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30.6.2007

Chronik "Umwelt, Klima und Mensch"

Chronik "Umwelt, Klima und Mensch" zum GrafStat-Projekt "Umweltbewusstsein und Klimaschutz" zeigt die Entwicklung des Weltklimas unter Berücksichtigung des menschlichen Einflusses.

bis zum Jahr 0 unserer Zeitrechnung



8 bis 6 Mio. Jahre v. Chr.
Ein Klimawandel löst die Evolution des Menschen aus. Als das gesamte Erdklima sich abkühlt, spalten sich die Hominiden von den Menschenaffen ab und erobern neuen Lebensraum.

2 Mio. v. Chr.
Durch den Klimawandel entstehen auch im südlichen Eurasien Savannenlandschaften. In Kaltphasen sinkt der Meeresspiegel.

Vor rund 18 000 Jahren
Höhepunkt der letzten Eiszeit (Würm/Weichseleiszeit) Die Temperaturen liegen acht bis zehn Grad unter den heutigen Werten. Das Inlandeis hat seine größte Ausdehnung: Breite Teile Europas, Asiens und Nordamerikas liegen unter einer Eisschicht von mehreren Tausend Metern Dicke. Die Gletscher Skandinaviens reichen südlich bis Berlin, die Alpengletscher erreichen München. Durch das im Eis gebundene Wasser fällt der Meeresspiegel um rund 120 Meter. (Ausführliche Informationen finden Sie hier.)

8000 bis 4000 v. Chr.
Klimaoptimum: die wärmsten Jahre der Nacheiszeit (Holozän). Die Temperatur liegt etwa ein bis zwei Grad höher als heute und das Klima ist erheblich feuchter. Das Abschmelzen des Inlandeises führt zu einem Anstieg des Meeresspiegels. In der Sahara wachsen Oliven, Zypressen und Lorbeer, der Wasserspiegel des Tschadsees am Südrand der Sahara liegt 40 Meter höher als heute. Die Induskultur erreicht in dieser Zeit ihren Höhepunkt. In Mitteleuropa herrscht Wärme liebender Eichenwald vor. (Ausführliche Informationen finden Sie hier.)

Etwa 2500 v. Chr.
Sintflut: Als Sintflut wird im 1. Buch Mose der Bibel eine große weltumspannende Flut bezeichnet, mit der Gott die Menschen für ihr sündiges Leben bestraft haben soll. Gemäß dem biblischen Bericht im Alten Testament soll die Sintflut 40 Tage und 40 Nächte gedauert haben. Der Zeitpunkt der Sintflut wurde vom irischen Theologen James Ussher im 17. Jahrhundert berechnet. Einer These der amerikanischen Wissenschaftler William Ryan und Walter Pitman zufolge ist die überlieferte Geschichte der "Sintflut" in der Bibel eine Folge des Anstiegs des Meeresspiegels nach der letzten Eiszeit und die dadurch ausgelöste Überschwemmung der Schwarzmeer-Region durch Wasser aus dem Mittelmeer. Ähnliche Berichte gibt es auch aus anderen Teilen der Welt bzw. in anderen Kulturen und Religionen, z.B. im Chinesischen Altertum, in Indien oder im Judentum. (Ausführliche Informationen finden Sie hier.)

2100 bis 600 v. Chr.
Entstehung und Überlieferung des Gilgamesch-Epos. Der König Gilgamesch und sein Freund, der Held Enkidu, dürften um 2650 v. Chr. als historische Gestalten gelebt haben. Eine Interpretation des Epos ist der frühzeitliche Hinweis auf die katastrophalen Folgen der Zerstörung des Waldes.
Gilgamesch-Epos: babylonisches Heldenepos über Gilgamesch, den König von Uruk. Es gilt als die erste Dichtung, welche das Lösen von den Göttern, zugleich aber auch die Angst vor der Vergänglichkeit des Lebens zeigt. Seit der Mensch sich seiner selbst bewusst ist und damit die "Unschuld" der Natur hinter sich lässt, beginnen die existentiellen Ängste. Gilgamesch gilt daher auch als das erste existentialistische Werk der Menschheit.

Quellen und weitere Links:
Scinexx – Das Wissensmagazin: Eine kurze Geschichte des Klimas... http://www.scinexx.de/index.php?cmd=focus_detail2&f_id=35&rang=7

Jahr 1 n.Chr. bis 1945



900 bis 1300 n. Chr.
"Kleines Klimaoptimum": Warmphase mit trockenen Sommern und milden Wintern im frühen Mittelalter, die Temperaturen liegen etwa ein Grad über den heutigen. Grönland ist tatsächlich grün und wird besiedelt, in Schottland ist sogar Weinanbau möglich.

1362 und 1634
Sturmfluten an der Nordseeküste.

1400 bis 1850
"Kleine Eiszeit": Nach der relativ warmen Periode setzte eine Klimawende ein: Die Temperaturen fielen deutlich und lagen etwa 1 bis 1,5 Grad unter den heutigen. Die Gletscher rückten weiter in die Täler vor. Kalte Winter und nasse Sommer führten zu Missernten, Hungersnöten und einer Häufung von Sturmfluten und Überschwemmungen. (Weiterführende Informationen finden Sie hier.)

1872
Erstmals wird am 25. April 1872 der "Tag des Baumes" (in Nebraska/USA) begangen. Mitte des 19. Jahrhunderts beginnt der US-amerikanische Journalist und Farmer Julius Sterling Morton, sein Anwesen im baumarmen Bundesstaat Nebraska konsequent aufzuforsten. Bereits nach kurzer Zeit stellen sich erste Erfolge ein. Die Bodenerosion vermindert sich, die Artenvielfalt in der Gegend nimmt zu. Daraufhin beantragt Morton, einen "Tag des Baumes" einzuführen, um auf die Versteppung der USA und die mögliche Rettung der Umwelt durch das Wurzelwerk von Buchen, Fichten oder Eichen hinzuweisen. (Weiterführende Informationen finden Sie hier.)

Um 1900
Der Mensch beginnt, in die sensible Balance zwischen natürlichem Treibhauseffekt und Sonneneinstrahlung im Zuge der beginnenden Industrialisierung (bspw. durch die vermehrte Nutzung fossiler Brennstoffe) einzugreifen. (Nähere Informationen finden Sie hier.)

1913
Erste Internationale Naturschutzkonferenz im Parlamentsgebäude von Bern, an der 17 Staaten teilnehmen und die Aufgaben des Weltnaturschutzes festlegen.

1925
Erster Deutscher Naturschutztag in München mit Initiativen zum Alpenschutz und Gründung des "Deutschen Ausschusses für Naturschutz". Die Fachtagung des Bundesverbandes Beruflicher Naturschutz e. V. in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Naturschutzring e. V. und dem Bundesamt für Naturschutz findet alle zwei Jahre statt.

1941
Hermann Flohn erkennt in dem in der "Zeitschrift für Erdkunde" veröffentlichten Artikel "Die Tatigkeit des Menschen als Klimafaktor", dass der Klimawandel nicht nur natürlich bestimmt ist. Flohn (1912-1927) gilt als der älteste Vertreter der deutschen Klimaforschung.

Quellen und weitere Links:
Scinexx – Das Wissensmagazin: Eine kurze Geschichte des Klimas... http://www.scinexx.de/index.php?cmd=focus_detail2&f_id=35&rang=7

1946 bis 1985



1952
Der "Tag des Baumes" wird von nun an jedes Jahr im April auch in Deutschland mit Feierstunden begangen und soll die Bedeutung des Waldes für Menschen und Wirtschaft im Bewusstsein halten. Am 25. April pflanzen Bundespräsident Theodor Heuss und der Präsident der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Bundesminister Robert Lehr, im Bonner Hofgarten einen Ahorn.

1961
Am 28. April fordert Willy Brandt in seiner Rede im Ruhrgebiet: "Blauer Himmel über der Ruhr". Er macht damit als erster deutscher Politiker das Thema Umweltverschmutzung im "Pott" zum Wahlkampfthema.

1961
Gründung der Naturschutzorganisation World Wildlife Fund, heute World Wide Fund For Nature (WWF) am 11. September in der Schweiz. Das globale Netzwerk ist in mehr als 100 Ländern der Erde aktiv und setzt sich gegen die weltweite Umweltzerstörung ein.

1962
In der Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 bricht über die deutsche Nordseeküste die schwerste Sturmflut seit über 100 Jahren herein. Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis zu 200 Kilometern pro Stunde und meterhohe Fluten lassen zahlreiche Deichabschnitte an der Küste, der Unterelbe und der Weser brechen. Am schlimmsten trifft die Flutkatastrophe das über 100 Kilometer von der Küste entfernt gelegene Hamburg. Ganze Stadtteile stehen unter Wasser. Über 60.000 Bewohner südlich der Elbe werden obdachlos. Strom, Gas und Wasser fallen in der Millionenstadt aus.

1962
Rachel Carson veröffentlicht den ersten "Umweltroman" und erklärt damit erstmals einem großen Publikum, was Ökologie ist. (Nähere Informationen finden Sie unter Literatur sowie hier.)

1968
Gründung des "Club of Rome". Ziel: Identifikation der brennendsten Probleme, denen sich die Menschheit gegenübersieht, deren Analyse, die Suche nach zukünftigen alternativen Lösungen und das Entwickeln von Zukunftsszenarien. Die Arbeit des Club of Rome wird von drei sich ergänzenden Prinzipien bestimmt: Globale Betrachtungsweise, Ganzheitliches Denken und Interdisziplinärer, langzeitlicher Lösungsansatz.

70er Jahre
Der zu dieser Zeit im Kabinett Brandt für diesen Aufgabenbereich zuständige Innenminister Hans-Dietrich Genscher führt das Wort "Umweltschutz" als Übersetzung des anglo-amerikanischen Begriffs "environment protection" in die deutsche Sprache ein und bezeichnet diesen als "eine staatliche Aufgabe von gleichem Rang wie die soziale Frage im letzten Jahrhundert".

1970
Der Europarat designiert auf britische Initiative das erste "Europäische Naturschutzjahr" und veranstaltet im Februar in Straßburg eine Konferenz zum menschlichen Einfluss auf die Umwelt.

1971
Am 15. September macht sich eine kleine Gruppe von Friedensaktivisten des "Don't Make a Wave Committee" mit der "Phyllis Cormack" auf den Weg zu den Aleuten-Inseln. Vor der Küste Alaskas wollen sie einen US-amerikanischen Atomtest verhindern. Für die Aktion finden die Organisatoren einen Namen, der das Programm der Expedition verdeutlicht: Green + Peace = Greenpeace.

1972
Die 1. UN-Konferenz über die menschliche Umwelt findet in Stockholm statt und gilt als der eigentliche Beginn der internationalen Umweltpolitik. Das politische Hauptinteresse der Industrieländer liegt darin, Maßnahmen zur Begrenzung industrieller Umweltverschmutzung und zum Schutze von Ökosystemen zu vereinbaren, um eine drohende Umweltkatastrophe abzuwenden. Dazu wird auch das United Nations Environmental Programme (UNEP) eingerichtet.
Das Abfallbeseitigungsgesetz dehnt die rechtlichen Befugnisse auf dem Gebiet der Abfallbeseitigung aus (unter Innenminister Genscher).

1974
Mit dem Bundesimmissionsschutzgesetz wird ein weiteres der wichtigsten umweltrechtlichen Gesetze geschaffen.

1974
Genscher setzt die Gründung des Umweltbundesamtes in Berlin durch, was zu Konflikten mit der DDR und der Sowjetunion führt. Heute befindet sich der Dienstsitz des UBA in Dessau.

1974
Die Chemiker Frank Sherwood Rowland und Mario J. Molina finden heraus, dass FCKW unter bestimmten Bedingungen Ozon zerstören kann. Daraufhin reagiert die Welt nur halbherzig. Die EG-Staaten wollen die Verwendung von FCKW um 1/3 reduzieren. (Nähere Informationen finden Sie hier.)

1976
Umweltkatastrophe: Seveso, Italien – Das Sevesounglück war der bisher größte Chemieunfall Europas. Die Umweltkatastrophe ereignete sich am 10. Juli 1976 in der chemischen Fabrik Icmesa S.p.A (Tochterunternehmen von Givaudan, wiederum eine Tochter von Roche) in Meda, 20 Kilometer nördlich von Mailand. Das Firmengelände berührte das Gebiet von vier Gemeinden, unter ihnen Seveso, das Namensgeber des Unglücks wurde. Dabei wurden große Mengen des hochgiftigen Dioxins TCDD (umgangssprachlich auch nur Dioxin oder Sevesogift genannt) freigesetzt. Die Anzahl der Todesopfer ist unbekannt. Untersuchungen dokumentieren aber einen Anstieg von verschiedenen Krebsarten in der betroffenen Region.

1977
Jimmy Carter fordert im April in einer Fernsehansprache an die Nation seine Landsleute u. a. dazu auf weniger Strom zu verbrauchen und sparsamere Autos zu fahren (aufgrund der schwindenden Öl- und Gasvorräte der USA). Zwei Tage später präsentiert er dem Kongress seine Idee, die Energieversorgung des Landes bis 2050 komplett auf erneuerbare Energien umstellen zu wollen. (Nähere Informationen finden Sie hier.)

1978
Der Blaue Engel – ein Prüf-/Gütesiegel für besonders umweltschonende Produkte und Dienstleistungen – wird erstmalig vergeben.

1982/83
El Niño (= das Auftreten ungewöhnlicher, nicht zyklischer, veränderter Strömungen im ozeanographisch-meteorologischen System des äquatorialen Pazifiks) ist stark und ungewöhnlich ausgeprägt. Auf drei Vierteln der Erde ändern sich die Wettermuster und verursachen Überschwemmungen entlang der westlichen Küsten Süd- und Nordamerikas und Dürren im südlichen Afrika, in Südostasien und Australien. Es kommt zu einem Massensterben von Fischen, Seevögeln und Korallen; die Zahl der verletzten und toten Menschen wird auf mehr als 1.000 beziffert.

1984
Das bisher größte Giftgasunglück ereignet sich am 03. Dezember im indischen Bophal. Aus einem Leck der Chemiefirma Union Carbide strömt Methyl-Isocyanidgas, 2000 Menschen sterben noch in derselben Nacht. Mehrere Tausend Opfer werden in den darauf folgenden Tagen durch die Chemikalie vergiftet. Umweltorganisationen sprechen von ungefähr 20.000 Toten, viele andere leiden ihr Leben lang unter den Spätfolgen.

1985
Mit der Rainbow Warrior hilft Greenpeace im Mai rund 300 Einwohnern der schwer strahlenverseuchten kleinen Pazifikinsel Rongelap bei der Umsiedelung auf eine andere Insel. Auf der Rainbow Warrior bereiten Greenpeace-Aktivisten die Friedensflotte zum Moruroa-Atoll vor, wo Frankreich gerade neue Atomtests vorbereitet. Doch zu dieser Reise kommt es nicht mehr. Am 10. Juli wird das Greenpeace-Flaggschiff Rainbow Warrior vom französischen Geheimdienst versenkt.

1985
Britische Polarforscher der Station Halley Bay entdecken ein Ozonloch über der Antarktis. Sie stellen fest, dass die Ozonsäule, wie sie jeweils im Frühjahr über der Station gemessen wird, von 1977 bis 1984 um über 40 Prozent abgenommen hat.

Quellen und weitere Links:
Scinexx – Das Wissensmagazin: Eine kurze Geschichte des Klimas... http://www.scinexx.de/index.php?cmd=focus_detail2&f_id=35&rang=7

1986 bis 2000



1986
Am 26. April ereignet sich im Kernkraftwerk Tschernobyl in der Ukraine (damals Sowjetunion) als Folge einer Kernschmelze und Explosion im Kernreaktor Tschernobyl Block IV eine der größten Umweltkatastrophen überhaupt. Sie gilt als die zweitschwerste nukleare Havarie.

1986
Am 6. Juni wird das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gegründet. Die Bundesregierung will mit diesem Schritt die Zuständigkeiten auf diesem Sektor unter einem neuen Minister zusammenfassen, um den neuen umweltpolitischen Herausforderungen besser entgegentreten zu können. Vorher war der Umweltschutz auf die Ressorts von Innen-, Landwirtschafts- und Gesundheitsministerium verteilt.

1987
Am 24. August geht der erste kommerzielle Windpark Deutschlands ans Netz. An der Nordseeküste im Ditmarschen Kreis drehen sich 32 Windräder, deren Leistung zwischen 10 und 25 Kilowatt beträgt. Heute (2007) sind moderne Anlagen 200-mal so leistungsfähig. (Quelle: taz, 24.08.07)

1988
Der Weltklimarat IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change), dem tausende Forscher aus aller Welt zuarbeiten, beginnt das globale Wissen über die Veränderungen unserer Atmosphäre zu sammeln. Das IPCC betreibt selbst keine Wissenschaft, sondern trägt die Ergebnisse der Forschungen in den verschiedenen Disziplinen zusammen, darunter besonders der Klimatologie. Es bildet eine kohärente Darstellung dieses Materials in Berichten ab, den "IPCC Assessment Reports". Die Veröffentlichung des Vierten Sachstandsberichts beginnt am 2. Februar 2007 mit der Herausgabe einer "Kurzfassung für Entscheidungsträger" (Summary for Policymakers, SPM) der Arbeitsgruppe 1 – die SPMs der Arbeitsgruppen 2 und 3 folgen im April bzw. Mai 2007.

1989
Inkrafttreten des Montrealer Protokolls zum weltweiten Verbot der FCKW-Herstellung und -Vertreibung. (Nähere Informationen finden Sie hier.)

1989
Der Tanker "Exxon Valdez" läuft am 24. März im Prinz-William-Sund auf Grund. 40.000 Tonnen Öl fließen bei dem Unglück ins Meer und verseuchen die Küste auf einer Länge von 2000 Kilometern. Die Bilder verklebter Seevögel und Robben gehen um die Welt. Dass diese "kleinere" Ölpest im Gedächtnis verbleibt, ist vor allem auf die Reaktion des amerikanischen Konzerns Exxon zurückzuführen. Erst Wochen nach dem Unglück bemüht sich der Konzernchef nach Alaska, die Reinigungsarbeiten an den verschmutzten Stränden bezeichnet er als "Kleinigkeiten". Das Krisenmanagement des Konzerns versagt völlig, die Äußerungen des Managements lassen eine skrupellose Einstellung zu der Umweltverschmutzung erkennen. Auch mehr als ein Jahrzehnt nach der Havarie ist der Prinz-William-Sund immer noch verseucht, die Tier- und Pflanzenwelt hat sich noch nicht von dem Unglück erholt.

1990
Der bisher umfassendste Bericht zum Problem der globalen Erwärmung wird vom IPCC vorgelegt und stellt fest, dass anhaltende von Menschen verursachte Emissionen von Treibhausgasen den Treibhauseffekt verstärken. Daraufhin wird ein internationaler Verhandlungsausschuss gegründet (INC, Intergovernmental Negotiating Committee).

1992
Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Zusammenarbeit (UNCED) in Rio de Janeiro: 154 Staaten unterzeichnen die Klimarahmenkonvention.

1993
Gründung des Bundesamtes für Naturschutz sowie Integration von Teilen des Bundesamtes für Ernährung und Forstwirtschaft und des Bundesamtes für Wirtschaft.

1993
Erstmals wird in Osnabrück der Deutsche Umweltpreis verliehen. Im ersten Jahr wird die mit 1 Mio. DM dotierte Auszeichnung von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) für die Entwicklung des weltweit ersten FCKW- und FKW-freien Kühlschranks sowie für die Popularisierung des Naturschutzes vergeben. Die DBU prämiert Leistungen, die entscheidend und vorbildhaft zum Erhalt und Schutz der Umwelt beigetragen haben oder noch zu einer deutlichen Verminderung der Umweltbelastung führen werden. Der Deutsche Umweltpreis ist heute die höchstdotierte Umweltauszeichnung Europas.

1995
Auf der ersten Klimakonferenz der Vertragsstaaten von Rio geht es in Berlin darum, die Verpflichtungen der Konvention fortzuentwickeln und zu verschärfen.

1997
El Niño tritt in vergleichbarem Ausmaß auf wie schon 1982/83

1997
Wissenschaftler des amerikanischen Forschungsinstitutes MIT entwickeln ein neues dreiteiliges Klimamodell.

1997
Das Kyoto-Protokoll wird am 11. Dezember auf der 3. Weltklimakonferenz verabschiedet. Das 2005 in Kraft tretende und 2012 auslaufende Abkommen schreibt erstmals verbindliche Zielwerte für den Ausstoß von Treibhausgasen fest, welche die hauptsächliche Ursache der globalen Erwärmung sind. Das Protokoll sieht vor, den jährlichen Treibhausgas-Ausstoß der Industrieländer bis zum Zeitraum 2008-2012 um durchschnittlich 5,2% gegenüber 1990 zu reduzieren.

Quellen und weitere Links:
Scinexx – Das Wissensmagazin: Eine kurze Geschichte des Klimas... http://www.scinexx.de/index.php?cmd=focus_detail2&f_id=35&rang=7

2001 bis heute



2002
Jahrhundertflut in Deutschland, Österreich und Tschechien: Starkes Tauwetter in den Mittelgebirgen am Oberlauf der Elbe löst eines der stärksten je gemessenen Hochwasser aus.

2004
Nachdem Russland die Vereinbarung ratifiziert hat, tritt die Klimaschutzvereinbarung von Kyoto im November 2004 in Kraft. Einige Staaten wie die USA, Australien und Kroatien unterzeichnen zwar das Protokoll, kündigen dann aber an es nicht ratifizieren zu wollen. Bis 2007 treten 170 Staaten dem Kyoto-Protokoll entweder bei, ratifizieren es oder stimmen dem Protokoll formell zu.

2004
Am 26. Dezember gibt es einen Tsunami im Indischen Ozean. Etwa 230.000 Menschen fallen dem Seebeben zum Opfer.

2005
Hurrikan "Katrina" im Golf von Mexiko: Im August richtet der tropische Wirbelsturm in den südöstlichen Teilen der USA enorme Schäden an und tötet etwa 1.800 Menschen.

2006
Seit diesem Jahr wird auf Satellitenbildern erneut das Phänomen von El Niño aus den Jahren 1982 und 1997 deutlich.

2006/2007
Dieser Winter ist der wärmste seit Messbeginn: Die mittlere Temperatur liegt etwa 4 Grad höher als im langjährigen Klimamittel von 1961 bis 1990; die Mitteltemperatur der bisherigen Rekordwinter (1974/75 und 1989/90) wird um 0,7 Grad übertroffen.

2007
Der Orkan Kyrill richtet am 18. Januar in weiten Teilen Europas große Schäden an und fordert 34 Todesopfer, davon 13 in Deutschland.

2007
Am 02. Februar veröffentlicht der IPCC den ersten Teil des vierten Sachstandsberichts, die Kurzfassung für politische Entscheidungsträger der Arbeitsgruppe I über die "Physikalischen wissenschaftlichen Grundlagen".

2007
Der wärmste, sonnigste und trockenste April seit Beginn der flächendeckenden Aufzeichnung der Wetterdaten ist für viele ein Grund zur Freude, lässt jedoch Fachleute Alarm schlagen, schadet der Landwirtschaft und erhöht die Waldbrandgefahr.

2007
06. April: Im zweiten Teil des IPCC-Berichts folgt die Zusammenfassung des Berichts der Arbeitsgruppe II über "Auswirkungen, Anpassung und Anfälligkeit". Eine Zusammenfassung des Gesamtberichts wird im November 2007 erscheinen.

2007
Am 04. Mai verabschiedet der Weltklimarat IPCC den dritten und letzten Teil seines vierten Klimaberichtes. Im Mittelpunkt stehen dabei Klimaschutzmaßnahmen, ihre Wirksamkeit und die Kosten. Nachdem im zweiten Teil des Berichts der Mensch als Verursacher des Klimawandels explizit herausgestellt worden war, konzentriert sich der dritte Teil auf das, was gegen die fortschreitende Erwärmung getan werden kann. Fazit des IPCC dabei: Gehandelt werden muss schnell und auf breiter Front. Nicht eine Strategie oder Technologie bringt die Lösung, sondern nur noch das Zusammenwirken vieler Ansätze. Eine große Rolle spielen dabei jedoch erneuerbare Energien und eine höhere Energieeffizienz. (Weiterführende Informationen finden Sie hier.)

2007
Bundesumweltminister Gabriel verweigert am 12. Mai im Namen der EU dem Schlussdokument zur UN-Konferenz über Klimaschutz seine Zustimmung.

2007
Die große Koalition macht im Juni den Weg frei für die Versteigerung von Verschmutzungsrechten zugunsten von mehr Klimaschutz.

2007
In Heiligendamm findet Anfang Juni unter deutscher Präsidentschaft der G8-Gipfel statt. Ein Ziel ist die Verstärkung der Bemühungen zur Minderung von Treibhausgasemissionen und zum Ausbau erneuerbarer Energien; die globalen CO2-Emissionen sollen bis 2050 um mindestens die Hälfte reduziert werden. Dieses Ziel soll gemeinsam in einem UN-Prozess umgesetzt werden. Die Berichte des IPCC und seine Forderungen werden ausdrücklich akzeptiert. (Nähere Informationen finden Sie hier.)

2007
Auf der Weltklimakonferenz in Bali soll eine Nachfolgeregelung für das Kyoto-Protokoll vereinbart werden. Die Umweltminister des UN-Klimarahmenabkommens werden über die Einzelheiten zur Erreichung der globalen Reduktionsziele verhandeln. Das Kyoto-Protokoll, das 2012 ausläuft, soll schon bereits 2009 durch diese Nachfolgevereinbarung ersetzt werden.

2007
Bei der Kabinettsklausur auf Schloss Meseberg legt die Bundesregierung im August die Schritte zur nationalen Umsetzung der Beschlüsse von Heiligendamm fest.

2007
Mit der Ehrung der Leistung von Al Gore für seinen Film "Eine unbequeme Wahrheit" und des UN-Klimarates in Person von Rajendra K. Pachauri (als Vorsitzender des IPCC) wird die Definition von Frieden um die Dimension des Umweltschutzes erweitert.

Quellen und weitere Links:
Scinexx – Das Wissensmagazin: Eine kurze Geschichte des Klimas... http://www.scinexx.de/index.php?cmd=focus_detail2&f_id=35&rang=7
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