Foto eingegeben wurde.


Tineye



Hintergrund: Ob es sich um ein Originalfoto handelt, können Redakteurinnen und Redakteure auch mit dem kostenlosen englischsprachigen Programm Tineye überprüfen. Laut Hersteller checkt die Rückwärts-Bildersuche momentan über 17 Milliarden Fotos auf Übereinstimmung.
Nutzwert: Mit wenig Aufwand macht sich das nutzerfreundliche Programm ans Werk. Auch hier genügt Foto-URL oder -Upload.

https://www.tineye.com/

Die Suchfunktion von Tineye dient dazu, zweifelhafte Bilder zu überprüfen und ihre Herkunft kontrollieren zu können.




Youtube Dataviewer



Hintergrund: Die Hilfsorganisation Amnesty International hat das kostenlose Online-Tool Youtube Dataviewer entwickelt, um der Verbreitung von Fake News und Videos auf der Plattform Youtube entgegenzuwirken.
Nutzwert: Nach Eingabe einer Youtube-URL bestimmt das Programm innerhalb von Sekunden Ort und Zeitpunkt der Aufnahme. Zugleich werden Thumbnails, einzelne Bilder des Videos, erstellt, die mit einem Klick einer Bildersuche unterzogen werden können.

Fußnoten

1.
http://faktenfinder.tagesschau.de/tutorials/fakenews-erkennen-tutorial-101.html
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