Amts- und Arbeitssprachen in der EU

Laut EG-Verträgen müssen alle Organe der EU in allen 23 Sprachen der Gemeinschaft kommunizieren, damit sich alle EU-Bürger in ihrer Muttersprache am politischen Prozess beteiligen können (Bulgarisch, Dänisch, Deutsch, Englisch, Estnisch, Finnisch, Französisch, Griechisch, Irisch/Gälisch, Italienisch, Lettisch, Litauisch, Maltesisch, Niederländisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Schwedisch, Slowakisch, Slowenisch, Spanisch, Tschechisch und Ungarisch). Um die Zahl der möglichen Sprachkombinationen zu verringern, wird häufig eine sog. Relaissprache eingesetzt. Nur Rechtsvorschriften und Dokumente von Bedeutung für die Öffentlichkeit werden in alle A. übersetzt. Die Kosten der Übersetzungs- und Dolmetscherdienste 2005: 128 Mio. € Europäisches Parlament, 126 Mio. € Rat, 257 Mio. € Kommission. Mehrsprachigkeit und Sprachenvielfalt sind ein Anliegen der EU, das durch verschiedene Programme gefördert wird, auch mit Blick auf eine Verbesserung der Bildungs- und Ausbildungssysteme. Seit 1.1.2007 gibt es einen EU-Kommissar für Mehrsprachigkeit. Im Falle Spaniens können sich Bürger auch in Sprachen an EU-Organe wenden, die keine europ. Amtssprachen sind (z. B. Katalanisch), sofern sie in Spanien Amtssprache sind. Für Richtigkeit der Übersetzung und anfallende Kosten sind die span. Stellen verantwortlich.

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: M. Backhaus

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