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1.11.2008

Ausländische Bevölkerung und aktuelle Zuwanderung

Ein Vergleich der Daten aus den Volkszählungen seit 1940 zeigt eine Abnahme des Anteils der ausländischen Bevölkerung. Bis Ende der 1960er Jahre ist der Rückgang des Ausländeranteils zunächst auf das starke Anwachsen der brasilianischen Bevölkerung zurückzuführen, später dann auf das Ende der Anwerbung von Zuwanderern.

Abbildung 1:Die zehn stärksten ausländischen Bevölkerungsgruppen in Brasilien nach Herkunftsland, 2000 Lizenz: cc by-nc-nd/2.0/de (bpb)

Heute ist der Anteil der Ausländer mit 0,6 bis 0,7 % der brasilianischen Bevölkerung (im Vergleich zu Argentinien mit 3 %) eher gering. Nach Schätzungen leben rund 1,5 Millionen Ausländer in Brasilien, der Zensus 2000 nennt die Gesamtzahl von 683.830 (legalen) Einwanderern. Als Ausländer gelten Personen, die im Ausland geboren wurden, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit. Mit 213.200 Personen stammen rund 31 % aus Portugal, 70.932 (10 %) aus Japan und 55.032 (8 %) aus Italien (vgl. Abb. 1). Ein großer Teil der Zuwanderer aus Portugal, Japan und Italien wurde im jeweiligen Land als Nachfahren von Brasilianern geboren und besitzt die doppelte Staatsangehörigkeit.

Seit den 1990er Jahren kommen rund 50 % aller Zuwanderer in Brasilien aus den südamerikanischen Nachbarländern (vgl. Regionale Migration). So geht etwa aus dem brasilianischen Zensus 2000 hervor, dass von den im Ausland geborenen Zuwanderern, die zwischen 1990 und 2000 einreisten, allein 12 % aus Paraguay (11.156 Personen) kamen (vgl. Abb. 2).

Abbildung 2: Zuwanderung nach Brasilien nach häufigsten Herkunftsländern zwischen 1990 und 2000 (ohne brasilianische Rückkehrer) Lizenz: cc by-nc-nd/2.0/de (bpb)

Mit 8,2 % aller Zuwanderer folgen die USA (7.628 Personen) und mit 5,8 % Japan (5.364 Personen) an zweiter bzw. dritter Stelle der häufigsten Herkunftsländer im Zeitraum zwischen 1990 und 2000 – lässt man die hohe Anzahl brasilianischer Rückkehrer aus diesen Ländern einmal außer Acht.

Die vom Arbeitsministerium ausgegebenen Aufenthaltserlaubnisse mit Arbeitserlaubnis in den Jahren 2004 und 2007 gingen (ohne Berücksichtigung der lateinamerikanischen Migranten) vor allem an Zuwanderer aus den USA und den europäischen Staaten wie dem Vereinigten Königreich, Italien, Frankreich und Deutschland, aber auch an asiatische Migranten von den Philippinen, aus Indien, Japan und China (vgl. Abb. 3). [1]

Ein hoher Anteil der Zuwanderer der letzten Jahrzehnte waren ursprünglich brasilianische Emigranten.

Abbildung 3: Anzahl der erteilten Aufenthaltserlaubnisse mit Arbeitserlaubnis nach den häufigsten Herkunftsländern 2004 und 2007 Lizenz: cc by-nc-nd/2.0/de (bpb)

Die Volkszählung des Jahres 2000 ergab, dass zwei Drittel aller Einwanderer der Jahre 1990 bis 2000 brasilianische Staatsbürger waren, die zuvor im Ausland gelebt hatten (vgl. "Die Auswandererbevölkerung").

Fußnoten

1.
Siehe Gabinete do Ministro (GM), Coordenação Geral de Imigração (CGIg), Ministério do Trabalho e Emprego: http://www.mte.gov.br/trab_estrang/est_origem.pdf.

Sabrina Stelzig

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