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14.6.2009

Wassergebrauch in Deutschland

Von den 123 Litern Wassergebrauch pro Einwohner und Tag in Deutschland entfielen im Jahr 2008 44,5 Prozent auf Baden/Duschen/Körperpflege und 33,5 Prozent auf die Toilettenspülung.

Wassergebrauch in Deutschland Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) stehen Deutschland im langjährigen Mittel pro Jahr 188 Milliarden Kubikmeter Wasser zur Verfügung. Die Wasserentnahme aller Wassernutzer beträgt 35,6 Milliarden Kubikmeter. Insgesamt werden 19 Prozent des jährlichen Wasserdargebotes dem Wasserkreislauf entnommen und diesem nach Gebrauch wieder zugeführt. 81 Prozent des Wasserdargebotes werden nicht genutzt.

Mit 22,5 Milliarden Kubikmeter sind die Wärmekraftwerke der größte Wassernutzer. Sie entnehmen nahezu ausschließlich Oberflächenwasser und setzen dieses überwiegend für Kühlzwecke ein. Zweitgrößter Wassernutzer sind der Bergbau und das Verarbeitende Gewerbe mit 7,7 Milliarden Kubikmeter. Die öffentliche Wasserversorgung nutzt lediglich 3,0 Prozent des jährlichen Wasserdargebotes.

Grundwasser ist mit einem Anteil von 66,5 Prozent die überwiegend genutzte Ressource für die Wassergewinnung der öffentlichen Wasserversorgung in Deutschland. Die natürliche Grundwassererneuerung setzt dabei den Rahmen für die Wasserentnahme. Zweitwichtigste Ressource für die Trinkwassernutzung ist mit einem Anteil von 25,7 Prozent das Oberflächenwasser (einschließlich angereichertes und uferfiltriertes Grundwasser). Quellwasser trägt mit 7,8 Prozent zur Bedarfsdeckung bei. Je nach Verfügbarkeit geeigneter Wasservorkommen werden für die öffentliche Wasserversorgung in unterschiedlichem Maße Grund-, Quell- oder Oberflächenwasser zur Bedarfsdeckung genutzt.

Zwischen 1990 und 2008 verringerte sich der personenbezogene Wasserverbrauch um 16 Prozent. Der durchschnittliche Wasserverbrauch pro Einwohner und Tag lag 2008 bei 123 Liter (1990: 147 Liter). Der Rückgang des Wasserverbrauchs seit 1990 ist im Haushaltsbereich vor allem auf den Einsatz moderner Technik in Form von wassersparenden Haushaltsgeräten und Armaturen zurückzuführen. In der Industrie kam es zu Einspareffekten durch Mehrfachnutzung und Wasserrecycling bei den Produktionsprozessen. Mit Belgien hat Deutschland den niedrigsten personenbezogenen Wasserverbrauch in den Industriestaaten. Noch in der 1970er Jahren und 1980 wurde von offizieller Seite ein Wasserverbrauch von bis 219 Liter pro Einwohner und Tag prognostiziert.

Nach Angaben des BDEW gibt jeder Bürger in Deutschland im Durchschnitt täglich 0,23 Euro für Trinkwasser aus (Stand: 2008). Pro Person belaufen sich damit die Trinkwasserkosten auf rund 85 Euro im Jahr. Die Ausgaben für Trinkwasser haben einen Anteil von 0,5 Prozent am verfügbaren Einkommen der Haushalte.

Datenquelle



Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW): www.bdew.de
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