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14.11.2018

Todesursachen

Allgemeine Sterblichkeit

Im Jahr 2015 verstarben in Deutschland insgesamt 925.200 Menschen, davon 49 % Männer und 51 % Frauen. Die Zahl der Sterbefälle insgesamt ist im Vergleich zu 2005 um 11,4 % gestiegen. Bei einem Vergleich der Männer und Frauen zeigt sich, dass die Geschlechter unterschiedlich stark betroffen sind: Während die Zahl der verstorbenen Frauen im Jahr 2015 nur um 0,4 % höher als 1995 lag, stieg die Anzahl der verstorbenen Männer im gleichen Zeitraum um 9,5 %. Die Gründe hierfür sind vielfältig und reichen beispielsweise von der bei Frauen höheren Lebenserwartung über das höhere Risikoverhalten der Männer bis hin zu einem unterschiedlichen Gesundheitsbewusstsein.

Auch bei den Altersgruppen gab es in den letzten zehn Jahren große Verschiebungen: Der Anteil der Verstorbenen, die 90 Jahre und älter waren, stieg seit 1995 um 8,3 % an und lag im Jahr 2015 bei 18 %.

Häufigste Todesursachen

Die häufigste Todesursache (Einzeldiagnose) war bei Männern wie Frauen gleich: Es handelte sich um die chronische ischämische Herzkrankheit. Sie war die meistbenannte Todesursache 2015. An ihr verstarben 76.000 Personen, davon waren 38.800 männlich und 37.200 weiblich.

Fünf der zehn häufigsten Todesursachen waren dem Bereich der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zuzuordnen. Es handelte sich dabei um die chronische ischämische Herzkrankheit, den akuten Myokardinfarkt, die Herzinsuffizienz, die hypertensive Herzkrankheit sowie Vorhofflattern und Vorhofflimmern. Allein an diesen fünf Erkrankungen starben 2015 insgesamt 98.100 Männer und 119.200 Frauen. Weitere wichtige Todesursachen waren die Krebsleiden (bösartige Neubildungen). Bei den Männern waren die bösartigen Neubildungen der Bronchien und Lunge, der Prostata, des Dickdarms und des Pankreas die Ursache für 60.300 Sterbefälle. Bei den Frauen waren es die bösartigen Neubildungen der Brustdrüse (Brustkrebs) sowie der Bronchien und Lunge; insgesamt 34.000 Frauen verstarben daran.

Todesursachen im Zeitvergleich

Die Bedeutung bestimmter Krankheitsgruppen am Sterbegeschehen ist im Zeitraum 2005 bis 2015 gesunken. Allein der Anteil der Krankheiten des Kreislaufsystems ist um 5,7 Prozentpunkte zurückgegangen. Starben im Jahr 2005 noch 44 % aller Verstorbenen an einer solchen Erkrankung, betrug der Anteil im Jahr 2015 nur noch 39 %. Im gleichen Zeitraum ist der Anteil der psychischen Erkrankungen an allen Todesursachen von 1,4 % im Jahr 2005 auf 4,8 % angestiegen. Insbesondere die Demenz trug zu diesem Zuwachs bei.

Krankheitsbedingte Todesursachen — in Prozent Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Säuglingssterblichkeit

Die Säuglingssterblichkeit bezeichnet die Rate der im ersten Lebensjahr gestorbenen Kinder. Sie ist ein wichtiges Maß für den allgemeinen Lebensstandard und die Qualität der medizinischen Versorgung eines Landes. Sie wird im folgenden Abschnitt als absolute Zahl und über die Zahl der Todesfälle bezogen auf 1.000 Lebendgeborene dargestellt.

Im Vergleich zu 2005 (3,9 Sterbefälle je 1.000 Lebendgeborene) ging die Säuglingssterblichkeit auf 3,3 Sterbefälle je 1.000 Lebendgeborene im Jahr 2015 zurück. Dabei haben Jungen mit 3,4 Sterbefällen schlechtere Überlebenschancen als Mädchen mit 3,1 Sterbefällen. Im Jahr 2015 starben insgesamt 2.405 Säuglinge im ersten Lebensjahr, davon waren 1.297 Jungen und 1.108 Mädchen. Zwischen den Jahren 2005 und 2015 ist die absolute Zahl der Säuglingssterbefälle um 291 zurückgegangen, was einer Minderung von 11 % entspricht.

Säuglingssterbefälle je 1 000 Lebendgeborene Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Auch von Bundesland zu Bundesland variierte die Säuglingssterblichkeit: von 2,4 gestorbenen Säuglingen je 1.000 Lebendgeborenen in Sachsen bis zu 4,4 Säuglingen in Bremen. Grundsätzlich konnte sie in jedem Land seit 2005 gesenkt werden. Die größten Rückgänge hatten Brandenburg mit 37 % und Thüringen mit fast 32 %.

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Schwangerschaftsabbrüche

Im Jahr 2017 wurden 101.209 Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland gemeldet, zehn Jahre zuvor waren es 116.871 Eingriffe. Bezogen auf die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter von 15 bis 49 Jahren waren dies 58 Abbrüche je 10.000 Frauen im Jahr 2017 gegenüber 60 Eingriffen je 10.000 Frauen im Jahr 2007.

Knapp drei Viertel (72 %) der Frauen, die 2017 einen Schwangerschaftsabbruch durchführen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahre alt, 17 % zwischen 35 und 39 Jahre. Rund 8 % der Frauen waren 40 Jahre und älter. Die unter 18-Jährigen hatten einen Anteil von 3 %.

Nach der Beratungsregelung wurden 96 % der gemeldeten Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen. Medizinische und kriminologische Indikationen waren in 4 % der Fälle die Begründung für den Abbruch.

Karin Böhm

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