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22.3.2011

Kurzmeldungen – Welt

Die Flucht vor einem Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste hält an, der mexikanische Senat entschärft das neue Einwanderungsgesetz, die Regierung Malaysias wirbt indische Gastarbeiter an, die israelische Regierung will Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere mit finanziellen Anreizen zur freiwilligen Rückkehr in ihre Herkunftsländer bewegen und Einwanderer der zweiten Generation in Kanada haben ein höheres Bildungsniveau als Nachkommen früherer Einwanderer.

Elfenbeinküste: Flucht vor Bürgerkrieg hält an



Die seit Dezember 2010 anhaltenden gewaltsamen Auseinandersetzungen in der Elfenbeinküste haben zu massiven Vertreibungen und Fluchtbewegungen geführt. Hintergrund sind heftige Kämpfe zwischen der Armee des Ende November abgewählten Präsidenten Laurent Gbagbo (FPI, sozialistisch) und der Rebellenarmee Forces Nouvelles, die ebenso wie die internationale Staatengemeinschaft Alassane Ouattara (RDR, liberal) als Sieger der Präsidentschaftswahlen vom November 2010 sieht. Nach Angaben des Flüchtlingshochkommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) gibt es allein im Bezirk Abidjan im Süden des Landes 300.000 Binnenflüchtlinge. Hinzu kommen etwa 75.000 Menschen, die vom Westen des Landes nach Liberia geflüchtet sind. Die Internationale Organisation für Migration (IOM) spricht von insgesamt 450.000 (zumeist Binnen-)Vertriebenen. Laut UNHCR sind seit Beginn der Unruhen mehrere Hundert Menschen ums Leben gekommen.
www.unhcr.ch

Mexiko: Teilweise entschärftes Einwanderungsrecht



Der mexikanische Senat hat Ende Februar den Entwurf eines neuen Einwanderungsgesetzes geändert. Die ursprüngliche Entwurffassung sah vor, dass neben Beamten der nationalen Einwanderungsbehörde INM auch Bundespolizisten den Aufenthaltsstatus von Migranten überprüfen können. Dies ist nun nicht mehr der Fall. Außerdem strich der Senat eine Passage zur Sanktionierung von Arbeitgebern, die undokumentierte Migranten beschäftigen. Das neue Gesetz soll die Rechtslage von Migranten in Mexiko verbessern und den Zugang zu Bildung und Gesundheitsversorgung vereinfachen. Mexikanische Nichtregierungsorganisationen kritisieren jedoch, dass die im Entwurf dominierende Perspektive öffentlicher Sicherheit vor allem undokumentierte Migranten, die das Land in Richtung USA durchqueren, weiterhin kriminalisiere. Zu solchen restriktiven Maßnahmen zähle auch eine Verlängerung der Untersuchungshaftdauer. Der Entwurf wurde nun zur abschließenden Beratung in das Abgeordnetenhaus überwiesen.
www.estudiosdemigracion.org

Malaysia: Anwerbung indischer Gastarbeiter



Die Regierung Malaysias hat Ende Februar beschlossen, 45.000 indische Arbeitsmigranten zu rekrutieren, um den Arbeitskräftemangel in einigen Wirtschaftssektoren zu beheben. Engpässe gibt es v. a. in der Gastronomie, im Friseurgewerbe und beim Zeitungsvertrieb, da immer weniger Malaysier bereit sind, gering bezahlte Jobs anzunehmen. Arbeitsminister Sathasivam Subramanian (Malaysian Indian Congress, nationalkonservativ) soll den Prozess koordinieren. Die malaysisch-indische Wirtschaftskammer hatte 90.000 indische Arbeitskräfte gefordert. In Malaysia leben bereits ca. 100.000 indische Arbeitskräfte und bilden damit nach Arbeitern aus Indonesien und Nepal die drittgrößte Migrantengemeinschaft im Land.

Israel: Freiwillige Rückkehr



Die rechtskonservative israelische Regierung will Menschen ohne gültige Aufenthaltspapiere mit finanziellen Anreizen und unterstützenden Angeboten zur freiwilligen Rückkehr in ihre Herkunftsländer bewegen. Die Regierung stellt Rückkehrwilligen u. a. die Übernahme der Reise- und Transportkosten, psychologische Beratung sowie Einmalzahlungen bei Ausreise in Aussicht. In Israel leben derzeit ca. 150.000 Migranten ohne Aufenthaltspapiere. Regierungsangaben zufolge sind davon etwa 34.000 Menschen illegal eingereist. Die übrigen waren als Touristen (101.500) oder Arbeitsmigranten (15.000) ins Land gekommen, verfügen aber über keinen gültigen Aufenthaltstitel mehr. Im vergangenen Jahr verließen insgesamt 25.000 Menschen ohne Aufenthaltspapiere das Land, ca. 2.500 davon wurden 2010 ausgewiesen.
www.idi.org.il

Kanada: Bessere Bildung bei Einwanderern



Einwanderer der zweiten Generation haben ein höheres Bildungsniveau als solche, deren Eltern bereits vor drei und mehr Generationen nach Kanada eingewandert sind. Laut einer Anfang März veröffentlichten Studie des kanadischen Statistikamts haben 36% der Immigranten der zweiten Generation einen akademischen Abschluss, gegenüber 24% der späteren Nachfahren von Einwanderern (dritte und weitere Generationen). Gemessen am Einkommen sind Letztgenannte jedoch erfolgreicher als Einwanderer der zweiten Generation. Auch hinsichtlich der Herkunftsregion zeigen sich Unterschiede: Demnach schneiden europäische Einwanderer auf dem Arbeitsmarkt besser ab als Einwanderer mit chinesischem, südasiatischem und afrikanischem Hintergrund, obwohl diese oft eine höher qualifizierte Ausbildung vorweisen können.
www.statcan.gc.ca/pub/11f0019m/11f0019m2011331-eng.pdf
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