Euro

Der E. ist gesetzliches Zahlungsmittel in den Staaten der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion sowie in Andorra, Monaco, San Marino und Vatikanstadt, ferner in Montenegro und im Kosovo (ohne Beteiligungsrechte). Er wurde zum 1.1.1999 als Buchgeld eingeführt mit festen Wechselkursen für die 10 beteiligten Währungen in 11 Ländern (BRD: 1,95583 DM je E.). Scheine und Münzen wurden am 1.1.2002 ausgegeben. Verantwortlich für die Geldpolitik im Euroraum ist die Europäische Zentralbank. 2008 waren rund 12 Mio. Banknoten (Wert ca. 672 Mrd. €) sowie rund 78 Mio. Münzen (Wert ca. 20 Mrd. €) im Umlauf. Für die E.-Einführung in einem Land gelten strenge Stabilitätskriterien. Als internationale Reserve- und Welthandelswährung hat der E. alle in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt. Doch auch 10 Jahre nach seiner Einführung wird er von der Bevölkerung teils kritisch bewertet. Dabei spielt das Gefühl eine Rolle, dass bei der Währungsumstellung die Preise erheblich gestiegen seien (»Teuro«), was die amtlichen Statistiken jedoch kaum bestätigen.

Literatur:W. Becker: Zwölf Jahre Euro: Aus ruhigen Gewässern in stürmische See, in: Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, H. 3/2011, S. 445-466.

Literatur:K. Dyson (Hg.): The Euro at Ten. Europeanization, Power, and Convergence, Oxford 2008.

Literatur:O. Issing: Euro – Geburt, Erfolg, Zukunft, München 2008.

Siehe auch:
Eurokrise
Wirtschafts- und Währungsunion (WWU)

Quelle: Martin Große Hüttmann/Hans-Georg Wehling (Hg.): Das Europalexikon, 2., aktual. Aufl. Bonn: Dietz 2013. Autor des Artikels: D. Wolf

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