Datenreport

Datenreport 2018



Bevölkerung mit Migrationshintergrund

Wie viele Menschen mit ausländischen Wurzeln leben in Deutschland? Welche Auswirkungen hat die Einwanderung auf die Bevölkerungsstruktur? Wo gelingt die Integration dieser Menschen und wo gibt es Nachholbedarf? Um den Blick auf diese Fragen zu richten, verwendet die amtliche Statistik seit 2005 das Konzept der "Bevölkerung mit Migrationshintergrund". Es umfasst Menschen, die nicht als deutsche Staatsbürger in Deutschland geboren sind oder bei denen mindestens ein Elternteil nicht als deutscher Staatsbürger in Deutschland geboren wurde. Das betrifft alle Ausländerinnen und Ausländer, alle Eingebürgerten, alle (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedler sowie die mit deutscher Staatsangehörigkeit geborenen Kinder dieser drei Gruppen. Damit wird die zuvor verwendete Unterscheidung nach deutscher und ausländischer Bevölkerung stärker differenziert. Diese Unterscheidung wurde notwendig, weil es mehrere Gruppen gibt, die zwar die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen, jedoch Wurzeln im Ausland haben:

Eine reine Auswertung der Staatsangehörigkeit würde diese Bevölkerungsgruppen unsichtbar bleiben lassen. Durch das Konzept des Migrationshintergrunds können für diese Menschen zum Beispiel die demografischen Merkmale erfasst und ihre Integration in die deutsche Gesellschaft analysiert werden.

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Definition des Migrationshintergrunds

Der Migrationsstatus einer Person wird aus ihren persönlichen Merkmalen zu Zuzug, Einbürgerung und Staatsangehörigkeit bestimmt sowie aus den entsprechenden Merkmalen ihrer Eltern. Beim Nachweis des Migrationsstatus wird zwischen Menschen mit und ohne Migrationshintergrund unterschieden.

Angaben zur Bevölkerung mit Migrationshintergrund ermöglicht seit 2005 der Mikrozensus durch einen erweiterten Fragenkatalog. Hierbei handelt es sich um Personen, die entweder selbst nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren sind oder aber mindestens einen Elternteil haben, der nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde. Daher haben folgende Personengruppen nach dieser Definition einen Migrationshintergrund:

  • Ausländerinnen und Ausländer
  • Eingebürgerte
  • (Spät-)Aussiedlerinnen und (Spät-)Aussiedler
  • Kinder dieser drei Gruppen
Dies bedeutet, dass in Deutschland geborene Deutsche einen Migrationshintergrund haben können, wenn wenigstens ein Elternteil ausländisch, eingebürgert oder (Spät-)Aussiedler ist. Dieser Migrationshintergrund leitet sich dann ausschließlich aus den Eigenschaften der Eltern ab. Die Betroffenen können diesen Migrationshintergrund aber nicht an ihre Nachkommen "vererben", weil sie selbst mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren sind. Die deutsche Staatsangehörigkeit wird im Regelfall kraft Gesetzes, ohne Antrag oder behördliches Zutun mit der Geburt erworben. Dies gilt für Kinder eines deutschen Elternteils (sogenanntes Abstammungs- oder ius-sanguinis-Prinzip) und für in Deutschland geborene Kinder ausländischer Eltern, wenn wenigstens ein Elternteil zum Zeitpunkt der Geburt des Kindes zum Daueraufenthalt in Deutschland berechtigt ist und sich seit mindestens acht Jahren rechtmäßig im Inland aufhält (sogenanntes Territorial- oder ius-soli-Prinzip).

Seit dem Jahr 2000 erwerben "ius-soli-Kinder" – auch Optionskinder genannt – mit der Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil seit acht Jahren in Deutschland gelebt hat und zum Zeitpunkt der Geburt ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besitzt. Daneben haben sie die ausländische Staatsbürgerschaft ihrer Eltern, also eine doppelte Staatsbürgerschaft. Mit Erreichen der Volljährigkeit mussten sie sich jedoch früher bis zu ihrem 23. Geburtstag für eine Staatsbürgerschaft entscheiden (Optionspflicht). Im Jahr 2014 wurde die Optionspflicht neu geregelt. Die Regelungen zum Erwerb der Staatsangehörigkeit selbst bleiben unverändert, es entfällt jedoch die Optionspflicht für in Deutschland aufgewachsene ius-soli-Kinder, das heißt, diese Kinder müssen sich nicht mehr für eine Staatsangehörigkeit entscheiden.

Autor: Florian Göttsche
Herausgeber: Statistisches Bundesamt (Destatis)

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