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14.11.2018

Nachzugspotenzial

Abschließend wird das Nachzugspotenzial der ab 2013 eingereisten Geflüchteten betrachtet. Asylberechtigte beziehungsweise Geflüchtete, die nach der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt sind, haben laut Völker- und EU-Recht Anspruch auf Nachzug ihres Ehepartners / ihrer Ehepartnerin, ihres / ihrer der Ehe gleichgestellten eingetragenen Lebenspartners / Lebenspartnerin und ihrer minderjährigen Kinder. Als Nachzugspotenzial werden hier zunächst Ehepartner und minderjährige Kinder gezählt. Dabei wird nicht weiter differenziert, inwiefern die Geflüchteten das Nachzugspotenzial auch nutzen werden beziehungsweise rechtlich nutzen dürften.

Im Jahr 2016 hatten 12 % der erwachsenen Geflüchteten einen Ehepartner, der im Ausland lebte. Zudem hatten 9 % der Geflüchteten im Durchschnitt rund zwei minderjährige Kinder, die im Ausland lebten. Insgesamt hatten 14 % der Geflüchteten nachzugsberechtigte Familienangehörige. Durchschnittlich sind das rund 2,1 Familienangehörige. Damit kommen auf einen erwachsenen Geflüchteten im Durchschnitt 0,3 nachzugsberechtigte Personen.

Nachzugspotenzial 2016 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Erweitert man den Personenkreis der nachzugsberechtigten Familienangehörigen um nicht eingetragene Lebenspartner und erwachsene Kinder (erweiterte Kernfamilie), steigt der Anteil der Geflüchteten, die entsprechende Familienangehörige hatten, geringfügig an (19 % gegenüber 14 %). Im Durchschnitt hatten diese Geflüchteten rund 2,4 Familienangehörige ihrer erweiterten Kernfamilie im Ausland. Somit ergeben sich pro erwachsenen Geflüchteten 0,4 Personen, die als Familienmitglied nachziehen könnten.

Maria Metzing, Diana Schacht

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