Informationen zur politischen Bildung aktuell Nr. 28/2015

Die Ukraine – ein Land zwischen West und Ost

Ende 2013 versammelten sich auf dem Kiewer Unabhängigkeitsplatz (Majdan nesaleschnosti) hunderttausende Menschen, um dagegen zu demonstrieren, dass Präsident Viktor Janukowytsch das ausgehandelte Assoziierungsabkommen der Ukraine mit der Europäischen Union nicht unterschreiben wollte. Als die Polizei gewaltsam gegen die Demonstranten einschritt, weitete sich die zivilgesellschaftliche Massenbewegung aus und richtete sich nun gegen Janukowytsch und sein autoritäres kleptokratisches Regime. Im Februar 2014 eskalierte die Gewalt und über 100 Demonstrierende wurden getötet. Janukowytsch flüchtete nach Russland, er wurde abgesetzt, und das Parlament wählte einen Übergangspräsidenten und eine neue Regierung. Daraufhin griff Russland militärisch ein, annektierte die Krim und destabilisierte die Ukraine, indem es separatistische Gruppen im Donbass militärisch unterstützte. Damit kam ein Land in die Schlagzeilen, das bisher ein weißer Fleck auf der mentalen Landkarte Europas gewesen war.

Wie ist es zu erklären, dass die Ukraine so lange ein unbekanntes Land geblieben ist, obwohl sie der nach Russland territorial zweitgrößte Staat Europas ist und ihre Einwohnerzahl mit 45 Millionen etwa derjenigen Spaniens entspricht? Kann die Geschichte der Ukraine und ihrer Beziehungen zu Russland zur Erklärung des aktuellen Konflikts beitragen? Dies sind die Leitfragen für dieses Heft. Der erste Teil gibt einen Überblick über die ukrainische Geschichte vom Mittelalter bis zum Zusammenbruch der Sowjetunion. Der zweite Teil ist dem unabhängigen ukrainischen Staat gewidmet bis hin zum russisch-ukrainischen Krieg 2014/2015.

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