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14.1.2019

Identität und Ethnizität bei Bundesbürgern mit russlanddeutschem Migrationshintergrund

"Deutsch", "russisch", "deutschrussisch" oder "russlanddeutsch": Wer sind die Menschen mit russlanddeutschem Migrationshintergrund? Welche Bedeutung haben Fragen nach Ethnizität, Identität und Nationalität für sie? Jannis Panagiotidis gibt einen Überblick über empirische Studien, die die Fragen nach Herkunft, Selbst- und Fremdbild im Spiegel russlanddeutscher Migration generationenübergreifend untersuchen.

Nachbereitung eines Workshops von Merle Hilbk und Helena Goldt auf einer Fachtagung zum Thema "Russlanddeutsche" der Bundeszentrale für politische Bildung. Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Identität und Identifikationen von Russlanddeutschen sind seit Beginn ihrer massenhaften Migration in die Bundesrepublik Deutschland seit Ende der 1980er Jahre ein Thema, das die soziologische, anthropologische, kulturwissenschaftliche, erziehungswissenschaftliche und psychologische Forschung beschäftigt. Ausgangspunkt ist der elementare Identitätskonflikt, den viele Russlanddeutsche durchmachen mussten, nachdem sie aus der (ehemaligen) Sowjetunion nach Deutschland kamen und der oft in dem Satz zusammengefasst wird: "Dort waren wir die Deutschen (oder: die Faschisten), hier sind wir die Russen."

Das "Deutschsein" in der Sowjetunion war dabei zum einen über ein gemeinsames Schicksal als Opferkollektiv, zum anderen über die "institutionalisierte Ethnizität" im sowjetischen System definiert. Zentraler Erinnerungsort der kollektiven Geschichtserzählung ist die Deportation der Wolgadeutschen von 1941 und die Erfahrung von Zwangsarbeit und Verbannung, mithin die Verfolgung als Deutsche.[1] In der multiethnischen Sowjetunion war außerdem jeder Sowjetbürger einer bestimmten Ethnonationalität (auf Russisch: nacional’nost‘) zugeordnet. Diese war in Personenstandsdokumenten vermerkt und war vererblich. Somit blieb ein(e) Russlanddeutsche(r) auch als Deutsche(r) identifiziert, wenn er oder sie der deutschen Sprache nicht mehr mächtig war. Letzteres war nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmend der Fall: Deportation, Zwangsarbeit und die damit verbundene Trennung von Familien hatten bei der jüngeren Generation bereits zu Sprachverlust geführt; auch nach der Entlassung aus der "Sondersiedlung" im Jahr 1955 fehlte es an Möglichkeiten, die deutsche Sprache in der Schule zu lernen. Gemischtnationale Ehen, in denen Russisch als Lingua franca diente, verstärkten diese Tendenz. Hinzu kam, dass die russische Sprache das Vehikel gesellschaftlichen Aufstiegs war.

In Deutschland führte der Gebrauch der russischen Sprache durch die (Spät-)Aussiedler, gepaart mit dem Unwissen der bundesdeutschen Bevölkerung um die Geschichte der Russlanddeutschen , dann wiederum zur Fremd-Identifikation als "Russen" durch die aufnehmende Gesellschaft. Nach dem Leben als "Deutsche in Russland" führte diese Zuschreibung einer russischen Identität zu einer "doppelten Exklusionserfahrung"[2], die dem Anspruch, in der Bundesrepublik "als Deutsche unter Deutschen" leben zu können, zuwiderlief. Verschiedene Autorinnen und Autoren haben versucht die unterschiedlichen Identitätsentwürfe zu typologisieren, die russlanddeutsche (Spät-)Aussiedler in der Bundesrepublik zur Bewältigung dieses aus dem Auseinanderfallen von Eigen- und Fremdwahrnehmung resultierenden Identitätskonflikts entwickelten.

Basierend auf dreißig größtenteils auf Russisch geführten Interviews identifizierte die russische Sozialgeographin Maria Savoskul in einer 2006 publizierten qualitativen Studie drei unterschiedliche Typen von Identifikationen bei Spätaussiedlern, abhängig von Faktoren wie dem Alter und dem Zeitpunkt der Einwanderung.[3] Als "echte Deutsche" fühlten sich ihren Erkenntnissen nach diejenigen, die schon vor der Massenaussiedlung ab 1988 nach Deutschland gekommen waren, sich sprachlich voll assimiliert und auch die russische Sprache nicht an ihre Kinder weitergegeben haben. "Russlanddeutsche" sind laut Savoskul hingegen bewusst bikulturell: sie lernen Deutsch, bewahren aber auch die russische Sprache und brechen den Kontakt in die ehemalige Sowjetunion und zu anderen Russlanddeutschen nicht ab. In der Sowjetunion lebten sie überwiegend in ethnisch gemischten urbanen Milieus. Die dritte Gruppe, die Savoskul als "Russaki" bezeichnet, tun sich schwerer mit ihrem "Dazwischen-Sein" und leiden unter der mangelnden Akzeptanz als Deutsche in Deutschland. Ihre Integration verlaufe besonders problematisch, sie seien oft sozial isoliert. Dieser Typus war laut Savoskul zum Zeitpunkt ihrer Studie am häufigsten und umfasste verschiedene Generationen: Rentner, die für die Zukunft ihrer Kinder nach Deutschland gingen, aber selber keinen Anschluss fanden; Erwachsene zwischen 30 und 50, die in Deutschland soziale Deklassierung und Statusverlust erlebten; aber auch "mitgenommene" Kinder und Jugendliche, die sich in eigenethnische Cliquen zurückzogen.

Die Kulturwissenschaftlerin Olga Kurilo nimmt mit anderen Begriffen eine ganz ähnliche Kategorisierung vor:[4] die "echten Deutschen" heißen bei ihr "Deutsche in Russland", Menschen, die zwar in Russland leb(t)en, sich dort aber kaum assimilierten. Die "Russaki" nennt sie "deutsche Russen", Menschen deutscher Herkunft, die aber in russischsprachigen Milieus aufgewachsen sind. Savoskuls "Russlanddeutsche" nennt Kurilo "Russische Deutsche", Menschen hybrider kultureller Zugehörigkeit. Im Unterschied zu Savoskul bezeichnet sie diesen Typus aber als den häufigsten.

Die Sozialwissenschaftlerin Svetlana Kiel wiederum konstruierte auf Grundlage von Mehrgenerationeninterviews mit insgesamt sieben aufgrund ihrer unterschiedlichen Eigenschaften ausgewählten Familien (akademisch und nicht-akademisch gebildet, religiös, ethnisch gemischt u.a.) eine nuanciertere Typologie von Selbstidentifikationen, die stärker auf generationelle Unterschiede sowie Faktoren wie Religion und Bildung eingeht.[5] Der erste Typus sind (Spät-)Aussiedler, die sich als "nicht-richtig deutsch" empfinden. Dies sind vor allem Angehörige der Großelterngeneration, die sich in der Sowjetunion als Deutsche verstanden, diese Identität in Deutschland nun aber in Frage gestellt sehen und sich so in eine negative Eigendefinition gedrängt sehen. Der zweite Typus, Deutsche mit "russischem Glanz", haben oft einen akademischen Hintergrund und sehen, ganz ähnlich wie Savoskuls "Russlanddeutsche", ihre Bikulturalität als einen Vorteil. Deutsche "mit Makel" kommen hingegen eher aus nicht-akademischen Milieus und sehen Bikulturalität und gemischte Herkunft als ein Problem oder gar ein Stigma. Als "wahre Deutsche" identifizieren sich laut Kiel die in Baptisten- oder Pfingstlergemeinden organisierten strenggläubigen russlanddeutschen (Spät-)Aussiedler, die sich aufgrund ihrer konservativen Werte und strengen Glaubenssätze als "deutscher" als die Einheimischen empfinden. Und schließlich nennt Kiel als fünften Typus noch die "sowjetischen Leute", Angehörige von ethnisch gemischten Familien, für die sich auch nach der Aussiedlung die Notwendigkeit gar nicht ergibt, exklusiv deutsch zu sein.

Diese drei durch qualitative Studien gewonnenen, strukturell relativ ähnlichen Typologien ergeben also ein Bild, in dem sich (Spät-)Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion auf unterschiedliche Art und Weise zu ihrer Herkunft bzw. ihrer Position "zwischen zwei Kulturen" positionieren. Dabei steht die eigene Hybridität selten in Frage. So ergab auch eine empirische Untersuchung des Sozialgeographen Bernhard Köppen, dass sich die Mehrzahl der 188 von ihm schriftlich befragten russlanddeutschen (Spät-)Aussiedler zwischen den Optionen "Deutsch", "Russisch", "Russlanddeutsch" oder "Weder noch" für die Option "Russlanddeutsch" entschied, und dies in allen Altersgruppen außer den über 46-jährigen.[6] Die Selbstbezeichnung als "Russlanddeutsche", die eine fortgesetzte Existenz als Minderheit impliziert, stellt somit eine kollektive Identitätsstrategie dar, um die eigene Fremdheitserfahrung in Deutschland zu bewältigen.[7] Die Hybridität wird von den Betroffenen aber unterschiedlich bewertet – ob mehrheitlich positiv oder negativ, dazu können die zitierten qualitativ ausgerichteten Studien keine definitive Antwort geben.

Eine Untersuchung mit Anspruch auf zahlenmäßige Repräsentativität führte die Boris Nemzow Stiftung im Jahr 2016 durch. Es handelt sich um eine Befragung von 606 postsowjetischen Migranten in Deutschland, die nach einem onomastischen Samplingverfahren – also gemäß typischer russlanddeutscher, russischer und russisch-jüdischer Namenskombinationen – ausgewählt wurden. 78% der Befragten gaben an, als Spätaussiedler eingereist zu sein, was ihrem Anteil in der Zuzugsstatistik seit der Öffnung der Sowjetunion ziemlich genau entspricht. Bei diesem Forschungsdesign fand keine Vorauswahl der Befragten gemäß ethnischer Herkunft und/oder Familiengeschichte statt, wie es bei den zitierten qualitativen Studien der Fall war. Allerdings gab es bei der Frage nach der persönlichen Identität vorgegebene Antwortmöglichkeiten. Von allen interviewten Personen identifizierten sich 44% als Deutsch, während 21% eine der großen ostslawischen Nationalitäten angaben (18% Russisch, 2% Ukrainisch, 1% Belorussisch). 19% entschieden sich für die übernationale Kategorie "Europäer". Dabei ist interessant zu beobachten, dass Sprachkenntnisse diese Identifikationen gar nicht so stark beeinflussen, wie man vermuten könnte: von denjenigen, die muttersprachlich oder fließend deutsch sprachen (64% aller Befragten), identifizierten sich 49% als deutsch und damit nur fünf Prozentpunkte mehr, als in der Gesamtgruppe. 13% bezeichneten sich als russisch oder ukrainisch, 20% als europäisch. Von den 35%, die mittelmäßig oder kaum Deutsch sprechen, identifizierten sich noch immer 34% als deutsch, 32% als russisch, ukrainisch oder belorussisch, und 18% als Europäisch. Auch eine solche Klassifizierung lässt natürlich Fragen offen, zumal "Russlanddeutsch" nicht unter den vorgegeben Antwortkategorien war. Manch eine(r), der sich zwischen Deutsch und Russisch nicht festlegen wollte, entschied sich offenbar für die Kategorie "Europäer", die auch bei jüdischen Kontingentflüchtlingen sehr beliebt war (30% aller Befragten). Andere gehörten wohl zu den 11%, die sich mit keiner der vorgegebenen Kategorien identifizieren konnten (7%) oder gar nicht antworten wollten (4%). Die vorgegebenen Antworten einer Befragung formen immer auch schon das Ergebnis in einem gewissen Maße vor.

Weiterhin wird nicht klar, wie die Situation bei der jüngeren Generation ist – in der Nemzow-Studie waren alle Befragten über 18 Jahre alt. Nur 18% gehörten der Altersgruppe von 18-34 Jahren an, die primär in Deutschland sozialisiert ist. Einen Anhaltspunkt bietet eine Umfrage unter 2.730 jugendlichen russlanddeutschen (Spät-)Aussiedlern im Jahr 2011, von der Waldemar Vogelgesang und Luisa Kersch berichten: 45% der Befragten sahen sich als "irgendwas dazwischen", 42% bezeichneten sich als "deutsch", 13% als "fremd".[8] Interessant ist dabei die Beobachtung, dass im Vergleich zu einer Vorgängerstudie im Jahr 2000 sowohl der Anteil derjenigen zugenommen hat, die sich eindeutig als "deutsch" bezeichnen (2000: 32%), als auch derjenigen, die sich als "fremd" sehen (2000: 5%). Diese augenscheinlich gegenläufigen Entwicklungen werden auch in qualitativen Studien abgebildet, die zeigen, dass es in der "Generation 1,5", also den als Jugendlichen nach Deutschland ausgesiedelten Russlanddeutschen, sehr unterschiedliche Positionierungen gibt, die von starker Orientierung auf die eigene russlanddeutsche Gruppe über deutschnationale Einstellungen bis hin zu einer bewussten Rückbesinnung auf den explizit russischen Teil des eigenen Erbes reicht.[9]

Für die zweite, in Deutschland geborene und sozialisierte Generation lässt sich zudem die begründete Erwartung formulieren, dass sie von den Schwierigkeiten ihrer Großeltern, Eltern und ggf. auch älteren Geschwister mit der eigenen Identität anders oder gar nicht betroffen sind, eben weil sie keine doppelte Exklusionserfahrung durchgemacht haben und in Deutschland i.d.R. weder sprachlich, namentlich oder phänotypisch eine "sichtbare Minderheit" darstellen. So zeigten die für eine an der Universität Osnabrück entstandene Abschlussarbeit geführten Interviews mit Angehörigen der zweiten Generation aus russlanddeutschen Familien, dass für sie die Hybridbezeichnung "russlanddeutsch" kaum eine Bedeutung hat.[10] Vielmehr fühlen sie sich recht komfortabel in den national eindeutig bezeichneten Kategorien "deutsch" bzw. "russisch" (z.T. exklusiv, z.T. parallel) aufgehoben. Das Gedächtnis der Russlanddeutschen "Schicksalsgemeinschaft" mit ausgeprägtem Minderheitenbewusstsein hat sich in den untersuchten Fällen nicht in diese Generation übertragen. Die Abstammung spielte für die Selbstidentifikation der Befragten keine Rolle. Für ihre Identifikation als "deutsch" stehen ihnen dafür andere Bezugspunkte zur Verfügung, wie ihre Geburt in Deutschland und das akzentfreie Beherrschen der Sprache. Und in dem Maße, in dem diese Form der nationalen Zugehörigkeit selbstverständlich wird, treten auch andere Identitätsressourcen stärker in den Vordergrund, beispielsweise der Bildungsstatus.

Aber auch hier sei vor Generalisierungen gewarnt. Allgemein sind verschiedene äußere und innere Faktoren relevant, die die Selbstidentifikation der nächsten Generation beeinflussen können: Wächst eine Person in einem stark russlanddeutsch geprägten Umfeld auf, oder findet die Sozialisierung in einem stärker gemischten Umfeld statt? Erlebt die Person stereotype Fremdzuschreibungen, z.B. aufgrund der Herkunft aus einem "russlanddeutschen" Stadtteil? Werden in der Familie das Gedächtnis an die eigene Herkunft und Geschichte und/oder bestimmte kulturelle Praktiken gepflegt, die ein Bewusstsein um eine besondere eigene Identität wachhalten? Entwickelt sich möglicherweise "symbolische Ethnizität" (Herbert Gans), die unabhängig von kulturellen Praktiken oder ethnischen Netzwerken existiert? Auch dürfte die Reproduktion von ethnischem Eigenbewusstsein in stark religiös geprägten Milieus von russlanddeutschen (Spät-)Aussiedlern ganz anders verlaufen, auch in der zweiten Generation. Hier bietet die gemeinsame Religion eine Identitätsressource, die auch jenseits der zeitlich immer weiter in den Hintergrund rückenden Herkunft aus der ehemaligen UdSSR Gemeinschaft stiftet. Letztlich ist es immer wieder nötig, auf die Heterogenität der Russlanddeutschen in Deutschland hinzuweisen, die jenseits der noch die Kriegsgeneration prägenden kollektiven Opferidentität ganz verschiedene, individuelle Entwicklungen und Positionierungen zulässt.

Abschließend ist zu allen zitierten Studien anzumerken, dass sie ein im Grunde statisches Bild ethnischer Selbstidentifikation zeichnen, in dem sich die untersuchten Personen eindeutig und dauerhaft bestimmten Kategorien zuordnen bzw. zuordnen lassen. Phänomene wie situative Identität bzw. Ethnizität – also die wechselnde (ethnische) Selbst-Identifikation je nach Kontext – lassen sich so nicht erfassen. Dieselbe Person könnte sich beispielsweise mal als "russlanddeutsch", mal als "deutsch" und mal auch als "russisch" identifizieren – ganz abgesehen von nicht-ethnischen Identifikationen beispielsweise über den Beruf, den Wohnort, u.v.a. In einer zunehmend heterogenen "postmigrantischen" Gesellschaft werden solche Differenzierungen immer wichtiger.
Creative Commons License

Dieser Text und Fotos sind unter der Creative Commons Lizenz "CC BY-NC-ND 3.0 DE - Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland" veröffentlicht.

Fußnoten

1.
Gabriele Rosenthal, Viola Stephan, Niklas Radenbach, Brüchige Zugehörigkeiten: Wie sich Familien von „Russlanddeutschen“ ihre Geschichte erzählen, Frankfurt a.M. 2011; Viktor Krieger, Bundesbürger russlanddeutscher Herkunft: historische Schlüsselerfahrungen und kollektives Gedächtnis, Berlin 2013.
2.
Michael Schönhuth/Markus Kaiser, Zuhause fremd- revisited, in: Dies., Zuhause? Fremd? Migrations- und Beheimatungsstrategien zwischen Deutschland und Eurasien, Bielefeld 2015, 9-24, hier 9.
3.
Maria Savoskul, Russlanddeutsche in Deutschland: Integration und Typen der ethnischen Selbstidentifizierung, in: Sabine Ipsen-Peitzmeier, Markus Kaiser (Hg.), Zuhause fremd – Russlanddeutsche zwischen Russland und Deutschland, Bielefeld 2006, 197-221. Abrufbar unter: https://www.degruyter.com/downloadpdf/books/9783839403082/9783839403082-008/9783839403082-008.pdf
4.
Olga Kurilo, Russlanddeutsche als kulturelle Hybride. Schicksal einer Mischkultur im 21. Jahrhundert, in: Markus Kaiser/Michael Schönhuth (Hg.), Zuhause? Fremd? Migrations- und Beheimatungsstrategien zwischen Deutschland und Eurasien, Bielefeld 2015, 53-72. Siehe auch: Olga Kurilo, Die Lebenswelt der Russlanddeutschen in den Zeiten des Umbruchs: 1917-1991: ein Beitrag zur kulturellen Mobilität und zum Identitätswandel, Essen 2010.
5.
Svetlana Kiel, Heterogene Selbstbilder: Identitätsentwürfe und -strategien bei russlanddeutschen (Spät-)Aussiedlern, in: Markus Kaiser/Michael Schönhuth (Hg.), Zuhause? Fremd? Migrations- und Beheimatungsstrategien zwischen Deutschland und Eurasien, Bielefeld 2015, 73-89. Siehe auch: Svetlana Kiel, Wie deutsch sind Russlanddeutsche? Eine empirische Studie zur ethnisch-kulturellen Identität in russlanddeutschen Aussiedlerfamilien, Münster 2009.
6.
Bernhard Köppen, Identität und Selbstzuschreibung von (Spät-)Aussiedlern in Rheinland-Pfalz, in: Birte Nienaber, Ursula Roos (Hrsg.), Internationalisierung der Gesellschaft und die Auswirkungen auf die Raumentwicklung Beispiele aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland Arbeitsberichte der ARL 13, Hannover 2015, 111-130, abrufbar unter: http://shop.arl-net.de/media/direct/pdf/ab/ab_013/ab_013_09.pdf
7.
Siehe hierzu auch Nelly Simonov, Die heimatlosen Heimkehrer: Zwei Subkulturen im Vergleich. Sozialpsychologische Aspekte der Identität von russlanddeutschen Spätaussiedlern in Deutschland und irischen Heimkehrern in Irland, Hamburg 2013.
8.
Waldemar Vogelgesang und Luisa Kersch, Angekommen in Deutschland? Integrationsverläufe von jugendlichen Spätaussiedlern aus Russland, in: Viktor Krieger (Hg.), Russlanddeutsche im Wandel der Zeit. 250 Jahre Kultur und Geschichte (im Erscheinen). Ich danke Waldemar Vogelgesang für die Bereitstellung des unveröffentlichten Manuskripts.
9.
Siehe z.B. Marieke Ulrich, Brüchige Zugehörigkeiten und parallele Lebenswelten der Enkelgeneration, in: Gabriele Rosenthal, Viola Stephan, Niklas Radenbach, Brüchige Zugehörigkeiten: Wie sich Familien von „Russlanddeutschen“ ihre Geschichte erzählen, Frankfurt a.M. 2011, 242-263.
10.
Maik Hoops, Fremdzuschreibungen natio-ethno-kultureller Zugehörigkeit und deren Einfluss auf die Identitätsbildung: Die Erfahrungen der Nachkommen russlanddeutscher AussiedlerInnen, BA-Arbeit, Universität Osnabrück, 2018.

Jannis Panagiotidis

Jannis Panagiotidis

Dr. Jannis Panagiotidis (geb. 1981) ist Juniorprofessor für die Migration und Integration der Russlanddeutschen am Institut für Migrationsforschung und Interkulturelle Studien (IMIS) der Universität Osnabrück. Er promovierte 2012 am Europäischen Hochschulinstitut (EUI) in Florenz. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehört die zeitgenössische Migrationsgeschichte, mit einem thematischen Fokus auf der vergleichenden Analyse von Migrationsregimen und einem geographischen Fokus auf Deutschland, Osteuropa und Israel. Momentan arbeitet er an einer deutschsprachigen Monographie zur Geschichte der Aussiedlermigration.


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