"Das Geschichtsbuch wird seine Form ändern"

Interview mit Claus Leggewie auf httpasts://digitalmemoryonthenet

Interview mit Claus Leggewie am 14.04.2011 auf der internationalen Konferenz httpasts://digitalmemoryonthenet in Berlin. Das Internet verändert die Erinnerungskultur, sagt Claus Leggewie, Leiter des Kulturwissenschaftlichen Instituts in Essen. Die Türhüter der Geschichtsschreibung werden häufiger umgangen. Denn das Internet mache den Zugang zu historischen Ereignissen demokratischer und für alle zugänglich.

Inhalt

Wissenschaft, politische Bildung und Massenmedien bezeichnet Claus Leggewie als "Gatekeeper der Geschichtsschreibung". Bislang funktionieren sie ohne Rückkanal. Amateure der Geschichtssschreibung finden im Internet viele Wege, sich selber an der Erinnerungskultur zu beteiligen. Diese Vermischung von individueller Erinnerung und offizieller Geschichtsdeutung habe es schon immer gegeben, das Internet mache sie sichtbar, zugänglich und veränderbar, sagt Claus Leggewie im Interview mit der Bundeszentrale für politische Bildung. Das sei nicht ohne Gefahren. "Jeder kann sagen, was er will. Es werden Bewertungen möglich und nebeneinander gestellt, in denen es keine Qualitätskontrolle gibt." Mit den Kehrseiten der Informationsvermittlung im Netz sollten die Nutzer sich erwachsen auseinandersetzen. "Wir müssen lernen Meinungsfreiheit zu ertragen." Zensur hält Leggewie nicht für die richtige Lösung. „Auf jeden Kommentar eines Holocaust-Leugners habe ich ein gutes Gegenargument, das kann ich gerade über die Neuen Medien gut kommunizieren." Es gehe vor allem darum Urteilskraft zu entwickeln.

Weitere Informationen

  • Kamera: Oleg Stepanov

  • Schnitt: Oleg Stepanov

  • Redaktion: Julia Rosch/ Hanna Huhtasaari

  • Produktion: 14.04.2011

  • Spieldauer: 00:07:24

  • hrsg. von: Bundeszentrale für politische Bildung

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