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14.6.2009

Umfrage: Umwelteinflüsse

Trotz der mehrheitlich guten Beurteilung der Umweltqualität im lokalen Umfeld fühlt sich ein knappes Drittel der Bevölkerung durch Umwelt-
probleme gesundheitlich stark belastet. Dies ist der höchste Wert seit dem Jahr 2000.

Umfrage Gesundheitliche Auswirkungen von Umwelteinflüsse (2008) Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Trotz der mehrheitlich guten Beurteilung der Umweltqualität im lokalen Umfeld fühlten sich im Jahr 2008 rund 29 Prozent der Bevölkerung durch Umweltprobleme gesundheitlich stark oder sehr stark belastet. Laut der repräsentativen Bevölkerungsumfrage "Umweltbewusstsein in Deutschland 2008" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) ist dies der höchste Wert seit dem Jahr 2000.

Sowohl von den unter 29-Jährigen (23 Prozent) als auch von den über 66-Jährigen (25 Prozent) wurden im Jahr 2008 Gesundheitsbeeinträchtigungen deutlich seltener mit Umweltproblemen in Zusammenhang gebracht als in den mittleren Altersgruppen (33 bzw. 31 Prozent). Dabei war auffällig, dass die Befragten die Gefährdung durch Umwelteinflüsse bei der Gesamtbevölkerung viel höher einschätzten als bei sich selbst bzw. der eigenen Familie. Allerdings standen mit "Ultraviolette Strahlung von der Sonne (Ozonloch)", "Schadstoffe in Lebensmitteln", "Feinstaub" und "gentechnisch veränderte Lebensmittel" sowohl bei der Einschätzung der persönlichen als auch der allgemeinen Gefährdungssituation die gleichen Themen an der Spitze. Lediglich die Belastung durch Autoabgase wurde für die Gesamtbevölkerung signifikant höher eingeschätzt.

Die höchste Sensibilität für umweltbezogene Gesundheitsbelastungen der allgemeinen Bevölkerung zeigte die Altersgruppe der 30 bis 49-Jährigen. Eine Erklärung hierfür ist, dass diese Altersgruppe maßgeblich von der Öko-Bewegung der 1970er/1980er Jahre geprägt ist. Ebenso stark wie bei den 30- bis 49-Jährigen war 2008 die Umweltsensibilität bei Akademikern sowie bei Menschen mit gehobenem Einkommen. In der Altersgruppe der über 66-Jährigen sowie bei Menschen mit geringer Schulbildung war die Problemwahrnehmung für gesundheitliche Risiken dagegen vergleichsweise gering.

Auch bei der Einschätzung der persönlichen Gesundheitsbelastungen gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Gruppen: Im Jahr 2008 sahen Menschen mit höherer Schulbildung die eigene Gesundheit bzw. die der eigenen Familie durch Umwelteinflüsse signifikant häufiger gefährdet als Menschen mit geringerer Bildung. Weiter waren im selben Jahr Menschen aus Westdeutschland im Hinblick auf einige umweltbedingte Gesundheitsbelastungen deutlich stärker sensibilisiert als die Menschen in Ostdeutschland. Beispielsweise waren die Anteile derer, die sich 2008 vom Ozonloch, von Atomkraftwerken und radioaktivem Müll, Handystrahlung, Lärm oder Schadstoffen im Trinkwasser betroffen sahen, in Westdeutschland zwei- bis dreimal höher als in Ostdeutschland.

Datenquelle



Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU): Umweltbewusstsein in Deutschland 2008 – Ergebnisse einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage
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