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14.11.2018

Teilzeitbeschäftigung

Eine Teilzeitbeschäftigung ermöglicht es in der Regel, Familie und Beruf zeitlich besser miteinander zu vereinbaren. Eine reduzierte Arbeitszeit bedeutet jedoch häufig, auf Teile des Verdienstes und der Altersvorsorge zu verzichten sowie eingeschränkte Karrieremöglichkeiten in Kauf zu nehmen. In der Arbeitskräfteerhebung gilt als Teilzeit jede Arbeitszeit, die weniger Arbeitsstunden als die Arbeitszeit der Vollzeitkräfte im gleichen Betrieb beziehungsweise in der gleichen Branche umfasst. Sie wird anhand der Selbsteinstufung der Befragten erhoben. Im Jahr 2016 waren in Deutschland 11,5 Millionen Personen im Alter von 15 Jahren und älter in Teilzeit beschäftigt. Ihr Anteil an allen Erwerbstätigen lag 2016 bei 28 %. Seit 2006 ist der Anteil um 2,1 Prozentpunkte gestiegen. Das realisierte Angebot an Arbeit – gemessen am Arbeitsvolumen – wurde im Lauf der Jahre auf mehr Schultern verteilt. Dadurch arbeiten mehr Personen in einer Teilzeitbeschäftigung, vorwiegend sind dies Frauen. Im Jahr 2016 war fast jede zweite erwerbstätige Frau im Alter ab 15 Jahren in Teilzeit tätig (47 %). Unter den Männern betrug dieser Anteil nur 11 %.

Nicht alle Teilzeitbeschäftigten arbeiten freiwillig verkürzt. Teilzeittätige, die gern Vollzeit arbeiten würden, aber auf dem Arbeitsmarkt keine entsprechende Stelle finden, werden auch als "unfreiwillig" Teilzeitbeschäftigte bezeichnet. Im Jahr 2016 gaben 11 % als Hauptgrund für die Teilzeitarbeit an, dass sie keinen ganztägigen Arbeitsplatz finden konnten. Knapp 10 % der Teilzeit beschäftigten Frauen und 15 % der Männer waren eigentlich auf der Suche nach einem Vollzeitjob. Da Frauen jedoch sehr viel häufiger in Teilzeit arbeiten, war hier die absolute Zahl der Frauen deutlich höher als die der Männer. Der Anteil der unfreiwillig Teilzeitbeschäftigten insgesamt ging von 2006 bis 2016 um 11 Prozentpunkte zurück: Bei den Männern fiel er zwischen 2006 und 2016 um 19 Prozentpunkte, bei den Frauen um 10 Prozentpunkte.

Neben dem Umstand, keine Vollzeitstelle gefunden zu haben, gibt es noch weitere Gründe für eine Teilzeitbeschäftigung. Ein großer Teil der Erwerbstätigen arbeitet aus familiären Gründen in Teilzeit: Im Jahr 2016 nannten 23 % die Betreuung von Kindern oder anderen Angehörigen als Grund, 16 % sonstige familiäre Verpflichtungen. Frauen übten deutlich häufiger eine Teilzeitbeschäftigung aus familiären Gründen aus als Männer. Bei den Frauen nannten 47 % eine der beiden erwähnten Ursachen, aber gerade einmal 10 % der Männer. Ein großer Teil der Männer nannte hingegen als Hauptgrund für die Teilzeitarbeit eine parallel laufende Aus- oder Weiterbildungsmaßnahme (23 %), bei Frauen traf dies lediglich bei 6,5 % zu. Aus anderen Gründen wünschten sich 36 % der Teilzeitbeschäftigten keine Vollzeittätigkeit. Inwiefern bei diesen Gruppen Teilzeitarbeit freiwillig ausgeübt wird, kann nicht abschließend geklärt werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass Veränderungen bei Angeboten für Kinderbetreuung und Pflege Wünsche nach Vollzeit- oder Teilzeitarbeit beeinflussen.

Hauptgrund für Teilzeitbeschäftigung 2016— in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Anja Crößmann, Lisa Günther

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