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14.11.2018

Erwerbstätigkeit als Unterhaltsquelle

Rund 53 % der Personen im Alter von 15 und mehr Jahren bestritten 2016 ihren Lebensunterhalt überwiegend aus eigener Erwerbstätigkeit. Dieser Anteil hat sich gegenüber 2006 erhöht. Damals lag er bei rund 48 %. Die Relevanz anderer Quellen des überwiegenden Lebensunterhaltes hat sich in den vergangenen zehn Jahren nur wenig verändert. Im Jahr 2016 lebten zum Beispiel 7 % der Bevölkerung ab 15 Jahren hauptsächlich von Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld, Leistungen nach Sozialgesetzbuch II (Hartz IV) oder BAföG, 2006 waren es 9 %. Durch Rente, Pension oder eigenes Vermögen finanzierten sich 27 % im Jahr 2016, ähnlich hoch lag der Anteil vor zehn Jahren (26 %). Der Anteil derjenigen, deren Unterhalt hauptsächlich von Angehörigen finanziert wurde, sank von 17 % (2006) auf 14 % (2016). Neu hinzugekommen ist seit 2007 das Elterngeld, das 2016 für 0,5 % der Bevölkerung ab 15 Jahren die wichtigste Quelle des Lebensunterhalts darstellte.

Während sich im gesamten Bundesgebiet im 10-Jahres-Vergleich kaum Änderungen bei den Unterhaltsquellen zeigten, waren zwischen Ost- und Westdeutschland und zwischen Männern und Frauen unterschiedliche Trends zu beobachten. Im Jahr 2016 verdienten im früheren Bundesgebiet 60 % der Männer und 46 % der Frauen ihren überwiegenden Lebensunterhalt durch Erwerbstätigkeit. Im Vergleich zu 2006 (58 %) veränderte sich für die Männer dieser Anteil nur wenig. Der Anteil der Frauen, die ihren Lebensunterhalt vorwiegend durch die eigene Erwerbstätigkeit finanzierten, ist jedoch um 7 Prozentpunkte gestiegen; er hatte 2006 lediglich bei rund 39 % gelegen. Trotzdem blieben westdeutsche Frauen deutlich – mit einem Unterschied von 14 Prozentpunkten – hinter den westdeutschen Männern zurück. Frauen in Westdeutschland sind auch weiterhin häufiger auf andere Finanzierungsquellen angewiesen als Frauen im Osten. Dort lebten 48 % der Frauen hauptsächlich von der eigenen Erwerbstätigkeit und der Unterschied zum entsprechenden Anteil der Männer (56 %) war mit 8 Prozentpunkten geringer.

Bevölkerung nach überwiegendem Lebensunterhalt 2016 — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Bei den Anteilen anderer Unterhaltsquellen zeigten sich zwischen den Geschlechtern, aber auch im Vergleich von Ost- und Westdeutschland geringere Unterschiede. Die Bedeutung des Arbeitslosengeldes und anderer Sozialleistungen als überwiegende Unterhaltsquelle hat in Ostdeutschland im betrachteten Zeitraum abgenommen und ist von 15 % (2006) auf 9 % im Jahr 2016 gesunken. Der Anteil der Personen mit Renten und eigenem Vermögen als Haupteinkommensquelle hat sich seit 2006 (26 %) in Deutschland insgesamt kaum verändert und lag 2016 bei rund einem Viertel (Männer: 25 %; Frauen: 28 %). Auffallend ist der hohe Anteil an Frauen in Ostdeutschland, die zu 35 % überwiegend von Renten, Pensionen oder eigenem Vermögen lebten. Dies kann auf die stärkere Erwerbsbeteiligung von Frauen in der ehemaligen DDR – und dem damit verbundenen weiter verbreiteten Anspruch auf Rente – zurückgeführt werden.

Anja Crößmann, Lisa Günther

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