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31.7.2007

Baustein 4: Wie ist eine Reduktion von Treibhausgasen im Alltag möglich?

In diesem Baustein setzen sich die Schülerinnen und Schüler konkret mit ausgewählten Maßnahmen auseinander, die jeder Einzelne im Alltag durchführen kann, um das Klima zu schützen. Hierbei werden vor allem die Bereiche Mobilität, Ernährung, Strom und Heizen untersucht.

In diesem Baustein setzen sich die Schülerinnen und Schüler konkret mit ausgewählten Maßnahmen auseinander, die jeder Einzelne im Alltag durchführen kann, um das Klima zu schützen. Hierbei werden zunächst Informationen zu den Bereichen Mobilität, Ernährung, Strom und Heizen gesammelt und gesichtet. Anschließend sollen die Schülerinnen und Schüler

Zeichnung (© Jürgen Tomicek)

Methodisch erfolgt die Erarbeitungsphase in arbeitsteiliger Gruppenarbeit. Sie basiert auf Prinzipien des Kooperativen Lernens.[1]

Einführend beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler mit der Karikatur "Osterurlauber" (M 04.01). Startet in der Bevölkerung ein Wettbewerb mit dem Titel: "Wer verbraucht am wenigsten CO2?" Erntet man Vorwürfe, wenn man Urlaub mit dem Flieger in der Südsee macht? Muss der Urlaub nun an den nahe gelegenen Badesee gehen? Muss ich jetzt auf meinen Lebensstandard verzichten? Unterstützend kann man die Problematik mit dem Text "Auf Klimadiät setzen" vertiefen (M 04.02).

Wie kann Energie effizient genutzt werden?



Es stellt sich nun für die Schülerinnen und Schüler die Frage, was sie im Alltag effektiv zur Reduktion von Treibhausgasen beisteuern können und wollen. Wie kann Energie effizient genutzt werden? Die gesamte Klasse wird dazu in Gruppen zu je 8 (bis 12) Personen eingeteilt. Jede Gruppe spaltet sich in Kleingruppen zu 2-3 Personen auf, die sich intensiv mit jeweils einem der vier Bereiche Mobilität (M 04.05 - 04.12), Ernährung (M 04.13 - 04.19), Strom (M 04.20 - 04.28) und Heizen (M 04.29 - 04.36) auseinandersetzen. Jeder bekommt bei dieser arbeitsteiligen Gruppenarbeit den gleichen Arbeitsauftrag (M 04.03). Die Vorgehensweise sollte mit Hilfe einer Folie (M 04.04) intensiv besprochen werden.

Alternativ zu den bereitgestellten und vorbereiteten Materialien ist eine Internetrecherche möglich, bei der sich die Schülerinnen und Schüler frei oder mit Hilfe einer Linkliste (M 04.37) die notwendigen Informationen selber beschaffen. Innerhalb der arbeitsteiligen Gruppenarbeit filtern die Schülerinnen und Schüler in ihrem Bereich unter Abwägung von Vor- und Nachteilen einige Beispiele heraus, die sie als besonders effektiv und sinnvoll einstufen, und tragen diese in ihrer Gruppe als Experten vor.

Sicherung der Ergebnisse auf Plakaten



Nachdem jede Kleingruppe vorgetragen hat, erstellt die Gruppe gemeinsam aus den gesammelten Beispielen einen Maßnahmenkatalog in Form eines Plakates unter der Prämisse, dieses als verbindliche Änderungen ihres Verhaltens der Klasse zu präsentieren. Diese Plakate werden nach Abschluss der Gruppenphase in der Klasse präsentiert und mögliche Unterschiede der darauf zusammengefassten Einsparungsvorschläge besprochen.

Nach Vorstellung aller Plakate in der Klasse wird diskutiert, inwieweit wohl auch andere Menschen bereit wären, ihr Verhalten nach den aufgeführten Beispielen zu ändern. Sind die Verhaltensänderungen für jeden umsetzbar? Warum ist das Handeln manchmal dennoch so schwierig? Die Schülerinnen und Schüler erörtern, warum trotz Wissen über den drohenden Klimawandel manchmal keine Bereitschaft zum Handeln vorhanden ist. Zum Schluss (auch als Hausaufgabe möglich) beurteilen die Schülerinnen und Schüler ein Zitat Horst Köhlers (M 04.38) zur Frage, ob Klimaschutz notwendigerweise Verzicht bedeutet. Dazu kann auch der Text über die Kosten des Klimawandels (M 04.39) herangezogen werden.

Fußnoten

1.
Kooperatives Lernen: Durch die strukturierte Arbeit in der Gruppe werden die kognitiven, sozialen, kommunikativen sowie personalen Kompetenzen der Lernenden gefördert. Die Schülerinnen und Schüler müssen sich eigenständig mit dem Lerninhalt auseinandersetzen. Das Selbstvertrauen und die Fähigkeit zur Verantwortungsübernahme werden gestärkt, indem die Schülerinnen und Schüler die Erfahrung machen, als Experte für ihren Bereich einen wichtigen Bestandteil für das Gruppenergebnis beizutragen. Auch die Kommunikation untereinander und die gemeinsame Entscheidungsfähigkeit werden durch die Form der Gruppenarbeit in diesem Baustein gefördert: Jeder spricht der Reihe nach, die Experten beantworten Fragen zu ihrem Bereich und schließlich muss man sich gemeinsam nach Abwägung von Effektivität und Durchführbarkeit einzelner Aktionen auf wenige Aspekte einigen, die man als gesamte Gruppe vertritt (weiterführende Informationen: Kooperatives Lernen, http://www.learn-line.nrw.de/angebote/greenline (23.07.2007)).

Piroschka Haenlein, Andrea Meschede, Wolfgang Sander

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