Brandt, Willy

[* 18.12.1913 · † 8.10.1992] dt. Politiker (SPD). 1957–66 Regierender Bürgermeister von Berlin, 1964–87 Parteivorsitzender der SPD. 1966–69 Außenminister der Großen Koalition, seit 1969 Kanzler der sozialliberalen Koalition, 1972 wiedergewählt. Rücktritt am 6.5.1974 aufgrund einer Spionageaffäre um seinen persönlichen Referenten Guillaume.

Kennzeichnend für die Außenpolitik der sozialliberalen Koalition ist die Entspannungspolitik im Ost-West-Konflikt (Moskauer Vertrag mit der Sowjetunion und Warschauer Vertrag mit Polen 1970, Grundlagenvertrag mit der DDR 1971). B. Kniefall am Mahnmal der Opfer des Warschauer Ghetto-Aufstandes gilt als Symbol dieser Politik. 1971 erhielt B. den Friedensnobelpreis.

Literatur:A. Wilkens: Willy Brandt und die europäische Einigung, in: M. König/M. Schulz (Hg.), Die Bundesrepublik Deutschland und die europäische Einigung 1949–2000, Wiesbaden 2004, S. 167-184.

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: V. Conze

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