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5.6.2019

Afghanische Flüchtlinge in Pakistan

In Pakistan leben etwa drei Millionen Afghanen. Welche Ereignisse haben ihre Migration nach Pakistan ausgelöst? Wie geht Pakistan mit diesen Migrantinnen und Migranten um und was ist über ihre Lebensbedingungen bekannt? Ein Überblick.

Islamabad, Pakistan: Bei einer Veranstaltung des UNHCR zum Weltflüchtlingstag 2018 führen geflüchtete Männer aus Afghanistan einen traditionellen Tanz vor. (© picture-alliance/AP)


Medien und Politik sprechen von einer Flüchtlingskrise in Europa. Die meisten Flüchtlinge auf der Welt leben aber nicht in Europa, sondern in Asien, Afrika, der arabischen Region und Südamerika. Sie sind entweder Binnenvertriebene (IDPs) innerhalb ihrer Heimatstaaten oder leben als Flüchtlinge in Nachbarstaaten. Die meisten dieser Aufnahmestaaten zählen zu den ärmeren Ländern der Welt. Die Anwesenheit von Binnenvertriebenen und Flüchtlingen belastet ihre staatliche Ressourcen und lokalen Infrastrukturen und kann zu sozialen und politischen Spannungen beitragen.

Afghaninnen und Afghanen sind heute zwar eine der größten Asylbewerbergruppen in Europa, jedoch leben die meisten seit den 1970er Jahren in den Nachbarländern Pakistan und Iran[1]. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Geschichte der Afghanen in Pakistan. Er bietet einen historischen Abriss über grenzüberschreitende Migrationen zwischen Afghanistan und Pakistan und umreißt die pakistanische Politik und ihre Gesetze in Bezug auf afghanische Flüchtlinge. Zudem beleuchtet er die Demografie der afghanischen Bevölkerung in Pakistan und gibt Einblicke in ihre aktuellen Lebensbedingungen.

Die Geschichte der afghanischen Migration nach Pakistan

Historisch hat es immer Bewegungen von Individuen und Gruppen über die heutige Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan gegeben. Dies liegt daran, dass auf beiden Seiten der Grenze Gruppen wie Paschtunen, Hazara und Gujjar zu finden sind, die einer Ethnie angehören und eine gemeinsame Sprache sprechen. Als 1893 unter britischer Kolonialherrschaft die Grenze zwischen Afghanistan und Britisch-Indien (bekannt als "Durand-Linie") ausgehandelt wurde, entstand eine fließende, halbautonome geografische "Pufferzone", die sogenannten Tribal Areas, auf der Seite Britisch-Indiens. [2] Im Jahr 1947, nach der Unabhängigkeit und der Teilung Britisch-Indiens in die zwei neuen Nationalstaaten Indien und Pakistan, übernahm Pakistan diese fließende Grenze und Pufferzone. Sie wurde in FATA (Federally Administred Tribal Areas/Stammesgebiete unter Bundesverwaltung) umbenannt. Bis März 2018 blieb die FATA-Region außerhalb der Kontrolle der pakistanischen Verfassung (Artikel 247). In der Praxis bedeutete dies, dass es schwierig war, grenzüberschreitende Bevölkerungsbewegungen zu regulieren. Zwischen 1947 und den 1970er Jahren umfassten die meisten Bevölkerungsbewegungen lediglich einige Tausend Nomaden, Händler und Familien mit historischen Verbindungen auf beiden Seiten der Grenze. Erst in den 1970er Jahren, als sich die politischen Bedingungen in Afghanistan veränderten, insbesondere mit dem Einmarsch der Sowjetunion, suchten Zehntausende und später Millionen Afghaninnen und Afghanen Zuflucht in Pakistan.

Die politische Situation in Afghanistan: Mehr als 40 Jahre Konflikt



1973-1978: Regierung von Daoud Khan
Im Jahr 1973 wurde der afghanische Monarch Zahir Shah Shah, welcher von 1933-1973 regierte, in einem Staatsstreich von seinem Cousin und Militärführer Daoud Khan (an der Macht 1973-1978) gestürzt. Dem Putsch folgte eine aggressive, sozialistisch inspirierte staatliche Zentralisierung. Als Reaktion darauf wanderten einige Tausend Afghaninnen und Afghanen nach Pakistan und eine kleinere Gruppe mit ausreichenden Ressourcen nach Westeuropa und Nordamerika aus.

1978-1979: Der Aufstieg der DVPA
In den 1970er Jahren entwickelte sich die kommunistische Demokratische Volkspartei Afghanistans (DVPA) zu einer wichtigen Akteurin in Afghanistan. Im April 1978 stürzte sie Daoud Khan in der Saur-Revolution. Die DVPA verfolgte ein noch radikaleres und mit Gewalt durchgesetztes Programm staatlicher Zentralisierung und Landreformen. Dies stieß im ganzen Land auf erheblichen Widerstand. Mehr Menschen migrierten nach Pakistan, sodass Ende 1979 bereits 400.000 Afghaninnen und Afghanen dort lebten. [3]

1979-1988: Der sowjetisch-afghanische Krieg
Im Dezember 1979 schickte die Sowjetunion Truppen nach Afghanistan und begann einen Krieg. Zuvor hatte die DVPA die Sowjetunion um Unterstützung gebeten, um den Widerstand innerhalb des Landes niederzuschlagen. Es folgte eine massive humanitäre Krise. Bis zum Ende des Krieges im Jahr 1988 hatten rund vier bis fünf Millionen Afghaninnen und Afghanen Zuflucht in Pakistan gesucht. Außerdem flohen rund drei Millionen Afghaninnen und Afghanen in den Iran. Mehr als die Hälfte der sich vor dem Krieg auf 13 Millionen Menschen belaufenden afghanischen Bevölkerung lebte nun im Exil. [4]

Die pakistanische Regierung hieß damals sowohl Afghaninnen und Afghanen als auch die durchlässige Grenze willkommen, da sie nach politischem Einfluss in Afghanistan strebte. Dieses Interesse wurde durch den Wunsch getrieben, die Spannungen zwischen den beiden Staaten zu überwinden, die sich seit der Gründung Pakistans im Jahr 1947 entwickelt hatten. Die afghanische Regierung lehnte die Legitimität der damals festgelegten Grenze (Durand-Linie) konsequent ab. Der afghanische Staatsapparat und die herrschenden Eliten wurden von der ethnischen Gruppe der Paschtunen dominiert. Pakistan blickte vor diesem Hintergrund mit Sorge auf die eigene paschtunische Bevölkerung im Nordwesten des Landes. Einige ihrer Mitglieder hatten historische Verbindungen zum afghanischen Staat und wollten ihre eigene politische Agenda in Hinblick auf die Gründung eines autonomen Nationalstaats "Paschtunistan" vorantreiben. Zudem war Pakistan eng mit den USA verbündet, für die seit Beginn des Kalten Kriegs der Sieg über die Sowjetunion im Vordergrund stand. Daher unterstützten Pakistan, die USA und ihre Verbündeten die afghanischen Mujaheddin ("heilige Krieger"): Politische Islamisten, die in Pakistan im Exil lebten und gegendie sowjetische Besatzung in Afghanistan kämpften.

Auszug aus einem Interview der Autorin mit einem ehemaligen Kämpfer der Mujaheddin, der in einem Flüchtlingslager in Peshawar lebt (2014)

"Während des Dschihad [sowjetisch-afghanischer Krieg] hatten wir so viel Aufmerksamkeit von der Welt. Es gab so viel Geld in den Flüchtlingslagern und so viel Unterstützung aus den USA, [West-]Deutschland, Pakistan und den arabischen [Golf-]Staaten. Aber jetzt sind wir allein gelassen worden und es wird uns gesagt, dass wir nach Afghanistan zurückkehren sollen."


1989-1992: Ende des sowjetisch-afghanischen Krieges und Beginn des Bürgerkriegs
Im Jahr 1989 zog sich die Sowjetunion aus Afghanistan zurück. Dies bedeutete jedoch nicht das Ende des Konflikts. Als die verschiedenen Gruppierungen der Mujaheddin nach Afghanistan zurückkehrten und konkurrierende Machtansprüche geltend machten, kam es zu einem erbitterten Bürgerkrieg. Im Jahr 1992 stürzten die Mujaheddin das DVPA-Regime und verfolgten ehemalige Staatsbedienstete. Daraus resultierten neue Migrationen nach Pakistan und Iran.

1992-2001: Bürgerkrieg und Aufstieg der Taliban
Während des Bürgerkriegs gelang es den Taliban, Teile des Landes zu erobern. Die Taliban hatten Afghanistan zwischen 1995 und 1998 fest im Griff. Ihr Aufstieg führte zur brutalen Verfolgung der ethnischen Minderheit der ismailitisch-schiitischen Hazara-Afghanen. Viele von ihnen wanderten daher in den Iran und nach Pakistan aus. Schwere Dürreperioden und der Verfall der Infrastruktur im Zuge des langanhaltenden Konflikts vertrieben weitere Menschen.

Auszug aus einem Interview der Autorin mit einer 24-jährigen Hazara-Frau (2013)

"Ich habe gesehen, wie mein Vater getötet wurde. Sie haben ihn vor unserem Haus erschossen. Einige Männer [bekannte Taliban-Kämpfer] kamen in unser Dorf und folgten unseren Männern. Mein Bruder war zu der Zeit abwesend, aber als er zurückkehrte, töteten sie auch ihn. Sie haben ihn erschossen. Er war erst 23 Jahre alt. Meine Mutter ist seitdem nicht mehr wie früher. Sie und ich reisten mit meinen Schwestern nach Karatschi, als andere das Dorf verließen. Hier geht es uns besser. Ich arbeite als Kosmetikerin in der Stadt. Aber auch hier ändern sich die Dinge.... Die Männer werden erneut zur Zielscheibe von [konfessionell motivierten] Tötungen."

2001 bis heute: Der "Krieg gegen den Terror“

Seit 2001 gilt jede Person aus Afghanistan, die in Pakistan Zuflucht sucht, als undokumentierter Migrant und nicht als Flüchtling. Das Hauptziel der pakistanischen Regierung ist es, Afghaninnen und Afghanen dazu zu bewegen, das Land zu verlassen. Im Oktober 2001 rückten die USA in Afghanistan ein, nachdem sie die Taliban-Regierung dafür verantwortlich gemacht hatten, der Terrororganisation Al-Quaida die Anschläge am 11. September ermöglicht zu haben. Es gab klare Verbindungen zwischen dem pakistanischen Staat und den afghanischen Taliban, von denen viele in Pakistan stationiert waren. Dennoch verbündete sich Pakistan unter Präsident Pervez Musharraf mit den USA und versuchte sich von den Taliban zu distanzieren.

Innerhalb weniger Jahre breitete sich der Krieg auch in Pakistan aus, insbesondere im Nordwesten des Landes einschließlich der FATA-Region. Aufgrund des Krieges in Afghanistan und des bewaffneten Konflikts zwischen dem Militär und den Taliban in Pakistan stand die pakistanische Regierung unter Druck, die Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan besser zu sichern. So galt es, die Verwaltungstechniken der Grenzen zu verbessern, um die grenzüberschreitenden Bevölkerungsbewegungen besser zu kontrollieren. Die fließende Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan wird seither nicht mehr als Vorteil betrachtet.

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Fakten auf einen Blick

  • Seit 2001 tötete der Krieg in Afghanistan ungefähr 120.000 Afghaninnen und Afghanen.*
  • Sowohl die Taliban als auch der "Islamische Staat" (IS) sind in Afghanistan aktiv.
  • Bombenanschläge sind alltägliche Routine und haben großen psychologischen Einfluss auf die afghanische Bevölkerung.
  • Vorwürfe staatlicher Korruption sind an der Tagesordnung.
  • Nach wie vor gibt es patriarchale Gewalt.
  • Innerhalb neuer Migrationswellen fliehen Familien, Männer, Frauen und unbegleitete Minderjährige (meist Jungen) Richtung Pakistan, Türkei, Europa, Australien und Nordamerika.**
* Von 2001 bis 2016 wurden 111,442 Menschen in Afghanistan getötet. Seitdem wurden mindestens 5.000 weitere Afghanen getötet. N. C. Crawford (2016): War-Related Death, Injury, and Displacement in Afghanistan and Pakistan, 2001 to mid-2016. In: Costs of War Project. Brown University. https://watson.brown.edu/ (Zugriff: 17.01.2019); United Nations Assistance Mission in Afghanistan (2017): Afghanistan: Protection of Civilians in Armed Conflict. Annual Report 2017. https://unama.unmissions.org/ (Zugriff: 21.08.2018).
** S. Alimia (2015): Afghan (Re)Migration from Pakistan to Turkey: Transnational Norms and the ‘Pull’ of Pax-Ottomanica. Insight Turkey., Jg. 16, Nr. 4, S. 159-186.

Beziehung zwischen Pakistan und Afghanistan

Das Verhältnis zwischen Afghanistan und Pakistan ist historisch durch Streitigkeiten über die Grenzziehung geprägt, welche der afghanische Staat wiederholt abgelehnt hat. Ein weiterer Konflikt ist die Unterstützung von abtrünnigen pakistanischen Paschtunen durch den afghanischen Staat sowie dessen engen Beziehungen zu Pakistans Erzrivalen Indien. In den 1970er und 1980er Jahren, während des Kalten Kriegs, nahm Pakistan afghanische Flüchtlinge auf und hieß insbesondere transnationale Islamisten willkommen, umso politischen Einfluss in Afghanistan zu erlangen. Pakistans Unterstützung des Taliban-Regimes in Afghanistan in den 1990er Jahren folgte derselben Logik. Mit dem Beginn des "Krieges gegen den Terror" gegen die Taliban und dem Wiederaufbau des afghanischen Staatsapparats in den 2000er Jahren ist die Beziehung zwischen den beiden Nachbarn wieder in alte Muster gefallen: Die wechselnden afghanischen Regierungen haben die Legitimität der afghanisch-pakistanischen Grenze erneut infrage gestellt und versucht, enge Beziehungen zu Indien aufzubauen. Somit ist die regionale Geopolitik der Schlüssel zum Verständnis der Position afghanischer Flüchtlinge in Pakistan.

Pakistans Gesetze und Politik im Umgang mit afghanischen Flüchtlingen

Pakistan hat weder die Genfer Flüchtlingskonvention der Vereinten Nationen von 1951 noch das ergänzende Protokoll über die Rechtsstellung der Flüchtlinge aus dem Jahr 1967 unterzeichnet. Das Land hat zudem kein offizielles Flüchtlingsrecht.

In Paragraph vier des pakistanischen Staatsbürgerschaftsgesetzes von 1951 steht, dass Personen, die nach 1951 in Pakistan geboren wurden und deren Eltern nicht aus einem feindlichen Staat (diesen Status haben lediglich Israel und Indien inne) stammen, Anspruch auf die pakistanische Staatsbürgerschaft haben. Diese Bestimmung wurde jedoch selten umgesetzt und niemals für Afghaninnen und Afghanen. [5] Im Jahr 2018 versprach der neue pakistanische Premierminister Imran Khan von der "Pakistan-Tehreek-e-Insaaf"-Partei allen in Pakistan geborenen Afghaninnen und Afghanen die Staatsbürgerschaft. Die Gegenreaktionen waren jedoch so groß, dass er dieses Angebot zurückziehen musste. Der einzige Weg zur Staatsbürgerschaft für Personen afghanischer Herkunft ist die Ehe mit einem männlichen pakistanischen Bürger. In der Praxis können also nur afghanische Frauen durch Heirat die pakistanische Staatsbürgerschaft erwerben (Paragraph zehn, Staatsbürgerschaftsgesetz von 1951).

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Fakten auf einen Blick

  • Afghanische Flüchtlinge waren in Pakistan niemals darauf beschränkt, in Flüchtlingslagern zu leben. Sie dürfen sich in verschiedenen Teilen des Landes niederlassen und es steht ihnen frei, Arbeit zu suchen.
  • Eine kleine Anzahl von Afghaninnen und Afghanen ist durch Fälschung von Dokumenten, Bestechung und Korruption zu pakistanischen Staatsangehörigen geworden.
  • Die meisten Afghaninnen und Afghanen in Pakistan sind keine Staatsbürger und haben keine Chance, irgendwann eingebürgert zu werden.

Afghaninnen und Afghanen erhalten in Pakistan institutionelle Unterstützung, die überwiegend während des sowjetisch-afghanischen Krieges eingerichtet wurde. Im Jahr 1979 gründete die pakistanische Regierung eine Regierungsabteilung, die Chief Commissionerate for Afghan Refugees (CCAR), die dem Ministerium für Bundesstaaten und Grenzregionen (SAFRON) untersteht und mit der Verwaltung aller afghanischen Flüchtlinge in Pakistan beauftragt ist. Dazu zählen Flüchtlinge, die in und außerhalb von Flüchtlingslagern leben. Zu ihren wichtigsten Aufgaben gehören die Bereitstellung von Land für Flüchtlingslager, die Koordinierung von Hilfsmaßnahmen mit internationalen Organisationen, Bildung und Gesundheitsfürsorge in Flüchtlingslagern sowie die Beratung von Afghaninnen und Afghanen, die außerhalb von Flüchtlingslagern leben, zu verschiedenen Themen, einschließlich des Zugangs zu Bildung und Beschäftigung.

Darüber hinaus war seit 1979/80 die Flüchtlingsorganisation der Vereinten Nationen (UNHCR) in Pakistan aktiv. Ihre Hauptaufgabe bestand darin, Hilfsmaßnahmen finanziell und institutionell zu ermöglichen sowie Flüchtlinge zu schützen. Sie hat viele Aktivitäten der CCAR finanziert und die Unterstützung internationaler Hilfsorganisationen koordiniert. Nach dem Ende des sowjetisch-afghanischen Krieges wurde die internationale Hilfe in den 1990er Jahren so weit reduziert, dass fortan das staatliche Flüchtlingsmanagement Pakistans und die Flüchtlingsgemeinschaften den Großteil der finanziellen Belastung selbst tragen mussten. Beispielsweise wurden Afghaninnen und Afghanen seit 1994/95 keine Nahrungsmittelrationen mehr zugeteilt. Zu den Hauptaufgaben des UNHCR gehörten in den 2000er und 2010er Jahren die Unterstützung von Rückführungsmaßnahmen, die Bereitstellung von Rechtshilfe, die Ausstellung von Geburtsurkunden und die anteilige Finanzierung der Grundschulbildung für afghanische Kinder.

In den 2000er Jahren bestand die pakistanische Politik in Bezug auf die afghanische Minderheit darin, diese zu ermutigen, an Programmen zur freiwilligen Rückkehr teilzunehmen. Unterstützung erhielt Pakistan dabei von UNHCR, den USA und anderen NATO-Mitgliedstaaten, die Afghanistan (oder zumindest Teile des Landes) als "sicher" genug für eine Rückkehr betrachten. Ein Hauptbestandteil des Rückführungsprogramms war es, Afghaninnen und Afghanen Ausweise auszustellen. So sollte überwacht werden, wie viele Einzelpersonen und Familien zurückkehren.

Im Jahr 2003 unterzeichnete Pakistan das erste von mehreren Drei-Parteien-Abkommen mit der afghanischen Regierung und UNHCR zur Verwaltung der afghanischen Minderheit in Pakistan und zur grenzüberschreitenden Rückführung. Des Weiteren haben CCAR und SAFRON zwei wichtige politische Programme zur Verwaltung der afghanischen Bevölkerung in Pakistan und zur Rückkehr nach Afghanistan aufgelegt. [6] Trotz der damit festgelegten Verhaltensregeln haben verschiedene Institutionen und Akteure innerhalb der pakistanischen Regierung routinemäßig Afghaninnen und Afghanen belästigt und ihre Menschenrechte verletzt. Menschenrechtsorganisationen vermuten, dass es sich dabei um eine Taktik handelt, Afghaninnen und Afghanen zum Verlassen des Landes zu bewegen. [7]

Politische Parteien und die Medien Pakistans erhöhen den Druck auf die afghanische Minderheit, die sie regelmäßig für Terroranschläge im Land verantwortlich machen. Aufgrund von Spannungen zwischen den Regierungen Afghanistans und Pakistans werden in Pakistan lebende Afghaninnen und Afghanen oft als verdächtige "fünfte Kolonne" dargestellt, die es zu überwachen gilt bzw. die gezwungen werden soll, das Land zu verlassen.

Mittlerweile gibt es jedoch Stimmen in der Regierung, die anerkennen, dass Pakistan nicht über die institutionelle Kapazität verfügt, alle Afghaninnen und Afghanen nach Afghanistan zurückzuführen. Sie werden von UNHCR in ihrem Bestreben unterstützt, den Status der in Pakistan lebenden Afghaninnen Afghanen zu regeln (z.B. durch Visa und Programme zur Legalisierung des Aufenthalts).

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Fakten auf einen Blick

  • In den Jahren 2006 und 2007 führten CCAR und SAFRON sowie UNCHR ein computergestütztes biometrisches Ausweissystem (ID) für afghanische Flüchtlinge (Meldenachweis für afghanische Bürgerinnen und Bürger) ein, das zur Unterstützung der freiwilligen Rückkehr verwendet wurde.*
  • Die Internationale Organisation für Migration (IOM) hat 2017 ein Registrierungs- und Personalausweissystem für undokumentierte Afghaninnen und Afghanen ins Leben gerufen, das ebenfalls auf die Unterstützung von Rückführungsprogrammen abzielt.**
  • Afghaninnen und Afghanen, die nach Afghanistan zurückkehren, werden aus Pakistan abgemeldet, indem sie ihren Personalausweis in Auszahlungszentren in Afghanistan vorlegen, wo sie eine finanzielle Entschädigung erhalten.
  • Menschenrechtsorganisationen haben die routinemäßige Belästigung von Afghaninnen und Afghanen in Pakistan seit Mitte der 2000er Jahre wiederholt verurteilt.
  • 2017 und 2018 wurden Visa- und Aufenthaltsprogramme für Afghaninnen und eingeführt.
* S. Alimia (2018): Performing the Afghanistan-Pakistan Border through Refugee ID Cards. Geopolitics.
** S. Khan (2017): Afghans Dream of Stepping out of the Shadows with Pakistan ID Scheme. UNHCR. 21. Juli. https://www.refworld.org/docid/5975bc8b4.html (Zugriff: 21.08.2018).

Die afghanische Bevölkerung in Pakistan

Seit den 1970er Jahren hat Pakistan mehr als acht Millionen Afghaninnen und Afghanen aufgenommen. Viele von ihnen sind nach Afghanistan zurückgekehrt oder in andere Länder weitergewandert. Von 2002 bis 2018 wurden 4,3 Millionen registrierte Flüchtlinge nach Afghanistan zurückgeführt.

Der Umfang der afghanischen Bevölkerung in Pakistan schwankt aufgrund unterschiedlicher Migrationswellen und des natürlichen Bevölkerungswachstums. Heute gibt es in Pakistan drei Millionen Afghaninnen und Afghanen: 1,4 Millionen davon sind als Flüchtlinge bei der pakistanischen Regierung und UNHCR registriert. Bei weiteren 1,0-1,5 Millionen handelt es sich um Afghaninnen und Afghanen ohne Papiere.

Eine Umfrage unter Flüchtlingen und undokumentierten Afghaninnen und Afghanen aus dem Jahr 2011 ergab, dass 74 Prozent aller in Pakistan lebenden afghanischen Personen in Pakistan geboren wurden und daher soziologisch betrachtet Pakistani sind. [8]

Von den 1,4 Millionen in Pakistan lebenden afghanischen Flüchtlingen sind 56 Prozent männlich und 44 Prozent weiblich.[9] Kinder machen 50 Prozent der afghanischen Bevölkerung in Pakistan aus. Insgesamt sind 72 Prozent der in Pakistan lebenden Afghaninnen und Afghanen Frauen und Kinder.

Von den 1,4 Millionen registrierten Afghaninnen und Afghanen in Pakistan zählen 85 Prozent zu der Gruppe der Paschtunen, einer Ethnie mit gemeinsamer Sprache, die auch in der pakistanischen Provinz Khyber Pakhtunkhwa, der (ehemaligen) FATA-Region und in der Provinz Belutschistan angesiedelt ist. Weitere wichtige ethnische Gruppen in der afghanischen Bevölkerung Pakistans sind Tadschiken (sechs Prozent), Usbeken (drei Prozent), Turkmenen (ein Prozent) und Hazara (zwei Prozent). [10]

Etwa 32 Prozent der registrierten Afghaninnen und Afghanen in Pakistan leben in Flüchtlingslagern. Der Rest lebt außerhalb dieser Lager, die meisten in städtischen Gebieten. [11] In den Städten leben sie oft in informellen Siedlungen und sind mit einem begrenzten Zugang zu Sicherheit und Gütern des Grundbedarfs konfrontiert. Den in Lagern lebenden Afghaninnen und Afghanen geht es jedoch nicht unbedingt besser. Viele leiden unter der Senkung internationaler Fördermittel und der Schließung von Lagern.

Die afghanische Bevölkerung verteilt sich nicht gleichmäßig auf Pakistan, sondern konzentriert sich in bestimmten Gebieten oder Provinzen. Der Großteil registrierter afghanischer Flüchtlinge lebt in den Provinzen Khyber Pakhtunkhwa (58 Prozent), Belutschistan (23 Prozent) und Punjab (12 Prozent). Kleinere Anteile finden sich in Sindh (fünf Prozent), im Hauptstadtterritorium Islamabad (zwei Prozent), in der (ehemaligen) FATA-Region (ein Prozent) sowie dem von Pakistan verwalteten Teil Kaschmirs (0,3 Prozent). Es darf angenommen werden, dass sich auch die undokumentierte afghanische Bevölkerung ähnlich über Pakistan verteilt.

Die meisten registrierten Flüchtlinge und undokumentierten Afghaninnen und Afghanen arbeiten im Niedriglohnsektor und werden als Tagelöhner, Lumpensammler oder in der handwerklichen Produktion beschäftigt. Eine unverhältnismäßig große Zahl von Afghaninnen und Afghanen, insbesondere jene, die keine Papiere haben, befindet sich in Schuldknechtschaft in der pakistanischen Lehmziegelproduktion. Ein kleiner Teil der afghanischen Minderheit arbeitet als Lehrer, betreibt kleine Unternehmen oder überregionalen Handel.

Ein Großteil der Afghaninnen und Afghanen in Pakistan stammt aus Haushalten mit niedrigem Einkommen. Dies war bereits zum Zeitpunkt der Migration nach Pakistan der Fall. Daher haben viele Afghaninnen und Afghanen einen schlechten Zugang zu Beschäftigung und zu grundlegenden Rechten wie sauberem Trinkwasser, Bildung, Gesundheits- und Grundversorgung.

Registrierte afghanische Flüchtlinge dürfen öffentliche und private pakistanische Schulen, Hochschulen und Universitäten besuchen. Außerdem gibt es afghanische Grundschulen und weiterführende Schulen, die vom afghanischen Konsulat in Pakistan beaufsichtigt werden und nach einem Lehrplan unterrichten, der mit dem Bildungssystem in Afghanistan kompatibel ist.

Da afghanische Personen ohne Papiere einen prekären rechtlichen Status haben, sind viele von ihnen auf die informelle Wirtschaft angewiesen, um Zugang zu Arbeit, Gesundheitsfürsorge, Bildung, Wohnraum und Versorgungsbetrieben zu erhalten.

Aktuelle Lebensbedingungen in Pakistan

Pakistan steht mit Blick auf verschiedene globale Kennzahlen – sei es in Bezug auf seine Wirtschaftskraft, politische Stabilität, die Gleichstellung der Geschlechter oder die menschliche Entwicklung – nicht gut dar. 45,6 Prozent der Bevölkerung leben in mehrdimensionaler Armut, 26,5 Prozent in schwerer multidimensionaler Armut. [12] Das Land ist von strukturellen Ungleichheiten und Diskriminierungen geprägt, die sich auf verschiedene geografische Regionen, Ethnien, religiöse Minderheiten, Frauen und Transsexuelle auswirken. Die Gesamtposition Pakistans wird von einer Reihe von lang-, mittel- und kurzfristigen Faktoren bestimmt, etwa der Vorherrschaft des Militärs in der Regierungsführung, welche die meisten Ressourcen des Landes schluckt, und der Konzentration der politischen Macht im urbanen Punjab.

Patriarchale Strukturen sind ein anhaltendes Problem im Land. Im Jahr 2018 lag die Alphabetisierungsrate von Frauen in Pakistan bei nur 45 Prozent, während die Alphabetisierungsrate bei Männern 69 Prozent betrug. Gewalt gegen Frauen durch sogenannte Ehrenmorde, Säure-Angriffe, häusliche Gewalt und Zwangsverheiratungen ist nicht ungewöhnlich. Dies sind Probleme, die auch afghanische Frauen in Pakistan betreffen, aber nicht wahrgenommen werden, da der Staat oder internationale Organisationen ihre Anliegen lediglich auf die Rückführung von Flüchtlingen konzentrieren. Darüber hinaus haben pakistanische politische und kommunale Organisationen für Frauen häufig nur eingeschränkten Zugang zu Migrantinnen oder konzentrieren sich nicht auf diese Gruppe, da sie keine potenzielle Wählerschaft darstellen.

Die Gewalt gegen ethnische Gruppen ist ein weiteres Problem. Schiitische Muslime sind besonders betroffen von ketzerischer Gewalt sunnitisch-militanter Gruppen, die auch Sufi-Schreine, Christen und andere Minderheiten durch Bombenanschläge und gezielte Tötungen terrorisieren. Afghanische Hazara sind besonders gefährdet, da sie aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes ihrer ethnischen Gruppe zugeordnet werden können und daher leicht zu identifizieren sind. Schätzungen zufolge starben zwischen 2014 und 2018 allein in Quetta 509 Hazara durch gezielte Tötungen, weitere 627 wurden verletzt. [13]

Instabilität und soziale Ungleichheit in Pakistan führen zu einer hohen Zahl pakistanischer Asylsuchender, undokumentierter Migrantinnen und Migranten sowie Binnenvertriebener. Dies hat wiederum erhebliche Auswirkungen auf die in Pakistan lebenden Afghaninnen und Afghanen. Da sie keine Staatsangehörigen sind, haben sie eine geringere Priorität als Pakistani, die sich innerhalb des Landes bewegen oder es verlassen. Die Belange der afghanischen Bevölkerung werden oft nicht berücksichtigt bzw. als Belastung für einen bereits überlasteten Staat gesehen.

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Fakten auf einen Blick

  • In Pakistan leben viele Binnenvertriebene. Ein Grund: Auf Naturkatastrophen, wie beispielsweise die landesweiten Überschwemmungen im Jahr 2010, durch die über 19 Millionen Menschen vertrieben wurden, wird nicht ausreichend reagiert. Zudem hat der "Krieg gegen den Terror" bereits zur Vertreibung von mehr als fünf Millionen Menschen geführt.
  • Es wird geschätzt, dass etwa 67.000 Pakistani (hauptsächlich Paschtunen) im "Krieg gegen den Terror" durch militärische und militante Gewalt sowie durch U.S.-amerikanische Drohnenangriffe getötet wurden.*
  • Terroristische Bombenanschläge, konfessionelle Gewalt, gezielte Tötungen und die Verfolgung von Minderheiten, einschließlich Christen, Ahmadiyya-Muslimen und Schiiten sind Alltag.
* N. C. Crawford (2016): War-related Death, Injury, and Displacement in Afghanistan and Pakistan, 2001 to mid-2016. In: Costs of War Project. Brown University.

Seit den 2000er Jahren teilen viele Afghaninnen und Afghanen in Pakistan die Erfahrung, für terroristische Gewalt und Kriminalität verantwortlich gemacht und als Belastung für staatliche Ressourcen gesehen zu werden. Diese Erfahrungen verschränken sich mit allgemeinen Diskriminierungen armer Bevölkerungsteile. Darüber hinaus sind Afghaninnen und Afghanen konsequenten Schikanen durch die Polizei, Massen- und Einzelverhaftungen sowie Abschiebungen ausgesetzt. [14]

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Auszug aus einem Interview der Autorin mit einem Bewohner von Karatschi (2016)

"Ich wurde von der Polizei, die mir gesagt hat, ich solle nach Afghanistan zurückkehren, verprügelt. Ich wurde ohne Anklage festgenommen. Meine Familie macht sich jeden Tag Sorgen um mich. Aber Pakistan ist meine Heimat. Ich wurde hier geboren. Ich habe hier mein ganzes Leben gelebt. Wie kann ich nach Afghanistan gehen? Wir haben noch nie dort gelebt."

Im Allgemeinen sind die sozialen Beziehungen zwischen Afghanen und Pakistani jedoch nicht von Streitigkeiten geprägt. Viele Afghaninnen und Afghanen leben unter ähnlichen Bedingungen wie pakistanische Bürgerinnen und Bürger. Oft sind Afghanen und Pakistani Nachbarn. Angesichts der Tatsache, dass die meisten Afghaninnen und Afghanen seit den 1970er Jahren in Pakistan leben, haben viele von ihnen Pakistani geheiratet. Dies trifft insbesondere auf Paschtunen und Hazara zu. Viele pakistanische Bürgerinnen und Bürger sind innerhalb Pakistans vertrieben worden. Zahlreiche Afghaninnen und Afghanen öffneten daraufhin großzügig ihre eigenen Häuser, um sie zu unterstützen. Dies war zum Beispiel während der Überschwemmungen von 2010 und bei Vertreibungen von Bewohnerinnen und Bewohnern der FATA-Region im "Krieg gegen den Terrorismus" der Fall.

Unsichere Zukunftsaussichten

Der geopolitische Druck, die Grenze zwischen Afghanistan und Pakistan zu sichern, und die Verschlechterung der Beziehungen zwischen Afghanistan und Pakistan im "Krieg gegen den Terror" haben den Druck auf Afghaninnen und Afghanen erhöht, Pakistan zu verlassen. Viele sind nach Afghanistan zurückgekehrt oder leben transnational, weil ihre Familien getrennt wurden und sich über verschiedene Länder verteilen. Einige Afghaninnen und Afghanen sind in andere Länder weitergewandert. Trotzdem verbleibt eine beträchtliche Zahl von Afghaninnen und Afghanen in Pakistan, einem Land, das seit über 40 Jahren Heimat oder Geburtsort ist. Viele Afghaninnen und Afghanen sind ein aktiver Teil des sozialen und wirtschaftlichen Lebens in Pakistan. Angesichts der anhaltenden Konflikte in Afghanistan dienen transnationale Mobilität und Migration nach wie vor als Mittel zum Überleben und zur Verbesserung des Lebens der Menschen. All diese Faktoren lassen es unwahrscheinlich erscheinen, dass Pakistan jemals alle registrierten und undokumentierten Afghaninnen und Afghanen (gewaltsam oder freiwillig) aus dem Land entfernen kann. Daher besteht die Hoffnung, dass Pakistan die Legalisierung von im Land lebenden Afghaninnen und Afghanen ermöglichen wird, um den prekären Schwebezustand zu beenden, in dem viele von ihnen leben.

Übersetzung ins Deutsche: Laura Hartmann und Vera Hanewinkel
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Autor: Sanaa Alimia für bpb.de
Urheberrechtliche Angaben zu Bildern / Grafiken / Videos finden sich direkt bei den Abbildungen.

Fußnoten

1.
S. Alimia (im Erscheinen): Afghan Refugees in Pakistan. Philadelphia: University of Pennsylvania Press.
2.
Offiziell war Afghanistan nie eine britische Kolonie, aber war bis 1923 britisches Protektorat.
3.
Alimia: Afghan Refugees in Pakistan.
4.
Government of Afghanistan (1979): Census of Afghanistan. Kabul. LSE Archive.
5.
Government of Pakistan (1951): Citizenship Act of Pakistan, 1951. https://www.refworld.org/pdfid/3ae6b4ffa.pdf (Zugriff: 21.08.2018).
6.
CCAR und SAFRON (2010): Afghan Management and Repatriation Strategy. Islamabad; CCAR und SAFRON (2015): Solutions Strategy for Afghan Refugees (SSAR, phase II 2015-2017). Islamabad (in Zusammenarbeit mit der afghanischen Regierung und UNHCR).
7.
Human Rights Watch (2017): Pakistan Coercion, UN Complicity: The Mass Forced Return of Afghan Refugees. Islamabad.
8.
SAFRON, CCAR, UNHCR (2012): Population Profiling, Verification and Response Survey of Afghans in Pakistan. Islamabad, S. 12.
9.
UNHCR (2017): Pakistan: Refugee Update. As of 31st December 2017. https://data2.unhcr.org/en/documents/download/62368 (Zugriff: 21.08.2018).
10.
UNHCR (2017): Pakistan: Refugee Update. As of 31st December 2017.
11.
Ebenda.
12.
UNDP (2017): National Human Development. Report 2017: Unleashing the Potential of a Young Pakistan. Islamabad. http://www.pk.undp.org/content/dam/pakistan/docs/HDR/PK-NHDR.pdf (Zugriff: 21.08.2018).
13.
Human Rights Watch. 2018. Pakistan’s Hazara Community Under Attack. Militant Killings of Besieged Shia Muslims Escalate. 20 April. https://www.hrw.org/news/2018/04/30/pakistans-hazara-community-under-attack (Zugriff: 21.08.2018).
14.
UNHCR: Pakistan: Refugee Update. As of 31st December 2017.

Sanaa Alimia

Sanaa Alimia

Dr. Sanaa Alimia ist Postdoktorandin am Leibniz-Zentrum Moderner Orient, Berlin. Ihre Forschung konzentriert sich auf afghanische Flüchtlinge und städtische Arme in Pakistan.


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