Britenrabatt

B. steht für eine Ausgleichsformel zur Berechnung der EU-Beiträge einzelner Mitgliedstaaten. Sie geht auf eine Forderung Großbritanniens zurück und wurde 1984 auf Druck der Premierministerin Margaret Thatcher in Fontainebleau vereinbart. Ziel war ein finanzieller Ausgleich für jene EG-Länder, die trotz niedriger Wirtschaftsleistung zu den permanenten »Nettozahlern« gehörten. Dabei geht es bis heute v. a. um den Agraretat, von dem die Briten aus ihrer Sicht wegen der geringen Bedeutung ihrer Landwirtschaft kaum profitieren. Nach zähen Verhandlungen einigte man sich darauf, dass Großbritannien ca. 66 % seiner Nettozahlungen erstattet werden. Die Änderung oder gar Abschaffung des B. knüpft London an weitreichende EU-Reformen, so die stärkere Förderung von Zukunftsbereichen, striktere Haushaltsdisziplin und größere Ausgabentransparenz. Der Europäische Rat hat im Februar 2013 beschlossen, den B. auch im neuen Mehrjährigen Finanzrahmen (2014–2020) fortzuschreiben.


Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: G. Weinmann


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