Dossier WM 2010

WM 2010

Als im April 1994 mit den ersten freien und demokratischen Wahlen in Südafrika die Zeit der Apartheid endgültig vorbei war, verkündete der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu zuversichtlich den Aufbau einer Rainbow Nation. Das Bild des Regenbogens sollte das harmonische Miteinander der Ethnien, Stämme und Kulturen symbolisieren. Mit Nelson Mandela wurde eine Symbolfigur des Antiapartheidkampfes erster Präsident, der seine Hand zur gesellschaftlichen Versöhnung ausstreckte und dadurch weltweit zu einer Ikone der Freiheit und des Friedens wurde.

Sechzehn Jahre später stand Südafrika als Gastgeber der ersten Fußballweltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent erneut im Licht der internationalen Öffentlichkeit. Doch der Glanz des Regenbogens ist mittlerweile stark verblasst. Zwar genießt Südafrika dank seiner wirtschaftlichen Kraft den Status einer Regionalmacht im südlichen Afrika, aber im Inneren ist es geplagt von hoher Kriminalität und wachsender sozialer Ungleichheit.

Mit der WM hoffte das Land auf neuen Glanz. Doch konnte das internationale Millionenspektakel die großen Erwartungen der Südafrikaner erfüllen?

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