Bosman-Urteil

Das B. ist eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes von 1995, die sich massiv auf den Profifußball in der EU auswirkte. Danach dürfen Fußballer nach Beendigung ihres Vertrages ablösefrei den Verein wechseln. Die Profivereine wurden verpflichtet, bestehende Restriktionen gegenüber Ausländern aufzuheben (z. B. Begrenzung der Zahl von Ausländern in einer Mannschaft). Das Urteil folgte der Schadensersatzklage des belg. Spielers Jean-Marc Bosman: Die hohe Ablösesumme, die sein Arbeitgeber RFC Lüttich forderte, schränke ihn in seiner europarechtlich verbürgten Arbeitnehmerfreizügigkeit ein. Die Folgen des B. reichen weit:

• Zum einen stärkt es die Verhandlungsposition der Spieler gegenüber ihren Arbeitgebern.

• Zum anderen dürfen nun beliebig viele Ausländer in den nationalen Ligen eingesetzt werden, die sich inzwischen stark »europäisiert« haben.

Literatur:S. Gardiner/R. Welch: Bosman – There and Back Again: The Legitimacy of Playing Quotas under European Union Sports Policy, in: European Law Journal, H. 6/2011, S. 828-849.

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: M. Höreth

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