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5.12.2005

Italien

Mit bislang drei Weltmeistertiteln zählt Italien zu den erfolgreichsten Fussballnationen der Welt. 1982 in Spanien holten sich die Italiener nach 1934 und 1938 ihren vorerst letzten WM-Titel. Dank einer problemlosen Qualifikation (Gruppenerster), stehen sie jetzt vor ihrer 16. WM-Teilnahme.

Landesflagge Italien (© Public Domain)

Silvio Berlusconi hat seine Partei nicht ohne Grund Forza Italia genannt. Das Wort forza kann zwar auch "Kraft" heißen (oder "Macht", etwa im Opern-Titel La forza del destino) – vor allem aber war und ist forza, Italia! der Schlachtruf, mit dem die italienischen Zuschauer bei Länderspielen ihre Elf anfeuern. Und so hat der wort-spielerische Parteiname für so gut wie die ganze Nation einen sympathischen Klang; denn Italien ist ein Land der Fußballbegeisterten. Kaum jemand, der nicht "seinen" Verein zu nennen wüsste, egal ob Arbeiter bei der Müllabfuhr oder Ministerialdirigent, ob Hausfrau oder Universitätsprofessorin. Tifosi nennt man bekanntlich die italienischen Sportbegeisterten; der Begriff hängt mit dem Typhus zusammen und macht deutlich, dass es sich da um eine Ansteckung handelt, der schwer zu widerstehen ist. Die Krankheit Fußball ist von England aus eingeschleppt worden und hat hier schneller Fuß gefasst als anderswo auf dem Kontinent. So gründlich, in den ersten Jahrzehnten des vergangenen Jahrhunderts, dass die Weltmeisterschafts-Würde von 1934 und 1938 an die Squadra azzurra ging – die erste Titelverteidigung, und eine von nur zweien in der Geschichte der Fußball-WM (die andere gelang Brasilien, 1958/62), die 1930 begonnen hat.


Giuseppe Meazza



An den Star, der an beiden Turnieren teilnahm - in Frankreich 1938 als der alles entscheidende Regisseur des Teams - an Giuseppe Meazza erinnert heute der offizielle Name des berühmten Mailänder San-Siro-Stadions (das so wenig San Siro heißt wie der römische Flughafen Fiumicino Fiumicino: das ist nämlich der Aeroporto Leonardo Da Vinci..., und die Arena der norditalienischen Wirtschaftsmetropole heißt eben offiziell: Giuseppe-Meazza-Stadion). Nur die ältesten Milanesen erinnern sich freilich noch persönlich an einen berühmt gewordenen Zwischenfall von 1938: Im WM-Halbfinale gegen Brasilien riss Meazzas Hosengummi - ausgerechnet kurz bevor er einen Elfmeter schießen sollte. Nun, auch damals wurden Strafstöße mit dem Fuß ausgeführt; so hatte Meazza die Hand frei, um die Hose festzuhalten. Vor allem aber hatte er die Nerven, den Elfer trotz des Handicaps ungerührt zu verwandeln. So groß war unter anderem deswegen seine Popularität, dass er mehrmals zwischen den Lokalrivalen Inter und Milan wechseln konnte, ohne es sich deshalb mit seinen Mitbürgern und Fans zu verscherzen.

Der Erfolg der frühen Jahre



Dem fulminanten Start der azzurri auf dem internationalen Parkett in den 30er Jahren folgte eine lange Durststrecke für den Calcio – auch über den Zweiten Weltkrieg hinaus. Ein Tiefpunkt dieser Entwicklung wurde im England des Jahres 1966 erreicht. An diese WM, die für die Deutschen wegen des "Tors von Wembley" unvergessen ist, denkt das Belpaese sehr ungern zurück: Italien scheiterte schon in der Vorrunde, und zwar schändlicherweise an den kommunistischen Nobodies aus Nordkorea. – Die Ursachenforschung nach dem Schock ergab: Zu viele Ausländer in der Profiliga (wo man schon Geld verdienen konnte, lange ehe in Westdeutschland die Bundesliga erfunden wurde, ja schon vor dem Krieg!) Und der Verband beschloss einen Anwerbestopp für "Legionäre"- übrigens ein Fachausdruck, der von der italienischen Sportpresse geprägt worden ist. Und nicht nur der antike Kämpfer-Begriff legionari wurde umgemünzt auf die zahlreichen Gastkicker - in einem besonders erfolgreichen Fall bekamen sie auch einen kollektiven Spitznamen:

Die ersten Legionäre kamen aus Schweden



Der schier unbezwingbare Sturm des AC Mailand bestand in den 50er Jahren aus den Schweden Gren, Nordahl und Liedholm – für italienische Ohren war die Kurzform "GreNoLi" um einiges eingängiger. Sehr viel später wollte der Zufall, dass der Name Völler, italienisch ausgesprochen, ans Fliegen denken ließ (volare). Denn auch deutsche Kicker sind natürlich aus jüngerer und älterer Vergangenheit erinnerlich (da das Legionärsverbot in den 70er Jahren wieder aufgehoben wurde): Haller, Schnellinger, Rummenigge, Briegel, Bierhoff, der "fliegende" Hanauer...; und was die Gastarbeiter auf dem Rasen angeht eine Klasse für sich: der Argentinier Maradona, der den SSC Napoli in den späten 80er Jahren von einem Erfolg zum nächsten schoss und heute Mitgastgeber einer populären Fernsehshow der RAI ist.

Dass die italienische Profiliga sich so weidlich aus dem Ausland verstärken konnte, lag unter anderem an dem vielen Geld, das früher als anderswo in den beliebtesten Sport des Landes gesteckt wurde. Zu den ersten, die sich auf diesem Geschäftsfeld betätigten, gehörte in Turin der FIAT-Clan der Agnellis - schon in den 1920er Jahren. Und längst nicht der letzte Unternehmer, der als Präsident eines Fußballklubs nationale Aufmerksamkeit erlangte, war in den 80ern beim AC Mailand Silvio Berlusconi. Im Sportteil der Zeitungen legte er den Grundstein zu seiner politischen Karriere; seinen späteren Wählern bekannt geworden ist der abgewählte Ministerpräsident als Milan-Boss. Die Entscheidungen, die er in dieser Funktion traf, waren auch weniger anfechtbar als sein heutiges Handeln: etwa die Verpflichtung von Coach Arrigo Sacchi im Jahr 1987, der mit seinem für Italien modernen, offensiven Stil schon im Jahr darauf den Meistertitel nach Mailand holte und danach mit seinem Team zweimal hintereinander UEFA-Champion wurde.

Klangvolle Namen



Im anschließenden halben Jahrzehnt als Nationaltrainer hatte Sacchi allerdings ein weniger glückliches Händchen; in diese Zeit fallen nur der für die Gastgeber eher enttäuschende dritte Platz bei der WM 1990 in Rom (hinter Deutschland und Argentinien) und die mit Ach und Krach erreichte Final-Teilnahme vier Jahre später in den USA (mit einer Niederlage gegen Brasilien im Elfmeterschießen).

Arrigo Sacchi war jedenfalls ein Name, den deutsche Sportreporter sich genüsslich auf der Zunge zergehen ließen; ebenso wie - in den verschiedenen Epochen - Boninsegna, Mazzola und Rivera, Maldini. Gianni Rivera, geboren 1943, hieß in seiner Heimat "der Goldjunge" (italienisch: il Golden Boy), seit er im zarten Alter von 16 Jahren sein erstes Serie-A-Spiel bestritt. In seiner 19-jährigen Karriere in der Oberklasse erzielte er in 527 Partien 128 Tore, wurde später Vizepräsident seines Clubs, des AC Mailand, und ging anschließend in die Politik: In den Mittelinksregierungen der Jahre 1996 bis 2001 bekleidete er den Posten eines Staatssekretärs im Verteidigungsministeriums. Heute, im (italienischen) Rentenalter, ist er Berater der Stadt Rom in Sportfragen.

Klangvolle Namen wären noch viele zu nennen – nur die Torhüter Italiens heißen ganz unmelodiös. Da ist - Sepp Maier möge verzeihen - der größte Keeper des 20.Jahrhunderts, Dino Zoff, mit 112 Länderspielen, vier Weltmeisterschaften (darunter der von Italien gewonnenen von 1982) und einer anschließenden Trainer-Laufbahn unter anderem bei Juventus (UEFA-Cup 1990) und - als Nachfolger von Cesare Maldini und Vorgänger von Giovanni Trapattoni - der Nationalmannschaft. Oder die heutige Nummer 1 Gianluigi Buffon, für den die höchste Ablösesumme gezahlt worden ist, die je beim Verkauf eines Torwarts den Besitzer gewechselt hat, über 52 Millionen Euro, und dem ein weiterer Weltklasse-Mann, Francesco Toldo, in der Nationalmannschaft den Stammplatz zwischen den Pfosten streitig macht.

Millionen für die Spieler



Bei Feldspieler-Transfers sind in der Vergangenheit noch deutlich höhere Beträge lockergemacht worden – aber diese Zeiten sind vorbei. Die italienischen Klubs stecken - mit wenigen Ausnahmen - wirtschaftlich in einer bedrohlichen Krise. Die Gesamtschulden der Vereine von Serie A und Serie B belaufen sich schätzungsweise auf 1,5 Milliarden Euro. Der Hauptstadtklub Lazio zum Beispiel steht mit 160 Millionen beim Fiskus in der Kreide; er hätte Konkurs anmelden und mindestens eine Spielklasse tiefer weiterspielen müssen, wäre ihm nicht der Gesetzgeber zu Hilfe gekommen. Mit einer Reform des Steuerrechts hat es die Regierung des früheren Milan-Präsidenten Berlusconi dem römischen Verein ermöglicht, seine Steuerschulden im Laufe des nächsten Vierteljahrhunderts abzustottern. Von der Großzügigkeit des Finanzamts profitieren auch andere Klubs, darunter Milan... Allerdings musste das "Rettet-den-Fuball"-Gesetz, wie es in Italien genannt wurde, wegen Brüsseler Einsprüche modifiziert werden: Bei der EU sah man im ursprünglichen Entwurf eine Wettbewerbsverzerrung, eine indirekte Subvention für die italienische Kicker-Industrie.

Deren Finanz-Schwierigkeiten sind nicht über Nacht gekommen. Dass die Probleme sich mittlerweile auf den Transfer-Markt und die Spielergehälter auswirken und die Politik auf den Plan gerufen haben, hat mehrere Gründe. Zum einen ist das Geschäft mit den Fernsehrechten weniger lukrativ geworden, seit es nicht mehr so viele TV-Veranstalter gibt. In der Vergangenheit hatten die sich beim Feilschen mit den Vereinen gegenseitig überboten. Mittlerweile beherrscht den Satelliten-Markt Rupert Murdochs Sky; der Sender kann die Preise, was das Bezahlfernsehen angeht, mehr oder weniger diktieren. Dabei leiden die weniger zugkräftigen, weniger meisterschaftsträchtigen Klubs (und das sind außer denen in Mailand, Turin und Rom eigentlich alle) darunter, dass die Fernsehrechte nicht ligaweit, sondern einzeln gehandelt werden. Juventus hat sich für die Übertragung von Turiner Spielen in den nächsten drei Jahren Einnahmen von knapp einer Viertelmilliarde Euro gesichert; in Städten wie Genua, Florenz und Verona kommen nur ein- oder zweistellige Millionenbeträge an.

Sinkende Zuschauerzahlen



Ein weiterer Grund für die Neue Vernunft im Finanzgebaren liegt darin, dass seit diesem Jahr auch die UEFA die Bilanzen der Vereine unter die Lupe nimmt und bei allzu sorglosem Umgang mit den roten Zahlen den Ausschluss von europäischen Wettbewerben androht. Unterdessen versuchen die Fußball-Manager, die Einnahme-Rückgänge bei den Fernseh-Rechten mit Hilfe der Stadion-Besucher auszugleichen - mit unerwünschter Wirkung. Eine billige Eintrittskarte für die Tribüne kostet mit 15 bis 20 Euro rund zwei- bis dreimal so viel wie ein Kino-Billett; und folgerichtig liegt der Zuschauer-Durchschnitt der Serie A etwa 40 Prozent unter dem der Bundesliga. Erstaunlicherweise schneidet Juventus - der Verein, der mit rund 10 Millionen Menschen die meisten Anhänger in ganz Italien hat - bei der Stadion-Auslastung eher schlecht ab: der Besuch bei den Heimspielen im Stadio Delle Alpi liegt mit gut 25.000 gerade mal im Durschschnitt der gesamten Liga – der in den letzten Jahrzehnten dramatisch gesunken ist: Mitte der 1980er lag er noch bei 40.000.

Dass relativ wenige Tifosi das Geschehen an Ort und Stelle verfolgen wollen, liegt allerdings nicht nur an den Preisen. Die fast alltägliche Gewalt in und vor den italienischen Stadien schreckt zusätzlich ab; da gibt es fast jede Woche Handgreiflichkeiten zwischen extremistrischen Fans und Rangeleien zwischen Hooligans und der Polizei; da gibt es aber auch verbale Gewalt in Form von rassistischen Spruchbändern. Und der Lazio-Spieler Di Canio winkt seinen Fans mit faschistisch ausgestreckter flacher Hand zu – was seinem Verein zwar Geldstrafen einträgt; Fußballfachmann Berlusconi aber sagt, Di Canio sei ein bravo ragazzo, ein guter Junge.

Dass ein linker Spieler in Livorno eine kommunistische Faust reckt, macht die Sache nicht besser; wobei die Gleichsetzung der beiden politischen Kundgebungen durch italienische Konservative einen Skandal darstellt, der an dieser Stelle nicht diskutiert werden kann. Wie auch immer: Der Stadionbesuch am Sonntagnachmittag hat für die Italiener an Attraktivität verloren.

Ohne das Fernsehen geht gar nichts



Es ist wohl kein Zufall, dass sich die Abonnentenzahlen des bezahlten Sport-Fernsehens gegenläufig zu diesem Trend entwickeln. Murdochs Sender Sky hat Anfang des Jahres mitgeteilt, die angepeilte Zahl von dreieinhalb Millionen Kunden überschritten zu haben, und bei dieser Gelegenheit die Hoffnung geäußert, aus Anlass der WM in Deutschland die Vier-Millionen-Marke zu knacken. Dabei werden alle Spiele mit italienischer Beteiligung und Alles ab dem Viertelfinale auch bei der RAI gezeigt, und ihre private Konkurrenz, der Berlusconi-Konzern Mediaset, hat sich die Übertragungs-Rechte am gesamten Turnier gesichert. Die Gebote für die mondiali in Germania waren ein Politikum; dass das Staatsfensehen RAI sich so vornehm zurückhielt, schrieben manche Kritiker dem Einfluss des Ministerpräsidenten zu, der, wie es hieß, dem kommerziellen Fernsehen den Zuschlag zukommen lassen wollte. Ein Vorwurf, der sich nicht klären ließ – aber so ist das mit Berlusconi und seinem Interessenkonflikt generell. Aparterweise hat das Gesetz, das die Mitte-rechts-Regierung angeblich zur Behebung dieses conflitto d´interessi geschaffen hat, nichts daran geändert, dass der Ministerpräsident gleichzeitig Mitbesitzer des größten Medienimperiums im Lande sein kann; es hatte aber zur Folge, dass er die Präsidentschaft bei Milan niederlegen musste. Denn das Gesetz verbietet nicht das Eigentum an einem Wirtschaftsunternehmen, so dass Berlusconis Einfluss auf die Mediaset unangetastet ist. (Dass er beteuert, sich um dieses Geschäft niemals zu kümmern, nehmen ihm seine Gegner nicht ab.) Nur eine operative Rolle in einem Unternehmen, wie auch der AC eines ist, darf ein Politiker nicht mehr innehaben.

Silvio Berlusconi braucht deshalb aber nicht um den Einfluss auf seinen Klub und auf die Geschicke des Profifußballs zu bangen. Seine Stelle bei Milan vertritt Adriano Galliani, ein Mann seines vollen Vertrauens; und, à propos Interessenkonflikt, Galliani ist auch Chef der Liga...

Marcello Lippi



Doch während der italienische Ministerpräsident sich wohl durchaus noch um die Belange seines alten Vereins kümmert - was die Nationalmannschaft angeht, ist er nicht schlimmer als die anderen 57 Millionen Trainer. Denn es ergeht dem Coach der squadra azzurra nicht anders als Jürgen Klinsmann in Deutschland: Was immer er entscheidet, der Rest des Landes weiß es besser. Marcello Lippi, im Amt seit Juli 2004 und mithin fast sofort ins kalte Wasser der WM-Qualifikation geworfen, ist da noch vergleichsweise gut dran.

Unter seiner Leitung schaffte die Italien-Elf, was ihr zuvor nur 1982 vor dem Titelgewinn in Spanien gelungen war: den Gruppensieg, der die Teilnahme an der WM 2006 ohne weitere Relegations-Spiele ermöglicht hat. Die anfängliche Kritik an Lippi, der in seinen Medien-Statements viel weniger unterhaltsam ist als sein Vorgänger Trapattoni (auch in seiner Muttersprache, in der er z.B. das Geflügelte Wort geprägt hat: "Sage nicht 'Katze', ehe du sie nicht im Sack hast"), ist dadurch verstummt.

Glanzlose Qualifikation



So richtrig rosig war der Weg nach Deutschland allerdings nicht: Der 1:0-Pflichtsieg gegen die Gäste aus Slowenien beispielsweise wurde von den Fachleuten als "schmucklos" eingestuft, wobei das Auswärts-Hinspiel sogar verlorengegangen war. Gegen Norwegen, das beim Qualifikations-Auftakt in Palermo wenigstens mit 2:1 bezwungen wurde, gab es im Rückspiel in 90 langweiligen Minuten nur einen einzigen italienischen Schuss aufs gegnerische Tor und nur ein 0:0; und auch die ebenfalls wenig attraktiven Partie in Schottland endete unentschieden, 1:1. Immerhin: Lippi nutzte in den Qualifikationsspielen die Gelegenheit, viele junge Neue auszuprobieren; und er hatte damit so viel Erfolg, dass die Auswahl, die er aus seinem Aufgebot für Deutschland tatsächlich treffen wird, einige Neuheiten und Überraschungen bringen könnte.

Gleichzeitig kann Lippi auf bewährte Recken bauen: das exzellente Verteidiger-Gespann Nesta und Cannavaro etwa, das ebenso wie die Stürmer Totti und Del Piero schon einige internationale Turniere auf dem Buckel hat. Hinzu kommt der gegenwärtige Spitzen-Torjäger der Serie A, Luca Toni, der zwar noch nicht an Europa- oder Weltmeisterschaften teilgenommen hat, nach seinen Leistungen in der Qualifikation für 2006 aber wohl mit einem Stammplatz in Lippis Nazionale rechnen kann.

Gute Chancen im Turnier



Mit dieser Mischung aus gelassenen Routiniers und erfolgshungrigen Jungstars kann es das italienische Team im Juni und Juli in Deutschland weit bringen. Seine Fans sind notorisch optimistisch und glauben, zumal nach dem 3:1 im letzten Freundschaftsspiel im November gegen die Niederlande, dass die Suadra Azzurra auch traditionelle Angstgegner nicht zu fürchten braucht (zu denen an vorderster Stelle Gastgeber Deutschland gehört). Nach einigen vergeigten Europameisterschaften, nach dem Ausscheiden im Achtelfinale bei der WM 2002 in Asien (unter anderem wegen der unvergessen miserablen Leistung des Schiedsrichters Moreno in der Partie gegen Mitgastgeber Südkorea), und 24 Jahre nach dem letzten globalen Titelgewinn findet Fußball-Italien es mal wieder an der Zeit, Weltmeister zu werden.

Philipp Kreisselmeier

Phillip Kreisselmeier Zur Person

Philipp Kreisselmeier

Philipp Kreisselmeier, Jahrgang 1958, lebt und arbeitet seit 1999 in Rom. Sein beruflicher Werdegang führte von der Landkreis-Beilage der Süddeutschen Zeitung über ein Sprecherseminar beim Bayerischen Rundfunk zur BBC, wo er vier Jahre als Redakteur beim deutschen Dienst arbeitete. Später heuerte er in der Gründungsredaktion von B5 aktuell in München an, bis ihn der Bayerische Rundfunk als Korrespondent nach Rom schickte. Seit 2005 arbeitet Kreisselmeier als freier Autor für Hörfunk und Print.


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