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14.11.2018

Öffentliche Fonds, Einrichtungen und Unternehmen

Als öffentliche Fonds, Einrichtungen und Unternehmen werden alle Einheiten bezeichnet, an denen die Kernhaushalte (Bund, Länder, Gemeinden / Gemeindeverbände und Sozialversicherungen) mit mehr als 50 % am Stimmrecht oder Nennkapital beteiligt sind. Sie können sowohl öffentlich-rechtlich als auch privatrechtlich organisiert sein.

Die öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen entstehen durch Ausgliederungen öffentlicher Aufgaben aus den Kernhaushalten, durch Neugründungen oder durch den Erwerb von Mehrheitsbeteiligungen der öffentlichen Hand bei bestehenden Einheiten. Sie verfügen über ein eigenes, kaufmännisch oder kamerales Rechnungswesen beziehungsweise doppelte Buchführung nach kommunalem Haushaltsrecht (Doppik), sodass ihre Einnahmen und Ausgaben nicht mehr im jeweiligen Kernhaushalt enthalten sind.

Die Bandbreite der öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen (kurz: öffentliche Unternehmen) reicht von Wohnungsbaugesellschaften, Krankenhäusern, Versorgungsunternehmen, Hochschulen bis hin zu den in der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise 2008/2009 entstandenen Abwicklungsanstalten öffentlicher Banken.

Die dargestellten Ergebnisse basieren auf der Jahresabschlussstatistik, die ausschließlich die Erhebung der öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen mit kaufmännischem Rechnungswesen umfasst. Im Berichtsjahr 2015 gab es 16.206 öffentliche Fonds, Einrichtungen und Unternehmen mit kaufmännischem Rechnungswesen, davon 14.252 (88 %) auf der kommunalen Ebene. Der Rest verteilte sich auf Beteiligungen der Länder (10 %) und des Bundes (2 %). Die Mehrzahl der öffentlichen Unternehmen wurde in der Rechtsform einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH; 59 %) oder eines Eigenbetriebs (22 %) geführt. Rund 7 % der öffentlichen Unternehmen waren Zweckverbände. Die meisten öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen gab es 2015 in den Bereichen "Grundstücks- und Wohnungswesen" (12 %), "Energieversorgung" (11 %), "Wasserversorgung" (11 %) und "Abwasserentsorgung" (9 %), gefolgt von den Bereichen "Verwaltung und Führung von Unternehmen und Betrieben, Unternehmensberatung" (7 %) sowie "Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung" (7 %).

Ausgewählte Daten der Jahresabschlüsse kaufmännisch buchender öffentlicher Fonds, Einrichtungen und Unternehmen 2015 Lizenz: cc by-nc-nd/3.0/de/ (bpb)


Die höchsten Umsatzerlöse im Jahr 2015 erzielten die öffentlich bestimmten Energieversorger mit fast 163 Milliarden Euro (38 %) mit weitem Abstand vor den öffentlichen Unternehmen der Bereiche "Gesundheitswesen" (47 Milliarden Euro beziehungsweise 11 %) und "Grundstücks- und Wohnungswesen" (27 Milliarden Euro beziehungsweise 6 %).

Die Zahlen der Gewinn- und Verlustrechnung wiesen für das Berichtsjahr 2015 einen Jahresüberschuss von rund 6 Milliarden Euro für alle öffentlichen Unternehmen aus. Zu diesem positiven Ergebnis trugen wesentlich die Wirtschaftszweige "Erbringung von Finanzdienstleistungen" (rund 1,9 Milliarden Euro), "Energieversorgung" (1,7 Milliarden Euro) sowie "Versicherungen, Rückversicherungen und Pensionskassen (ohne Sozialversicherung)" (1,5 Milliarden Euro) bei. Deutliche Verluste hingegen verzeichneten die öffentlichen Fonds, Einrichtungen und Unternehmen im Bereich "Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung" mit einem Minus von rund 1,2 Milliarden Euro.

Renate Schulze-Steikow

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