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16.9.2014

Gewalt in den Medien

Angstlust, ästhetisches Vergnügen oder der Reiz des Verbotenen: Gewalt im Film fasziniert aus verschiedenen Gründen. Ob im Horrorfilm oder im Ballerspiel, viele Formen medialer Gewalt haben eine besondere Anziehungskraft. Welche Arten von Gewalt empfinden wir als faszinierend – und aus welchen Gründen?

Der Diskurs untersucht die Attraktion sowie die Wirkung von Gewalt und setzt sich mit Wirkungsvermutungen auseinander. Fördert mediale Gewalt reale Gewalt? Und wie verhält sich eine Gesellschaft in Bezug auf diese These?

Anhand von Filmbeispielen werden die Lernenden zu einer eigenen Einschätzung motiviert. Jackass oder Need for Speed, Sleepy Hollow oder Terrorvideos in der Tagesschau – welche Wirkungen haben verschiedene Darstellungen von Gewalt in den Medien?

Die Professoren Dr. Jürgen Grimm und Dr. Michael Kunczik kommentieren aus wissenschaftlicher Perspektive verschiedene Thesen zur Wirkung von Mediengewalt – so etwa die zum "Lernen am Modell" angesichts von Gewaltdarstellungen. Demnach können aus identischen Inhalten ganz unterschiedliche Schlüsse gezogen werden – je nachdem, wer sie wahrnimmt: "Aggressive lernen etwas über Aggression und Friedliebende lernen aus den gleichen Inhalten unter Umständen, wie nützlich es ist, friedlich zu sein", so bringt Prof. Dr. Kunczik die Theorie des Beobachtungslernens auf den Punkt.

Warum reagieren manche Nutzerinnen und Nutzer aggressiver als andere? Alter, Geschlecht, soziales Umfeld: Welche Risikofaktoren gibt es? Und was macht es aus, wenn im Film der Einsatz von Gewalt belohnt wird? Ist bei interaktiven Computerspielen alles anders?

Auch hier werden die Schülerinnen und Schüler anhand von Filmszenen und Spielsequenzen zu einer eigenen Reflexion angeregt. Im Fokus stehen grundsätzliche gesellschaftliche Fragen wie etwa: "Sollten grausame Gewaltdarstellungen in den Medien verboten werden?" – Eine Diskussion ist erwünscht!

Fördert mediale Gewalt reale Gewalt? Bei dieser Frage gehen die Meinungen weit auseinander. Ziehe den Mauszeiger auf die Sprechblase und entscheide, ob Du den Aussagen zustimmst oder nicht zustimmst.


Screenshot aus der DVD-ROM Faszination Medien. Auf diesem Screen sollen die Nutzer der DVD-ROM zwei Aussagen auswählen. Passend zu diesen öffnet sich dann ein Experteninterview, welches auf die Wirkungsvermutungen eingeht.


Jürgen Grimm, Professor für Kommunikationswissenschaften, über die Katharsisthese. Katharsis meint in diesem Zusammenhang die Behauptung, dass durch das Ausleben von Aggressionsgefühlen die eigene Gewaltbereitschaft reduziert wird. (© 2014 Freiwillige Selbstkontrolle Fernsehen e.V.)

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