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17.2.2015

10 nützliche Tipps, um eigene OER-Materialien zu erstellen

Eigene, freie Lern- und Lehrmaterialien erstellen? Wie das geht, verraten wir in zehn Tipps, die sich rund um Programme und Techniken zur Erstellung von eigenen Materialien drehen.

(CC, Nils Geylen) Lizenz: cc by-nc-sa/2.0/de


Dieser Artikel wurde erstmals am 22.10.2012 auf pb21.de veröffentlicht. Der Autor des ursprünglichen Artikels ist Felix Schaumburg.

Im Folgenden stellen wir zehn praktische Tipps vor, wie Sie Ihre Materialien OER-tauglich machen und anderen zur Verfügung stellen können. Außerdem erfahren Sie, woher Sie weitere Tipps und frei verwendbare Bausteine für ihre Materialien bekommen.

Ihre Dokumente, Ideen zu Unterrichtsprojekten oder Arbeitsblätter für die Jugend- oder Erwachsenenbildung können in unterschiedlichen Formaten als OER angeboten werden. Besonders "offen" sind die Inhalte dann, wenn die dafür notwendigen Programme selber keine Hürde für die Nutzung darstellen, also ebenfalls unter einer offenen Lizenz (und damit in der Regel kostenlos) angeboten werden.

1. Office-Dokumente



Für die Erstellung von Tabellen, Texten und Präsentationen empfiehlt es sich, einen Blick auf LibreOffice, den offiziellen Nachfolger von OpenOffice, zu werfen. Das Programm ist kompatibel mit Microsoft Office und bietet eine ähnliche Benutzeroberfläche wie die älteren MS Office-Versionen.

LibreOffice gibt es für Mac, Windows und Linux: http://www.libreoffice.org

2. Audio



Podcasts und Audiodokumente können z.B. mit dem Open Source-Programm Audacity geschnitten werden. Wie das geht, wird zum Beispiel im Blog schulpodcasting.info erklärt. Eine ausführliche Anleitung zum Podcasting gibt es auch auf pb21.de (Teil 1 | Teil 2).

Audacity gibt es für Mac, Windows und Linux: http://audacity.sourceforge.net/.

Für das Apple-Betriebssystem gibt es als Alternative auch GarageBand. Mit diesem ist es möglich, in einem begrenzten Rahmen eigene Musik und Sounds zu erstellen.

Für alle Betriebssystem verfügbar ist die Studiosoftware Ardour. Diese bietet mit einer großen Zahl an Bearbeitungsmöglichkeiten zwar weitreichende Funktionen, jedoch kann die Vielzahl der Steuerungsmöglichkeiten insbesondere unerfahrene Anwender überfordern.

3. Webseiten und Bloggen



Für das Erstellen von Webseiten und zur Pflege eines eigenen Blogs - auch für direkten Einsatz im Unterricht oder im Seminar - eignet sich sehr gut WordPress. In wenigen Schritten hat man sich dort einen Account angelegt und kann mit seinem eigenen Blog starten (vgl. auch die Einführung "HowTo Blog" auf pb21.de).

4. Ein eigenes Buch schreiben



Wer seine Materialien in einem Buch zusammenfassen möchte, welches man wahlweise ausdrucken oder am Bildschirm lesen kann, hat zwei Möglichkeiten, dies zu tun.

EPUB-Format

Eine sehr leichte Möglichkeit, eigene E-Books zu erstellen, ist Sigil. Mit diesem Open-Source-Programm können EPUB-Dateien erstellt und mit einer Vielzahl von Features ausgestattet werden. Diese Dateien können dann sowohl am PC als auch auf Smartphones und E-Book-Readern gelesen werden. Weitere Infos zu Sigil.

Calibre ist ein quelloffenes Programm zur Verwaltung einer digitalen Bibliothek. Neben der Möglichkeit der Organisation von PDF- und E-Book-Dateien bietet es auch eine Fülle an Möglichkeiten, E-Books zu erstellen und zu verändern und stellt somit eine gute Ergänzung zu Sigil dar.

PDF-Format

Wer sein Buch lieber als PDF-Format anderen zur Verfügung stellen möchte, kann dies mit Scribus tun. Scribus ist das quelloffene Pendant zum proprietären Adobe InDesign und bietet zahlreiche Möglichkeiten, PDF-Dateien zu erstellen, mit Bildern und Texten zu arbeiten und so auch dem Aussehen eines professionellen Schulbuchs möglichst nahe zu kommen.

Dabei ist man zwar freier in der Gestaltung als mit dem EPUB-Format, benötigt jedoch meist mehr Zeit zum Erstellen. Ein weiterer Nachteil von PDF-Dateien ist, dass sie wesentlich mehr Speicherplatz benötigen und weder auf E-Book-Readern noch auf sehr kleinen Smartphones lesbar sind.

5. Bilder und Grafiken



Um eigene Bilder zu erstellen oder heruntergeladene Creative Commons-Inhalte zu bearbeiten, bieten sich zwei Programme an.

Die erste Möglichkeit ist Paint.NET. Wie der Name vermuten lässt, handelt es sich hierbei um eine (wesentlich) erweiterte Alternative zum auf Windows vorinstallierten Paint. Mit Paint.NET ist es möglich, viele grundlegende Bildbearbeitungsschritte an vielen Bildformaten vorzunehmen. Es beinhaltet die meisten gängigen Bearbeitungsschritte und richtet sich daher an Personen, die keine großen Veränderungen an Bildern vornehmen wollen. Dadurch bleibt es auch übersichtlich. Allerdings gibt es Paint.NET ausschließlich für Windows.

Das freie Programm GIMP (Gnu Image Manipulation Program) ist eine Alternative, die es erlaubt, auf mächtige Bildbearbeitungsmöglichkeiten zurück zu greifen. GIMP stellt dabei ein Äquivalent zu den proprietären Adobe-Programmen Photoshop und Illustrator dar. Es ist für alle gängigen Betriebssysteme erhältlich.

6. PDFs erstellen



PDF-Dateien haben den Vorteil, dass sie bei allen Nutzern gleich aussehen, allerdings ist damit der Nachteil der Unveränderlichkeit verbunden. Im Sinne einer Weiterbearbeitung sollte man OER-Materialien deswegen nicht ausschließlich als PDF zur Verfügung stellen.

7. Die CC-Lizenz



Das wichtigste bei der Bereitstellung von Material als OER ist die Wahl der Lizenz. Die verbreitetste Variante ist eine der Creative Commons-Lizenzen. Dabei können Sie festlegen, unter welchen Bedingungen (z.B. Namensnennung oder Nicht-Kommerzialität) eine weitere Verwendung gestattet wird. Details und Tipps zu den verschiedenen Lizenzen finden Sie in unserer Reihe "Creative Commons als Urheberrecht 2.0?".

8. Wohin mit der Lizenz?



Die Lizenz kann irgendwo im Dokument lesbar vermerkt werden. Wir empfehlen, dass sie bei Dokumenten in die Fußzeile eingebunden wird, damit die Lizenzierung jederzeit transparent ist – auch wenn man nur eine einzelne Seite vorliegen hat. Auf Webseiten kann sie am Ende der Seite oder in der Seitenleiste untergebracht werden. Sie sollte aber auf jeden Fall, auf jeder einzelnen Seite zu finden sein und nicht z.B. nur im Impressum. In Online-Dokumenten sollte bei Creative-Commons-Lizenzen im Sinne der Wiedererkennbarkeit das Logo und ein Link auf creativecommons.org eingefügt werden.

9. Verbreiten der Ideen



Auch ohne, dass man einen Blog schreibt, möchte man seine Dateien gerne ins Internet bringen. Für diesen Einsatz bieten sich Wikis an, die man auch von der Wikipedia her kennt. Hier können Texte editiert, aber auch Dokumente eingebunden werden. Zwei populäre und einfache Wiki-Systeme sind pmwiki.org (für einen eigenen Server) oder wikispaces.com (wenn man es erstmal probieren möchte).

10. Quellen für offenes Material



Wer erst einmal schauen möchte, wie offene Bildungsressourcen aussehen können oder nutzbare Bausteine sucht, kann u.a. auf folgenden Seiten suchen:



Dieser Artikel wurde erstmals am 22.10.2012 auf pb21.de veröffentlicht. Anpassungen für die Bundeszentrale für politische Bildung: Hendrik Erz.
Creative Commons License

Dieser Text ist unter der Creative Commons Lizenz veröffentlicht. by/3.0Autor: Felix Schaumburg für pb21. Bearbeitung: Hendrik Erz (Formatierung)
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