zurück 
31.7.2007

Baustein 3: Vorbereitung und Durchführung der Befragung

Die Durchführung einer Befragung durch Jugendliche ist eine im Unterricht bewährte Methode, diese an politisches Geschehen heranzuführen. Zum Thema "Umweltbewusstsein und Klimaschutz" bietet sich die Erforschug des Wissens und des Verhaltens der Menschen im Zusammenhang mit dem Klimawandel an.

Zeichnung (© Til Mette)

Nach dem thematischen Einstieg in die Reihe über die Frage nach dem "Klimawandel" und die Ursachen sowie Folgen des anthropogenen Treibhauseffektes wird nun eine Befragung durch die Schülerinnen und Schüler durchgeführt. Der frühe Zeitpunkt für die Vorbereitung und Durchführung wird empfohlen, weil so in der Zwischenzeit – während die schriftlichen Befragungen in den anderen Klassen und/oder im Umfeld der Schülerinnen und Schüler laufen – die weitere inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema fortgesetzt werden kann (Baustein 4: Auseinandersetzung mit Möglichkeiten zur Einsparung von Energie und Baustein 5: Umweltverhalten und Gründe für den Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit). Die Auswertung der von den Schülerinnen und Schülern erhobenen Daten erfolgt dann in Baustein 6.

Eine ausführliche Anleitung zur Durchführung der Befragung finden Sie in Info 03.03. Hier sind die wichtigsten Schritte beschrieben, die für eine eigene Befragung notwendig sind. Ein Musterfragebogen zum Thema "Umweltbewusstsein und Klimwandel" steht als leere GrafStat-Datei zur Verfügung (M 03.04).

Wichtiger Hinweis: Bitte aktualisieren Sie gegebenenfalls Ihre GrafStat-Version! Die neueste Version kann für den Bildungsbereich kostenlos unter www.grafstat.de heruntergeladen werden. Bei älteren Versionen kann es bei den geblockten Fragen zu Problemen bei der Dateneingabe kommen.

Wenn aus zeitlichen oder organisatorischen Gründen die als zentral angesehene eigene Befragung durch die Schülerinnen und Schüler nicht durchgeführt werden kann, stehen genügend Materialien für die inhaltliche Auseinandersetzung zur Verfügung - inklusive eines Beispieldatensatzes in GrafStat mit Daten einer bundesweiten Umfrage zum Klimawandel im Bewusstsein der deutschen Bevölkerung (M 03.05).

Warum eine eigene Umfrage?



Die Durchführung einer Befragung von Jugendlichen durch Jugendliche mit Hilfe von Grafstat ist eine im Unterricht bewährte Methode, Jugendliche an Politik und an politisches Geschehen heranzuführen. Diese interessieren sich besonders dann für politische Themen, wenn sie sich nicht nur als Zuschauer geduldet fühlen, sondern sich auch aktiv als Beteiligte ernst genommen und gefragt sehen.

Zum Thema "Umweltbewusstsein und Klimaschutz" bietet es sich an, das Wissen und das Verhalten der Menschen im Zusammenhang mit dem Klimawandel zu erforschen. Empfinden sie den Klimawandel als Bedrohung? Was wissen die Menschen über den Klimawandel und seine Ursachen? Fühlen sie sich selbst mit für den Klimaschutz verantwortlich? Wie reisen sie bzw. welche Verkehrsmittel nutzen sie? Wie heizen sie? Wie ernähren sie sich bzw. sind sie sich der Klimafolgen bei Erstellung und Transport von Nahrungsmitteln bewusst? Und: Muss klimafreundliches Verhalten zugleich Verzicht und Reduzierung der Lebensqualität bedeuten?

Zur Vertiefung haben wir in den Sachinformationen einen Auszug aus der aktuellen Studie zum Thema "Klimawandel aus der Sicht der deutschen Bevölkerung" (Info 03.01) der Projektgruppe "Umweltbewusstsein in Deutschland" der Philipps-Universität Marburg zusammengestellt.

Fragebogen und Untersuchungs-Hypothesen bearbeiten



Der Einstieg in den Baustein erfolgt über den Rückgriff auf die wichtige Rolle der Menschen als Energieverbraucher und als Konsument von klimaschädlichen oder klimafreundlichen Produkten, die deutlich macht, dass das Verhalten von jedem von uns wichtig ist für das Gelingen von Klimaschutzmaßnahmen (Wiederholung M 02.09). Ein "Klimawandel in den Köpfen" ist also von großer Bedeutung.

Für die Befragung steht ein Musterfragebogen zum Thema "Umweltbewusstsein und Klimaschutz" bereits als leere GrafStat-Datei zur Verfügung (M 03.04). Da die Erarbeitung von geeigneten Fragen/Items in der Lerngruppe sehr viel Zeit in Anspruch nehmen würde, sollte für die Befragung auf jeden Fall dieser Musterfragebogen zugrunde gelegt werden. Durch eine detaillierte Beschäftigung mit den Fragen und den damit zu untersuchenden Hypothesen (siehe Info 03.05, M 03.07, M 03.08) sowie evtl. durch das Hinzufügen von aktuellen oder lokalpolitisch interessanten Fragen kann die Identifikation mit der Befragung erhöht werden. Für eine mögliche Erweiterung des Fragebogens kann auch auf den Pool an Fragen zurückgegriffen werden, den der Beispieldatensatz der Befragung "Umweltbewusstsein 2006 in Deutschland" enthält (siehe M 03.05, Info 03.01).

Zielgruppe festlegen und Befragung durchführen



Bei der Durchführung der Befragung gibt es drei Möglichkeiten, bestimmte Personen und Zielgruppen zum Thema zu befragen. Optimalerweise werden alle Befragungsarten durchgeführt, um einen möglichst großen und repräsentativen Datensatz zu erhalten.

a) Befragung von Jugendlichen in der Schule
Um Aussagen der Zielgruppe der Jugendlichen zu ihrer Meinung zum Thema "Umweltbewusstsein und Klimaschutz" zu erhalten, bietet sich besonders die Befragung aller Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 (ab ca. 13/14 Jahren) der eigenen Schule an. Diese Vollerhebung kann schriftlich unter Anleitung anderer Lehrpersonen durchgeführt werden und verspricht daher einen hohen Rücklauf an Fragebögen. Zudem wird die die Befragung durchführende Lerngruppe in diesem Fall von den zeitraubenden mündlichen Interviews entlastet. Die Zahl der Befragten kann durch die Kooperation mit anderen Schulen noch erhöht werden. Beschränkt man sich auf diese schriftliche Befragung Jugendlicher, empfiehlt sich für die Analyse der Daten besonders ein Vergleich der eigenen Ergebnisse mit den Ergebnissen der als GrafStat-Datei zur Verfügung stehenden Befragung Erwachsener in ganz Deutschland (M 03.05), um über Unterschiede und Gemeinsamkeiten in den Ergebnissen zu diskutieren.

b) Befragung des sozialen Umfeldes der Lerngruppe
Zur Erhöhung der Zahl der Befragten und zur Einbeziehung von Meinungen und Einstellungen anderer Alters- und Berufsgruppen sollte die Befragung auch auf die Familien, den Bekanntenkreis und/oder die Nachbarschaft der Schülerinnen und Schüler ausgeweitet werden. Ein zusätzlicher positiver Effekt dieser Umfeld-Befragung ist, dass die Jugendlichen mit dem im Unterricht erworbenen Wissen zu Hause eine Diskussion über den Klimawandel und Möglichkeiten zum Klimaschutz in der Familie anstoßen können.

c) Befragung von Passanten auf der Straße/an zentralen Plätzen
Eine weitere Möglichkeit zur Erhöhung der Zahl der Befragten und der Repräsentativität der Ergebnisse ist eine Straßenbefragung. Oft ist diese Art der Befragung für die Jugendlichen am spannendsten, wenngleich sie auch mit sehr großem Aufwand verbunden ist (siehe die Hinweise und Tipps zur Vorbereitung der Straßenbefragung in M 03.10 und M 03.11). Um einen einigermaßen repräsentativen Querschnitt der Befragten in der Stadt/im Stadtteil zu befragen, sollten bei der Straßenbefragung Quoten (z.B. nach Alter und Geschlecht) berücksichtigt werden. Man sollte außerdem möglichst die Gruppen von Menschen befragen, die in den bisherigen Befragungen der Mitschülerinnen und Mitschüler und der Eltern bzw. dem eigenen Umfeld unterrepräsentiert sind.

Wichtiger Hinweis: Für die Zusammenführung der Daten in GrafStat muss unbedingt in allen Fällen der gleiche Fragebogen verwendet werden. Lediglich der Einleitungs- und Schlusstext bzw. die Hinweise zur Beantwortung der Fragen können variieren. Unterscheiden sich jedoch die Fragen im Fragebogen in ihren Inhalten und ihrer Struktur (Antworttypen, Anzahl der Antwortmöglichkeiten), ist eine Zusammenführung der Daten in GrafStat nicht mehr möglich.

Weitere Informationen zur Durchführung der Befragung finden Sie in der ausführlichen Anleitung (Info 03.03) und im tabellarischen Planungsraster (Info 03.02).

Piroschka Haenlein, Andrea Meschede, Wolfgang Sander

Nach oben © Bundeszentrale für politische Bildung Zur klassischen Website von bpb.de wechseln