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9.5.2014

Der Totale Krieg

Der industrialisierte Massenkrieg 1914 bis 1918 kostet Millionen Menschen, Soldaten wie Zivilisten, das Leben. Im Zweiten Weltkrieg wird die Radikalisierung der Gewalt noch einmal erheblich gesteigert – maßgeblich befördert durch menschenverachtende Ideologien wie den Nationalsozialismus.

Städte und Landstriche werden im totalen Krieg verwüstet. Von Oktober 1914 bis weit ins Jahr 1918 liegt die flandrische Stadt Ypern unmittelbar im Frontgebiet und nahezu täglich unter Granatenbeschuss. Luftbild der Zerstörungen von 1915 (© Scherl / Süddeutsche Zeitung Photo)


Ein Begriff und seine Definition



"La guerre que fait L’Allemagne est une guerre totale, une guerre de tous ses nationaux du dedans et du dehors contre les nationalités alliées." ("Der Krieg, den Deutschland führt, ist ein totaler Krieg, ein Krieg aller Deutschen im In- und außerhalb ihres Landes gegen die alliierten Nationen.")

Der französische Journalist Léon Daudet schrieb diese Zeilen am 9. Februar 1916 unter dem Eindruck deutscher Luftangriffe auf Paris und einer in Frankreich grassierenden Spionagefurcht. Der Krieg, der seit gut eineinhalb Jahren im Gang war, war auch in den Augen der Zeitgenossen kein herkömmlicher Krieg. Er war anders als alles andere zuvor, größer, brutaler, umfassender. Es schien keine Grenze zwischen Front und Heimat mehr zu geben. Alle wurden zu Kämpfern und zu Zielen des Feindes. Dieser Krieg war ein totaler.

Daudets Begriff verbreitete sich schnell in der französischen Publizistik. Er sollte der Bevölkerung verdeutlichen, dass dies ein Kampf auf Leben und Tod sei, in dem jeder die größten Anstrengungen zu leisten habe, um den Feind niederzuwerfen. In Deutschland wurde diese Bezeichnung erst viele Jahre später von Erich Ludendorff geprägt. Von 1916 bis 1918 hatte er als heimlicher Militärdiktator wie kein Zweiter für die Radikalisierung des Krieges gesorgt. Kurz vor seinem Tod veröffentlichte er 1935 das Buch "Der totale Krieg", in dem er die Mobilisierung aller gesellschaftlichen Kräfte für den nächsten Krieg forderte. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Begriff dann durch Joseph Goebbels’ Rede im Berliner Sportpalast am 18. Februar 1943 bekannt, in der er das deutsche Volk zu mehr Kriegsanstrengungen aufforderte.

"Guerre totale", "Totaler Krieg" oder japanisch "soryokusen (総力戦)" ist von den Zeitgenossen in unterschiedlichen Kontexten mit durchaus verschiedenen Bedeutungen verwendet worden. In der wissenschaftlichen Diskussion beschreibt der Begriff heute:
Schattenseiten der Moderne – der industrialisierte Massenkrieg

Kein Krieg der Geschichte ist jemals vollständig total gewesen. Es gab immer auch Momente der Mäßigung, Phasen, in denen das Völkerrecht peinlich genau befolgt wurde. Insofern ist der totale Krieg in seiner absoluten Form allenfalls theoretisch denkbar. Die Totalisierung des Krieges begann nicht erst 1914, sondern reicht bis zu den Französischen Revolutionskriegen zurück. Seitdem vollzog sich eine stetig wachsende Radikalisierung, die erst durch die Angst vor der nuklearen Katastrophe beendet wurde. Der totale Krieg ist somit ein Phänomen der Moderne, also jener Phase der Geschichte, die mit den atlantischen Revolutionen 1776 und 1789 begann und mit den friedlichen Revolutionen von 1989/90 endete. In dieser Zeit veränderte sich die Welt in einem atemberaubenden Tempo. Doch die technischen, kulturellen und politischen Errungenschaften des 19. und 20. Jahrhunderts waren stets ambivalent, brachten zivilisatorische Höchstleistungen hervor ebenso wie schlimmste Verbrechen. Eines der herausragenden Symbole für den technischen Fortschritt der Moderne ist die Mondrakete Saturn V.

Sie war eine Weiterentwicklung der V-2 – jener deutschen Fernrakete, deren Bau und Einsatz in der letzten Phase des Zweiten Weltkrieges tausende KZ-Häftlinge und Zivilisten das Leben kostete. Beide Raketen wurden maßgeblich entwickelt von dem deutschen, später US-amerikanischen Ingenieur Wernher von Braun (1912-1977).

Der moderne Staat mit seiner städtisch-industriell geprägten Gesellschaft und der alle Einwohner erfassenden Idee des Nationalismus verwandelte die Welt auch durch Krieg. Zunächst bekamen dies die außereuropäischen Völker zu spüren, denn im 19. Jahrhundert waren die Europäer durch ihre technischen Errungenschaften erstmals in der Lage, alles, was sich ihnen in den Weg stellte, zu unterwerfen. Die Vorboten des industrialisierten Massenkrieges offenbarten sich indes nicht in den blutigen Kolonialkriegen, sondern beim Aufeinanderprallen hochgerüsteter Gegner. Im Krimkrieg (1853-1856), im Amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865), im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) und im Russisch-Japanischen Krieg (1904/05) deutete sich die stetige Radikalisierung der Kriegsziele und Kriegsmethoden, von Mobilisierung und staatlicher Kontrolle bereits an. Und dennoch blieben die Kriege des 19. Jahrhunderts mehr oder minder "eingehegt", vor allem, weil sie so kurz waren und radikale Kriegsziele sich noch nicht durchsetzen konnten.

Doch übersteigerter Nationalismus, Rassismus und Sozialdarwinismus verschärften am Ende des 19. Jahrhunderts die Vorstellungen, wie ein Krieg zu führen sei. Dazu ließ das rasche Bevölkerungswachstum die Heere anwachsen, und die fortschreitende Industrialisierung sorgte für deren Ausrüstung. Ein kurzer Krieg wurde so immer unwahrscheinlicher. Helmut von Moltke, 1857 bis 1888 Chef des preußisch-deutschen Generalstabes, warnte 1890 in einer Reichstagsrede kurz vor seinem Tod, dass der nächste Krieg ein "siebenjähriger", wenn nicht gar ein "dreißigjähriger" werde. Allgemeingut waren solch pessimistische Ansichten allerdings nicht. 1914 zogen in ganz Europa viele Männer jubelnd in den Kampf, während die Generalstäbe aller Großmächte hofften, mit wuchtigen Angriffsoperationen ihre Gegner schnell besiegen zu können – obwohl sie es eigentlich besser hätten wissen können.

Die Völker im Kampf um "Sein" oder "Nicht-Sein"



An allen Fronten scheiterten im Herbst 1914 die Auftaktoffensiven im Dauerfeuer der Maschinengewehre und im Geschosshagel der Artillerie. Die Verluste überstiegen alles Vorstellbare: Bis Jahresende 1914 waren auf den Schlachtfeldern Europas rund eine Million Mann gefallen, ganz zu schweigen von Verwundeten und psychisch Erkrankten. Es waren die verlustreichsten fünf Monate des gesamten Krieges, und die Ausfälle überstiegen damit bereits bei weitem den Blutzoll des vierjährigen Amerikanischen Bürgerkrieges. Eigentlich hätte es nun Frieden geben müssen. Die Munition war fast verschossen, die Soldaten waren desillusioniert und Politiker wie Militärs am Ende ihrer Weisheit. Niemand hatte ein schlüssiges Konzept, wie der Sieg errungen werden konnte. In früheren Jahrhunderten hätten sich die Monarchen eventuell auf ein Unentschieden geeinigt, den Status quo ante bekräftigt, opulent gespeist und wären friedlich auseinander gegangen. Doch Ende 1914 zog niemand eine diplomatische Lösung auch nur in Betracht.

Ausgleich war keine Option mehr. Dieser Krieg war kein Konflikt zwischen Monarchen oder Kabinetten. Es war ein Krieg der Völker, ein Krieg, der vom ersten Tag an zum Kampf um "Sein" oder "Nicht-Sein" überhöht wurde. Solche Sinndeutungen waren keineswegs nur von "oben" verordnet. Bereits im August 1914 fühlten sich Abertausende in ganz Europa dazu bemüßigt, in allen denkbaren publizistischen Formen den Kampf von "Gut" gegen "Böse" zu beschwören, "das Eigene" abzugrenzen vom vermeintlichen Wesen der verfeindeten Nationen, denen man die Schuld am Krieg zuschob. Der Feind wurde als absolut niederträchtig hingestellt, der unehrenhaft und heimtückisch kämpfe. Gemeinsame Werte schien es nicht mehr zu geben. Eifrig beteiligten sich Wissenschaftler und Intellektuelle an den Debatten und verhalfen der Hasspropaganda mit ihren Argumenten zu einer noch größeren gesellschaftlichen Anerkennung.

Auf diesem wohlbereiteten Boden konnte die staatliche Propaganda aufbauen. Sie wurde nach den Worten des Historikers Michael Jeismann zum "Schwungrad des Krieges" und forderte von der Bevölkerung immer mehr Anstrengungen für den Sieg. Selbst in der zweiten Kriegshälfte, als der Leidensdruck immer größer wurde, wirkte die anfangs hervorgerufene Sinndeutung noch lange nach. Die Massivität des Propagandakrieges war ein zweischneidiges Schwert, weil sie einerseits der Konstruktion einer geeinten Nation Vorschub leistete, andererseits aber die Politik unter Zugzwang setzte und es beinahe unmöglich machte, einen Kompromissfrieden abzuschließen.

Nach dem Scheitern der Anfangsoffensiven hatten Ende 1914 alle dieselbe Idee, wie es weitergehen sollte: den Gegner mit noch mehr Soldaten und noch mehr Artillerie zu zermalmen. Die Mittelmächte mobilisierten im Verlauf des Krieges 25,8 Millionen Soldaten, die Entente gar knapp 47 Millionen. In Deutschland und Frankreich wurden mehr als 80 Prozent der wehrfähigen männlichen Bevölkerung eingezogen. Ihren Platz in der Industrie und der Landwirtschaft nahmen Frauen, Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene ein. Die Volkswirtschaften wurden umfassender denn je in den Dienst der Rüstung gestellt, die zivile Produktion erheblich gedrosselt. Es ging darum, wie Ludendorff in seinen Kriegserinnerungen schrieb, "dem Krieg zu geben, was des Krieges ist".

Außerdem erhielt überall in Europa die Exekutive quasi diktatorische Vollmachten, die Parlamente spielten keine Rolle mehr. Und je länger der Krieg dauerte, desto stärker wurden die autoritären Tendenzen in der Politik und dies nicht nur in Deutschland, sondern etwa auch in Großbritannien. Nach Kriegsbeginn hatte das Parlament machtpolitisch abgedankt, und die liberale Wirtschaftsordnung ließ sich in einem Krieg dieses Ausmaßes nicht mehr aufrechterhalten. Die Folge war der Niedergang des Liberalismus und der liberalen Partei. Labour – als klassische Vertreterin der Arbeiterschaft – entwickelte sich fortan neben den Konservativen zur führenden politischen Kraft des Landes.

Mobilisierung und Kontrolle der Gesellschaft erreichten im Ersten Weltkrieg somit eine neue Qualität. Neu an den Kriegszielen war vor allem die Überzeugung, bis zur totalen Niederlage des Gegners kämpfen zu müssen und keinen diplomatischen Kompromiss zuzulassen. Nicht neu war hingegen die territoriale Dimension der Kriegsziele. Bereits im Krimkrieg (1853-1856) hatte der britische Premierminister Lord Palmerston vor, das Zarenreich auf das russische Kerngebiet zurechtzustutzen. Und Napoleon hatte bereits am Anfang des 19. Jahrhunderts zeitweise den ganzen europäischen Kontinent in eine Ansammlung französischer Vasallenstaaten verwandelt.

Der Wille zur Vernichtung

Eine regelrechte Zeitenwende war der Erste Weltkrieg vor allem aufgrund der Radikalität der Kriegsmethoden. Im 19. Jahrhundert hatte man noch versucht, durch die Schaffung eines verbindlichen Völkerrechts dem Krieg Regeln zu geben und ihn so einzuhegen. Diese Fortschritte schienen nun verloren. Die Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten verwischte sich merklich. 40 Prozent aller Kriegstoten waren Zivilisten. Die britische Blockade, der uneingeschränkte U-Boot-Krieg der Mittelmächte und die Bombardierung britischer und französischer Städte durch deutsche Zeppeline verstießen allesamt gegen das Völkerrecht und richteten sich primär gegen die feindliche Zivilbevölkerung, die damit in einem nie dagewesenen Ausmaß zum Ziel wurde.

Die Beispiele machen des Weiteren deutlich: Wer über ein Kriegsmittel verfügte, setzte es auch ein. Die Briten kontrollierten die Nordsee, also schnitten sie das Deutsche Reich vom Überseehandel ab, auch wenn sie Schiffe mit rein ziviler Ladung eigentlich hätten passieren lassen müssen. Die Folgen waren verheerend: Die Sterblichkeit der deutschen Zivilbevölkerung stieg rapide an. Hunderttausende – vor allem ältere Menschen – starben an den Folgen der Mangelernährung, wozu allerdings auch die ineffiziente Verteilungsorganisation deutscher Behörden beitrug. Das Deutsche Reich erklärte im Gegenzug die britischen Inseln zum Blockadegebiet und griff mit seinen U-Booten britische Handelsschiffe immer wieder ohne Warnung an, was nach geltendem Seerecht strikt untersagt war. Ab dem 1. Februar 1917 wurden sogar neutrale Handelsschiffe gezielt attackiert, um diese vom Handel mit Großbritannien abzuhalten. 28 000 zivile Seeleute starben im Ersten Weltkrieg durch deutsche U-Boot-Angriffe.

Jede Kriegslist und jede neue Waffe wurde bald vom Gegner kopiert, und so etablierte sich jenseits der öffentlichen Empörung bald ein von allen Kriegsparteien getragener neuer Kriegsbrauch. Dies lässt sich etwa am Beispiel chemischer Waffen zeigen. Bereits im August 1914 setzte die französische Armee versuchsweise Granaten ein, die mit Tränengas gefüllt waren. Die Deutschen verwendeten im Januar 1915 an der Ostfront in größerem Umfang Gasgranaten und brachten im April 1915 bei Ypern zum ersten Mal Chlorgas zum Einsatz. Die Westmächte folgten bald darauf, und fortan gab es einen Wettlauf um das giftigste Kampfgas. Allein an der Westfront forderte der Gaskrieg etwa 20 000 Tote und 500 000 Verwundete.

Mit dem Luftkrieg wurde der Krieg in eine neue Dimension getragen. Aus bescheidenen technischen Anfängen entwickelten sich bald Streitkräfte, die mehrere Tausend Flugzeuge umfassten und vor allem unmittelbar über den Schlachtfeldern eingesetzt wurden. Schon im September 1914 griffen deutsche Zeppeline aber auch Paris und ab Januar 1915 englische Städte an. Die Schäden waren zwar überschaubar, dennoch trugen die Angriffe zur Totalisierung des Krieges bei. Die Intention war nämlich meist, die Zivilbevölkerung zu terrorisieren und so deren Durchhaltewillen zu schwächen. 1600 britische Zivilisten kamen im Ersten Weltkrieg durch deutsche Bomben ums Leben – alliierte Luftangriffe auf deutsche Städte forderten etwa 800 zivile Todesopfer. In Anbetracht des verheerenden Luftkrieges im Zweiten Weltkrieg (62 000 tote britische Zivilisten, ca. 500 000 deutsche, 300 000 japanische) mögen diese Zahlen nicht sehr beeindruckend sein. Es war gleichwohl nur die wenig ausgereifte Technik, die der Eskalation Grenzen setzte. Der Wille dazu war vorhanden. Zuallererst bei den im Zeppelinbau führenden Deutschen. Auch hier zeigte sich wieder: Sobald eine neue Waffe einen Vorteil versprach, wurde sie auch eingesetzt, und niemand scherte sich mehr um rechtliche (und moralische) Bedenken.

Luftkrieg

Am 1. November 1911 warf der italienische Leutnant Giulio Gavotti aus seinem Flugzeug des Typs "Taube" über einer Oase in der Nähe von Tripolis mehrere 2-kg-Bomben ab. Das Königreich Italien hatte vier Wochen zuvor Libyen angegriffen und es vier Tage später offiziell annektiert. Die neue Flugmaschine war eine Art Geheimwaffe im Kampf gegen die sich heftig wehrende einheimische Bevölkerung.


Eines der häufigsten Kriegsverbrechen im Ersten Weltkrieg war die Ermordung von Zivilisten unmittelbar im Frontgebiet. Beim Einmarsch nach Belgien und Nordfrankreich im August und September 1914 töteten deutsche Soldaten rund 6400 Zivilisten. Ausgelöst durch eine Spionage- und Partisanenpsychose der unerfahrenen Truppen, die überall Hinterhalte witterten, kam es stellenweise zu wahren Gewaltexzessen. In Löwen exekutierten am 25. August 1914 deutsche Soldaten 248 Belgier und brannten zahlreiche Gebäude nieder, darunter die berühmte Universitätsbibliothek.

Kampf gegen Widerständler in Charleroi

Sonnabend, den 22. August 1914

Zu ähnlichen Vorfällen kam es im August 1914 beim Einmarsch russischer Truppen nach Ostpreußen – wo zwischen 1500 und 6000 deutsche Zivilisten getötet wurden – und österreichisch-ungarischer Einheiten nach Serbien, später dann auch in Galizien. Offenbar war dies ein Phänomen des Bewegungskrieges, das verschwand, sobald die Fronten erstarrten. Die Ermordung von Zivilisten kam daher vor allem an der Ostfront und auf dem Balkan vor, wo der Krieg bis Ende 1916 über große Distanzen hinweg geführt wurde. Die ausgeprägte ethnische und religiöse Vielfalt heizte hier die Gewalt weiter an. In Serbien, Montenegro und Albanien gab es – anders als in Belgien oder Frankreich – eine Kultur des bewaffneten Widerstandes. So kam es auf dem Balkan zu einem regelrechten Guerillakrieg gegen die Besatzungsherrschaft der Mittelmächte, der im Februar und März 1917 im serbischen Aufstand seinen Höhepunkt erreichte. Bulgarische, deutsche und österreichisch-ungarische Truppen schlugen ihn blutig nieder. 20 000 Menschen wurden getötet, die meisten von ihnen unbeteiligte Zivilisten.

Unterschiedliche Kulturen der Gewalt?

Geht man von den Zahlen aus, so waren Kriegsgefangene die größte Opfergruppe irregulärer Gewalt. Laut Haager Landkriegsordnung von 1907 hatten die Kriegsparteien ihre Gefangenen "menschlich" zu behandeln. Zwischen 6,6 und acht Millionen Soldaten gerieten zwischen 1914 und 1918 in Gefangenschaft. Niemand war auf ein solches Massenphänomen vorbereitet, und insbesondere die Mittelmächte und Russland hatten aufgrund der schwierigen Ernährungslage erhebliche Probleme, ihre riesigen Gefangenenheere zu versorgen. Knapp 136000 Gefangene starben in deutschem Gewahrsam, 650 000 in russischen und 400 000 in österreichisch-ungarischen Lagern.

Die Todeszahlen bei den anderen Gewahrsamsmächten lagen deutlich niedriger. Ob dies primär an den viel kleineren Kontingenten sowie der allgemein deutlich besseren Versorgungslage in Großbritannien und Frankreich lag oder aber an einer anderen Gewaltbereitschaft, ist in der Forschung nach wie vor umstritten. Niemand wird glauben, dass die Armeen des Ersten Weltkrieges kulturell identisch waren. Es gab denkbar unterschiedliche Traditionen, Wertesysteme, Strukturen und Wahrnehmungsmuster. Doch erklären diese unterschiedlichen Kulturen auch die Gewaltentwicklung? Brachten die deutschen Soldaten belgische Zivilisten um, weil sie in der preußischen Armee zu besonderer Härte erzogen worden waren? Starben so viele Gefangene in Russland, weil es dort eine außergewöhnliche Gewaltkultur gab? Und töteten Briten und Franzosen deswegen weniger Gefangene, weil ihre Armeen zivilisierter oder zumindest weit mehr als anderswo der zivilen Kontrolle unterworfen waren? Kämpften also letztlich die "Guten" gegen die "Bösen"?

Der Vergleich der Mittelmächte mit der Entente wird freilich schon deshalb erschwert, weil sich deren Streitkräfte in sehr unterschiedlichen Situationen befanden: Frankreich und Großbritannien waren nie Besatzungsmächte und hatten auch keine Versorgungsengpässe zu beklagen.

Bezieht man zumindest ansatzweise vergleichbare Rahmenbedingungen mit ein, so erscheinen die Gewaltausbrüche im Ersten Weltkrieg – mit Ausnahme des Genozides an den Armeniern – ähnlich. Panikhafte Reaktionen auf das Auftreten von Guerillakämpfern gab es überall dort, wo ein schneller Bewegungskrieg geführt wurde, Massensterben von Kriegsgefangenen, wo die Verwaltung unterentwickelt und die Versorgungslage schlecht war, Ermordung von Zivilisten insbesondere dort, wo es reale oder vermeintliche Aufstände gegen Besatzungsmächte gab. Und vor allem trifft man auf etwas, das trotz aller Radikalität später im Zweiten Weltkrieg gerade auf deutscher Seite vielfach fehlte: das Moment der Mäßigung. Nach Protesten im In- und Ausland wurden die 60 000 ins Reich verschleppten belgischen Zwangsarbeiter 1917 zurückgeschickt. Und nach Gewaltausbrüchen bei der Aufstandsbekämpfung in der Ukraine mäßigten sich deutsche Truppen im Kampf gegen die Bolschewiki 1918 spürbar, nachdem sie noch im Juni in Taganrog über 1500 Gefangene exekutiert hatten.

Die in der britischen und amerikanischen Forschung diskutierte These der besonders brutalen deutschen Gewaltkultur, die im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 ihren Ausgang nahm und sich dann im Ersten Weltkrieg voll entfaltete, erscheint allzu verkürzt, da sie sich lediglich radikale Beispiele herausnimmt und zu wenig international vergleichend arbeitet. Spürt man nationalen Gewaltkulturen nach, so lohnt sich durchaus ein Blick über den Ersten Weltkrieg hinaus. Der von den Briten überaus hart geführte Buren-Krieg 1899 bis 1902 oder die wenig bekannte Aufstandsbekämpfung im Irak 1920 lassen etwa die Vorstellung einer prinzipiell gemäßigten britischen Militärmacht fragwürdig erscheinen. Letztlich verhielten sich die Briten im Irak 1920 ähnlich wie die Deutschen in der Ukraine 1918. Gewiss gibt es nationale Spezifika hinsichtlich der Formen, der Massivität und der Kontrolle militärischer Gewaltanwendung. Insgesamt überwogen zur Zeit des Ersten Weltkrieges aber die Gemeinsamkeiten.

Eine Vielzahl von soziologischen, sozialpsychologischen und historischen Studien hat verdeutlicht, dass es keine einfachen Erklärungen für Kriegsverbrechen gibt, "Gut" und "Böse" keine analytischen Untersuchungskategorien sind. Es gilt vielmehr, die komplexe Wechselwirkung persönlicher Dispositionen von Soldaten mit der Befehlslage und den spezifischen Situationen zu analysieren, in denen die Gewaltveranlagungen überhaupt zum Tragen kamen. Zweifellos gab es in den Armeen des Ersten Weltkrieges unterschiedliche Sitten und Gebräuche und auch wechselnde Befehlslagen, etwa darüber, wie mit realen oder vermeintlichen Guerillakämpfern zu verfahren sei. Und dennoch scheint der wirkungsmächtigste Faktor die konkrete Situation gewesen zu sein, in der Armeen und Soldaten unterschiedlicher Kulturen dann sehr ähnlich – nämlich meist gewaltsam – reagierten.

Kriegsverbrechen waren nicht das primäre Merkmal des Ersten Weltkrieges. Dies war vielmehr der industrialisierte Massenkrieg in den Schützengräben. Die tagelange Kanonade von über tausend Geschützen, die jeden Flecken Erde in eine leblose Mondlandschaft verwandelten, die Sturmangriffe zehntausender Soldaten, die von Maschinengewehren niedergemäht wurden – diese Szenarien prägten das eigentliche Schreckensbild des Ersten Weltkrieges.



Radikalisierung der Gewalt im Zweiten Weltkrieg



Der Zweite Weltkrieg war anders. Die Verbrechen bildeten die eigentliche Signatur dieses Krieges. Zuallererst ist hier der Holocaust zu nennen, über den im nächsten Kapitel mehr zu erfahren sein wird, aber auch der Massenmord an den sowjetischen Kriegsgefangenen und die Tötung hunderttausender Zivilisten im Partisanenkampf – vor allem in Weißrussland und im Norden Chinas. Die Massaker an der Zivilbevölkerung in Nanking, Singapur, Manila oder Warschau gingen weit über das Ausmaß der Massengewalt im Ersten Weltkrieg hinaus.

Staatliche Mordbefehle, allen voran die der Deutschen, schufen einen neuen kriminellen Rahmen, und die erbitterten Kämpfe ideologischer Todfeinde taten das ihre zur Radikalisierung. "Es herrschen Sitten und Gebräuche wie im 30-jährigen Krieg", schrieb der deutsche General Gotthard Heinrici am 12. September 1941 unter dem Eindruck alltäglichen Sterbens und Mordens in sein Tagebuch. Und dies war mitnichten nur an der Ostfront so. Im Pazifik führten japanische und US-amerikanische Truppen einen gnadenlosen Kampf, in dem auf beiden Seiten kein Pardon gegeben wurde.

Und nicht zuletzt ist die neue Dimension sexueller Gewalt zu erwähnen. Zahlreiche Vergewaltigungen gab es auch im Ersten Weltkrieg, vor allem an der Ostfront und auf dem Balkan. Im Zweiten Weltkrieg spielte die sexuelle Gewalt gegen Frauen aber eine viel größere Rolle als bislang vermutet – und dies betraf alle Armeen, auch die Wehrmacht. Die japanische Armee richtete eine Vielzahl von Bordellen ein, in denen Hunderttausende koreanische und chinesische Frauen vergewaltigt wurden. Die Gewalt der Roten Armee gegenüber Frauen in Deutschland, aber auch in Polen oder Ungarn 1944/45 ging noch darüber hinaus. Heute schätzt man, dass rund zwei Millionen deutsche Frauen vergewaltigt wurden.

Entgrenzte Gewalt

"General Patton made it very plain over there that we were to kill the enemy wherever we found him", remembered Captain Howard Cry of the divisions 180th Regimental Combat Team. "He said to kill and to continue to kill and that the more we kill the less we’d have to kill later and the better off the Division would be in the long run. […] He did say that the more prisoners we took the more men we’d have to feed and not to fool around with prisoners. He said that there was only one good German and that was a dead one."
Erklärungsansätze für den Radikalisierungsschub

Wie lässt sich die Gewalteruption des Zweiten Weltkrieges erklären? Lange Zeit wurde der Erste Weltkrieg dafür verantwortlich gemacht. Die Soldaten seien durch die jahrelange Erfahrung des Kämpfens, Tötens und Sterbens brutalisiert worden.

Mittlerweile ist die Wissenschaft solchen Interpretationen gegenüber zurückhaltender. Der eigentliche Radikalisierungsschub erfolgte etwa in Deutschland vielmehr durch den traumatischen Umstand der Niederlage und der bürgerkriegsähnlichen Kämpfe nach dem Waffenstillstand. So weiß man mittlerweile, dass Adolf Hitler seine Hinwendung zum radikalen Antisemitismus erst 1919/20 in München vollzog. Aber nicht nur in Deutschland gab es mit der Unterzeichnung des Waffenstillstandes kein Ende der Gewalt. Auch Italien versank im Chaos, und der brutale Kampf zwischen Links und Rechts endete im Oktober 1922 mit der Machtübernahme der Faschisten Benito Mussolinis.

Noch extremer war die Situation in Russland, wo die Oktoberrevolution der Bolschewiki 1917 in einen jahrelangen Bürgerkrieg mündete, der erst 1922 endete. Er kostete rund acht bis zehn Millionen Menschen das Leben und war damit beinahe so verlustreich wie der gesamte Erste Weltkrieg. Die von Stalin etablierte Gewaltherrschaft führte dann zu einer ungeahnten Radikalisierung des gesellschaftlichen Lebens. Die gewaltsame Kollektivierung der Landwirtschaft, die Enteignung der Bauern und ihr Zusammenschluss in Produktionsgenossenschaften Ende der 1920er- und Anfang der 1930er-Jahre, forderte drei bis sieben Millionen Todesopfer. Die "Große Säuberung", die Verfolgung vorgeblicher Feinde Stalins 1937/38, kostete 200 000 Menschen das Leben (siehe auch Seite 60).

In anderen Ländern ging es bei weitem nicht so gewalttätig zu. Aber es kam doch vielerorts zu einer Verschärfung der innenpolitischen Verhältnisse. Autokratische Staatsformen setzen sich in Spanien, Albanien, Portugal, Polen und Litauen durch. Schließlich folgten Jugoslawien, Griechenland, Rumänien und spätestens ab 1932 Deutschland und 1934 Österreich. Außerhalb Europas ist vor allem an Argentinien und Japan zu denken. Die 1919/21 geschaffene Friedensordnung hat den Hass der Völker aufeinander nur noch weiter geschürt: so etwa den der Deutschen auf die Polen und Tschechen und umgekehrt, der Polen auf die Russen, der Ungarn auf die Rumänen und der Italiener auf die Kroaten. Zur Durchsetzung des vermeintlichen Rechts schien Gewalt das gebotene Mittel zu sein, solange man nur sein Ziel erreichte. Der Stärkere würde sich sein Recht schon nehmen, von Schiedsgerichtsbarkeit und Ausgleich wollten immer weniger politische Kräfte etwas wissen, weil sie keine brauchbaren Lösungen hervorbrachten. Gewalt war als Mittel der Politik in einem Ausmaß akzeptiert, wie dies noch im 19. Jahrhundert unvorstellbar erschien.

Ein Erlass des Oberbefehlshabers des Heeres

Abschrift

Kriegführung Deutschlands

Das Fatale war, dass sich in Deutschland Hitler mit seinen radikalen Vorstellungen politisch durchsetzen konnte. Ab 1933 fielen schrittweise alle Grenzen. Die massive Gewalt gegen Kommunisten und Sozialdemokraten sowie der Ausschluss aller vermeintlichen Feinde aus der "Volksgemeinschaft", allen voran der jüdischen Deutschen, verfehlten ihre Wirkung nicht. Die Wahrnehmung von "Normal" und "Nicht-normal" verschob sich. Die deutschen Soldaten des Jahres 1914 zogen mit einem anderen Referenzrahmen in den Krieg als ihre Söhne im Jahr 1939. Die Haltung gegenüber Juden verdeutlicht dies. Die jüdischen Deutschen waren während des Ersten Weltkrieges trotz aller Diskriminierungen Teil der soldatischen Gemeinschaft. 1939 gab es keine jüdischen Deutschen in der Wehrmacht, und es hat sie auch schon in der Reichswehr praktisch nicht gegeben. Juden waren 1939 "Andere", und dies ist eine Erklärung, warum es schon zu Beginn des Zweiten Weltkrieges auch von "ganz normalen" Wehrmachtsoldaten zu weit mehr Übergriffen auf Juden kam als im Ersten.

Der deutsche Blick auf Warschau 1942

[...] Der offizielle Soldaten-Führer von 1942, der […] eine Auflage von mehreren 10.000 Stück erreichte, widmet der Zeit von der Gründung Warschaus bis 1939 ebenso viele Seiten wie der Beschreibung der Kampfhandlungen im September 1939. Die Darstellung ist nicht von Sympathie für die ehemalige polnische Kapitale geprägt: "Eine besonders sehenswerte Stadt im üblichen Sinne ist Warschau nicht. [...] Ja, es ist nicht einmal ein schönes Stadtbild vorhanden, das unser Auge erfreut." Bereits die Einführung macht deutlich, dass das Büchlein vor allem darauf abzielte, Besuchern eine angebliche deutsche Vergangenheit des eroberten Gebiets vor Augen zu führen […]. […]


Der Polenfeldzug 1939 zeigt, wie sehr sich der Referenzrahmen mittlerweile verschoben hatte. Zunächst forderte eine Freischärlerpsychose, jener im Belgien oder Ostpreußen des Jahres 1914 nicht unähnlich, etwa 7000 Todesopfer. Daneben hatte sich aber in der Zwischenkriegszeit unter dem Eindruck der Abtrennung Ostpreußens vom Reich und der Behandlung der deutschen Minderheit in Polen ein Hass aufgestaut, der durch die Ermordung einer niedrigen vierstelligen Zahl von Volksdeutschen in den ersten Kriegstagen weiter angestachelt wurde. In der Folge kam es zu zahlreichen Gewaltausbrüchen gegen gefangene polnische Soldaten und Zivilisten. Diese Gewalteruption überstieg deutlich das Ausmaß des Ersten Weltkrieges, und auch im weiteren Verlauf des Krieges war die Bereitschaft der Wehrmacht, etwa gegen polnische Partisanen mit äußerster Härte vorzugehen, viel ausgeprägter als in den Jahren 1915/18. In dieser Zeit war Polen von den deutschen Soldaten noch als Kulturland wahrgenommen worden. All dies gab es im Zweiten Weltkrieg von Anfang an nicht mehr. SS-Einheiten töteten bis Ende 1939 40 000 Polen, darunter 7000 Juden, meist Angehörige der polnischen Gesellschaftseliten – Ärzte, Rechtsanwälte, Priester und Politiker. Diese Massenmorde führten zwar zu Protesten auf Seiten der Wehrmacht. Doch auch in ihren Reihen gab es genug Soldaten, die sich an den Gewaltmaßnahmen beteiligten oder diese zumindest stillschweigend akzeptierten.

Hitler war entschlossen, einen radikalen Krieg zu führen. Und dabei war er nicht allein. Viele Wehrmachtangehörige griffen die Anregungen Hitlers willig auf, um vor allem in der Sowjetunion einen Feldzug zu führen, in dem jede Gewaltmaßnahme recht war, wenn sie nur zum eigenen Sieg führte. Die Dispositionen und die Befehle – zwei wesentliche Voraussetzungen für Verbrechen – hatten sich im Vorfeld des Angriffs auf die Sowjetunion massiv verschärft. Auch Stalin und die Rote Armee waren entschlossen, einen radikalen Krieg zu führen, sodass sich die Gewaltbereitschaft der Kontrahenten gegenseitig verstärkte. Das Zusammenwirken von rassistisch, ideologisch und kulturell geprägten Feindbildern mit außerordentlich verlustreichen Gefechten führte im Übrigen auch im Pazifik zu zahllosen Verbrechen auf beiden Seiten.Dennoch war auch der Zweite Weltkrieg in seinen Kriegsmethoden nicht überall und ständig total. So brutal die Deutschen etwa über das besetzte Polen herrschten, so vergleichsweise fair behandelten sie zur selben Zeit die 700 000 polnischen Kriegsgefangenen – im Übrigen auch die Juden unter ihnen, die fast ausnahmslos überlebten. Der Krieg zwischen Deutschen und Westalliierten wurde zu Lande und zu Wasser im Wesentlichen nicht brutaler geführt als im Ersten Weltkrieg, und auch an der Ostfront gab es Phasen, in denen man zu zivilisierteren Formen des Krieges zurückfand.

Der Kriegsgerichtsbarkeitserlass

Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht.

Abschied vom Mythos des "guten Krieges"

Die finale Stufe des Totalen Krieges, der atomare Schlagabtausch von NATO und Warschauer Pakt, blieb der Menschheit glücklicherweise erspart. Zu Recht kann man aber darauf verweisen, dass es in den Kriegen nach 1945 teilweise noch wüster zuging als in den Jahren 1939 bis 1945. Der Bombenkrieg der US Air Force im Korea-Krieg stellte auch den Zweiten Weltkrieg in den Schatten. Der Norden des Landes wurde in Schutt und Asche gelegt, mehr als eine Million Zivilisten wurden getötet. Vom Mythos des "guten Krieges" der Demokratien blieb nicht viel übrig. Massaker an der Zivilbevölkerung, die Tötung von Kriegsgefangenen, die Ausplünderung ganzer Landstriche kamen in den zahllosen Kriegen in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts immer wieder vor. Es gab auch Völkermorde, Hungerpolitik und Vertreibungen. Und dennoch: In keinem anderen Konflikt wurden mehr Menschen mobilisiert, radikalere Ziele verfolgt und mehr Verbrechen begangen als im Zweiten Weltkrieg. Niemals zuvor und niemals seither hat die Menschheit einen so totalen Krieg geführt.

Sönke Neitzel

Sönke Neitzel

Sönke Neitzel ist Professor für International History an der London School of Economics and Political Science (LSE). Er studierte in Mainz Geschichte, Publizistik und Politikwissenschaft, wurde dort 1994 promoviert und 1998 habilitiert. Anschließend lehrte er an den Universitäten Mainz, Karlsruhe, Bern und Saarbrücken, bevor er 2011 auf den Lehrstuhl für Modern History an der University of Glasgow berufen wurde. Seit September 2012 lehrt und forscht er an der LSE.
Einem breiteren Publikum wurde er durch sein Buch "Abgehört. Deutsche Generäle in britischer Kriegsgefangenschaft, 1942-1945" bekannt, das 2005 erschien.
Seine Forschungsschwerpunkte sind Militärgeschichte und die Geschichte der Internationalen Beziehungen des 19. und 20. Jahrhunderts.
Kontakt: s.neitzel@lse.ac.uk


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