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14.11.2018

Finanzen

Für die Teilnahme an der Eurozone fordert der Europäische Rat im Rahmen des Stabilitäts- und Wachstumspakts Haushaltsdisziplin. Demnach soll das jährliche öffentliche Defizit eines Staates maximal 3 % des nominalen Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen, der öffentliche Schuldenstand nicht mehr als 60 % des nominalen BIP erreichen und die Preisentwicklung stabil sein (sogenannte Maastrichter Konvergenzkriterien). Der Eurozone gehören gegenwärtig 19 EU-Staaten an.

Öffentlicher Finanzierungssaldo (Defizit beziehungsweise Überschuss)



Insgesamt 18 der 19 Euroländer hielten 2017 die Defizitgrenze von 3 % des BIP ein. Nur Spanien verfehlte diese Marke knapp (– 3,1 %). Acht Länder der Eurozone erzielten einen Überschuss; ihre Einnahmen lagen also über den Ausgaben. Dazu gehörten unter anderem Deutschland (+ 1,3 % des BIP) und Griechenland (+ 0,8 % des BIP).

Konvergenzkriterien (Maastricht-Kriterien) 2017 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Öffentlicher Schuldenstand



Trotz der relativ geringen öffentlichen Defizite blieb der öffentliche Schuldenstand weiter hoch: Im Jahr 2017 überstieg er in 12 der 19 Euroländer den vereinbarten Referenzwert von 60 % des BIP. Unverändert schwierig war die Lage vor allem in Griechenland. Dort betrug der Schuldenstand 2017 rund 179 % des BIP. Sehr hoch war er auch in Italien (132 %) und Portugal (126 %). Deutschland baute das fünfte Jahr in Folge Schulden ab. Der Schuldenstand sank 2017 auf 64 % des BIP. Die 60-Prozent-Marke wurde hierzulande letztmalig 2002 eingehalten.

Preisentwicklung



Während für die Kontrolle der öffentlichen Finanzen die Regierungen der EU-Länder verantwortlich sind, obliegt die Überwachung der Preisniveaustabilität der Europäischen Zentralbank (EZB) und dem "Europäischen System der Zentralbanken". Laut EZB ist eine Preisniveaustabilität in der Eurozone gegeben, wenn die Inflationsrate (das heißt die Veränderungsrate des Harmonisierten Verbraucherpreisindex zum Vorjahr) unter oder nahe 2 % liegt. Deutschland blieb 2017 mit einer Preissteigerung von 1,7 % innerhalb dieses Rahmens. In sechs Euroländern überstieg die Inflationsrate hingegen die 2-Prozent-Marke. Am deutlichsten erhöhten sich die Verbraucherpreise in Estland und Litauen (jeweils + 3,7 %).

Johanna Mischke

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