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5.12.2005

Togo

Sieben Siege, nur eine Niederlage und zwei Unentschieden: eine mehr als beachtliche Bilanz für die Fußball-Nationalmannschaft von Togo, die in Deutschland ihre WM-Premiere feiern wird. Erheblich zum Erfolg beigetragen hat Emmanuel Adebayor. Der Stürmer erzielte insgesamt elf Tore.

Einleitung



Landesflagge Togo

Der Erfolg der togolesischen Fußballer hat ein Geheimnis. Es ist der Geist von Bamako, der dieser bisher international niemals auffällig gewordenen Fußballnation eine Kraft verlieh, die das Unglaubliche möglich machte: die Qualifikation zur Weltmeisterschaft in Deutschland. Immer wieder wird berichtet, westafrikanische Fußballmannschaften könnten mit Hilfe von Voodoozauber zu eigentlich unmöglichen Siegen verhelfen, auch zur Unterstützung von Togos Fußballern kamen derlei Methoden zur Anwendung. Der "Geist von Bamako" gehört aber nicht in diese Kategorie. Er lässt sich auch mit europäischen Glaubens- und Denkstrukturen bestens nachvollziehen.


Es war im März 2005, als die Mannschaft zum WM-Qualifikations-Spiel nach Mali reisen musste, in die Hauptstadt, die den Namen Bamako trägt. "Ab dem Augenblick unserer Ankunft wurden wir da nicht gut behandelt", erzählt Eric Akoto vom österreichischen Klub Admira Wacker. Am Flughafen und dann im Hotel waren die Angestellten ausnehmend unfreundlich, die Delegation der Gäste musste immer wieder lange warten, und als die Togolesen dann während des Spiels tatsächlich in Führung gingen, schlug die Missgunst des Publikums in Wut um. "Es war eine beängstigende Atmosphäre", erinnert sich Akoto, doch irgendwann pfiff der Schiedsrichter das Spiel ab, und der kleine Gast hatte tatsächlich 2:1 gewonnen.

"Wir rannten in die Kabine und mussten dort vier Stunden bleiben, während draußen wütende Menschen versuchten, den Raum zu stürmen", schildert Akoto die Situation, in der an Freude zunächst nicht zu denken war. Doch genau in "diesen Stunden des Eingesperrt-Seins reifte der Glaube, dass wir es zur WM schaffen können", erzählt der mittlerweile entlassene Trainer Stephen Keshi. Irgendwann erbarmten sich die örtlichen Sicherheitskräfte und befreiten die Mannschaft, die von nun an kein Spiel mehr verlieren sollte. Am Ende war Togo gar mit 23 Punkten die erfolgreichste Mannschaft der gesamten afrikanischen Qualifikation. Es war nicht Voodoo, es war schnöde Psychologie, die diesen Erfolg möglich machte.

Unglaublich stolz wirken die jungen Männer, wenn sie von ihrem Siegeszug über den Kontinent berichten. "Diese Weltmeisterschaft wird Höhepunkt meiner Karriere, und das gilt nicht nur für mich, das gilt für fast alle unsere Spieler", sagt Yao Aziawonou vom schweizerischen Klub Young Boys Bern. Das mag wie eine der vielen Fußballerfloskeln klingen, doch die Augen Aziawonous haben so gar nichts von der professionellen Gelacktheit europäischer Stars. Für dieses weitgehend unbeachtete Land bedeutet seine WM-Teilnahme weit mehr als etwa für Italien oder Tschechien. Erstmals kann sich diese kleine westafrikanische Nation auf solch einer Bühne präsentieren, fußballerisch, aber auch mit all seinen anderen Vorzügen. Nur gut fünf Millionen Menschen wohnen in dem schmalen Landstrich zwischen Benin und Ghana in Westafrika, dort, wo auch die gescheiterten Fußballgiganten Nigeria, Kamerun, und Senegal liegen. Und den Spielern bietet die WM Anlass für große Träume von einer Zukunft nach dem Vorbild des Jay-Jay Okocha, des Samuel Eto´o oder des Anthony Yeboah.

Die ersten Monate im WM-Jahr misslingen gründlich



Doch der erste Teil der WM-Vorbereitung ist den Togolesen zunächst einmal mächtig misslungen. Eigentlich sollte der Afrika-Cup im Januar und Februar das Team weiter zusammen schweißen, der Zusammenhalt sollte noch stärker werden, die Mannschaft sollte Automatismen entwickeln, sich zu einem funktionierenden Kollektiv formieren. Doch das Gegenteil geschah: Alle beklagten sich, alle meckerten offen. Das in afrikanischen Auswahlen immer bis zum Gehtnichtmehr geübte Feilschen um Prämien störte und verzögerte die Anreise zum Turnier und machte eine vernünftige Vorbereitung unmöglich. Aziawonou erzählt von "unorganisiertem Training" und "ermüdenden Flügen" nach und von Lomé, Paris, Tunesien und Ägypten.

Auch eine aufwändige Reise zu einem Turnier in Iran half wenig weiter, und in Kairo versank das Team dann endgültig im Chaos. Nach dem ersten Spiel gegen die Volksrepublik Kongo (0:2) eskalierte ein Streit zwischen Trainer Keshi und dem erst 22-jährigen Starspieler Sheyi Adebayor (früher AS Monaco, jetzt Arsenal London). Mit Gewissheit ist nicht rekonstruierbar, was genau vorgefallen war, sicher ist nur, dass Keshi seinen Star nicht aufstellen wollte, weshalb sich der Spieler und auch die Mannschaft beschwerten. Nach der Partie erzählte Adebayor dann Journalisten, Keshi habe versucht, an dessen Wechsel nach England Geld zu verdienen, und als Keshi das berichtet bekam, platzte ihm der Kragen. Vor den Augen der Berichterstatter stürzte er auf Adebayor zu, wollte auf ihn einprügeln und konnte nur mit Mühe von einigen Spielern zurück gehalten werden.

Zwar rissen sich die Kontrahenten während der verbleibenden Tage des Turniers zusammen, doch das Klima in der Mannschaft blieb verseucht. Man verlor alle Spiele, und jeder wusste, dass Keshi noch vor der WM entlassen werden würde. Es ist ein altes Phänomen, dass erfolgreiche afrikanische Trainer, die sich mit ihren Teams für eine Weltmeisterschaft qualifiziert haben, diese Krönung des eigenen Wirkens nicht mehr miterleben dürfen, weil sie zuvor beim Afrika-Cup scheitern und kurzerhand gefeuert werden.

Als Keshis Ablösung immer konkreter wurde, formierte sich ein Kern von Spielern, die sich für den Nigerianer einsetzten. "Es macht wenig Sinn, so kurz vor dem Turnier den Trainer zu wechseln", meinte Aziawonou, auch Akoto äußerte sich kritisch zum Trainerwechsel und erhielt Unterstützung von Sherif Toure, dem Exoten aus dem deutschen Bezirksligateam von Concordia Irhove. Toure gehörte in der Qualifikation und beim Afrika-Cup zum Kader, wird aber unter dem neuen Trainer Otto Pfister kaum eine Chance erhalten. Adebayor hingegen gefällt diese Front, die sich letztlich auch gegen ihn richtet, selbstverständlich überhaupt nicht. Vehement verteidigt er den Trainertausch: "Wenn man ein Spieler ist, dann sollte man auch ein Spieler bleiben, und sich nicht aufführen wie ein Verbandspräsident", sagt er, und bekräftigt noch einmal seinen Vorwurf, Keshi habe versucht, sich als sein Agent anzudienen.

Am Ende ist der Trainer schwächer als der Star



Keshi, einer der wenigen schwarzen Trainer, die sich je mit einem Team für eine Weltmeisterschaft qualifiziert haben, und noch eine Woche vor seiner Entlassung als "Afrikas Trainer des Jahres" geehrt, muss also zusehen, wenn sein Nachfolger Otto Pfister sich in der WM-Gruppe mit der Schweiz, Frankreich und Südkorea messen wird. Togo ist krasser Außenseiter angesichts dieser Konkurrenz, denn bis auf Adebayor hat das Land keinen einzigen Spieler von internationalem Format.

Ein paar stärkere togolesische Fußballer als jene, die beim Afrika-Cup dabei waren, glaubt Pfister aber durchaus noch finden zu können. "Ich werde die besten 23 Spieler auswählen, denn bei der Afrikameisterschaft fehlten sechs oder sieben davon", sagt er, und spielt damit erneut auf die Gerüchte an, denen zu Folge Keshi nicht nur sportliche Interessen bei seinen Nominierungen verfolgt habe. Es heißt, der vormalige Trainer habe unterklassige Spieler nominiert, um ihren Marktwert durch Einsätze im Nationalteam zu steigern und bei Transfers mitzuverdienen.

Doch auch die neuen Leute, die Pfister hervorzaubern will, dürften allenfalls Afrika-Spezialisten bekannt sein. Etwas prominenter ist vielleicht noch Kapitän Sherif Maman Toure vom FC Metz, der Bruder des Irhovener Sherif Toure. Ansonsten tummeln sich hier Spieler aus tieferen europäischen Ligen und aus afrikanischen Klubmannschaften. Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie unwahrscheinlich wichtig die Kraft des Kollektivs, der Geist von Bamako, für die Qualifikation war. Ob die in dieser brodelnden Atmosphäre bis zur WM wieder hergestellt werden wird, darf mit Fug und Recht bezweifelt werden.

Togo – ein Land in isolierter Armut



Gut möglich also, dass jener 8. Oktober 2005 noch lange als der größte Tag in Togos Fußballgeschichte in der Erinnerung der Menschen haften bleiben wird. Nachdem die Nationalmannschaft in Brazzaville gegen den Kongo das letzte und entscheidende Qualifikationsspiel 3:2 gewonnen hatte, erklärte Staatspräsident Faure Gnassingbe euphorisch den folgenden Montag zum nationalen Feiertag. Das schien ihm dem Ereignis angemessen, und wer will es ihm verdenken in einem Land, in dem die Einwohner über ein durchschnittliches Jahreseinkommen von etwa 400 Dollar verfügen und von Entwicklung und Fortschritt nicht viel zu spüren ist. Der Anteil der AIDS-Infizierten 15-49-Jährigen wird auf mindestens sechs Prozent geschätzt und liegt wahrscheinlich noch deutlich höher, da sich kaum jemand testen lässt, bei dem keine Symptome auftreten.

Auch politisch ist das Land keineswegs auf einem Weg, der den Einwohnern Anlass zu großem Optimismus bietet. Die Menschenrechtslage sei "unbefriedigend", heißt es im Auswärtigen Amt und nachdem der alte Präsident Eyadèma am 5. Februar 2005 verstorben war, bestimmte das Militär noch am selben Tag in einem Verfassungsputsch dessen Sohn Faure Gnassingbé zum Präsidenten. Um dem Putsch einen Anschein von Legalität zu verleihen, änderte das Parlament am Folgetag in einer Sondersitzung die Verfassung passend zum Szenario des Putsches. Faure Gnassingbé wurde zum Parlamentspräsidenten gewählt und war damit automatisch Nachfolger seines Vaters. Der Amtseinführung Gnassingbés blieben jedoch alle westlichen Botschafter, die Vertreter der Vereinten Nationen und die Mehrzahl der afrikanischen Botschafter fern. Sie empfanden diese Machtübernahme als höchst unrecht.

Aufstände in Togo und internationaler Druck führten schließlich dazu, dass schließlich eine Wahl abgehalten wurde, doch Staatsfunk und Medien warben so einseitig für Gnassingbé, dass sein Sieg praktisch schon vorher feststand. In der internationalen Gemeinschaft stießen die Wahlen dennoch auf wenig Interesse, die Europäische Union hat bereits vor Jahren die Beziehungen zu Togo abgebrochen. Auf die Entsendung von Wahlbeobachtern hat Brüssel ebenfalls verzichtet, Togo ist zu klein, zu bedeutungslos, und es gibt trotz allen Leids noch genügend afrikanische Staaten, in denen noch finsterere Zustände herrschen.

Otto Pfister, ein Exot erfährt ein spätes Glück



Dem Trainer Otto Pfister ist all das nicht besonders wichtig. Er kennt sich aus mit verbrecherischen Staatschefs, aber er möchte über Fußball nachdenken und nicht über Politik. Diese Haltung ist auch notwendig, wenn man auf dem afrikanischen Trainermarkt reüssieren möchte. Dreimal hat Pfister mit Nationalteams an Endrunden der Afrikameisterschaft teilgenommen: mit Obervolta (dem heutigen Burkina Faso), Senegal und Ghana. Das von ihm trainierte ghanaische Team um Tony Baffoe und Tony Yeboah erreichte 1992 sogar das Endspiel und verlor dort erst im Elfmeterschießen. Auch den Höhepunkt seiner Karriere erlebte Pfister mit einer ghanaischen Nationalmannschaft. 1991 in Italien gewann er die U-17-WM mit den "Black Starlets", zu denen auch Sammy Kuffour gehörte.

In 13 unterschiedlichen Nationen hat Pfister gearbeitet, Togo ist seine 18. Trainerstation im 14. Land, doch aus Deutschland bekam er nie ein Angebot. Vermutlich liegt das daran, dass Pfister einer dieser typischen Exoten ist, einer, der die elementaren Weisheiten des Fußballs predigt: "Disziplin und Einigkeit" seien die ersten und wichtigsten Tugenden, die man einem afrikanischen Team nahe bringen müsse. Er ist aber weder ein großer Charismatiker noch ein inspirierter Theoretiker. Dieser Typus des schrägen Vogels mit Hang zur Haltung des Kolonialherren ist gegenwärtig dabei auszusterben, doch immerhin gelang es Pfister im Werben um den togolesischen Trainerposten den prominenten Konkurrenten Bora Milutinovic auszustechen.

Fast hätte der Deutsche übrigens schon einmal an einer Weltmeisterschaft teilgenommen, 1998 war das, er trainierte damals Saudi Arabien. Doch ein Prinz wollte Einfluss auf die Zusammensetzung der Mannschaft nehmen, Pfister machte da nicht mit, und wurde zum Olympiateam versetzt. Der heutige Trainer Brasiliens, Carlos Alberto Parreira, übernahm und flog seinerseits noch während der WM in Frankreich raus, so dass Pfister nicht nur Vorgänger, sondern auch Nachfolger Parreiras wurde. Allerdings verzichtete er damals darauf, die Mannschaft schon beim letzten WM-Spiel zu betreuen, so dass Togos Auftaktpartie gegen Südkorea sein erstes WM-Spiel sein wird. Mit Zamalek Kairo gewann Pfister zwischen 1999 und 2002 eine Handvoll Titel, vor allem aber den afrikanischen Pokal der Pokalsieger. Über CS Sfaxien in Tunesien landete er bei Al-Nijemeh in Beirut, wo er Landesmeister wurde und ging, als der libanesische Präsident und Förderer des Klubs einem Attentat zum Opfer fiel.

Der Star ist fast noch ein Kind und der mächtigste Mann in Togos Fußball



Pfister hat also eine Menge erlebt in seinem Fußballerleben, und er hat wohl genug Erfahrung, um nicht jenen Fehler zu begehen, an dem Vorgänger Stephen Keshi scheiterte. "Jeder Trainer hat seine Aufstellung im Kopf und natürlich spielt auch der beste Spieler des Landes", meint Pfister auf die Frage nach Adebayor. Der Star hat also seinen Stammplatz sicher, Vorgänger Keshi hatte noch versucht, den eigenwilligen Stürmer mittels einer Strafversetzung auf die Bank zu disziplinieren. Auch Pfister wäre schnell in Schwierigkeiten, wenn er auf ähnliche Ideen käme, denn das Volk und die Medien liegen dem schlaksigen Star von Arsenal zu Füßen. In Togo gibt es kein Verständnis für irgendwelche pädagogischen Maßnahmen gegen den jungen Mann, der durchaus einen gewissen Hang zu Starallüren zeigt. Beim Afrika-Cup von Ägypten war er der einzige Spieler, den Journalisten vergeblich um ausführliche Gespräche baten, mit Glück gab es drei, vier inhaltsleere Sätze zwischen Tür und Angel.

Seine fußballerische Qualität hingegen ist unzweifelhaft. Mit zehn Toren war er nicht nur der beste Schütze für Togo, er stieg mit dieser Quote zugleich zum erfolgreichsten Torjäger der WM-Qualifikation in ganz Afrika auf. Und das trotz namhafter Konkurrenten wie Didier Drogba oder Samuel Eto´o. Adebayor wurde in Nigeria geboren, beschloss aber frühzeitig, für das kleinere Togo spielen zu wollen. Und die Armut seiner Kindheit hat er auch noch im Sinn. Wenn der 1,91 Meter große Profi in seine Heimat fliegt, nimmt er immer einen großen Koffer voller Schuhe mit. "Ich werde nie vergessen, dass ich mir meine ersten Fußballschuhe haben leihen müssen", sagt Adebayor.

Zudem hat Adebayor gerade seinen ersten Rekord aufgestellt. Er traf gegen Senegal, Mali, Kongo, Liberia und Sambia, war also gegen alle fünf Gegner seiner Mannschaft in der Qualifikation erfolgreich, das ist noch keinem afrikanischen Spieler zuvor gelungen. Dass dieser tolle Fußballer gerade jetzt auftaucht, darf also neben dem Geist von Bamako als zweite Hauptursache für Togos WM-Teilnahme gelten.

Einen dritten wichtigen Grund gibt es auch noch, und der hat wiederum mit dem alten Trainer Keshi zu tun, der bei seinem Amtsantritt das Bemühen des nationalen Verbandes beendete, wahllos Spieler einzubürgern, denen irgendeine Verbindung zu Togo nachgewiesen wurde. "Keshi wollte Spieler, die von sich aus das Trikot Togos überstreifen wollen", sagt Eric Akoto, weswegen das Buhlen um Valerién Ismael schnell eingestellt wurde – der Verteidiger von Bayern München ist mit einer Togolesin verheiratet, signalisierte aber, dass er kein Interesse habe. Die Fahndung nach Jugendspielern mit togolesischen Wurzeln wird jedoch weiter betrieben, schon jetzt gleicht das Team einer kleinen westafrikanischen Auswahl.

Biographien wie die von Akoto, dessen Familie in Ghana lebt, ihren Sohn aber für Togo spielen sieht, wenngleich dieser bereits in der ghanaischen Jugendauswahl mit Michael Essien zusammen auf dem Feld stand, sind keine Seltenheit. "Wenn du die Chance hast, eine Weltmeisterschaft zu erleben, ist das eine große Sache", erklärt Akoto, und auch Adebayor stammt ja ursprünglich aus Nigeria.

Jetzt ist es an Otto Pfister, diese bunte Mischung mit gestörtem Innenleben wieder zu einer funktionierenden Einheit zu formen. Leicht wird das nicht, denn den gesamten Kader wird er erst nach Ablauf der Saison der europäischen Ligen zusammenrufen können. Vorher bleiben ihm nur weite Reisen, um nach und nach die einzelnen Akteure aus seinem Kader aufzusuchen. Und eine Situation wie jene Gefangenschaft in den Katakomben im Stadion von Bamako, wird ihm kaum zu Teil werden. Er muss also einen anderen Weg finden, der vielleicht das nächste Wunder ermöglicht.

Daniel Theweleit

Theweleit.jpg Zur Person

Daniel Theweleit

Daniel Theweleit, Jahrgang 1972, arbeitet als Journalist, Autor und Kolumnist für diverse Publikationen wie die Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Rundschau oder Spiegel Online. Außerdem ist er in verschiedene fußballkulturelle Projekte involviert und fiebert bei der WM besonders mit den afrikanischen Mannschaften.


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